Blutzoll

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agraffentoni

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Im Orgel- und Klavierbau kommt es doch oft vor, daß man mit sehr scharfen Werkzeugen arbeitet.
Da bleibt es nicht aus, daß man sich mehr oder hoffentlich weniger verletzt.
Ein ehemaliger Arbeitskollege (aus Herrmanstadt) prägte den Satz:
'Jedes Instrument fordert seinen Blutzoll'.
Wie sind Eure Erfahrungen?
Grüße
Toni
 
Peter

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Bechsteinfan
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Habe direkt bei meinem ersten Bastelklavier Blut ohne Ende verströmt und verspritzt, also wirklich reichlich Zoll bezahlt. :-D

Habe zum Testen, wie weit der Reso nach vorne geht, am Steg gezogen, bin abgerutscht und habe mir drei Finger an den frisch gefeilten Stegstiften tief eingeschnitten. Was ne Sauerei.

@agraffentoni , Du fängst doch so ein Thema sicher nicht einfach so an. Erzähl! :-)
 
cwtoons

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Ich habe mich am Klavier noch nie verletzt. Allerdings habe ich mir im Urlaub ein Austernmesser und vierundzwanzig Übungsstücke gekauft. Die waren am Ende alle tot und ich hatte einen hübschen Stich im Handballen.

CW
 
alibiphysiker

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Als ich ein kleines Kind war (Henry würde schreiben a kloaner bub), habe ich mich mal an nem saitendraht so ner dämlichen Spielzeugharfe ziemlich mies gepiekst. Mies für damalige Verhältnisse, aber es ging tatsächlich ein paar Millimeter in den Finger.

Dann ist mir mal beim Geigespielen die Saite gerissen, das tat tatsächlich auch etwas weh.

Mhh...das waren meine musikalischen Verletzungen. Ich bin allerdings noch einmal von der Bühne gefallen, dabei ist mir allerdings nichts zugestoßen (und meiner Geige glücklicherweise auch nicht).
 
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cwtoons

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Nun, ein Geiger kann sich bei einem Sturz schnell einmal den Bogen in 's Auge schieben.

Und ein Trompeter kann bei einem solchen Unfall testen, was härter ist, das Kesselmundstück oder die Zähne.

CW
 
Rheinkultur

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Im Orgel- und Klavierbau kommt es doch oft vor, daß man mit sehr scharfen Werkzeugen arbeitet.
Scharfe Werkzeuge benutzt ein Pianist beim Spielen zwar in der Regel nicht, aber keine Regel ist ohne Ausnahme: Wer bei Werken von John Cage & Co. nicht nur auf den Tasten, sondern auch im Innenleben des Instruments tätig wird, tut dies des öfteren nicht nur mit seinen Fingern. Das Instrument präparieren oder mit diversen Requisiten auf den Saiten, auf dem Resonanzboden oder an anderen Stellen agieren - das erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich in ungünstigen Situationen auch schon mal weh zu tun. Mir selbst ist das bei Neue-Musik-Projekten bislang erspart geblieben, aber gänzlich ausschließen kann man so etwas nicht.

Schmerzhaft kann es beim Spiel auf den Tasten werden, wenn man mal die Tastaturabdeckung auf die Hände bekommt - das soll gelegentlich vorkommen. Und wenn beim geöffneten Instrument der Flügeldeckel runterfällt, erfolgt dies im günstigsten Fall nicht geräuschlos und im ungünstigsten Fall ist die Hand dazwischen. Die unangenehmste "Kriegsverletzung" als Pianist habe ich mal im Salonorchester erlebt - allerdings nicht beim Musizieren, sondern vorher auf dem Weg dorthin. Der Ensembleleiter gabelte mich und zwei weitere Kollegen am Bahnhof auf, um gemeinsam zu einem Chorkonzert zu fahren, bei dem das Orchester gebucht war. Der vor mir sitzende Flötist schlug die Tür des Tourbusses genau in dem Moment zu, als ich die Finger meiner rechten Hand dazwischen hatte. Zum Glück gelang es, die blutende Wunde sofort verarzten zu lassen und ich konnte die Generalprobe und das Konzert anschließend trotzdem spielen. Auf der damals entstandenen CD-Aufnahme hört niemand, dass ich den am stärksten betroffenen Mittelfinger bei der Wahl meiner Fingersätze meist aussparen musste. Motto: Was uns nicht umbringt, macht uns noch härter.

LG von Rheinkultur
 
Henry

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Wenn ich besoffen mit dem Amputationsmesser den Resonanzboden aufschlitzte gab es schon mal das eine oder andere Unglück. ...aber dank konzentrierter H2O2 Lösung ließen sich die hässlichen Flecken auf dem Reso recht leicht entfernen. :puh:

LG
Henry
 

agraffentoni

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Wenn du es wirklich willst:
Da gibt da unterschiedliche Begebenheiten.
Die kleineren Schnitte und Piekser will ich mal vernachlässigen.
Gefährlich ist eine sich langsam einstellende Routine und die daraus resultierende vermeintliche Sicherheit.
Gerade bei schnell rotierenden Werkzeugen, wie Kreissäge und Fräse kann man nicht aufmerksam genug sein.
Ich bin mal etwas zu nah mit einer Fingerkuppe ans Kreissägeblatt gekommen. Heute sieht man nichts mehr davon, aber es hat doch eine ganze Weile gebraucht, bis das Klavierspiel ohne Beeinträchtigung wieder möglich war.
Vor etwa 30 Jahren ist mir mal eine Bohrmaschine heruntergefallen. Reflexartig habe ich danach gegriffen. Leider ist mir dabei der eingespannte scharfe Bohrer durch die Hand geratscht.
War ziemlich bös geschlitzt und zudem noch am Wochenende. Ich hab halt dann Nadel und Faden genommen und die obersten Hautschichten zusammengezogen. Die Narbe ist heute noch zu sehen.
Einmal hat sich ein Holzklötzchen an der Kreissäge zwischen Sägeblatt und Anschlag verklemmt und kam mit Karacho gegen meinen Oberschenkel geflogen. Ich wußte gar nicht wie großflächig sich ein blauer Fleck ausdehnen kann...
 
Henry

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Hab mal aus lauter Geiz versucht mir ne Saitenspinnmaschine (kost ja nur an die 10 000 so ein Teil) zu basteln in dem ich meinte eine Hobbydrechslerbank für 20 Mark 80 umzurüsten.......da hat sich auf den Kern noch so einiges mehr raufgewickelt als nur der Kupferdraht ....:dizzy:

LG
Henry
 
Peter

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