Fehlende Selbsteinschätzung

  • Ersteller Ersteller St. Francois de Paola
  • Erstellt am Erstellt am

  • #21
Ich bin weit vom "modernen Selbstoptimierer" entfernt ... ich möchte mit Aufnahmen nur die Gewissheit erreichen, dass aus dem Klavier auch wirklich das kommt, was ich beim Spielen zu hören glaube. Dass es komplett anders klang, habe ich bisher allerdings auch noch nie erlebt ... vielleicht nur Glück.

Das ist bei mir eigentlich nie so, dass ich etwas anderes höre, als ich spiele. Ob ich das höre, was ich hören will, ist eine andere Frage.
Das Hauptproblem ist, dass ich die Schwere des Vergehens unterschiedlich bewerte. Wenn ich das Stück gut spielen kann, denke ich, ich kann das mittelmäßig spielen und kleinere Ungenauigkeiten etc. wirken schwer. Wenn ich das Stück schlecht spielen kann, wirken auf mich grobe Schnitzer jeglicher Art dagegen eher wie Kleinigkeiten.
Gut und schlecht sind natürlich immer relativ.
 
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  • #22
Wenn ich das Stück gut spielen kann, denke ich, ich kann das mittelmäßig spielen und kleinere Ungenauigkeiten etc. wirken schwer. Wenn ich das Stück schlecht spielen kann, wirken auf mich grobe Schnitzer jeglicher Art dagegen eher wie Kleinigkeiten.
Ich glaube das ist einigermaßen normal.
Wenn ich ein Stück "eigentlich" sauber spielen kann, dann ärgern mich auch kleine Fehler viel mehr, als bei einem Stück, bei dem ich noch glücklich bin, wenn ich eine Passage fehlerfrei überstanden habe.
Bei Letzteren zeigt das lediglich, dass es eben noch nicht richtig sitzt ... das ist halb so wild ... ich lerne ja noch. Das ist "ich kanns halt (noch) nicht richtig".
Bei Ersterem ist es Flüchtigkeit ... und damit meine eigene Selbtschuld ... das zeckt.
Das ist "ich habs verkackt".
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #23
Das ist bei mir eigentlich nie so, dass ich etwas anderes höre, als ich spiele. Ob ich das höre, was ich hören will, ist eine andere Frage.
Ich habe hier im Forum öfter mal davon gelsen, dass es wohl einigen Menschen so geht.
Ich habs dann ausprobiert ... und nur recht kleine Differenzen wahrgenommen.
Ich hatte einfach Sorge, dass ich mir da eventuell auch was vormache und war dann erleichtert.

Alles was passiert ist, war die Erkenntnis, Haupt und Nebenstimmen noch besser differrenzieren zu wollen, als ich das auf dieser Aufnahme gemacht hatte.
Seitdem mache ich regelmäßig Aufnahmen zur Selbstkontrolle, weil mir das hilft, die Stücke auszuarbeiten.
 
  • #24
Spiele ich Cello, dann muss ich schon genau hinhören, damit mir nicht die jahrzehntealten Zahnfüllungen aus dem Mund bröseln.

Hahaha, ... :-D

Das passiert mir auch bei vielen Klavieren & Flügeln, die man so hört.

Beim Pianisten klingelt es an der Tür.
"Guten Tag, ich bin der Klavierstimmer!"
"Ich habe Sie doch gar nicht bestellt!?"

"Sie nicht, aber Ihre Nachbarn."
 
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