Durch Musik dringt das Böse tief in das Herz des Menschen ein.

Dieses Thema im Forum "Sonstige Musikthemen" wurde erstellt von altermann, 8. Aug. 2019.

  1. altermann
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    altermann

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    So lautet die Signatur eines Kirchenmusikers in einem Forum.
    Das Zitat stammt von Martin Bucer.
    Was will er uns damit sagen?
    Ich kann mir keinen Reim darauf machen.

    Gauf! :017:
     
  2. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Ich gehe mal davon aus, daß der Reformator die Musik, wie auch die Bilder nicht für geeignet hielt, die Herzen der Gläubigen zu erheben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Aug. 2019
  3. cwtoons
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    cwtoons

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    Deswegen haben ja auch die Taliban durchaus zu Recht Musik für den Rechtgläubigen verboten und natürlich bei dieser Gelegenheit die dämliche Tanzerei gleich mit.

    CW
     
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  4. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Das ist ein Reflex der Ästhetik- und Kunstfeindlichkeit der radikaleren Teile der Reformation, die eine lange Tradition hat. Ihre Wurzeln hat sie im Platonismus, welcher der Auffassung war, dass Musik nicht nur Stimmungen erzeugen, sondern, akkulmuliert, nachhaltig den Charakter schädigen kann. Diese Feindschaft gegenüber Musik und Kunst trifft man in der Theologie aller Epochen immer wieder, und in der Reformation wird sie übersteigert, weil man sie als Werkzeuge des Götzendienstes betrachtet. Für das reformierte geistliche Lied gilt das natürlich nicht. Nur Orgel und Chor werden abgeschafft; glaubensertüchtigende einstimmige Psalmen, die ja als von Gott offenbart gelten, werden aber, schon aus didaktischen Gründen, weiter gesungen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Aug. 2019
  5. altermann
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    altermann

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    Ich bin evangelisch gezeugt und auch geboren, oder so.
    Vermutlich habe ich deshalb keinen Draht zu diesem katholischen (?) Irrglauben.

    Gauf! :017:
     
  6. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Jetzt biste aber aufm falschen Dampfer...
     
  7. altermann
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    altermann

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    Denke ich auch.
    Deshalb will ich ja fragen und Gewissheit.
     
  8. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Schau dir ein bisserl was zu Bucer an. Vielleicht hast Du einen stärkeren Draht zu ihm, als Du wußtest. ;)

    Hab grad nach etwas gesucht, das den Unterschied zwischen der lutherischen und der reformierten Haltung zur Musik griffig beschreibt und bin ausgerechnet bei den Franzosen fündig geworden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Aug. 2019
  9. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    PS. Eine Bitte an die ModeratorInnen: diese Faden gehört eigentlich in das "Lied" - Forum. Könntet ihr ihn bitte dahin verschieben? Könnte ja sein, dass er sich noch ein wenig entwickelt. Danke euch!
     
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  10. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Du hast irgendwann mal geschrieben, dass Du Mitglied einer Freikirche bist. Wie ist denn die offizielle Haltung deiner Kirche zur Musik? Und hat die sich historisch vielleicht mal geändert?
     
  11. altermann
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    altermann

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    Ich gehöre schon immer zur evangelisch-methodistischen Kirche.
    Da wird Kirchenmusik, zumindest solange ich lebe, schon immer sehr gepflegt.
     
  12. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Friederich, Du bisch a Käpsele!!:super:
     
  13. altermann
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    altermann

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  14. Barratt
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    Barratt Lernend

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    :denken: Falls das Zitat echt sein sollte, müsste man zum Verständnis unbedingt den zeitlichen und inhaltlichen Kontext kennen. :konfus:



    Es gab in der 1. Hälfte des 16. Jh. generell Diskussionen über die Rolle, die man der (Kirchen)Musik zubilligen wollte. Die Katholiken fochten das Thema sogar auf einem veritablen Konzil aus (Trient, einstimmig vs. mehrstimmig etc.) Luther war ein großer Freund der Musik. Andere Reformatoren hielten den Gemeindegesang (Psalmen) in Reinform (a capella) für angemessener. :022:Dass ausgerechnet Bucer eine Radikalposition vertreten hätte, kann ich mir nicht vorstellen.

    Dass Musik/Kunst "anstößig" sein könne (sittenverderbend ... blablabla), hielt sich bis ins 18. Jh., bis zur Aufklärung. Schauspieler/innen und Sänger/innen waren unehrenwerte Berufe. Das Ballett war auch verpönt. Voltaire hatte noch Gelegenheit, sich extrem über den Umgang mit Adrienne Lecouvreurs sterblichen Überresten zu erzürnen: Die Kirche verweigerte ihr wegen ihres Berufs eine christliche Bestattung. Sie wurde irgendwo abseits verscharrt.
     
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  15. Tastimo
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    Tastimo Guest

    Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang das Buch „Epochen der Musikgeschichte“ von Ingo Harden. In den ersten Kapiteln schildert er sehr deutlich, wie die Kirche zunächst versuchte, die Mehrstimmigkeit zu verhindern (Einstimmigkeit steht für einen Gott und einen Glauben). Der Kreativität der musikalischen Mönche ist es zu verdanken, dass sich dennoch die Mehrstimmigkeit durchsetzen konnte.
    Das Gleiche betrifft auch spätere Neuerungen der Musik, die zunächst auf starken Widerstand der Katholischen Kirche stießen.
     
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  16. agraffentoni
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    agraffentoni

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    und den Baumeistern, die durch akustisch nachhallende Räume mehrstimmige Klänge auch mit einstimmigen Gesängen möglich machten.
     
  17. Revenge
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    Revenge

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    Ich finde, sie hätten dann aber wenigstens Dreistimmigkeit bejahen sollen, wg. der Dreifaltigkeit: "Ich glaube an den Vater, den Sohn und den hl. Geist".

    LG, Olli
     
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  18. agraffentoni
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    agraffentoni

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    gab es zwar damals noch nicht, aber:
     
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  19. Revenge
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    Revenge

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    Peer S. - ich musste eben erstmal überlegen, bin in der Politik nicht bewandert, Toni. Hab es aber gefunden :super:- naja manchmal macht man sich schon so seine Gedanken, was früher die Leute hätten machen können! Diese Kirchen-Themen eignen sich für solche Vorstellungen ganz gut, finde ich, und: vielleicht HABEN ja manche sogar Dreistimmigkeit bejaht?

    LG, O.
     
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  20. mick
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    mick

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    Was gab es damals noch nicht? Die Dreistimmigkeit? Die gab es schon im 13. Jahrhundert, durchaus auch mit dem von @Revenge angesprochenen theologischen Hintergrund. Beispiele findest du reichlich, vor allem im Übergang von der Ars Antiqua zur Ars Nova.
     
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