Information ausblenden

Außergewöhnlich gepflegter und klangschöner Steinway & Sons Flügel B-211, 49.800 EUR

Dieses Thema im Forum "Instrumente" wurde erstellt von florhof, 5. Juni 2020.

  1. Shigeru
    Offline

    Shigeru

    Beiträge:
    1.207
    Nein: Anscheinend braucht man für Instrumente nach oder ab Baujahr 1974 eine Bescheinigung dass das Elfenbein schon vor 1974 geliefert (oder gekauft/geschossen) wurde, da seit diesem Jahr der Handel mit Elfenbein verboten ist
     
  2. cwtoons
    Offline

    cwtoons

    Beiträge:
    8.359
    Es gibt nur eine Vorgehensweise, die angemessen und richtig ist: man löst die Elfenbeinplättchen sorgfältig ab und überführt sie in die Heimat der Elefanten, nach Tansania. Dort bestattet man sie im Ngorongoro-Krater neben dem Grab von Michael Grzimek.

    CW
     
    florhof gefällt das.
  3. Stefan379
    Offline

    Stefan379

    Beiträge:
    770
    Waren die Restbestände tatsächlich derart groß? Schließlich gibt es ja Instrumente mit Elfenbeinbelägen, die bis Ende der 1980er Jahre gebaut wurden.
     
  4. Shigeru
    Offline

    Shigeru

    Beiträge:
    1.207
    Das waren aber nur noch einzelne Instrumente mit extra ‚Sonderausstattung‘. Der Rest (99,9%) wird seitdem mit Kunststoffbelag gebaut. Ich denke, dass die großen Hersteller da schon gut vorgesorgt haben. Machen sie ja mit ihren Holzvorräten auch
     
  5. Stefan379
    Offline

    Stefan379

    Beiträge:
    770
    Was die Premiumhersteller betrifft, war es wohl bis Ende der 1980er Jahre noch gang und gäbe, nicht nur bei den Konzertflügeln, und da sind noch recht viele Instrumente im Umlauf.
     
  6. agraffentoni
    Offline

    agraffentoni

    Beiträge:
    8.482
    Ich kenne einen Bösi 170 von 1989 mit einteiligem Ebein.
    Der B 514XXX, den ich 1990 neu kaufte hatte es gerade nicht mehr.
     
  7. Long Louis
    Offline

    Long Louis

    Beiträge:
    55
    Bei Steingräber gab oder gibt es auch noch Mammut. Ich glaube, das ist vor 1980 gestorben...

    Aber im Ernst, das Verbot von Elfenbein hätte schon viel früher erlassen werden müssen und ich möchte nicht echtes Elfenbein unter meinen Fingern spüren und bei jeder Note denken, dass es auch andere Lösungen gegeben hätte.

    Disclaimer: Ich bin kein Vegetarier. Es handelt sich nur um EINE persönliche Meinung.
     
  8. cwtoons
    Offline

    cwtoons

    Beiträge:
    8.359
    Man könnte ja auch Elefantenbullen züchten.

    CW
     
    Musikhasser gefällt das.
  9. Stefan379
    Offline

    Stefan379

    Beiträge:
    770
    Musikhasser gefällt das.
  10. Tastenscherge
    Offline

    Tastenscherge

    Beiträge:
    3.104
    Es darf nur mit Elfenbeinprodukten gehandelt werden, bevor Elfenbein in das Artenschutzprogramm aufgenommen wurde. 1976 wurden asiatische, 1990 afrikanische Elefanten in die Liste aufgenommen. Wenn der Flügel vorher gebaut wurde: kein Problem. Baujahr nach 1975 könnte extrem problematisch werden.

    Für eine Vermarktungsgenehmigung benötigt man die damalige Ausfuhrgenehmigung des ausführenden Landes. Über 40 Jahre alte Dokumente dürften aber in der Regel sehr schwer zu beschaffen sein. Liegen auch dem Hersteller oftmals nicht mehr vor (sofern dieser überhaupt noch existiert).

