Chopin-Mazurken

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PianoAnnie84

PianoAnnie84

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Hallo Leute,

habe von meiner KL aufbekommen, mir die Mazurken von Chopin anzusehen, und nun steh ich da und weiss nicht so recht, welche da für mein Level machbar sind.
(@pianochris66, falls du das liest, ich konnte mir nicht merken, welche du mir letzten Samstag genannt hattest... Asche auf mein Haupt)

Bin ja sowieso irgendwie der Meinung, dass das noch ne Nummer zu groß für mich ist, aber meine Lehrerin scheint mir mehr zuzutrauen als ich. :rolleyes:

LG Annie
 
Moderato

Moderato

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Hallo Annie,

so viele Mazurken, die auf einen niedrigeren technischen Level sind, gibt es eigentlich auch nicht. Das ist dann mal meine Auswahl:
op 7/2
24/1
33/1 uiii 5 #
33/3
67/2

Gruß
Manfred
 
pianochris66

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Hallo Annie,

so unterschiedlich sind die Auffassungen bzgl. der besten Auswahl für Dich:-).

Mein Vorschlag wäre op. 67/2 (Übereinstimmung mit Manfred)
op. 68/2 und 68/4

Eine der schönsten langsamen Mazurken, die auch länger ist, ist op.17/4. Der Vorteil hier wäre, dass Du sie bestimmt technisch packen würdest und sie sich sehr gut anbietet, um am Klang und Ausdruck zu arbeiten.

Wenn Dir mehr der Sinn nach etwas flottem steht: op. 7/1 und 7/5

LG
Christian
 
Moderato

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Hallo Annie,

gut zu wissen wäre, ob Du gut trillern kannst und schnelle Finger bei Skalen hast. Es gibt viele, die haben das schnell drin. Wem das nicht so liegt, wie bei mir, der hat es auch bei sonst leichten Stücke schwer.
Op 68/4 habe ich bewußt nicht erwähnt, obwohl technisch einfach. Wäre interessant, was da die KL zu sagen würde. @Christian, das ist wie Fußspuren im Schnee:D

Gruß
Manfred
 
PianoAnnie84

PianoAnnie84

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Danke schon mal für eure Antworten. :)
Trillern und schnelle Läufe hab ich noch nie gemacht und schätz mal, dass ich da auch jede Menge Übung brauch. So schnell geht das nicht bei mir.
Hab schon grad Probleme beim a-Moll Walzer, wo auch so schnelle Sprünge in die oberen Oktavbereiche zu machen sind...

Ich hab mir jetzt gleich mal die 67/2 ausgeguckt, die gefällt mir persönlich auch gut.
Die 17/2 geht ja irgendwann dann richtig ab... echt respekteinflößend. ^^

LG Annie
 
Rikki

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ja, die 17/4 habe selbst ich hinbekommen und das will was heißen ;-) wirklich schön - nur den mittelteil finde ich, sorry chopin, irgendwie unpassend und unnötig ...

lg
rikki
 
Rikki

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um gottes willen - ich will seine wohlverdiente ruhe nicht stören! chopin hat meine volle anerkennung sicher, auch wenn mir das ein oder andere einfach nicht gefällt und ich seine läufe, wenn ich sie schon nicht umgehen konnte, schon öfters verflucht habe ;-)
 
Moderato

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Gerade rotiert jemand in einem Grab auf dem Père Lachaise in Paris:D
Vielleicht braucht er mal etwas Bewegung:D
Aber in 17/4 muß man 15 Dinger auf 3 Viertel unterbringen, das meinte ich mit "schnelle Finger"...und das auch noch delicatissimo, nichts für mich.
Christian, da ist es für mich einfacher die "Schleier" (Segel sowieso) in Bewegung zu bringen:D, die liegen einfach besser.
 
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LMG

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Gerade rotiert jemand in einem Grab auf dem Père Lachaise in Paris
Hi Chris und Rikki ;)

najaa..mit diesen "Einschüben": Also ich muss ganz ehrlich sagen, sie KÖNNEN einem manchmal auch auf den Keks gehen.

