Wie umgehen "mit dem Klavier von Oma" - Steingräber & Söhne, BJ. 1930, vermutlich Modell 130

Gut, wenn du das schon so schreibst, beiße ich an. War Steingraeber und Soehne damals etwa keine solide Marke? Das wäre mir neu, und dazu hätte ich gerne mehr gelesen

Solide schon, aber eben nichts, was (wie heute) in der Carnegie Hall steht und (zumindest noch vor einigen Jahren) von US-Fachblättern gemeinsam mit Fazioli und S&S HH noch vor S&S NY eingereiht wurde. Siehe hierzu auch Post #17 von @Flieger
 
Solide schon, aber eben nichts, was (wie heute) in der Carnegie Hall steht und (zumindest noch vor einigen Jahren) von US-Fachblättern gemeinsam mit Fazioli und S&S HH noch vor S&S NY eingereiht wurde. Siehe hierzu auch Post #17 von @Flieger
Ist jetzt nicht passend zum Thema des Threads aber dein Kommentar verleitet mich zu der Frage: Ist S&S HH tatsächlich bemerkbar besser als S&S NY?
 
Solide schon, aber eben nichts, was (wie heute) in der Carnegie Hall steht und (zumindest noch vor einigen Jahren) von US-Fachblättern gemeinsam mit Fazioli und S&S HH noch vor S&S NY eingereiht wurde. Siehe hierzu auch Post #17 von @Flieger
Darin sehe ich, genau wie im Post 17, für den Fadenersteller wenig praktische Relevanz - und um die geht es mir. Der Faden geht um ein Steingraeber von 1930, und die Frage, ob inwiefern es sich lohnen könnte, Zeit und Mühe darin zu investieren. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber mir sind aus der damaligen Steingraeber-Manufaktur keine Qualitätsmängel gegenüber anderen soliden Marken bewusst. Und neben Steingraeber gab es doch wohl auch andere solide Marken, die damals (noch) nicht in der Carnegie Hall standen.

Aber mir scheint, der Fadenersteller hat eh schon seinen modus operandi gefunden.
 
@Klimperer Es hat doch niemand gesagt, dass Steingräber 1930 schlecht sei, sondern es wurde nur davor gewarnt den EXZELLENTEN heutigen Ruf als Maßstab für ein fast 100 Jahre altes Klavier zu nehmen.

Ist jetzt nicht passend zum Thema des Threads aber dein Kommentar verleitet mich zu der Frage: Ist S&S HH tatsächlich bemerkbar besser als S&S NY?
Ich hatte nur zitiert (aus Piano Buyer's Guide?).
Aber wenn man davon ausgeht, dass hier sehr viel Handwerk, Ordnungsliebe und Detailversessenheit im Spiel sind und man die beiden Produktionsstätten miteinander vergleicht sowie berücksichtigt, dass man hierzulande Klavierbau eben LEHRT und lernt, KÖNNTE das zutreffen. Persönlich habe ich NY S&S nur in den USA angespielt und die waren ausnahmslos grottig - was aber gewiss der geringen Fachmanndichte dort (Stimmer/Techniker) geschuldet ist.

Was sagen @Stilblüte oder @mick ?
 
Persönlich habe ich NY S&S nur in den USA angespielt und die waren ausnahmslos grottig - was aber gewiss der geringen Fachmanndichte dort (Stimmer/Techniker) geschuldet ist.

Was sagen @Stilblüte oder @mick ?

Mir haben persönlich die S&S New York, die ich dort gespielt habe, leider auch überwiegend nicht gefallen. Ich würde keinen geschenkt haben wollen - außer, um ihn zu verkaufen und mir einen anderen davon zu kaufen... Allerdings gab es durchaus Unterschiede. Die, die ich in der Musikhochschule gespielt habe, waren ohne Ausnahme ab der Mittellage bis zum Diskant sehr dumpf und ziemlich leise, also für mich sehr anstrengend zu spielen. Brillianz und Strahlkraft fehlten. Ich will aber nicht ausschließen, dass die absichtlich so bearbeitet waren, etwa um sie zu schonen o.ä. (wobei man ja so eher mit mehr Kraft spielt, um dann noch ein echtes Forte herauszukriegen).
Mir sind zwei S&S New York begegnet, die ich angenehm und recht schön fand: Der erste war bei S&S selbst in einem kleinen Konzertraum im Untergeschoss, der zweite stand in der Carnegie Hall. Bei beiden hätte es mich aber auch wirklich gewundert, wenn die nicht top in Schuss gewesen wären.

Ich muss allerdings sagen, dass meine Eindrücke nun auch schon wieder fast 10 Jahre her sind (die Zeit rennt...) und sowohl ich als auch möglicherweise die Instrumente sich verändert haben mögen, sodass mein Urteil jetzt vielleicht anders ausfallen würde.
 
Ja, im Grunde hab ich den Faden wohl gefunden. Ein altes Erbstück wieder intaktsetzen und gleichzeitig den Wert - in erster Linie meine ich den musikalischen Wert - ermitteln, ist nicht ganz einfach. Mir war schon klar, daß die Seriennummer bei 23.000 liegt und heute nur mehr ca. 80 Wandklaviere jährlich bei Steingräber gebaut werden, auch der Qualitätssprung in den 1980er Jahren ... . Trotzdem ist das mangels Erfahrung/eigenes Vergleichspielen ein wenig wie 0 auf 100 in 5 Sekunden. Ihr könnt aber gerne hier weiterdiskutieren, u. a. auch weil ich selbst nicht mehr über die damalige Qualität, Besonderheiten usw. gefunden habe. Ich hab jetzt halt die Aussage des Klavierstimmers, weiss auch, daß die Klaviatur sehr, sehr gut erhalten ist und optisch es vielleicht Sinn macht, langfristig mal unter den Lack zuschauen, und das Holz direkt sichtbar zu machen. :)
 
Natürlich muss da ein Fachmann eine Beurteilung abgeben. Aber aufgrund der Familiengeschichte über Jahrzehnte hinweg, würde ich das Klavier so gut wie möglich restaurieren und viel drauf spielen. Instrumente mit einer solchen Historie sind unbezahlbar !!
 
Persönlich habe ich NY S&S nur in den USA angespielt und die waren ausnahmslos grottig - was aber gewiss der geringen Fachmanndichte dort (Stimmer/Techniker) geschuldet ist.

Was sagen @Stilblüte oder @mick ?
Ich habe schon auf einigen NY Steinways gespielt, die unterschiedlich gut, aber nicht durch die Bank grottig waren. Eine Offenbarung war allerdings keiner von denen, und besitzen würde ich definitiv keinen wollen. Die besten Instrumente, auf denen ich in NY und Philly gespielt habe, waren zwei Faziolis und ein wirklich grandioser CFX. Die würde ich jedem mir bekannten NY Steinway vorziehen. Und sicher auch vielen Hamburger Steinways.
 

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