Denkwürdige Sprüche Eurer KL

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"Wollen wir noch was dazu komponieren" sagte mein Klavierlehrer nachdem ich Noten gespielt habe die gar nicht auf dem Papier standen.....aber ich muss sagen, meine "Komposition" klang nicht so schlecht :005:
 
"Bevor du jetzt anfängst den ersten Satz zu spielen, Improvisier doch mal ein präludium dazu, das hat man früher auch oft gemacht" (Es ging um Bachs 7. Cembalokonzert)
*Ich transponiere einfach den Anfang des Präludiums BWV 545 nach G-moll, spiele es, ihm fällt es nicht auf und alle sind glücklich*
 
Meine KL so um 1980 herum: Nahm mein Hausaufgabenheft und schrieb in riesigen Buchstaben, die ganze Seite bedeckend: "BITTE RICHTIG ÜBEN!"
Hättest du dir das mal zu Herzen genommen.... :-DNaja, das hatte ich auch mal im Hausaufgabenheft, der Spruch an sich ist ja ganz ok, wenn man vorher besprochen hat was "Richtig Üben" bedeuten soll, aber da Schüler bestimmt auch einiges wieder vergessen würde ich das nie so in der Formulierung ins Heft schreiben. Die restliche Art und Weise ist auch wahrhaftig mustergültige Pädagogik, am besten wäre es noch, wenn es in Rot geschrieben worden wäre.

Mir fallen leider nicht so viele gute Sprüche ein, mein Lehrer wollte aber, dass ich ab und zu auch Eigenkompositionen von ihm spiele, da meinte er mal "Ich habe schon öfter von Schülern gehört, dass sich meine Kompositionen nach Debussy anhören, aber dabei mag ich Debussy nicht mal besonders".

Oft hat er auch versucht meine Wünsche zu erfüllen, deswegen hab ich ihm oft (etwas) zu schwere Stücke gezeigt. Da meinte er oft "Das ist eigentlich ziemlich OK, könnten wir gerne mal versuchen". Geklappt hat das oft nicht komplett, aber ab und zu ging es doch besser als ich anfangs dachte. Vielleicht kein besonders denkwürdiger Satz, aber ich habe ihn zumindest sehr oft gehört, und ich hoffe dass ich auch bald wieder einen Lehrer finde, der ähnlich offen für Vorschläge ist.
 
"das Húhn ist rósa"

Ein netter Merkspruch. Ich fürchte nur, das werde ich im Geiste jetzt immer an dieser bewussten, gefühlvollen bis hochdramatischen Stelle in Schuberts Op 90, Nr. 4 hören und anfangen, blöd zu grinsen ... :004:
 
@Gernot: Es ging um die akkordische Begleitung der Melodie ab Takt 107 im Mittelteil (hier ab 2:11) bzw. deren Betonung, die in etwa der in besagtem fünfsilbigem Satz entsprechen soll, welcher das ganze Pathos aber natürlich schön konterkariert ;-).
 

Netter Faden :-)

Als ich "damals" als Kind beim Anspielen einer Bach-Invention das Fortepedal großzügig einsetzte, sagte meine KL recht trocken: "Das rechte Pedal ist was für faule Leute!"

Natürlich hat sie das noch ausgeführt.
Ich habe mich bei meinem vorherigen KL immer mit Fortepedal "durchgeschummelt".
Das Legato-Spiel ohne Pedal war am Anfang echt anstrengend, aber hat meiner Technik einen riesigen Schubs in die richtige Richtung gegeben, auch dem Einsatz von "vorausschauenden" Fingersatz, was mir mein vorheriger KL nicht gezeigt hat.

LG Antje
 
Bitte nicht den Ausdruck "Fortepedal" benutzen!

Diese Bezeichnung ist grob irreführend. Denn es ist ja nicht dazu da, lauter zu spielen.

"Haltepedal" ist schon mal besser...
 
Mein KL bekam mal einen Lachanfall und sagte: "Kein Wunder, dass dir der Fingersatz nicht passt, du spielst das ja auch in der falschen Tonart. Ich hatte unbeabsichtigt transponiert, was mir willentlich so nicht mehr gelungen ist.:020:
 
@hasenbein, "Fortepedal" ist eine von mehreren möglichen Bezeichnung des "Gaspedals".
Wenn der Zeitpunkt kommt, erwähne ich die verschiedenen Bezeichnungen und erkläre sie den Schülerinnen/Schülern.
Wie sie es dann nennen, überlasse ich ihnen.
:-)
 
Ich spiele die ersten Takte eines neu gelernten Sückes vor, als mein KL mich unterbricht:
"Das Stück klingt als Walzer ja auch ganz nett, steht aber leider nicht da. Versuch es doch jetzt noch einmal im angegebenen 4/4 Takt. Aber der 3/4 Takt war wunderbar gleichmäßig.":blöd:
 

Der Begriff "Gaspedal" hat immerhin einen Vorteil. Der überwiegende Teil der Autofahrer weiß, dass es nicht nur "kein Gas" und Vollgas gibt, sondern viele dosierte Abstufungen, die beim Autofahren ungemein praktisch sind.
Viele Klavierspieler kennen beim Haltepedal nur "ganz oder gar nicht" und können dann mit der Analogie zum Gaspedal auf ganz natürliche Weise auch Halbpedal kennenlernen. :-)
 
Erinnere mich noch an ein Schülerkonzert, ich und meine zwei Freundinnen waren so um die 13. Ich spielte unter anderem das Menuett aus Mozarts KV331 und habe dieses Stück überhaupt nicht gemocht, ja fand es sogar richtig ätzend, aber meine Lehrerin meinte, ich müsse da nun mal durch,Pedal war verboten. Also habe ich es ziemlich freudlos gelernt. Am Ende, als wir es alle drei hinter uns gebracht hatten, kamen wir ziemlich zufrieden zu ihr, sie schaute mit hochgezogener Augenbraue auf uns herab und sagte trocken: "Mein Gott war das furchtbar. Ihr habt alle sooo langweilig gespielt. Eine langweiliger als die andere. Warum spielt ihr nur alle so langweilig?!" Und wir standen da und guckten betrübt drein.

Nie vergessen werde ich auch diese Situation: ich, 12, hatte die Pathetique auf CD entdeckt und war unsterblich verliebt in das Stück. Freudestrahlend kam ich mit der CD zu meiner Lehrerin: "Können wir das bitte bitte mal spielen?" Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade Op. 2,1 gelernt. Sie daraufhin nur so ganz trocken: "Ahja. Frag mich in fünf Jahren nochmal." Mit 17 hab ich dann nochmal gefragt und wurde nicht erneut vertröstet. Auch wenn das Projekt eher in die Hose ging.

Ein Klassiker war auch, nach beendetem Vorspiel: "Der Onkel Beethoven/Bach/Mozart/Schubert/etc. würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das gehört hätte! Zum Glück ist er schon tot!"
 

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