Schaut mal hier, meine musiktheoretischen Forschungsergebnisse zu "Volkstümliche Einschübe bei Chopin Mazurken", von vor 5 minuten: :D

***

LMG on Chopins Mazurkas. c 2013 :D : Zitat:

Ganz abgesehen davon, dass "Mazurka" ja an sich schon "volkstümlich" ist, scheint Chopin diese "etwas DERBEREN", "noch volkstümlicheren" Teile ( 3 Kreuze haben sie öfter mal, und ähnlich aussehen tun sie oft ) öfters einzubauen. Auch wenn drumherum ein leises, sanftes Kunstwerk sich herumspinnt: Irgendwann kommt DOCH mal der..Bauerntanz, oder die Festlichkeit auf dem Dorfe ;)

Hab mal kurz und grob überflogen, die Mazurkas, bzgl. "volkstümliche Einschübe":

op. 6,2 : T. 1-8, und T 49-56
op. 6,3 : T. 1-8 und T 29- 32, und T. 65-68
op. 7,1: T. 45-52
op. 7,2: Der Teil mit den drei Kreuzen
op. 17,1 ab Takt 41
op. 17,2 ab Takt 25 bis 52
op. 17, 4 wie festgestellt ab T. 61 bis 92
op. 24,2: Gesamter Anfang bis T. 20, und ab T. 37- 56, und überhaupt.
op. 50,2: T. 60 - 83
op. 56,2 z.B. bis T. 28
op. 63,1 ab T. 33 - 68
op. 67,1 fast die ganze Mazurka
op. 67,2 evtl. ab T. 17-40
op. 68,1: fast die ganze Mazurka, insbes. nat. ab T. 21-32 und 61-Ende
op. 68, 2: ab T. 29 - 44
op. 68, 3: natürlich der poco piu vivo-Teil ab T. 33-44 ergänzt: und eigtl. die ganze Mazurka
KK II b, 5: ab T. 41 !
KK IV b, 3: z.B. ab T. 17

Und natürlich in einigen anderen Werken, wie z.B. im Kujawjak der Fantasie über polnische Lieder, da findet man auch solche Gestaltungen.
LG, Olli !
 
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Anatol Analogon

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Ganz abgesehen davon, dass "Mazurka" ja an sich schon "volkstümlich" ist,
In der Kommentarbeilage zum Mazurkenband der (nicht mehr ganz) neuen Chopin-Gesamtausgabe (von Jan Ekier herausgegeben) gibt es eine recht luzide Abhandlung zum Thema polnischer Volkstänze als Ausgangsmaterial der Chopinschen Mazurken (und welche Konsequenzen für die Interpretation sich daraus ergeben). Ich meine auch, vor einigen Monden einen Ausschnitt daraus hier im Forum zitiert zu haben.
 
LMG

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Hi Anatol ;)

Ich geh nachher mal auf die Suche nach den Ekier-Zitaten, hab da nämlich auch was.

Hab nämlich den Henle-Band, Vorwort von Ewald Zimmermann, Duisburg, Frühjahr 1975.

Zitat aus Vorwort:

"Chopin hat von den verschiedenen Formgattungen die Mazurka wohl wegen der folkloristischen Elemente deutlich bevorzugt. Er übernahm aber - von wenigen Ausnahmen, z.B. der F-Dur-Mazurka op. 68,3 abgesehen, - keine fertigen volkstümlichen Melodien, sondern ließ sich von den rhythmisch-melodischen Elementen polnischer Volkstänze - des Oberek, des Mazur und des Kujawjak - nur anregen. Dass es sich nur um eine stilisierte Tanzform handelt, geht aus Chopins eigener Bemerkung über die Mazurken op. 6 hervor, sie seien "nicht zum Tanzen".
Insofern natürlich klar. Ging mir auch nicht darum, ob das jetzt getanzt wird oder nicht, wichtig finde ich das Auftauchen der genannten EINSCHÜBE, sie sind volkstümlich - wenn auch nur volkstümlich "angeregt", Kujawjak ist dabei, und das ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen. Auch nicht, dass sie sich teilweise SEHR ähneln.

Und zum SPielen / beim Spielen: Klar, dass man nicht ne polnische Festgesellschaft aufm Wirtshausparkettboden damit unterhalten möchte - dazu sind die EInschübe nat. zu kurz. Ganz klar.

