Chopin-Wettbewerb (Vorrunde)

Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Hallo zusammen!

Nachdem ich hier auf- und dann wieder abgetaucht bin (ab nächste Woche wird mein Leben hoffentlich etwas weniger hektisch, da sollte ich dann in meinem neuen Häuschen wohnen), musste ich mich heute doch mal wieder einloggen, denn dank des Internets können wir dieses Jahr den gesamten Chopin-Wettbewerb online mitverfolgen, und ich habe aktuell niemanden in meiner Nähe, mit dem/der ich mich darüber austauschen könnte!

Schaut jemand von euch auch zu? Ich hätte gern einen Ort, wo man tratschen, sich austauschen, über Kandidaten diskutieren kann, einfach so der Freude wegen. Ich habe mir gerade den ersten Schub der heutigen Vormittagsrunde angesehen und meine Favoriten sind momentan Eric Guo und Luigi Carroccia - der letztere vor allem deshalb, weil er "mein" Nocturne, mein Liebelings-Musikstück überhaupt, so schön gespielt hat (das Stück "kapieren" irgendwie nur ganz wenige, soweit habe ich es wirklich schön nur von Kissin und Argerich gehört).


Also, feel free to share - Gedanken, Favoriten, oder auch Kandidaten, die euch überhaupt nicht ansprechen... alles geht (solange es mit dem diesjährigen Chopin-Wettbewerb zu tun hat) :001: Wen's nicht interessiert - weiterscrollen!
 
Tastatula
Tastatula
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Juni 2018
Beiträge
1.154
Reaktionen
2.344
Danke für diesen Post! Das ist wirklich interessant!
So unterschiedlich sind die Empfindungen. Mir gefällt Luigis Nocturne nicht besonders. Ich denke, er ist noch nervös, es hat gar keine Poesie und die himmlische Ruhe fehlt ihm auch...
Mich hat Leonora Armellini durchaus mehr angesprochen. Sie hat so das gewisse Etwas, das eine Interpretation reif macht.
Interessant auch, dass sie die f-moll Ballade gewählt hat, ein Stück, mit dem man nicht blenden kann, dass musikalisch zu den vertracktesten Chopinwerken gehört.
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Ja, das ist wirklich interessant, und auf genau solchen Austausch hatte ich gehofft! Da ich sicher kein Profi bin, ist es absolut möglich, dass die Juroren überhaupt nicht meiner Meinung sind. Ich fand Armellini sehr sympathisch, aber ihre Interpretation hat mich weniger angesprochen.

Wobei ich außerdem dazusagen muss, dass ich komplett hin und weg bin vom generellen Niveau der Leistungen. Selbst wenn mir jemand "weniger" gefällt, heiliger Strohsack, die sind alle SO gut! Vor Jahren gab es immer so eine Handvoll, die gleich herausstachen, da wusste man, wer in die späteren Runden kommt. Momentan? Keine Ahnung! Ich beneide die Jury nicht :001:
 
Tastatula
Tastatula
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Juni 2018
Beiträge
1.154
Reaktionen
2.344
Das stimmt, sie sind sehr gut! Allerdings habe ich noch nicht alle gehört.
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Diana Cooper!!

Sie hat eine sehr ungewöhnliche Phrasierung. Die Jury wird das entweder lieben oder hassen. Ich find's gut - sie ist die Erste, die ein wenig aus dem Haufen hervorsticht. Und das Nocturne war wunderschön.
 
Tastatula
Tastatula
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Juni 2018
Beiträge
1.154
Reaktionen
2.344
Ja, sie ist grandios, spielt mit sehr leichter Hand und sehr ergonomisch. Im Gegensatz zu den Chinesen, die jeden Ton in´s Klavier meißeln, weiß sie, wie angenehm sich Legatomelodien in die Tasten schmiegen. Sie hat auch einen guten Puls und opfert nicht alles dem rubato. Einzig das Klavier mag ich nicht. Der Steinway klingt besser, aber wahrscheinlich spielt sich der Yamaha leichter...
 
Monique.
Monique.
Dabei seit
20. Nov. 2018
Beiträge
882
Reaktionen
1.299
Mal ne dumme Frage . Was denken die Pianisten , bevor sie anfangen . Sie schließen die Augen . Was denkt man sich in diesen Momenten ? Kann man in diesen kurzen Augenblicken alles um sich herum ausschalten ?
 
Tastatula
Tastatula
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Juni 2018
Beiträge
1.154
Reaktionen
2.344
Nun, ich kann nicht für andere sprechen, sondern nur aus meiner Erfahrung berichten.
Man geht auf die Bühne, setzt sich, Puls auf 340, Atem flach.
Also erstmal ankommen, tief atmen, sich wohlfühlen, sammeln ,die Atmosphäre spüren. Dann das erste Stück:
Welche Stimmung brauche ich, um es zu beginnen. Ich passe meinen Atem an diese Stimmung an, höre die Melodie vor, lasse mich fangen und dann fange ich an. Ohne Vorstellung, Vorfühlen dessen, was nun klingen soll, geht nix.

