Beethoven-Sonaten Henle (Perahia-Fingersatz) Erfahrungen

upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
Guten Morgen allerseits.

Ich wollte zeitnah mal wieder mit dem Studium einer Beethoven-Sonate beginnen. Meine letzte Beschäftigung damit liegt bereits einige Jahre zurück (noch zur Oberstufenzeit der Schule habe ich op. 28 D-Dur gespielt) und nachdem ich jetzt einige Zeit lang ein paar Stücke von Grieg gespielt habe hielt ich das zur Abwechslung für ein ganz sinnvolles Projekt. Ich würde gerne etwas spielen, was im Schwierigkeitsgrad vergleichbar liegt, also keine halsbrecherischen Aktionen. Interessieren würden mich z.B. op. 10/2 (F-Dur), op. 2/3 (C-Dur), op. 10/1 (c-moll) oder auch op. 10/3 (D-Dur). Da bin ich mir noch nicht ganz sicher (ich bin übrigens für Vorschläge gern offen :001:).

Ich habe damals (s.o.) die Henle-Ausgabe mit dem Hansen-Fingersatz benutzt (als Einzelausgabe), habe als Gesamtausgabe aber auch die Ausgabe mit den Arrau-Fingersätzen hier, die ich damals, wenn auch logisch und interessant in ihrer Anlage, so doch teils umständlich fand. Nun hat der Henle-Verlag diese Neuausgabe mit den Fingersätzen von Perahia herausgebracht. Ich weiß, eine vergleichbare Diskussion gab es hier bereits, bei der sich allerdings der Erfahrungswert mit dieser Neuausgabe noch in Grenzen hielt. Daher wollte ich noch mal in die Runde fragen, ob der ein oder andere inzwischen die Ausgabe mal in der Praxis gesichtet hat und vielleicht vergleichende Angaben machen kann hinsichtlich der anderen Editionen. Vielleicht hilft mir das bei meiner Kaufauswahl, bevor ich mir jetzt hier sämtliche Ausgaben zulege und alle gegenlese. (Die hier oftmals vorgestellte Wiener-Urtext-Ausgabe kenne ich leider nicht...)

(Anmerkung: Ich weiß, einige mögen lieber fingersatzfrei Editionen, ich "pfusche" aber vor dem eigentlichen Üben immer gern mal vom Blatt, um mir einen Überblick zu verschaffen, und dabei ist für mich ein Fingersatz unerlässlich. Als formale "Anleitung", die zur späteren Bearbeitung anregt empfiehlt er sich für meine Arbeitsweise auch sehr...)

Beste Grüße an alle!
upbrunce
 
C
Cheval blanc
Dabei seit
4. Apr. 2020
Beiträge
506
Reaktionen
432
Die Perahia-Fingersätze finde ich (für normal Sterbliche) brauchbarer als die Arrau‘schen Tüfteleien und allemal besser als alten Hansen-Fingersätze. Es lohnt allerdings immer mal wieder ein Blick in die alte Bülow-Ausgabe oder die von Schnabel (die alten Herren waren auch nicht dumm und konnten verdammt gut Klavierspielen)..
 
upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
Danke, @Cheval blanc . :001:
lg
u
 
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.679
Reaktionen
19.019
Parallel zum Kauf einer (Einzel?)Ausgabe kannst du bei imslp in die Ausgaben von Hans von Bülow, Frederic Lamond und Alfredo Casella schauen, wo sich (besonders bei Bülow!) sehr gute Fingersätze finden. Editorisch sind diese "instruktiven" Ausgaben sicher nicht optimal, aber für die Praxis bewahren sie in Form der Fingersätze viel brauchbares aus der Liszt-Schule. (ob die Bülow Ausgabe bei imslp komplett ist oder erst ab op.53 weiß ich nicht)
Alle drei - Bülow, Lamond, Casella - verstanden was von der Spielpraxis!

