Ein alternatives Notensystem

Hat es zukunftspotenzial?

  • Ja

  • Unsicher

  • Nein


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david_the_humble

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7. Juli 2023
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Hallo meine klavierspielende Freunde

Eigentlich spiele ich nicht wirklich irgendein Instrument.
Eines Tages jedoch wollte ich ein schönes Stück am Klavier spielen und habe dann, anstatt Noten zu lernen, ein System erfunden, bei dem man KEINE NOTEN MEHR LERNEN muss.

Hier erkläre ich es:


Was denkt ihr darüber?
 
Ich stimme ja zu, dass das derzeitige Notensystem eher unpraktisch ist. Jeder, der zu lernen anfängt, verflucht es (zumindest innerlich).
Aber: es ist etabliert. Wer bereits spielen kann, müsste umlernen. Und alle alten Noten müssten umgeschrieben werden. Schon aus dem Grund wird es sich nicht durchsetzen.

Dazu kommt: man möchte am Klavier möglichst selten blättern und deshalb ist es gut, wenn die Darstellung kompakt ist.

Also ich sehe keine Chance, dass es sich durchsetzt.
 
Eine Vorbemerkung vorab:
Ich bin immer skeptisch, wenn - egal in welchem Gebiet - ein etabliertes System, das sich über Jahrhunderte bewährt hat, durch etwas total simples ersetzt werden kann bzw. soll.

Die heutige Notation hat sich ja nicht innerhalb eines Tages entwickelt, sondern über Jahrhunderte, damit wesentliche - nicht alle - Teile eines Stückes schriftlich festgehalten werden können. Das war ein langer Entwicklungsprozess, wenn Du Dir die Enwicklung über Neumen, Modalnotation, Mensuralnotation und der heutigen Notation anschaust.

Insgesamt vermisse ich eine kritische Auseinandersetzung mit Deinen Ideen. Ich kann nicht beurteilen, ob sie Dir nicht bewusst sind oder Du sie absichtlich ignorierst.

Hier ein paar Denkanstöße:
In der Wissenschaft versucht man eine Theorie nicht zu beweisen, indem man Beispiele sucht, wo die Theorie gut passt. [Diesen Ansatz scheinst Du im Video zu verfolgen.] Ganz im Gegenteil, man versucht zunächst die Therie zu widerlegen, indem man Experimente konstruiert, die die Therie an ihre Grenzen bringt und erst wenn dort wirklich gute Resultate erzielt werden, hat sie ihre Bewährungsprobe bestanden.

Bei etwas komplexerer Musik wird man viel Platzverschwendung haben. Folgender Takt nimmt mit Deiner Notation bereits eine halbe Seite ein:
1688762660509.png

Orchesterpartituren wären dann zum großen Teil gar nicht mehr sinnvoll darstellbar.

Dein Ansatz (nur Verwendung der ersten drei Linien) ließe sich bereits mit der jetzigen Notation in nur einer Notenzeile durch Verwendung von 8va, 16va, 24va usw. verwirklichen. Kein Komponist notiert aber so und es dürfte Gründe geben, warum sich das nicht durchgesetzt hat.
 
Ich stimme ja zu, dass das derzeitige Notensystem eher unpraktisch ist. Jeder, der zu lernen anfängt, verflucht es (zumindest innerlich).
Warum? Das derzeitige Notensystem mit Violin- und Bassschlüssel bildet doch sehr logisch die Symmetrie der Klaviatur ab. Die räumliche Dimension ist nicht das Problem - ganz im Gegensatz zur Darstellung der zeitlichen Ebene (Notenlängen, Rhythmen), die willkürlich gewählt erscheint.
 
Hallo meine klavierspielende Freunde

Eigentlich spiele ich nicht wirklich irgendein Instrument.
Eines Tages jedoch wollte ich ein schönes Stück am Klavier spielen und habe dann, anstatt Noten zu lernen, ein System erfunden, bei dem man KEINE NOTEN MEHR LERNEN muss.
Man muß nicht "Noten lernen", sondern man muß das dahinterliegende "System verstehen" lernen. Wenn man das System versteht, stellt man fest, wie genial dieses System ist, dessen Ursprünge annähernd Tausend Jahre alt ist und das sich weitgehend auch in der zeitgenössischen Musik bewährt. Mit vergleichsweise geringem Patzbedarf lassen sich alle musikalischen Parameter darstellen. Warum sich also mit sechs- oder achteckigen Rädern begnügen, wo wir doch runde Räder zur Verfügung haben?
 
Warum? Das derzeitige Notensystem mit Violin- und Bassschlüssel bildet doch sehr logisch die Symmetrie der Klaviatur ab.
Die Klaviatur ist eben nicht symmetrisch, sondern sie wiederholt sich. Das Notationssystem ist hingegen symmetrisch. Das ist ja ein Teil des Problems.

