Auslöseleiste auswechseln

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KrautundRueben

KrautundRueben

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Hallo liebe Klavierbauer im Forum,

ich möchte bei meinem alten Weisbrod-Klavier die gesamte Auslöseleiste samt Puppen und Stiften auswechseln.

Meine Frage ist: welches Holz ist für die Auslöseleiste das richtige?

Danke & Gruß

KrautundRueben
 
agraffentoni

agraffentoni

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Ich vermute mal, daß die Originale aus Rotbuche ist.
Toni
 
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Styx

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Ich würd auf jeden Fall ein Hartholz verwenden, Rotbuche ist da schon mal nicht so verkehrt. Weißbuche ist ned ganz so freundlich zu verarbeiten, es spräche jetzt aber auch nichts unbedingt gegen Ahorn - außer der Preis.

PS: ich würd mir einfach fertige Puppenleisten von Baumgärtel, Jahn oder wie auch immer bestellen.

Viele Grüße

Styx
 
klaviermacher

klaviermacher

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Ich möchte ja nicht neugierig sein, aber mir erschließt sich der Grund nicht, warum man die Auslöseleiste erneuern sollte. Ich musste das noch nie in meinem ganzen Leben. Was ich allerdings schon immer wieder mal machen musste, waren abgebrochene Stellschrauben auswechseln, oder neu befilzen der Puppen oder neue Puppen einschrauben. Befilzen macht man übrigens mit gewebtem Filz. Leisten würde man nur anfertigen, wenn die alte Leiste gebrochen ist (auch ein Längsriss wäre da möglich) und die Stellschrauben keinen halt mehr haben. Die Leiste ist meistens Buche.

LG
Michael
 
S

Styx

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Aber eine andere Frage beschäftigt mich jetzt; was ist der Grund dafür eine gesamte Auslösepuppenleiste völlig zu ersetzen? Die überleben doch in der Regel sogar noch das Klavier?

Viele Grüße

Styx
 
KrautundRueben

KrautundRueben

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Hallo zusammen,

Danke schon mal für die Antworten!

in der alten Leiste stecken ein paar abgebrochene Stellschrauben, die weder von oben noch von unten herausgezogen werden können. Stattdessen wurden leicht seitlich versetzt neue Stellschrauben eingesetzt, so dass die Puppen auf diesen nicht in der optimalen Position sind. Entsprechend ist bei den betroffenen Tasten das Einstellen des Auslösepunkts schwierig und nicht sehr beständig.

Falls es einen Weg gibt, die alten Schraubenreste zu entfernen (raustreiben oder ausbohren und neu ausfüttern mit einem eingeleimten Rundstab?) und neue an der korrekten Stelle einzusetzen, so würde ich erstmal das versuchen. Könnt ihr mir hierfür Tipps geben?

Viele Grüße

KrautundRueben
 
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Styx

Guest
Hallo zusammen,

Danke schon mal für die Antworten!

in der alten Leiste stecken ein paar abgebrochene Stellschrauben, die weder von oben noch von unten herausgezogen werden können. Stattdessen wurden leicht seitlich versetzt neue Stellschrauben eingesetzt, so dass die Puppen auf diesen nicht in der optimalen Position sind. Entsprechend ist bei den betroffenen Tasten das Einstellen des Auslösepunkts schwierig und nicht sehr beständig.

Falls es einen Weg gibt, die alten Schraubenreste zu entfernen (raustreiben oder ausbohren und neu ausfüttern mit einem eingeleimten Rundstab?) und neue an der korrekten Stelle einzusetzen, so würde ich erstmal das versuchen. Könnt ihr mir hierfür Tipps geben?
Einem solchem Problem bin ich bisher noch nicht begegnet - aber ich weiß auch nicht wer sich daran bisher alles so versucht hat. In diesem Falle bedarf es wohl wrklich einer neuen Leiste, welche allerdings vom Klavierbauer hergerichtet werden sollte.

Viele Grüße

Styx
 

klaviermacher

klaviermacher

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Hallo zusammen,

Danke schon mal für die Antworten!

in der alten Leiste stecken ein paar abgebrochene Stellschrauben, die weder von oben noch von unten herausgezogen werden können. Stattdessen wurden leicht seitlich versetzt neue Stellschrauben eingesetzt, so dass die Puppen auf diesen nicht in der optimalen Position sind. Entsprechend ist bei den betroffenen Tasten das Einstellen des Auslösepunkts schwierig und nicht sehr beständig.

