COVID-19 und Klavierunterricht

Moderato

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Mein Kl hat mir mitgeteilt, daß er außer an der Musikschule auch bei sich zu Hause nicht privat unterrichten darf.
 
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Perdita

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Mein privater Klavierlehrer nimmts bislang gelassen. Während ringsum reihenweise die Musikschulen schließen, setzt er den Unterricht fort, sofern gewünscht, "bei dir ja sowieso". Er sei fit und sportlich, geht klettern und bouldern, ihm kann das alles nichts anhaben. Und überhaupt: "Wir sind ja beide noch nicht so alt" (er geht schätzungsweise auf die 70 zu)
.
Hoffentlich täuscht er sich da nicht ...
 
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Perdita

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Ja, diese Gefahr für Dritte sehe ich allerdings auch, auch wenn ich mich persönlich zum Glück nicht zu einer Risikogruppe zählen muss. Er sieht das alles schon arg bedenkenlos und locker.
 
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Barratt

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Interessant wäre noch, auf welcher Rechtsgrundlage kann jetzt jemand allen alles Mögliche verbieten und alle machen, ohne dass einer Einwände vorbringt, Kusch?
Auf Grundlage der Vernunft, zum Beispiel?

Man muss doch nicht erst auf ein "Verbot" warten. Verbote setzen da an, wo Leute im Pflichten- oder Neigungskonflikt argumentative Unterstützung brauchen. :001:
 
Barratt

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@Klavirus Ich verstehe nicht, worauf Du hinauswillst. :001:
 

Barratt

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Ich a

Ich antwortete auf Deinen Beitrag. Und den verstehe ich so, dass Du meinst, alle verordneten Maßnahmen bräuchten keine Verbote und Anordnungen von oben, sondern wären durch einfache Vernunft der Menschen zu erreichen.
Nein, überhaupt nicht! Es gäbe sicher Schwierigkeiten bei der Akzeptanz von Arbeitgebern, Kunden, Mitmenschen und so. Deshalb sind Verbote wichtig – als Argumentationshilfe für die Befolgung dessen, was sowieso vernünftig ist.
 
Klavirus

Klavirus

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Allerdings ist "Vernunft" keine Rechtsgrundlage.
Leider.
 
Marlene

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Wenig Verkehr auf den Straßen, in der Apotheke mit Malerfolie abgehängte Regale, der Zweiradhändler im Ort schließt heute nachmittag sein Geschäft, das Fitness-Center auch, die wahrnehmbare Unruhe der Mitmenschen, ein Senior, der sich im Drogeriemarkt bei Annäherung einiger Mitbürger mit besorgtem Blick nah an die Regale gedrückt hat…

Ich werde den Unterricht absagen!
 
Rheinkultur

Rheinkultur

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Mein privater Klavierlehrer nimmts bislang gelassen. Während ringsum reihenweise die Musikschulen schließen, setzt er den Unterricht fort, sofern gewünscht, "bei dir ja sowieso". Er sei fit und sportlich, geht klettern und bouldern, ihm kann das alles nichts anhaben. Und überhaupt: "Wir sind ja beide noch nicht so alt" (er geht schätzungsweise auf die 70 zu)
.
Hoffentlich täuscht er sich da nicht ...
Von meinen Chören weiß ich, dass das Coronavirus selbst in kleinen Dörfern längst angekommen ist. Die hohe Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung bleibt also bestehen. Durch die drastische Reduktion öffentlicher Aktivitäten ist auch die Anzahl der Ansteckungsmöglichkeiten kleiner geworden. Wer weiter unterrichtet, erhöht damit auch die Wahrscheinlichkeit, als Überträger des Virus und als Ansteckungsquelle ermittelt zu werden. Um welchen Straftatbestand geht es, wenn ich an einer ansteckenden Krankheit leide und Sozialkontakte pflege, in deren Rahmen ich andere infiziere? (Grob) Fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung?

Spätestens wenn etwas passiert, wird die Angelegenheit brenzlig. Was sagen hier die Juristen?

