Bach - WTK 1 - Praeludium #2

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Mathiéu Alou

Mathiéu Alou

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Oje, na dann mal los... :o


[MP3="https://www.clavio.de/forum/upload/mp3/1230406823.mp3"]bla[/MP3]

Heute hab ich einfach nix besseres mehr hinbekommen, will unbedingt morgen nochmal ne bessere Aufnahme nachlegen, mehr Dynamik, feinere Artikulation etc..., aber ich kriegs fast nie 100% Fehlerfrei hin. Die Fuge folgt natürlich auch noch. :)

So long... :eek:
 
fisherman

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hchuuuhhh... ich hab die Luft angehalten. Mehr sage ich als Anfänger jetzt mal lieber nicht :D

Nee... deeeply impressed
 
Mathiéu Alou

Mathiéu Alou

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Danke, fisherman. Ich werd mich jetzt ans Klavier hocken und schauen, ob ich noch eine zweite Aufnahme zustandebringe, vielleicht etwas langsamer und besser artikuliert. :o
 
K

koelnklavier

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Gehe ich recht in Annahme, daß es sich bei diesem Stück um eine Komposition von Conlon Nancarow oder György Ligeti handelt? :confused:

Wenigstens möchte ich Dir flinke Finger bescheinigen. (Hoffentlich hast Du die nicht auch im Supermarkt! :D)
 
Chaotica

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Koelnklavier, manchmal verstehe ich dich nicht so ganz. Meistens (d.h. fast immer) schonst du die Einspielenden total, bist sehr verständnisvoll, willst Kritiken sogar nur noch per PN abgeben, also absolut vorbildlich, aber andererseits bist du manchmal auch ganz schön sarkastisch. :confused: Klar, sein Tempo ist sehr schnell, aber das ist bei dem Stück doch auch nicht ungewöhnlich, oder?

(Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht irgendwie falsch verstanden.)
 
Sesam

Sesam

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mehr Dynamik, feinere Artikulation etc..., aber ich kriegs fast nie 100% Fehlerfrei hin.
Lieber Mathiéu Alou!

Ich geh` jetzt mal davon aus, dass du an einer ehrlichen Meinung interessiert bist ;)
In den ersten Takten gefällt mir das Tempo ganz gut, dann wird es aber tatsächlich -wie du ja auch selbst einräumst- etwas breiig und ein ziemliches Einerlei von Klängen. Kann es sein, dass du besonderen Wert auf dieses hohe Tempo legst, sprich, dass du dieses Stück virtuos spielen möchtest? Ein wenig hört es sich so an, als würdest du dem Tempo alles unterordnen. Und deshalb glaube ich, wirft es dich immer raus und du bekommst es fast nie 100% fehlerfrei hin, wie du sagst. Von meiner (früheren) KL stammt der Spruch: dass man sich vor allem dann verspielt, wenn das Stück sich gegen den Interpreten wehrt :D Guter Spruch!
Die Intensität beim Hören, die du durch das (reine) hohe Tempo erzeugst, lässt sich vielleicht auch durch nuancierteres Spiel erwirken. Ausserdem behältst du dann selbst besser den Überblick und kannst die Bewegungen leichter antizipieren, ein Verspielen wird dann unwahrscheinlicher.
Deine Idee, etwas mehr Tempokontrolle, Phrasierung und Dynamik walten zu lassen, finde ich gut!
Zu deinen flinken Fingern will ich dir trotzdem vorbehaltlos gratulieren! Toll!!!

LG, Sesam
 
Haydnspaß

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Ich wundere mich auch, daß hier so harte Kritik laut wird.

Mathieus Spiel ist bei diesem Präludium etwas mechanisch - was ich speziell bei diesem Stück nicht so schlimm finde - aber es ist doch nicht "breiig" oder unkontrolliert.

Also ich stell mich jetzt mal auf Mathieus Seite und fordere die Kritiker auf, mal genau zu erklären, welche Vorstellung sie von dem Stück haben! :)
 
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Sesam

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Also ich stell mich jetzt mal auf Mathieus Seite und fordere die Kritiker auf, mal genau zu erklären, welche Vosretllung sie von dem Stück haben! :)
Mach` ich gerne. Wenn ich aus dem Kino zurück bin.