Die räumliche Dimension ist nicht das Problem - ganz im Gegensatz zur Darstellung der zeitlichen Ebene (Notenlängen, Rhythmen), die willkürlich gewählt erscheint.
Für die zeitliche Ebene kann man doch das bisherige System mit dem neuen verwenden.

Das Problem mit dem Notenbild, das mir als erstes einfällt: Im herkömmlichen Notensystem haben, wenn die Noten den gleichen Abstand haben, auch die Tasten den gleichen Abstand. Zumindest die weißen ohne Vorzeichen. Bei diesem Notationssystem ist der unschöne Sprung zwischen h und c.
Solange man in C-Dur ist, ist das noch erträglich, aber in anderen Tonarten stelle ich mir das unpraktisch vor.

Ich bin immer skeptisch, wenn - egal in welchem Gebiet - ein etabliertes System, das sich über Jahrhunderte bewährt hat,
dieses System ist, dessen Ursprünge annähernd Tausend Jahre alt ist
Also gerade das Alter und die Tatsache, dass es ein gewachsenes System ist, sind für mich nicht pro, sondern eher ein Indiz für contra. Gewachsene Systeme haben die Tendenz, dass es Spannungen zwischen Tradition und sinnvollen Neuerungen gibt.
"X Generationen haben das System schon erfolgreich verwendet" heißt noch lange nicht, dass es nicht etwas noch Besseres geben kann. Pferdekutschen haben sich über Jahrhunderte bewährt. Trotzdem ist ein Auto überlegen. Die USA verwenden immer noch in weiten Teilen nicht das metrische System. etc.
Das soll natürlich nicht heißen, dass ein altes System nicht gut sein kann.
 
@Flieger : was aber interessiert all die Streicher und Bläser die „Probleme“, die einige wenige begriffsstutzige Klavierklimperer haben. Verzeih diese despektierliche Formulierung, aber die meisten Klavierspieler kommen mit dem tradierten Notensystem bestens zurecht. Und die Begriffsstutzigen werden egal mit welchem Notatationssystem ihre Schwierigkeiten. Das ist offensichtlich leider in der Natur so angelegt, daß nicht jeder die gleichen Begabungen hat. Triangel ist auch ein schönes Instrument.
 
Die USA verwenden immer noch in weiten Teilen nicht das metrische System. etc.
Was aber nur daran liegt, dass die Menschen im angelsächsischen Raum 6 Finger an jeder Hand haben. :004:

Ich finde das aktuelle Notensystem eigentlich ganz logisch und gut zu lernen. Zumindest so lange nicht unendlich viele Hilfslinien verwendet werden.

Was mich nervt sind die unterschiedlichen Bezeichnungen in Deutsch und Englisch. Das mag früher völlig egal gewesen sein aber in Zeiten von Youtube und WWW ist das nicht mehr zeitgemäß.
 
Eigentlich spiele ich nicht wirklich irgendein Instrument.
???

Eines Tages jedoch wollte ich ein schönes Stück am Klavier spielen und habe dann, anstatt Noten zu lernen, ein System erfunden, bei dem man KEINE NOTEN MEHR LERNEN muss.
Du bist doch noch sehr jung. Warum hast Du dann nicht einfach das gängige Notensystem gelernt? Das dauert vielleicht eine Stunde oder so. Warum machst Du Dir stattdessen die Mühe, ein neues System zu erfinden? Das hat bestimmt viel mehr Zeit gebraucht. In der Zeit hättest Du das Stück, das Du lernen wolltest, schon üben können. :-)

Meines Erachtens wird sich ein solches System nicht durchsetzen. Die Gründe dafür wurden oben schon genannt. Wie willst Du so eine Orchesterpartitur darstellen?

Woran mich Dein System erinnert, ist vor allem die farbige Darstellung bei Synthesia und Co. Manche Leute lernen damit und finden das gut. Ich finde das viel schwieriger, als beispielsweise ein Stück über Noten und Anhören zu lernen. So ist wohl jeder Mensch verschieden. :-)
 
Was mich nervt sind die unterschiedlichen Bezeichnungen in Deutsch und Englisch. Das mag früher völlig egal gewesen sein aber in Zeiten von Youtube und WWW ist das nicht mehr zeitgemäß.
Wer als Musiker ein Problem damit hat, daß „b minor“ eben nicht b-moll ist, der hat wahrscheinlich auch noch andere Probleme mit gedanklichen Umsetzungen. Es ist ziemlich kindisch, immer diesen Gegensatz zu zitieren. Und das, wo wir uns doch bei jeder Gelegenheit so polyglott geben. Wahrscheinlich verstehen deutsche Pop-Musiker die englische Terminologie so wenig wie die englischsprachigen Songtexte, die sie trällern. Viel lustiger ist es übrigens, sich einmal mit der französischen und italienischen Terminologie auseinanderzusetzen.
 
