Fingerbeweglichkeit

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von westpiano, 8. Juli 2018.

  1. stoni99
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    stoni99

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    Oh, oh - altert man so schnell beim üben? :teufel::-D
     
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  2. Melegrian
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    Melegrian

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    Ich hätte auch schreiben können, dass ich mit Ende 63 begonnen habe oder kurz vor meinem 64sten. Doch ob so oder so, die Zeit vergeht nun einmal.
     
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  3. Klafina
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    Klafina

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    Bartók war eine Zeitlang lang sehr "en vogue" in den 70er Jahren; zumindest bei einigen Klavierlehrern baute mehr oder minder alles darauf auf (MIkrokosmos). Ich nehme an, dass Du diese Ära nicht mitbekommen hast und damals auch noch nicht Klavier gespielt hast.
    Natürlich haben nicht alle KL das so gesehen und gemacht. (meiner z.B. nicht)
     
  4. Barratt
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    Barratt Lernend

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    Meine schon. :puh: In besagtem Zeitraum.


    @rolf
    Ist ja gut. :lol:

    Du unterrichtest wahrscheinlich keine erwachsenen Anfänger? Falls doch, würde mich rein anthropologisch interessieren, ob es eine empirisch oft zu beobachtende Tatsache ist, dass Exemplare dieser Kohorte (falls sie nicht unter Gicht, Arthrose oder anderen altersbedingten Pathologien DER FINGER leiden) Probleme mit der Hardware (Finger) haben oder ob die größere Schwierigkeit dieses Personenkreises nicht eher bei Verkabelung oder Software liegt (vulgo: Ansteurungsfähigkeit, Losgelassenheit/Durchlässigkeit o.ä.) :-)
     
  5. Klavirus
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    Klavirus

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    Im Gegenteil. :coolguy:
     
  6. Jerry237
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    Jerry237

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    Folgendes kann ich dir dazu empfehlen:

    LITERATUR

    Rhythmik- und Blattspielstudien für Klavier oder Keyboard
    (G. Tomczyk, epubli)
    - Band 1.0
    Der Drei-Finger-Tonraum in C-Dur
    - Band 2.0
    Der Fünf-Finger-Tonraum in C-Dur

    Jeder kann Klavier/E-Piano
    (Schott MF 3701)

    Leichte Konzertstücke, Band 1
    (Schott ED 22547)

    METHODE

    1. Basis-Training

    Blattspielstudien Band 1.0
    Nr. 1.1 / 1.2 (einfache Rhythmik)
    Nr. 2.1 / 2.2 (erweiterte Rhythmik)
    jeweils A (linke Hand) und B (rechte Hand)
    (Alles Mittel-C-Lage mit links und rechts jeweils drei Fingern.)

    Spiele die Übungen mit folgenden Fingersätzen:
    1-2-3 (Standard) / 2-3-4 / 3-4-5
    (Schwache Kombinationen häufiger wiederholen.)

    Spiele mit einer deutlichen aber nicht überzogenen Betonung des ersten Grundschlags im Takt. Durch die Ausholbewegung für den Akzent wird das Anheben des Fingers gefördert, ohne Verspannungen zu verursachen.

    Achte auf ein gutes Legato, damit du die bisher noch eingeschränkte Beweglichkeit des vierten Fingers nicht durch zu frühes Abheben anderer Finger kompensierst. Das wäre nicht sehr effektiv. (Spiele zur Kontrolle gelegentlich auch mit dem stehenden Ton eines Orgelsounds.)

    Obwohl es sich hier um Blattspielübungen handelt, eignen sie sich auf diese Weise auch für deine Zwecke, da sie so geschrieben sind, dass alle Finger gleichmäßig frequentiert werden. In der Regel wird in jeder Zeile jeder Finger mindestens einmal betont. Linke und rechte Hand werden gleichermaßen gefördert.

    Setze den Prozess zu gegebener Zeit mit dem nächsten Band fort (gleicher Aufbau, ebenfalls in der Mittel-C-Lage aber diesmal alle fünf Finger):

    Blattspielstudien Band 2.0
    Nr. 1.1 / 1.2 (einfache Rhythmik)
    Nr. 2.1 / 2.2 (erweiterte Rhythmik)
    jeweils A (linke Hand) und B (rechte Hand)

    Verwende den Rest der beiden Bücher zur Verbesserung deines Blattspiels. Experimentiere dabei mit Dynamik und Artikulation. Finde z.B. heraus, mit welcher Dynamik weibliche und männliche Endungen je nach Zusammenhang am besten klingen. Wo sind Vorhalte, die durch Akzentuierung hervorzuheben sind? Wo liegt der dynamische Höhepunkt einer Zeile? Welche Töne oder Tongruppen können durch ein Staccato besser zur Geltung gebracht werden (Gruppenbildung durch Artikulation)?