Man könnte knapp auch sagen: Ich konzentriere mich.

Wahrscheinlich ist das bei den meisten Musikern so.
Vielleicht beten auch manche. Ich weiß es nicht...
 
Monique.
Monique.
Dabei seit
20. Nov. 2018
Beiträge
882
Reaktionen
1.299
Danke ,liebe Tastatula . Mein Klavierlehrer hatte das auch immer von mir verlangt . Aber irgendwie musste ich immer lachen , weil ich das komisch fand . Aber ich bin ja auch keine ernsthafte Pianistin .Ich finde das immer nur immer bewundernswert , wie man so toll abschalten kann und sich so auf sein Spiel konzentrieren kann .
Liebe Grüsse
Monique
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Ja, das ist mir auch immer ein Rätsel, wie die das alle überhaupt schaffen, sich so zu entspannen und gleichzeitig zu konzentrieren. Wenn's um so viel geht!

Heute war ich unterwegs und habe alles bis jetzt verpasst. Jetzt ist gerade Pause in der Abendsession, danach höre ich mir die letzten zwei an und dann mal sehen, vielleicht 1-2 Stücke von jedem, der/die heute dran war :001:
 

Marlene
Marlene
Dabei seit
4. Aug. 2011
Beiträge
13.948
Reaktionen
11.259
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Leider nicht für mich, der Wettbewerb kommt einen Monat zu früh und ist mit meiner Internetverbindung nicht möglich (schon gar nicht bei diesem Schietwetter). Aber vielleicht werden Teile des Wettbewerbs später bei YouTube zu sehen sein.

Gemach..., Geduld..., noch 26 Tage.... (bis zum Glasfaseranschluss).
Ja, das Ganze ist auf YouTube erhältlich, erst als Live-Stream und später dann als ganz normaler YouTube-content. Hoffentlich erlaubt es deine Internetverbindung, dass du mal reinhörst, Marlene!
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Mein Favorit am zweiten Tag (gestern) war Jorge Gonzales Buajasan. Seine F-Dur Ballade war unglaublich.
Auch Aleksandra Hortensja Dabek war hervorragend, sehr sensibel gespielt, aber ohne Übertreibungen.

Hier ist der Link zur Morgen-Session heute (ab 10:00 Uhr):

 
Zuletzt bearbeitet:
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Fand heute morgen niemanden wirklich herausstechend. Katharina Hack ist gut, aber nicht wirklich besser als die anderen (ich wollte sie mögen, weil ich so gern mal eine hervorragende Kandidatin aus D-land sehen würde!).

Mal sehen, was die Abendsession bringt!

 
Martin49
Martin49
Dabei seit
20. Mai 2018
Beiträge
247
Reaktionen
220
Mir war bis dato nicht klar, dass die das mit "Chopin" bitter ernst meinen, also dass es für die Teilnehmenden keinen Komponisten neben ihm geben darf. Schränkt meinen Enthusiasmus etwas ein.
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Bin völlig weg von Wataru Hisasue. Technisch brilliant, super-sensibel, aber ohne Sentimentalität - er hat diese Leichtigkeit, die vielen bei Chopin im Gefühlsrausch verlorengeht. Wunderbar.
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Heute bin ich müde und grummelig, da gefällt mir nichts wirklich gut :001:

Aber zwei habe ich dann doch meiner Favoritenliste hinzugefügt. Hier ist die Liste bislang, übrigens (wie schon gesagt, ist völlig subjektiv und absolut möglich, dass die Jury ganz anderer Meinung ist):

ERIC GUO

LUIGI CARROCCIA

KAI-MIN CHANG

DIANA COOPER

JORGE GONZÁLEZ BUAJASAN

ALEKSANDRA HORTENSJA DĄBEK

WATARU HISASUE

YUN CHIH HSU

SEIKA ISHIDA

JOO-YEON KA

EYLAM KESHET
 
Sibylle
Sibylle
Dabei seit
9. Mai 2021
Beiträge
51
Reaktionen
122
Schaut noch jemand außer mir zu? :003:

Ich muss jetzt doch mal sagen, dass ich zwar eigentlich immer behaupte, mir wäre es egal, was für Grimassen Pianisten schneiden, weil ich mich auf das Klavierspiel konzentriere, aber mir doch auffällt, dass viele der Kandidaten komplett überzogene Theatralik zur Schau stellen. Der schmachtende Blick zur Decke, lächelndes Nicken und ergriffenes Kopfschütteln... Himmel hilf. Ich bin da vielleicht altmodisch, aber da wünsche ich mir Horowitz zurück, der äußerlich völlig unerschüttert am Flügel saß und dabei die Erde zum Beben brachte.
 
 

Top Bottom