Bin ich auf den richtigen Weg?

  • Ersteller des Themas pingufreak83
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Dass Studenten an garstigen Instrumenten üben liegt am fehlenden Geld.
Natürlich klingt es dann am besseren Instrument besser, hätte man die Möglichkeiten des besseren Instruments von Anfang an gehabt, wäre man dann allerdings auch in der Lage dieselben auszuschöpfen.
 
Genau das meine ich.
 
:016: Wovon reden wir hier eigentlich? Dass gute Instrumente besser und teurer sind als weniger gute? :021:
 
Einerseits, andererseits geht es darum, dass der Unterschied zwischen echt und Simulation kein fließender ist.
 
Wie ich das verstehe scheint Backstein genau das auf das Spielgefühl bezogen zu leugnen.
 
Ja, so verstehe ich ihn auch. Für mich ist Klavier spielen eine synästhetische Gesamterfahrung, rein haptisch sind bei den hybriden ja anscheinend "echte" Tastaturen verbaut, macht vielleicht keinen Unterschied zu echten Instrumenten aus.
 
Habe ich noch nicht ausprobiert. Aber die Platine wird vermutlich nicht so sensibel auf den Hammer reagieren wie eine Saite. Außerdem hat man dann auch wieder das Hammergeräusch ist also vermutlich nicht sooo silent.
 
Zitat von Gegenspieler:
Wie ich das verstehe scheint Backstein genau das auf das Spielgefühl bezogen zu leugnen
Nein, da liegst du falsch und das behaupte ich auch nicht. :bye:

Eher ist es umgekehrt so, dass du behauptet hast, man könne nur auf einen Steinway spielen lernen.
Dabei nützt der beste Flügel nichts, wenn du die Finger nicht hast, die dessen Eigenarten erfühlen können.

Natürlich ist der Ton am Flügel besser als an meinen DP, aber das liegt nicht nur daran das der Flügel besser klingt, sondern auch daran das ich den Flügel kenne und meine Finger sich auf ihn einstellen können.

Die Musik die dann raus kommt, hat aber nichts mit dem Flügel zu tun. Denn die Musik mache ich, egal an welchen Instrument ich sitze.

Das merke ich auch bei anderen Musiker , mein KL spielt am Klavier genauso gut wie am Flügel, weil er beide kennt und seine Finger die Unterschiede merken.
Meine kurzzeitige Geigen Lehrerin hat sowohl an ihrer Geige vom Meister als auch an meiner Geige von der Stange extrem gut geklungen. Außerdem spielt sie (als professionelle Musikerin in der Philharmonie) bei "outdoor" Konzerten eine 4-500 Euro Geige.
Auch meine ehemalige Gitarren Lehrerin hat an jeder Gitarre unglaublich gut geklungen.

Die Musik machen wir, nicht das Instrument und ein Steinway macht einfach keinen besseren Pianisten aus dir, nur weil du ihn hast.
Du wirst mit ihm sicher ein besserer Pianist, aber nur wenn du dein Instrument kennen lernst und dessen Eigenarten fühlen und umsetzen kannst.

Barratt hat das etwas kompakter und direkter formuliert :
Es ging, wenn ich das richtig verstanden habe, ums "Spielgefühl" bzw. die Flexibilität, auf egalwelcher Möhre passabel musizieren zu können. Es ist nicht die Hardware, die am Musikmachen hindert.
Ich denke es geht halt darum wirklich jede Möhre zu spielen, ohne das deren Eigenart Einfluss auf die Musik nimmt.
Natürlich ist ein schöner, natürlicher Klang auch beim Üben schöner aber das Instrument verändert nur den Klang.
Wenn ich mich zb an besagten Steinway setze und ne Beethoven Sonate spiele, klingt das trotz Steinway genauso mies wie an meinem DP weil ich es nicht spielen kann.
Und das liegt (leider ) nicht an den Instrument:-(:super:

Frohe Weihnachten :super:
 
Ja ich verstehe, sehe es aber nicht so. Auch ein Sokolov wird einem Stück auf einem Konzertflügel mehr Details und Nuancen, mehr " Ausdruck" verleihen können als auf einem Casio Piano! Und das hat er eben unzählige Male auf einem Entsprechenden Instrument geübt so dass er es inzwischen sicher auch spontan könnte, aber die dazu nötigen Erfahrungen kann man nicht auf einem Digi machen.
Ebenso Frohes Fest!
 