    Eine differenzierte, ausdrucksvolle Spielweise ist das beste Mittel gegen beweglichkeitseinschränkende Verspannungen und einen zu harten Anschlagshabitus, den man bei methodisch überforderten Autodidakten häufig antrifft.

    Das richtige Maß an Körperspannung am Instrument kann meines Erachtens über das Gehör und die Klangvorstellung besser kontrolliert werden, als durch explizite Konzentration auf den Bewegungsapparat, da habituelle Verspannungen in der Regel subjektiv gar nicht wahrgenommen werden. Sie entstehen vielmehr schleichend durch eine frühe ungünstige Weichenstellung ohne Nachbesserung, werden vom Schüler als vertrauter Normalzustand empfunden und ausgeblendet wie z.B. der Druck einer Armbanduhr.

    Die nachträgliche Korrektur durch einen Lehrer gestaltet sich oft sehr aufwändig, da die gesamte Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Psychomotorik auf ihrer konservativen Ausrichtung beruht. Wenn es immer ganz leicht wäre, Fehler zu korrigieren, dann wären auch stimmige Abläufe sehr labil und damit wäre uns keinesfalls gedient.


    2. Akkordspiel

    Wenn du das "Basis-Training" abgeschlossen hast, wird damit ein wesentlich günstigerer Zeitpunkt gekommen sein, dich auch mit Akkorden zu beschäftigen. Sofern die jetzige Problematik dann überhaupt noch existiert, wird sie sicherlich viel leichter in den Griff zu bekommen sein, da dein mittlerer Körperspannungspegel sich auf ein ausgewogenes Maß eingependelt haben wird. Du wirst den 4. Finger sozusagen freigespielt haben. Auf die völlig normale anatomische Einschränkung (die Sehnen liegen hier über Kreuz) wirst du dich gut einstellen können.

    Eine gelungene und kompakte Einführung zum Akkordspiel findest du in meiner zweiten Buchempfehlung:

    Jeder kann Klavier/E-Piano (Schott)

    3. Anfangsrepertoire

    Weiteres Übungsmaterial sowie auch schöne und leichte Stücke für ein kleines Anfangsrepertoire findest du im dritten Titel:

    Leichte Konzertstücke, Band 1 (Schott)

    Die Nr. 5 beispielsweise eignet sich für deine Zwecke auch gut als Terzenübung. Optimal wäre es, die Oberstimme mit einem Notensatzprogramm für die linke Hand eine Oktave tiefer zu setzen, um das Ganze dann links-rechts einzeln und auch gemeinsam zu spielen.

    Die Nr. 6 ist eine nette Melodie mit Akkordbegleitung, ebenfalls sehr instruktiv und gleichzeitig ein schönes, leichtes Vorführstück.

    Meine weiteren Favoriten, die auch bei Schülern besonders gut ankommen sind Nr. 24, 25, 34, 36, 37, 38.

    Mit dieser nach bestem Bemühen kurzgefassten Antwort, konnte ich hier nur andeuten, wie komplex dieses Thema ist. Die Leistung und Vorzüge eines persönlichen Lehrers möchte ich damit nicht ersetzen, sondern eher hervorheben. Wenn es also nicht vom Geld abhängt, dann empfehle ich dir, so bald wie möglich mit dem richtigen Unterricht anzufangen.

    Viel Spaß und Erfolg wünscht
    Jerry
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juli 2018
  7. Debösi
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    Debösi

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    @Klafina
    Es muß nicht immer Mikrokosmos sein, wenn man als Anfänger Bartok spielen will. Ich habe zuhause einen Band „Für Kinder“ mit wunderbaren Stücken.

    Man lernt schon ab dem ersten Stück Phrasierungen, Unabhängigkeit der Hände und sogar Pedalisierungen. Mich fasziniert, dass diese Anfängerstücke noch heute interessant zu spielen und anzuhören sind und keinesfalls langweilig klingen.
     
  8. Debösi
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    Debösi

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    OT Ist das heute wieder ein Gemurkse mit der Bahn