LG von Rheinkultur
 
Melegrian

Melegrian

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Um welchen Straftatbestand geht es, wenn ich an einer ansteckenden Krankheit leide und Sozialkontakte pflege, in deren Rahmen ich andere infiziere? (Grob) Fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung?
Denke eher fahrlässig. Falls es so oder ähnlich wie bei Aids gehandhabt werden sollte, nimmt man es als Infizierter nur billigend in Kauf, eine andere Person anzustecken. So oder ähnlich würde ich mir denken, nachdem, was ich gelesen habe. Mag aber Einzelfälle geben, wo es anders entschieden wurde, und bin ja kein Jurist.
 
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Perdita

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wenn ich an einer ansteckenden Krankheit leide
Das ist doch genau das Problem: kann man überhaupt wissen, ob man infiziert ist? Bei manchen soll der Verlauf ja auch sehr milde oder sogar symptomlos sein. Um sich darauf überhaupt testen lassen zu können muss offenbar ja schon einiges zusammenkommen (Symptome, Aufenthalt in Risikogebieten, Kontakt zu nachweislich infizierten Personen etc.) - das medizinische System hier ist ja schon damit überfordert... Ich denke nicht, dass bei einem solchen Einzel- und Privatunterricht ggf. rechtliche Konsequenzen drohen würden. Das dürfte in solchem Fall schon an der Nachweisbarkeit scheitern; so genau lassen sich Infektionsketten inzwischen wahrscheinlich auch längst nicht mehr zurückverfolgen. Und jeder, der sich darauf einlässt, kann auch wissen, dass da ein gewisses Risiko besteht.

Man muss sich wohl an den Gedanken gewöhnen: Egal was man derzeit macht, hundertprozentige Sicherheit gibt es nun einmal nicht. Jeden Tag gehe ich zum Briefkasten und hole mir die Post. Weiß ich, ob der Briefträger gesund ist? Beim Einkaufen im Supermarkt - als Nicht-Hamsterer muss man das auch schon öfter als einmal die Woche - fasst der Kassierer Waren und Geld von unzähligen Kunden jeden Tag mit den Händen an. Die Wahrscheinlichkeit, bei solchen Gelegenheiten den Virus zu übertragen und weiter zu verbreiten ist wohl auch entsprechend größer. Vielleicht sollte man am besten auch den täglichen Nahrungsbedarf auf ein Minimum einschränken (trifft sich gut, Klopapier ist ja auch alle) ... Und überhaupt: "Heilig wird man durch Stillesitzen" (Meister Eckart).:heilig:

Zur Beruhigung der Allgemeinheit: Derzeit hat sich die Sache sowieso erledigt - mein Mann hustet seit Montag und hat leicht erhöhte Temperatur. Ein ärztlicher Corona-Test? Deswegen? No way (ich bekam beim Abholen des Attests dafür den Tip, mir für solche Gelegenheiten einen provisorischen Mundschutz aus Küchenkrepp zu basteln)... :dizzy:. Solange wir das aber nicht definitiv ausschließen können ist es wohl besser so, den Unterricht vorerst auszusetzen. Und selbst dann auch nur noch mit entsprechenden Hygienemaßnahmen (siehe chiarinas Beitrag) - vorausgesetzt, irgendwie komme ich noch an Desinfektionsmittel oder er hat noch welches vorrätig. Schließlich hätte ich gerne auch darüber hinaus noch eine Weile Klavierunterricht bei ihm ;-). Vielleicht ist Skypen ja auch mal einen Versuch wert.
 
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Stilblüte

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Ich habe eben meine erste Klavierstunde per Skype unterrichtet (siehe hier). Hat erstaunlich gut funktioniert! Wir haben zwar (noch) nicht an der aktuellenLiteratur gearbeitet, aber die Stunde sehr sinnvoll genutzt. Sollte der Zustand länger andauern, kann man sich auch die Skype-Technik etwas besser einrichten. Aber allein mit zwei Handys geht es schon prima :002:
 
 

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