Wer als Musiker ein Problem damit hat, daß „b minor“ eben nicht b-moll ist,
Das ist das Zauberwort: "als Musiker". Ich rede nicht als Musiker sondern als Anfänger. Und nicht b-minor ist mein Problem sondern die verschiedenen Bedeutungen von "b" und die unterschiedlichen Bezeichnungen von "flat" und "sharp" in Deutsch.
Aber irgendwann lerne ich das auch noch. Vermutlich erst nachdem ich es spielen kann :004: :004: :004:
 

Ich muss Dir zustimmen. Ich war auch verwirrt, als meine Klavierlehrerin das erste Mal "diesis" sagte statt Kreuz (sie ist keine Deutsche, aber der Unterricht findet auf Deutsch statt). Aber man gewöhnt sich dran. :-) B und H hat mich am Anfang auch verwirrt, weil ich nur H kannte und B eben für mich das war, was man im Englischen Bb oder B flat nennt. Aber im Holländischen gibt es zum Teil noch ganz andere Bezeichnungen, die ich nicht kannte, und in anderen Sprachen auch. Damit muss man in einer globalen Welt wohl leben. Ich habe aber meistens tatsächlich nur mit H und B zu tun. Und ich mache es immer noch hin und wieder falsch. Mit der Zeit wird das hoffentlich besser. :-)
 
Warum? Das derzeitige Notensystem mit Violin- und Bassschlüssel bildet doch sehr logisch die Symmetrie der Klaviatur ab. Die räumliche Dimension ist nicht das Problem - ganz im Gegensatz zur Darstellung der zeitlichen Ebene (Notenlängen, Rhythmen), die willkürlich gewählt erscheint.

Als ich mit dem Klavierspielen angefangen habe, kannte ich die Noten im Violinschlüssel. Es hat ewig gedauert, bis ich jede Note im Bassschlüssel spontan erkannte. Also leicht zu lernen ist anders, und da hilft auch die Symmetrie nicht. Wenn es symmetrisch wäre, müsste auf der untersten Zeile des Violinschlüssels (e) die gleiche Note zu finden sein, wie auf der obersten Zeile des Basschlüssels (a).
 
Wenn es symmetrisch wäre, müsste auf der untersten Zeile des Violinschlüssels (e) die gleiche Note zu finden sein, wie auf der obersten Zeile des Basschlüssels (a).
Die Symmetrie-Achse liegt auf dem c1 bzw. der ihm zugehörigen Hilfslinie. Eigentlich müsste es eine Note c1 geben, die genau in der Mitte zwischen oberem und unterem Notensystem liegt. Nur wegen der Zuordnung (RH / LH) gibt es diese eine Note für dieselbe Taste zweimal.

Und die Symmetrie zieht sich konsequent durch: Jeweils die Noten c sind nicht nur auf den Tasten symmetrisch, sondern auch in den Noten.
 
@Cheval blanc Ich bin ziemlich sicher, dass es ein Missverständnis gibt, weil ich keine Verbindung zu meinem Posting herstellen kann und es gibt keinen Anlass, derart forsch zu antworten.

Weder die Tatsache, dass es etwas schon lange gibt, noch die, dass viele Leute damit zurecht kommen, sind Garanten dafür, dass es nicht doch etwas Besseres geben könnte.
Diese Argumentation ist der Feind jeder Innovation.
 
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So oder so, das Notenlernen ist bei jedem! Instrument der einfachste Krümel von nem ganzen Kuchen. Von daher ist es überflüssig, in ein eh schon banales Thema Energie zu investieren, um es evtl. noch einfacher zu machen.
 
Wer als Musiker ein Problem damit hat, daß „b minor“ eben nicht b-moll ist, der hat wahrscheinlich auch noch andere Probleme mit gedanklichen Umsetzungen.
Ich habe keine kognitiven Problem, b minor und b Moll zu unterscheiden, aber als Ordnung liebender Mensch finde ich es unschön, das ein jahrhunderte alter Abschreibfehler nicht korrigiert wurde.

Ich antworte jetzt nicht in deinem Stil auf deinen Unwillen (den du Unfähigkeit nennen würdest), hier zu differenzieren...
 
Zum Thema:
Das vorgestellte System hat Vorteile für einfache Melodien in C-Dur.
In anderen Tonarten ist es erschwerend, dass zwischen c und h soviel Abstand ist.
Wichtig für das Notenlesen ist ja auch das Erkennen von Akkorden. Auch das würde durch den zusätzlichen Abstand schwieriger werden, zB die Terzen a c wären immer zu weit auseinander.
 
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