ABER: Was man sich beim SPIELEN im KOPF vorstellt, was für fröhliche, oder auch derbe Bilder, das ist bei den Mazurken absolut mitentscheidend. Und da sehe ich die farbenprächtigsten - oder monotonsten, teils fröhlichen, teils auch derben Feste UND Tänze, auf Dörfern. Oder Feldern. :D

LG, Olli !
 
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Anatol Analogon

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ZInsofern natürlich klar. Ging mir auch nicht darum, ob das jetzt getanzt wird oder nicht, wichtig finde ich das Auftauchen der genannten EINSCHÜBE, sie sind volkstümlich - wenn auch nur volkstümlich "angeregt", Kujawjak ist dabei, und das ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen. Auch nicht, dass sie sich teilweise SEHR ähneln.
Ekier geht in seinem Text noch ein Stück weiter und gibt neben einer kurzen Charakterisierung der genannten Tänze auch eine Aufzählung, welche in den einzelnen Mazurkebn verarbeitet sind. Deine Wahrnehmung der "Einschübe" mag vielleicht daher rühren, daß Chopin nie (oder fast nie) einen einzelnen der Tänze in seinen Mazurken verarbeitet hat, so daß sich ganz automatisch Kontraste innerhalb der Stücke ergeben.
 
LMG

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[...] Deine Wahrnehmung der "Einschübe" mag vielleicht daher rühren, daß Chopin nie (oder fast nie) einen einzelnen der Tänze in seinen Mazurken verarbeitet hat, so daß sich ganz automatisch Kontraste innerhalb der Stücke ergeben.
Auf jeden Fall. Stimme 100% zu, vor allem, wenn hier wieder Zimmermanns Vorwort greift "ließ sich nur anregen".

Dass
Chopin nie ( oder fast nie ) einen einzelnen der Tänze in seinen Mazurken verarbeitet hat
trifft daher wohl zu. ( "Verarbeitung" im Sinne von: Einfügen eines voll auskomponierten "Tanzes". Nicht als bloße "Anregung" und kurzes "Aufblitzen" wie in den Einschüben.)

Zu bedenken ist natürlich, dass die Mazurken nicht nur aus den Einschüben bestehen. Aber sie waren mir halt aufgefallen ;)
Und ich finde, sie sind durchaus einer Betrachtung wert.

LG, Olli !
 
pianochris66

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Vielleicht braucht er mal etwas Bewegung:D
Aber in 17/4 muß man 15 Dinger auf 3 Viertel unterbringen, das meinte ich mit "schnelle Finger"...und das auch noch delicatissimo, nichts für mich.
Christian, da ist es für mich einfacher die "Schleier" (Segel sowieso) in Bewegung zu bringen:D, die liegen einfach besser.
Manfred, diese Stellen sind ja "leider" ein Charakteristikum in Chopins Musik. In der 17/4 hält es sich aber im Gegensatz zu entsprechenden Passagen z.B. in den Nocturnes noch sehr in Grenzen und das Grundtempo ist hier ja auch Lento, ma non troppo, also eigentlich ein idealer Einstieg in diese für Chopin typischen Cantilenen. Und dass Dir als alter Seebär die Voiles besser liegen erstaunt mich gar nicht:-).

LG
Christian
 
pianochris66

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ABER: Was man sich beim SPIELEN im KOPF vorstellt, was für fröhliche, oder auch derbe Bilder, das ist bei den Mazurken absolut mitentscheidend. Und da sehe ich die farbenprächtigsten - oder monotonsten, teils fröhlichen, teils auch derben Feste UND Tänze, auf Dörfern. Oder Feldern. :D
Olli, Du hast die Fortsetzung der Tänze nach einem harten Erntetag auf den Heuböden vergessen wenn Du Deine Fantasie schon so schweifen lässt:D
 
LMG

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Hi Chris, mir ist klar, worauf Du hinauswillst: Nicht auf ne harte Nummer in einem Moussorgsky-Bydlo ( "con tutta forza" ), :D

sondern auf die intimen Momente...

op. 17, 4...Horowitz bei sich zu Hause, z.B., spielte sie zumindest an.. und..wie geil !!

Stimme nat. als Empfehlung für Annie zu, denn: Übernehme Aussage von Rolf, leicht modifiziert:

" Annie kän pläi oll se Mazurks! " :D

LG, Olli !
 
 

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