Betonung in Chopin Mazurka B-Dur Op.7 Nr.1

Kref

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Hallo.

Ich hab vor ein paar Tagen angefangen, die o.g. Mazurka zu üben und hab eine Frage zur Dynamik.

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Bei den Abwärtsfiguren, die hier u.a. in den Takten 4, 5 und 6 auftreten steht von der hohen Sechzehntel auf die tiefe Halbe ein decrescendo, ich hätte also vermutet, dass die Sechzehntel etwas betont und die Halbe eher leise zu sein hätte. Das entspricht nicht unbedingt dem, was ich hier machen würde, die Halbe fällt immerhin auf eine Hauptzählzeit und hätte eigentlich deutlich mehr „Gewicht“ als die Sechzehntel, aber Chopin (oder Henle) schreibt die decrescendos bis ans Ende durch, sie scheinen ihm also wichtig gewesen zu sein.

Nun habe ich mir mittlerweile einige Einspielungen des Stückes angehört und stelle fest, dass in allen Einspielungen die Halbe betont wird.

z.B. hier
View: https://www.youtube.com/watch?v=H1_2K8K2W3U


Interpretiere ich da was falsch in den Notentext? Oder nehmen sich die Pianisten, deren Einspielungen ich hörte einfach die künstlerische Freiheit die Hauptzählzeit zu betonen und die Dynamikzeichen zu ignorieren?
 
Joh

Joh

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Hi,

prinzipiell sind solche kleinen Abschwellgabeln bei Chopin weder Akzente, noch Diminuendi, sondern ein Zeichen von Ausdruck.

In konkrete Worte gefasst, bedeutet es, dass das Sechtzehntel nicht unterbelichtet sein darf und du die Verbindung zwischen diesem und den Halben - also das Intervall - gut hören / ausformen musst. Natürlich kannst du hier, da das 3 mal hintereinander kommt, variieren - optimalerweise so, dass die 3 Takte sinnvoll zusammengefasst werden.

Zu Mazurken allgemein kann ich dir nur sagen, dass sehr oft die 2. oder 3. Zählzeit schwerer ist bzw. etwas später kommen sollte - da ist ein allerdings gutes Rubato-Gefühl und ein guter Geschmack notwendig, was bei dieser Musik wahrlich die größte Herausforderung ist.

LG, Joh
 
 

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