Abgesehen davon hoffe ich schwer, dass jetzt nicht wieder diese leidige Diskussion losbricht, was man sagen darf und was nicht. Das wäre dann zu diesem Thema schon die vierte Auflage! Gääääähhhhn!!!
 
Mathiéu Alou

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[...] Abgesehen davon hoffe ich schwer, dass jetzt nicht wieder diese leidige Diskussion losbricht, was man sagen darf und was nicht. Das wäre dann zu diesem Thema schon die vierte Auflage! Gääääähhhhn!!!
Um Gottes Willen, sag das nicht. Ich kann mit Kritik umgehen (denke ich). Bei mir darf jeder alles sagen, solange es auf einer einigermaßen sachlichen Ebene abläuft und (zumindest 'latent') konstruktiv ist. Alles andere sagt mehr über den Kritisierenden selbst, als über den Kritisierten aus; also: keine Scheu! :)

Ich wundere mich auch, daß hier so harte Kritik laut wird.

Mathieus Spiel ist bei diesem Präludium etwas mechanisch - was ich speziell bei diesem Stück nicht so schlimm finde - aber es ist doch nicht "breiig" oder unkontrolliert.

Also ich stell mich jetzt mal auf Mathieus Seite und fordere die Kritiker auf, mal genau zu erklären, welche Vorstellung sie von dem Stück haben!
Danke, haydnspaß. Ich denke auch das man Bach manchmal (speziell dieses Stück) stellenweise etwas strenger/mechanisch spielen kann, was ich auch versucht habe - sozusagen als Stilmittel. Warscheinlich hab ich's nur etwas übertrieben. :o

Lieber Mathiéu Alou!

Ich geh` jetzt mal davon aus, dass du an einer ehrlichen Meinung interessiert bist ;)[...]

Kann es sein, dass du besonderen Wert auf dieses hohe Tempo legst, sprich, dass du dieses Stück virtuos spielen möchtest? Ein wenig hört es sich so an, als würdest du dem Tempo alles unterordnen.

LG, Sesam
Ja, natürlich bin ich das, dazu ist der Faden doch da! ;)
Das ich stellenweise einfach noch nicht die Technik habe um das Stück auf diesem Tempo klarer und fehlerfreier spielen zu können ist mir bewusst, was mich auch sehr wurmt. Aber meine (Ziel-)Tempovorstellung entspricht schon etwa diesem Tempo (viellecht doch noch etwas langsamer).

LG mathieu
 
K

koelnklavier

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Gehe ich recht in Annahme, daß es sich bei diesem Stück um eine Komposition von Conlon Nancarow oder György Ligeti handelt? :confused:

Wenigstens möchte ich Dir flinke Finger bescheinigen. (Hoffentlich hast Du die nicht auch im Supermarkt! :D)
Koelnklavier, manchmal verstehe ich dich nicht so ganz. Meistens (d.h. fast immer) schonst du die Einspielenden total, bist sehr verständnisvoll [...] aber andererseits bist du manchmal auch ganz schön sarkastisch.
Entschuldigung, wenn meine etwas flinkzüngige Bemerkung falsch aufgefaßt wurde. Sie sollte nur zum Ausdruck bringen, daß die motorische Komponente bei Mathieus Einspielung sehr im Vordergrund steht - was ich ja nicht einmal negativ gemeint habe. Oder wecken Namen wie Ligeti und Nancarrow negative Konnotationen?

Ich werde mich also in Zukunft bemühen, meine Äußerungen nur noch als juristisch wasserdichte Schriftsätze zu verfassen.

PS: In der Tat läßt sich anhand dieses Präludiums ja durchaus auch die "Modernität" Bachs diskutieren (ohne gleich dem Zeitgeist anbiedernd hinzugeben).
 

Mindenblues

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Also, ich empfinde dieses Präludium auch so, dass es mit viel Dampf gespielt werden möchte. Was auch geschah - gefällt mir sehr gut! Wer mal die Richter-Aufnahme gehört hat, weiss, dass dieses Stück auch im fortissimo und noch einiges zügiger sehr großartigl klingen kann.

Von technischer Seite würde ich nur anmerken wollen, dass in der 2. Hälfte es irgendwann anfängt, dass rechte und linke Hand etwas auseinanderfallen und es dadurch klappert.

Aber ansonsten hast du gute Technik! Kommt die Fuge noch hinterher?

