Ein alternatives Notensystem

Hat es zukunftspotenzial?

  • Ja

  • Unsicher

  • Nein


Das Ergebnis kann erst nach Abgabe einer Stimme betrachtet werden.
Ich finde das Herumspielen mit alternativen Notationen ganz amüsant. Meist lernt man das bestehende schätzen.
Nun zum vorliegenden Versuch. Grundsätzlich ist die Idee von 5 auf drei Notenlinien zu gehen und jeweils das Bild jeder Stammnote in jeder Oktave anzugleichen nicht schlecht. Warum aber dann nicht die 3 Linien sinnvoller nutzen. Das einzig durch Gewohnheit und Konvention auf die erste untere Hilfslinie verbannte c ist in diesem Kontext sinnlos. Besser:
Unter der ersten Linie c, auf der ersten Linie d, zwischen der ersten und zweiten Linie e, .... über der dritten Linie h. Damit kommen wir ohne Hilfslinien aus.
Mit den Intervallen gibt es jetzt ein Problem: Terzen beispielsweise sind 'gleichnamig' (wie Quinten, Septimen und Nonen) also beide Notenköpfe sind auf der Linie oder beide zwischen den Linien. In diesem System aber ist die Terz h-d' ungleichnamig, d. h. H liegt in Deinem System auf der dritten Linie, d unter der ersten im nächsthöheren Systen. (In meiner Anordnung h über der dritten Linie und d auf der ersten) während die Terz f-a völlig normal wie im herkömmlichen System aussieht. Diese Diskontinuität, die ständig auftritt ist ein erhebliches Problem beim Lesen eines Stückes. So sieht etwa die Sekunde h-c wie eine Terz aus, während die anderen Sekunden normal aussehen! Ich stelle mir gerade den Anfangstriller der Terzen-Etüde op. 25,6 in Deinem System vor, das ist schon seltsam!
Sobald der Notentext etwas ausladender wird (erste Chopin-Etüde aus op. 10) wird die Notation recht raumgreifend.

Also: bleiben wir beim alten System und lernen Notenlesen! Wer je einem wirķlich guten Primavista-Spieler zugesehen hat, weiß, wie leicht schnelles und präzises Notenlesen gehen kann.
 
Noch so eine abortive Revolution: Busoni hat in seiner Sonatina seconda verfügt, dass die Vorzeichen immer nur für die Note gelteĥ, vor der sie stehen. Selbst diese kleine Änderung macht das Stück schwierig zu lesen!
 
Das Notenlesen im herkömmlichen System ist übrigens ein schönes Beispiel für zwei gänzlich unterschiedliche Lernverfahren.
1. Auswendiglernen
2. Lernen durch ständigen Gebrauch
 
An dieser Stelle möchte ich dieses Buch empfehlen: https://www.baerenreiter.com/shop/produkt/details/BVK2236/

Es zeigt sehr schlüssig, wie, warum, in welchem Kontext und für welche Notwendigkeit sich die Notation entwickelt hat. Und aus diesem Buch geht vor allem auch deutlich hervor, dass es zum stilgetreuen Spielen schriftlich fixierter Musik unbedingt erforderlich ist, das jeweilige Schriftdokument der jeweiligen Zeit zu verwenden und nicht irgendeine Transkription. Schon deshalb ist die Etablierung eines wie auch immer gearteten innovativen Systems zumindest für die Musik vergangener Zeiten sehr fragwürdig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wäre ja eher für ein 11 liniges Notensystem - in der Mitte markiert man dann einfach das C´.

Erspaart einige doofe Hilfslinien :rauchen:
 
Für Anfänger wäre das sicher noch schwieriger. Aber man braucht doch gar keine Mittellinie. Sondern nur eine Hilfsline wenn es über die Mitte geht. Egal ob nach unten oder oben.

Es soll ja für Anfänger auch ned einfach sein - lernen heißt ja ned "Rumschillen".