Das von Herstellern und Verkäufern erfundene Märchen, heutige digis klängen und spielten sich fast wie echte Flügel ist eben nur ein Märchen!

Klar ist das Marketing. Aber das gute Digi ist näher am echten Flügel als das Barrel House Piano. Der Nachteil des BHP ist auch nicht, dass man damit keine Musik machen könnte oder dass die Mechanik hakt, sondern, dass das BHP klangliche Effekte nicht richtig darstellen kann.

Dass z.B. eine polyphone Passage auf dem BHP in einem musikalischen Einheitsbrei untergeht, während auf dem Digi jede Stimme glasklar hervor tritt. Bei gleicher Spielweise, wohlgemerkt. Wenn ich die Stimmen auf dem BHP nicht höre, wird es mir schwer fallen, ihre Gestaltung zu üben. Am Bösendorfer Imperial würde ich freilich merken, dass da einiges mehr geht, aber mir fehlt jede Erfahrung, wie ich das pianistisch ausnutzen kann. Anderereits ist es aber auch richtig, dass man am BHP ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickelt. Für mich war der krasseste Unterschied zwischen BHP und Digi, dass es auf dem Digi viel einfacher ging.
 
Entschuldige die blöde Frage, kenne mich da nicht aus... Werden BHPs wirklich gezielt so intoniert oder gar hergestellt? Ursprünglich entstand der typische Klang doch sicher unfreiwillig...?
 

Naja, ohne entsprechende Instrumente gäbe es die ganzen Kompositionen überhaupt nicht.
Nicht dass moderne Flügel Beethovens Klangvorstellung entsprechen, aber Musik ist doch keine abstrakte Ansammlung von Tonhöhen und dauern, sondern in den meisten Fällen an konkrete Klangvorstellung gebunden.
Ich finde nicht, dass Musik vom Instrument abstrahiert werden kann, sondern dass wir als Musiker in einem Dialog mit unseren Instrumenten stehen.
 
Genau. Zugegeben, bei Bach war das wohl eher nicht der Fall.
 
Entschuldige die blöde Frage, kenne mich da nicht aus... Werden BHPs wirklich gezielt so intoniert oder gar hergestellt?
Durchaus, siehe hier:



Mike Thomson (leider schon verstorben) schreibt in einem Kommentar zu diesem Video weiter unten von einer Behandlung der Hammerköpfe mit klarem Nagellack und gezieltem Höherstimmen jeweils einer Saite eines Tons:
I had applied clear nail varnish to the striking surface of the hammers. I probably should have diluted it a little bit first, however. This is irreversible! I also detuned the piano by VERY slightly tightening one string of each trichord or bichord. You just need a slight twang. Tightening works better than slackening, because in time that note is likely to become less rather than more de-tuned, and it is an advantage to have variability from note to note of the degree of mistuning.
So seien auch die Klaviere Russ Conways präpariert worden.
 
Werde mir beides gerne ansehen wenn ich etwas Ruhe und nicht mehr drei völlig überdrehte Kinder um mich habe :001:
 
Das ist nicht sehr aufbauend! :004:
 
Ich denke es geht halt darum wirklich jede Möhre zu spielen, ohne das deren Eigenart Einfluss auf die Musik nimmt.
Natürlich ist ein schöner, natürlicher Klang auch beim Üben schöner aber das Instrument verändert nur den Klang.
Wenn ich mich zb an besagten Steinway setze und ne Beethoven Sonate spiele, klingt das trotz Steinway genauso mies wie an meinem DP weil ich es nicht spielen kann.
Alfred Brendel hat in seinem Buch „Nachdenken über Musik“ ein Kapitel genau dieser Frage gewidmet. Und er entlarvt den Satz „Ein guter Pianist kann auf jedem Instrument gut spielen, egal wie schlecht es ist.“ als falsch. Denn gute Spielqualität, fein abgestimmte Klangvorstellungen hörbar zu machen, bedarf unbedingt eines guten Instrument, das dieses umzusetzen in der Lage ist. Das Spiel eines guten Musikers wird also an einem schlechten Instrument schlechter.

Umgekehrt aber wird das Spiel eines schlechten Pianisten nicht automatisch besser, wenn das Instrument höchsten Ansprüchen entspricht. Das muss man unterscheiden.
 

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