Burgmüller Op. 100/16 "Leise Klage"

Soeren75

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage, wie man in Burgmüller Op. 100/16 Leiste Klage/Soft Lament Takt 15 (siehe Anhang spielt). Es sind ja zwei Bindebögen notiert, deshalb frage ich mich, wie man mit den Fingern weiter spielt. Macht man einen Fingerübersatz 1->3 oder verschiebt man die ganze Hand, weil ohnehin die Hand in neuer Lage benötigt wird? Damit hätte man auch den getrennten Bögen genüge getan. In den Youtube-Videos, die ich gesehen habe, sehe ich meist einen Fingerübersatz, was dann aber für mich recht statisch klingt.

Was ist richtig? Oder ist es egal?

Viele Grüße,

Sören
 

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Fingersatz wie notiert. Der Sinn und Zweck des rechten Pedals ist dir bekannt?
 
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Nicht weiter beachten, bis wohin die Bögen genau gehen.
Die sind sowieso in jeder Ausgabe ein bisschen anders (!).
Einfach nur wissen a) von wo bis wo eine Phrase geht und b) ob legato oder etwas anderes gespielt werden soll.
In diesem Falle siehst Du also, dass die Phrase von der 4und des Taktes vor dem oben abgebildeten Takt bis zur 2 des nächsten Taktes gehen soll und legato gespielt werden soll.
Das ist als Information erstmal völlig ausreichend. Dazu noch anhören, wie gute (!) Pianisten das spielen, und nachempfinden, und Du bist auf dem richtigen Weg.
 
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Vielen Dank, das hilft mir weiter. Pedal war im Klavierunterricht übrigens noch kein Thema.
 
Hier ist sicher ein Übersatz gemeint.

Ob man das legato so kleinteilig unterbrechen sollte? Wenn, dann extrem diskret.
Manches ist bei Komponisten auch "Schreibroutine".
Es gibt allerdings in der 1. Hälfte des 19. Jh. auch den Bogen als Betonungsmittel. Die erste Note unter dem Bogen ist betont, der Rest nicht. Möglicherweise möchte er einen Akzent auf 2 und 4 unterdrücken. Wäre bei einem langsamen Tempo auch denkbar.
Das Problem ist aus HIP Sicht vielschichtig.

Warum kommt der Pedaleinsatz im Klavierunterricht nicht vor?
 
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Nicht weiter beachten, bis wohin die Bögen genau gehen.
Die sind sowieso in jeder Ausgabe ein bisschen anders (!).
Liebes @hasenbein,
Wenn Du Dir mal eine vernünftige Urtext-Ausgabe der Burgmüller-Etüden zu Gemüte führen würdest (z.B. Wiener Urtext, UT 50130), würdest Du feststellen, daß die Artikulations-/Phrasierungsbögen original sind. Offensichtlich benutzt Du aber lieber Ausgaben (von anno dunnemal), nach denen Du selber unterrichtet wurdest. Burgmüller hat die Bögen allem Anschein nach sehr differenziert gezogen. Was spricht also dagegen, sie auch zu realisieren? Wie deutlich man hier artikulieren/absetzen sollte, das hängt dann in der Tat ab vom Geschmack des Interpreten.

Bis auf den ersten Satz stimme ich den Ausführungen von @Axel zu.
 
Was spricht also dagegen, sie auch zu realisieren?
Vieles. Harmonische Progression, melodische Phrasierung, stilistische Fragen. Es ist eine im 19. Jahrhundert weit verbreitete Konvention, die Bögen im Klaviersatz analog zu den Bögen der Streicher zu notieren. Ein Geiger würde den Bogenwechsel an diesen Stellen unhörbar machen, auch ein Sänger würde in so einer Phrase nicht unterbrechen oder gar atmen, wenn lediglich Melismen mit Bögen versehen sind. Wie solche Legatobögen auf die Noten verteilt sind, ist oft mehr oder weniger Zufall (z.B. war es im Notenstich sehr lange unüblich, Bögen über Zeilenenden hinaus zu setzen). Vergleicht man die Bogensetzung in Parallelstellen, findet man sehr oft erhebliche Abweichungen, die ganz offensichtlich keinerlei musikalische Bedeutung haben.
 
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Wenn man erfolgreich notiertes Material spielen will, sollte man zwar alles wahrnehmen, was da steht, und auch bei allem wissen, was es bedeutet (wobei es diverse Zeichen gibt, die keine eindeutige Bedeutung haben!) - aber man sollte keinesfalls ein "Notenbeachter" sein, der unintelligent "versucht, alles so umzusetzen wie es da steht"!

Junge Leute, die in einer Schul-Bigband Klavier spielen, sind übrigens genau damit stets sehr stark konfrontiert; insbesondere bei den Akkordsymbolen bedarf es eigentlich bereits Profi-Kenntnisse, um zu wissen, was tatsächlich so gespielt werden muss und was Quatsch ist, den man unbedingt abändern oder weglassen muss, damit es so klingt wie es soll. Ich war damals intelligent und musikalisch genug, um mir das im Laufe der Zeit selber rauszufummeln; 99% der Spieler benötigen jedoch einen kompetenten Lehrer, der mit ihnen stets die Noten begleitend durchgeht.
 
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  • #10
Und welcher Klavierlehrer kommt auf die Idee, Burgmüller ohne Pedal zu unterrichten?
 
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  • #11
Vielen Dank, das hilft mir weiter. Pedal war im Klavierunterricht übrigens noch kein Thema.
Wie lange hast Du schon Klavierunterricht?

Wenn Du Stücke auf dem Level spielst, sollte Pedal schon längst Teil des Unterrichts sein.

Leider habe ich schon öfter Schüler übernommen, die trotz teils bereits jahrelangen Unterrichts nicht mit dem Pedal umgehen konnten. Es handelt sich um eine unter KL erschreckend verbreitete Unsitte, vermutlich aus dem Glauben heraus, "man müsse erstmal ohne Pedal sauber spielen können, vorher sollte man das nicht drannehmen". Großer und schädlicher Quatsch.
 
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