Eine Frage: warum nicht op.32, nach der op.28 Idylle könnte man doch den "Sturm" entfesseln :-)
 
upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
@rolf , Vielen Dank, die seh ich mir auf jeden Fall parallel an zum jeweiligen Projekt, für das ich mich dann letzten Endes entscheide.
op. 32 finde ich sehr reizvoll, ich hab mir den Satz vor einiger Zeit schon mal angesehen, bin aber nicht sicher ob er der Anforderungen wegen mein aktuelles Zeitpensum (ich hab in der Firma momentan so viel zu tun) nicht übersteigt (ich hab etwas Respekt vor dem ersten Satz, so meine erste ad-hoc-Meinung). [Ich muss dazu sagen, dass ich momentan eher so eine Art Briefmarkensammler in Verkleidung eines Klavierspielers bin, der nach der Arbeit mit der Pinzette in seinem Album rumfuhrwerkt um sich zu entspannen und wieder Konzentration für die wertvolle Freizeit aufzubauen und hin und wieder seinen Verwandten auch mal einen Blick hinein gönnt bzw. aufdrängt.] Aber ich les mich deines Vorschlags wegen noch mal durch. Danke. :001:
 
upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
Haha, aber jedenfall war die sogenannte "Tempest" gemeint, oder lag ich da jetzt falsch? (Ich hab nur das Wörtchen "Sturm" gelesen und mich einfach mal darauf verlassen, dass die opus-Nr. so korrekt ist :001: .)
 
A
Alter Tastendrücker
Dabei seit
31. Aug. 2018
Beiträge
2.511
Reaktionen
2.875
Sehr unterschätzt, wegen der Kürze und der überschaubaren Schwierigkeiten, aber sehr reizvoll die beiden G-Dur Sonaten op. 14,2 und op. 79. Besonders das hübsche, zart-melancholische Lied ohne Worte in der Mitte von op. 79 hat es mir angetan.
Etwas aufwändiger aber auch sehr attraktiv und kurz op. 78.
 
upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
@Alter Tastendrücker Danke sehr, op 78 seh ich mir insbesondere mal an, irgendwie ist mir die als unauffällig hängengeblieben, aber das heißt ja nichts, ich hör mir die Tage direkt mal eine Aufnahme an.
 
Muck
Muck
Dabei seit
28. Juli 2016
Beiträge
1.064
Reaktionen
1.656
Als einfachere Beethoven-Sonate hatte ich vor 2-3 Jahren mal op 26 gespielt. Ein sehr schöner Variationensatz, Scherzo, Trauermarsch und ein beschwingter 4. Satz, der viel Spaß gemacht hat!
 
upbrunce
upbrunce
Dabei seit
18. Jan. 2021
Beiträge
22
Reaktionen
41
Danke @Muck . Ich meine den Variationensatz vor langer Zeit mal versucht zu haben. Es lohnt sich sicher, mal wieder einen Blick zu riskieren, da ich schon mal dabei bin.
 

St. Francois de Paola
St. Francois de Paola
Dabei seit
20. Apr. 2015
Beiträge
613
Reaktionen
378
Eine Frage: warum nicht op.32, nach der op.28 Idylle könnte man doch den "Sturm" entfesseln :-)
Ich finde die Sturmsonate sauschwer. Diese komischen Läufe mit den Tonwiederholungen, v.a. direkt der zu Beginn finde ich saufies. Auch die Triolentremoli finde ich nicht so leicht, will man das Tempo halten.
Da finde ich z.B. Op. 13 viel leichter.
 
GeneralBass
GeneralBass
Dabei seit
31. Mai 2016
Beiträge
219
Reaktionen
118
Generelle Frage: Ist Heinrich Schenker auch gut?
 
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.679
Reaktionen
19.019
Die Analysen von Schenker sind mus.wiss. klasse (finden sich nicht in der Sonatenausgabe!) Der Notentext ist editorisch ok. Die Fingersätze taugen nichts.
 
GeneralBass
GeneralBass
Dabei seit
31. Mai 2016
Beiträge
219
Reaktionen
118
Die Analysen von Schenker sind mus.wiss. klasse (finden sich nicht in der Sonatenausgabe!) Der Notentext ist editorisch ok. Die Fingersätze taugen nichts.
Ok, vielen Dank! Ich habe diese Dover Ausgabe, habe ich gekauft weil beide Bände keine 15€ gebraucht gekostet haben, die Fingersätze habe ich bisher noch nicht besonders beachtet, aber hab eh nur ein paar leichte Sätze geübt, wo ich nicht wirklich stark auf die Fingersätze geachtet habe. Falls ich mir mal schwerere Sachen vornehmen sollte wäre ich aber wahrscheinlich schon einigermaßen auf (gute) Fingersätze als Vorschläge angewiesen, ich werde mir die von dir empfohlenen Herausgeber mal anschauen. Bald gibts zum Glück auch wieder Unterricht.
 
 

Top Bottom