Ich werde mich also in Zukunft bemühen, meine Äußerungen nur noch als juristisch wasserdichte Schriftsätze zu verfassen.
Was? Also wenn ich nicht mehr genau das schreiben dürfte, was ich denke, würde ich diesem Forum den Rücken kehren. Welchen Wert haben Statements, wenn man sich hinten und vorne absichern muß, jedes Wort auf die Goldwaage legen muß und ja keine Kritik äußern darf? Ich glaube, man sollte sich mal andere Foren anschauen, wo Aufnahmen gepostet werden und zur Diskussion gestellt werden, wie z.B. bei PianoSociety - da wird keiner mit Samthandschuhen angefaßt. Was dem persönlichen Erkenntnisgewinn sehr zugute kommt. Ich weiß, wovon ich hier rede, mir selber hilft jedenfalls Kritik viel mehr als nur Lobhudelei.
 
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Sesam

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Nun bin ich zurück aus dem Kino und kann noch mal auf Haydnspaß` Vorschlag hin meinen ersten Beitrag kommentieren. Im übrigen habe ich einen sehr schönen Film gesehen, den ich empfehlen kann: "O´Horton"

Zum Präludium:
Zunächst will ich festhalten, dass es immer eine kleine Anmaßung meinerseits bedeutet, wenn ich hier im Forum eine Einspielung eines anderen Teilnehmer "beurteile". Erschwerend kommt hinzu, dass ich selbst noch nicht nicht mal zwei Jahre Klavier spiele, was jede "Kritik" von meiner Seite natürlich fragwürdig macht. Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir uns in diesem Forumsrahmen soweit vertrauen können, dass es niemand böse mit dem anderen meint und Vorschläge zur verbesserten Darbietung immer wohlwollend und liebevoll, sozusagen solidarisch gemeint sind. Von meiner Seite jedenfalls verbirgt sich dahinter keine Schlaumeierei, Besserwisserei schon gar nicht und auch keine "Haar in der Suppe"-Mentalität. Ich möchte nur dazu beitragen, dass der Interpret/ die Interpretin einen ehrlichen Eindruck davon bekommt, wie seine Zuhörerschaft die Darbietung empfindet. Dass ich mit meinem Empfinden möglicherweise absolut alleine dastehe und somit überhaupt nicht repräsentativ bin, über diesen Umstand bin ich mir und sind sich hoffentlich alle anderen im klaren. Kurzum, eine dumm-dreiste, haltlose Herabwürdigung stellen meine Beiträge nicht und niemals dar.

Zur Sache: das gewählte Tempo stelle ich nicht in Abrede. Nicht langsamer und nicht schneller. Allerdings geht es m.E. überhaupt nicht um Tempo im Sinne von schnellem Spiel, sondern um den raschen Puls, den dieses Präludium hat. Das letztlich gespielte Tempo erfüllt nur sekundär die Funktion, dem rasenden Puls gerecht zu werden. Was mir an Mathiéu Alous Interpretation EIN WENIG fehlt ist dieser Puls. Das Tempo ist da, aber der Herzschlag fehlt gelegentlich. Die Raschheit verliert an Struktur und damit an Aussagekraft. Das Spannende an den wandernden Figuren ist nicht die Hochgeschwindigkeit an sich, sondern die Entwicklung, wie die eine auf die andere folgt, wie sie sich fast jagen, hetzen. Und das braucht nach Ermessen meines Laienohrs Dynamik, Artikulation, Phrasierung und wie die Zauberwörter alle heissen.
Im Vergleich, wie ihn VP zur Verfügung gestellt hat, da hört man, auf den Notentext reduziert, das gleiche, auch das Tempo unterscheidet sich kaum. Trotzdem unterliegt Stadtfelds Interpretation ein anderer Sinn. Das Tempo ist selbstverständlich da, ohne vordergründig zu werden, im Vordergrund steht die Darstellung eines in sich selbst kreisenden, wirbelnden, sich immer wilder drehenden Wirbels, der dann am Ende hin zur Auflösung, zum letzten Aufbäumen und zur Ermattung kommt, zum halberlösten Überleiten in die Fuge.
Diesen Bildern entsprechend kann ich dem Begriff "mechanische Spielweise" natürlich überhaupt nix abgewinnen. Was soll das sein: "mechanisch"? Gerade das sogenannte Mechanische ist doch das Durchtreiben dieser immer gleichen Figur. Das muss doch zum Ausdruck kommen, dieses fast Manische in dieser irrsinnigen Vehemenz.
Ich hoffe, ich konnte damit meiner "Kritik" einen erhellenden Kommentar beistellen.