Falls es einen Weg gibt, die alten Schraubenreste zu entfernen (raustreiben oder ausbohren und neu ausfüttern mit einem eingeleimten Rundstab?) und neue an der korrekten Stelle einzusetzen, so würde ich erstmal das versuchen. Könnt ihr mir hierfür Tipps geben?

Viele Grüße

KrautundRueben
Ach, die richtet man an so einem historischen Weisbrod! Wenn ein paar (vielleicht 3,4?) Schrauben nicht herausschraubbar und an falscher Stelle ersetzt wurden, bohrt man die Schraube halt auf und macht einen kleinen Dübel, da hast Du schon recht! Den leimt man passend ein. Dann misst Du mit der Micrometerschraube das Gewinde und bohrst das Loch um etwa 2/10 Millimeter dünner als die neue Stellschraube. Sie muss von Hand mit mäßigem Kraftaufwand einschraubbar sein. Ist das nicht möglich, versucht man es mit 1/10 Millimeter dünneren Bohrer. Du brauchst sonst kein Material für die Arbeit, wenn die leicht versetzten Puppen abzuschrauben sind und funktionieren (also nicht extrem verbogen sind) . Du arbeitest mit Dübel auf Stirnholz, vergiss das nicht, und man muss das mit dem Maß der Festigkeit (von Hand mit mäßigem Kraftaufwand...) hin kriegen. Wenn Du die Leiste heraus nimmst, und nur wenige Stellschrauben zu bewegen sind, sozusagen alle zu fest, kann man die Gewinde mit CLP und einer Spritze behandeln. Allenfalls irgendein dünnflüssiges Kriechöl - das sieht zwar nicht sehr hübsch aus, aber tut den Zweck. Alle durchprobieren, fertig!

LG
Michael
 
KrautundRueben

KrautundRueben

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Hallo zusammen,

Ich hab gestern die Auslösung neu eingestellt, und dabei festgestellt dass auch solche Töne schwierig zu regulieren sind, bei denen keine seitlich versetzten Stellschrauben/Puppen drauf sind. Teilweise reicht eine Umdrehung an der Stellschraube von wenigen Grad, um in der Auslösung zwei Millimeter zu bewirken.

Ich glaube daher, dass die Puppen (sind anscheinend noch die 1920er Originale) dellig sind. Erster Schritt wäre daher wohl, die Puppen aufarbeiten zu lassen (wenn das überhaupt zu annehmbarem Aufwand geht) oder neue draufzumachen. Nachdem ich die Regulierung dennoch befriedigend hinbekommen habe, hab ich die Aktion auf unbekannte Zeit verschoben.

Dennoch herzlichen Dank für die Antworten!

Viele Grüße
KrautundRueben
 
klaviermacher

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Hallo zusammen,

Ich hab gestern die Auslösung neu eingestellt, und dabei festgestellt dass auch solche Töne schwierig zu regulieren sind, bei denen keine seitlich versetzten Stellschrauben/Puppen drauf sind. Teilweise reicht eine Umdrehung an der Stellschraube von wenigen Grad, um in der Auslösung zwei Millimeter zu bewirken.

Ich glaube daher, dass die Puppen (sind anscheinend noch die 1920er Originale) dellig sind. Erster Schritt wäre daher wohl, die Puppen aufarbeiten zu lassen (wenn das überhaupt zu annehmbarem Aufwand geht) oder neue draufzumachen. Nachdem ich die Regulierung dennoch befriedigend hinbekommen habe, hab ich die Aktion auf unbekannte Zeit verschoben.

Dennoch herzlichen Dank für die Antworten!

Viele Grüße
KrautundRueben
Dann muss man wohl die Puppen neu befilzen. Irgendwo hab ich ein Video, wie man das macht...

LG
Michael
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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Ich hab gestern die Auslösung neu eingestellt, und dabei festgestellt dass auch solche Töne schwierig zu regulieren sind, bei denen keine seitlich versetzten Stellschrauben/Puppen drauf sind. Teilweise reicht eine Umdrehung an der Stellschraube von wenigen Grad, um in der Auslösung zwei Millimeter zu bewirken.
Das dürfte bei so ziemlich allen älteren Klavieren so sein. Macht aber nicht so viel.
 
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