Nur gab es in der Tat mal ein 11 liniges Notensystem, die Mittellinie hat man dann irgend wann mal weggelassen und oben das eingestrichene G mittels Violinschlüssel markiert, unten das kleine F mittels Baßschlüssel.

Aber auch der C Schlüssel wird heute noch bei einigen Instrumenten verwendet.
 
Nur gab es in der Tat mal ein 11 liniges Notensystem, die Mittellinie hat man dann irgend wann mal weggelassen und oben das eingestrichene G mittels Violinschlüssel markiert, unten das kleine F mittels Baßschlüssel.
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Hab da noch ein anderes im Hinterkopf, des war tatsächlich mit 11 Notenlinien.

Ich denke mal, das heutige Notensystem ist einfach genug gefaßt, werden es zu viele Hilfslienien, wird des einfach mal tiefer gesetzt und mit 8va gekennzeichnet.

Im übrigem gibt es für Vorschulkinder ein sehr einfaches System - die Töne werden einfach mal durch Farben gekennzeichnet - ist für etwas anspruchsvollere Musik aber völlig ungeeignet.

Den TE haben wir wohl sicherlich mit der Feststellung, daß ein solches System völlig unsinnig ist, wohl vergrätzt - nur sage ich mal, sollte sich niemand an Dinge heranmachen, von denen er überhaupt keinen Plan hat.

Genau so gut könnte ich ein System erstellen was die englische Sprache überflüssig macht - es wäre allerdings nur eine sinnlose Zeitverschwendung.
 
"...
Ab 1907 gab es eine Gruppe von Esperanto-Anhängern, die aus Neutral-Moresnet einen Esperanto-Staat mit Namen Amikejo (Esperanto für Ort der Freunde) bilden wollte. Unter anderem versuchten der französische Professor Gustave Roy und Wilhelm Molly, der Chefarzt der Erzgrube und nach 1881 stellvertretender Bürgermeister, in Neutral-Moresnet den ersten Esperanto-Staat der Welt auszurufen.[12] Es fanden zunehmend Veranstaltungen statt und die Kneipenbesitzer begannen, ihre Lokale mehrsprachig auszuschildern.[13]
..."

Grüße
Härtiker
 
Warum lernt Helmut Kohl Esperanto? Er möchte dort Urlaub machen.
Da gibt's ja einiges mit langem Bart bezüglich seiner Fremdsprachenkenntnisse:
Kohl und Thatcher sitzen zum Abschluss eines Staatsbesuchs in einer Kneipe: Kohl hat sich ein Weizen bestellt, Thatcher ein Stout.
Zu Kohl gewandt hebt sie Ihr Glas: "To your health!"
Kohl hebt darauf seins und erwidert: "To you dunkelth"

Kohl hat eine Flasche Rotwein in der Hand und hantiert umständlich mit dem Korkenzieher auf dem Etikett herum.
"Was machen Sie denn da"
"Isch möscht die Flasch' uffmache. Do steht: "Bohr doo!"
 
Das meiste werden wohl erfundene Annekdoten sein. Aber unvergessen:
Dieselben Anekdoten wurden schon Heinrich Lübcke unterstellt (wenn den noch jemand kennt). Es gibt kaum etwas Wirkungsvolleres in der politischen Auseinandersetzung, als den Gegner lächerlich zu machen (Stichwort „Birne“). Aber manchmal ist das auch gar nicht nötig: wenn der Gegner es selbst schon besorgt.
 
Dieselben Anekdoten wurden schon Heinrich Lübcke unterstellt (wenn den noch jemand kennt).
Eine Sammlung von Lübke hatte ich mal als LP. Also echt weil Originalaufnahmen. Da finde ich immer noch unvergessen seine Rede in Helmstedt: "Hier in ..., in ..., äh in ..." und die Zwischenrufe "Helmstedt".

Wobei Lübke ja tatsächlich krank war. Es war eine Schande ihn in eine zweite Amtszeit zu wählen nur weil man sich auf keinen anderen Kandidaten einigen konnte.
 

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