Das Üben üben

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nispi

nispi

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Schönen guten Morgen!

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich das Thema, wie ich meinem Kinde das selbstständige Üben beibringen kann.

Sie will unbedingt Klavier spielen (lernen), geht auch durch Durststrecken durch ohne aufzugeben.

Sie fordert von Anfang an meine Hilfe beim Üben. Ich muss immer voll konzentriert daneben sitzen. Wenn ich das tue, dann lernt sie die Stücke sehr schnell und ist auch eine halbe Stunde oder länger konzentriert bei der Sache.
Diese Übesessions fangen meist damit an, dass sie mir ihre Lieblingsstücke vorspielt (die sie mittlerweile im Schlaf kann), dann nehmen wir die 2-3 neuen Stücke in Angriff. Ich helfe ihr beim Noten-entziffern (wobei ich versuche ihr nichts mehr vorzusagen, sondern sie selbst zum Notenlesen zu animieren). Schwierige Stellen teilen wir in wenige Takte bis wenige Noten und erweitern die schwierigen STellen schrittweise nach vorne und hinten.

Ich möchte ihr gerne beibringen wie sie alleine üben kann. Ich möchte nicht immer voll konzentriert daneben sitzen. Manchmal klappt es auch, sie weiss mittlerweile dass man schwierige Stellen isoliert üben muss.

Wie übt man das selbstständige Üben?
 
Stilblüte

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Wie alt ist denn das Kind? Ich erinnere mich gut, dass ich das am Anfang auch immer wollte! Da war ich so 5 - 7 ? Genau weiß ich das nicht mehr. Am Anfang haben meine Eltern das auch brav gemacht und mir geholfen, irgendwann sagten sie mal, dass ich alleine üben muss und haben sich nicht mehr dazu gesetzt. Wie das genau gewesen ist, weiß ich leider nicht mehr, aber ich denke, dass sich dieser Wunsch des Kindes mit der Zeit von selbst erledigt. (Ganz krass - welche(r) 13-Jährige/r will denn noch Mama beim üben da sitzen haben? ;) )
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass du dich im selben Raum aufhälst und ab und zu dein Zuhören mündlich kundtust...? Und irgendwann verlässt du den Raum auch ab und zu... ... ;)
 
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Debbie digitalis

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Wie alt ist denn das Kind? Ich erinnere mich gut, dass ich das am Anfang auch immer wollte! Da war ich so 5 - 7 ? ...
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass du dich im selben Raum aufhälst und ab und zu dein Zuhören mündlich kundtust...? Und irgendwann verlässt du den Raum auch ab und zu... ... ;)

Hallo ChristineK,

so wie oben zitiert habe ich es bei meiner mittlerweile fast dreizehnjährigen (und seit fünf Jahren Klavierspielen lernenden) jüngsten Tochter auch gemacht! Mittlerweile darf ich beim Üben gar nicht mehr im Raum (und am besten nicht im Haus!) sein. Ich werde nur noch in absoluten "Notfällen" mal herbeigerufen (Anmerkung: Mama lernt ebenfalls seit 5 Jahren Klavierspielen und soll sich gefälligst aus den Übungsstücken des Nesthäkchens sowie aus dessen Unterricht heraushalten!!;):D)

LG
Debbie digitalis
 
fisherman

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Hi Nispi, freu Dich, dass Deine Tochter Dich noch braucht und Stärke und Sicherheit aus Deiner Nähe bezieht. das wird sich von alleine regeln. Gib ihr (und Dir) die Zeit.
 
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chiarina

Guest

Liebe nispi,

sprich die Klavierlehrerin deiner Tochter an! Eine Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern ist wichtig und trägt oft zur Klärung von Fragen und Missverständnissen bei. Vielleicht denkt die/der KL deiner Tochter, wie wunderbar sie übt und kennt nicht deinen Anteil daran. So sieht sie/er möglicherweise auch nicht den Bedarf, deiner Tochter beizubringen, selbständig zu üben. Denn das ist ihre/seine Aufgabe, nicht deine (in der Regel wendet man als Lehrer immer einen Teil des Unterrichts auf, um mit dem Kind das Üben zu üben).

Sag also der KL, dass du im Moment noch konzentrierst mit deiner Tochter übst, das aber gern ändern würdest.

Grundsätzlich sieh es als absolute Wertschätzung deiner Tochter an, dass sie mit dir üben möchte. Gerade für kleine Kinder (ist sie 6-7 Jahre alt oder noch jünger?) ist der elterliche Beistand oft wichtig. Meistens reicht jedoch die bloße Anwesenheit. Du könntest ihr also sagen, dass du dich freust über die Fortschritte, die sie macht und über ihre Begeisterung. Dass du dich freust, wenn sie Klavier spielt, übt und dass du ihr gern zuhörst. Dass du findest, dass sie immer selbständiger übst und dass sie gern bei Fragen zu dir kommen kann, du aber glaubst, dass sie vieles schon allein kann.

Mal sehen, wie sie reagiert! :) Ist sie damit einverstanden, würde ich mich nur noch dazusetzen (Bügeln o.ä.? :D ) und abwarten. Und Kompromisse finden, die sich nach euren beiden Bedürfnissen richten.

Schön, dass deine Tochter so gern Klavier spielt! :)

Liebe Grüße

chiarina
 
nispi

nispi

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Vielen Dank für die Antworten.

Ich habe gerade mit der Klavierlehrerin telefoniert. Sie war sehr erfreut über meinen Anruf :-).

Grundsätzlich findet sie es toll dass ich mit meiner Tochter hinsetze und übe. (Meine Tochter ist 10 und spielt seit einem halben Jahr, demnächst darf sie den zweiten Teil der Elise anfangen, soviel zum Stand des Kindes). Allerdings ist meine Tochter eher Notenlesefaul, sie spielt nach Gehör und lernt ruck-zuck alles auswendig.

Die Klavierlehrerin empfahl mir, mich langsam zurückzuziehen (auch weil bald die Pubertät droht :D), und vor allem ihr nicht mehr die Noten vorzusagen. Sie sucht parallel nach Übungen um das Notenlesen zu trainieren.

Ein erklärtes Ziel meiner Tochter ist es, fremde Stücke vom Blatt zu spielen, und sie sieht selbst ein, dass man dazu Noten lesen können muss.

Ich werde also immer noch ein bischen mit ihr üben, mich aber immer mehr zurücknehmen, damit sie das alleine üben lernen kann.
 
 

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