    Instrumente vor 1947 sind unbedenklich, sie gelten als Antiquität. Baujahr zwischen 1947 und 1975 ist auch halbwegs unproblematisch: es reicht, anhand der Seriennummer das Baujahr nachzuweisen. Und evtl noch glaubhaft machen, dass das Elfenbein nicht nachträglich draufgekommen ist. Nach 1975 ist wie gesagt die damalige Ausfuhrgenehmigung vorzulegen bei der Unteren Naturschutzbehörde, die dann eine Vermarktungsgenehmigung austellt (oder auch nicht). Handel ohne Genehmigung ist strafbar. Auch bereits das Anbieten zum Verkauf ist strafbar. Bereits das Vorhalten zum Verkauf ist strafbar. Bereits die Suche nach einem Käufer ist strafbar. Wer das unterschätzt ist selber schuld.

    https://www.br-klassik.de/aktuell/n...luegel-starnberg-prozess-artenschutz-100.html

    Auch muss man damit rechnen, dass das als Bumerang irgendwann zurück kommt: dann nämlich, wenn der Käufer den Flügel wieder weiter verkauft. Und dieser neue Käufer den wieder verkauft, z.B. an einen Händler, der das alles weiß. Oder der Käufer will damit in die Schweiz umziehen. Dann trifft das alle in der Kette........
     
    Barratt, Martin49 und Stefan379 gefällt das.
  11. Tastatula
    Offline

    Tastatula Super-Moderator Mod

    Beiträge:
    600
    Dann nehme ich an, daß Klavierhäuser diese Genehmigung haben.
    Jedenfalls bieten renommierte Häuser alte Flügel mit Elefantenzähnen an.
     
  12. Shigeru
    Offline

    Shigeru

    Beiträge:
    1.207
    Alt ist ja kein Problem (über 45 Jahre alt), sehr alt auch nicht (da gibt/gab es auch keine Kunstoffbeläge)

    Die Händler wissen das bestimmt alle, da dieses Problem ja schon zig Jahre bekannt ist.

    in den letzten 50 Jahren wurden wahrscheinlich eh 99,99% aller Klaviere/Flügel mit Kunststoffbelägen verkauft
     
  13. Rheinkultur
    Offline

    Rheinkultur Super-Moderator Mod

    Beiträge:
    9.019
    Herstellungsjahr in den frühen 1980ern und Elfenbeintastatur waren die Grundkonstellation für die in diesem Artikel beschriebenen Ereignisse:
    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/starnberg-muenchen-fluegel-elfenbein-tasten-1.4407169

    Da sollte erst mal Klarheit bestehen, bevor man das Instrument verkaufen kann.

    Mindestens letztere sind obligatorisch.

    LG von Rheinkultur
     
    Shigeru gefällt das.
  14. Stefan379
    Offline

    Stefan379

    Beiträge:
    770
    Doch, Zelluloid.
     
  15. schmickus
    Offline

    schmickus

    Beiträge:
    310
    Elfenit
     
  16. Barratt
    Offline

    Barratt Lernend

    Beiträge:
    11.402
    Krasse Geschichte. :018: Schade, dass man selten erfährt, wie solche Sachen tatsächlich ausgehen.
     
    Stilblüte gefällt das.
  17. pianochris66
    Offline

    pianochris66

    Beiträge:
    9.228
    Ich bin sehr für Artenschutz. Aber so etwas ist einfach lächerlich. Wenn in einer Tastatur zu einem Zeitpunkt, als dies noch legal war, Elfenbein verwendet wurde, muss so ein Instrument auch verkauft werden dürfen, und zwar ohne Probleme.
     
    pianovirus, Musikhasser und frosch gefällt das.
  18. Stilblüte
    Offline

    Stilblüte Super-Moderator Mod

    Beiträge:
    10.100
    Ich wäre auch interessiert daran, wie das ausgegangen ist.
     
  19. brennbaer
    Offline

    brennbaer

    Beiträge:
    1.728
    Google hilft:
    https://www.klassikradio.de/programm/aktuelles/klassik-news-vom-11-11-2019
     
    Barratt, Stilblüte und pianochris66 gefällt das.
  20. virtualcai
    Offline

    virtualcai

    Beiträge:
    535
    Wenn ich Mal nicht mehr weiß, wohin mit meinem Geld, würde ich meinen Flügel (1999) mit Elfenbein nachrüsten. Leider hat der Blüthner Tastenbelag nicht die Qualität von Steingräber.Hier und da gibt es noch immer legale Restbestände.
    Sollen die Nachkommen dann vor Gericht streiten und ich in der Hölle schmoren.