LG, Sesam
 
Haydnspaß

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Zum Präludium:
Zunächst will ich festhalten, dass es immer eine kleine Anmaßung meinerseits bedeutet, wenn ich hier im Forum eine Einspielung eines anderen Teilnehmer "beurteile". Erschwerend kommt hinzu, dass ich selbst noch nicht nicht mal zwei Jahre Klavier spiele, was jede "Kritik" von meiner Seite natürlich fragwürdig macht.
Ich hatte vor einiger Zeit mal sinngemäß geschrieben:

"um etwas beurteilen zu können, muß man es kennen."

Und ich glaube, hier liegt der Hund begraben.

Man muß das Stück nicht unbedingt selbst gespielt haben - obwohl das natürlich von Vorteil wäre - aber man muß den Notentext anschauen. Da sieht man dann auf den ersten Blick, daß die erste Seite des Präludiums sehr tapetenmusterartig aussieht, während es auf der zweiten Seite drunter und drüber geht. Das Präludium bricht auf der zweiten Seite in eine Art "freier Improvisation" aus. Bach hat diese "freie Improvisation" minutiös aufgeschrieben. Er schreibt sogar Tempoänderungen vor: presto in Takt 28, adagio in Takt 34 - dieser Takt enthält aber Läufe in 64steln!, allegro in Takt 35

Sesam, offensichtlich hast du diesen improvisatorischen Teil genau so empfunden, wie er von Bach gemeint ist, und wie Mathieu ihn auch gespielt hat: chaotisch.

@Mathieu

Ich hätte aber noch ein paar kleine Vorschläge zur Gestaltung dieses Präludiums:

In der Grundfigur der 1.Seite könnte man das 2., 4., 6. und 8. Sechzehntel (ist innerhalb eines Takts immer derselbe Ton) leiser spielen. Dann kommen die anderen "Stimmen", also der Sopran+Baß auf 1. und 3. Viertel, sowie der Alt+Tenor auf den 3 dazwischenliegenden Achteln, besser raus.

Den Beginn eines Abschnitts könnte man durch Änderung der Klangfarbe (Lautstärke) hervorheben. Im Takt 19 beginnt so ein neuer Abschnitt. Ab dort beginnen die Takte mit einer tiefen Note, während sie vorher mit einer hohen Note begonnen haben. Und dann in Takt 25, wo die Improvisation beginnt, auch wieder eine neue Klangfarbe und in einem freieren, erstmal langsameren Tempo spielen (den Orgelpunkt G in Takt 25, 26, 27, 28 immer deutlich hervorheben => Zeit lassen!).
 
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andris_k.

Guest
Ich finde es schön! Habe das Stück nicht gespielt, deswegen kann es nicht genauer analysieren. Hört sich recht dynamisch an und ich mag solche Dynamik, hatte jedenfalls Spaß beim Anhören!
 
Sesam

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"um etwas beurteilen zu können, muß man es kennen."

Und ich glaube, hier liegt der Hund begraben.

Man muß das Stück nicht unbedingt selbst gespielt haben - obwohl das natürlich von Vorteil wäre - aber man muß den Notentext anschauen.
@ Haydnspaß: Gut, diese Voraussetzung war meinerseits erfüllt. Alles andere wäre wohl unfair. Hier irgendwas daherquatschen, ohne die Noten zu kennen.

Und gerade in Kenntnis der Noten bezog ich mich auf das "Presto", "Adagio" und "Allegro":
Zitat von Sesam:
die Darstellung eines in sich selbst kreisenden, wirbelnden, sich immer wilder drehenden Wirbels, der dann am Ende hin zur Auflösung (Improvisation!), zum letzten Aufbäumen (Presto!) und zur Ermattung (Adagio!) kommt, zum halberlösten (Allegro!) Überleiten in die Fuge
edit: das Fettgedruckte jetzt nachträglich, zur Verdeutlichung


@ Mathiéu: ich merke, dass in meinen Beiträgen zu deinem Präludium das "Nichtgefallen" im Vordergrund steht. Dem ist ganz und gar nicht so. Ich würde sonst nicht diese Zeit darauf verwenden.

LG, Sesam
 
 

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