August Förster Flügel Modell 215 - was ist der wert?


G
greebo
Dabei seit
20. Aug. 2021
Beiträge
2
Reaktionen
0
Nachdem ich hier eine Weile mitgelesen habe, habe ich jetzt eine Frage:

Ich besitze einen August Förster Flügel (Löbau, ca. 1970), Modell 215 in schwarz.

Da ich selbst nicht spiele, kann ich den Zustand nicht gut einschätzen. Ein Dämpfer hängt (E), und das Instrument ist seit einiger Zeit nicht gestimmt worden.

Der Flügel steht bei 22 Grad und 40-60% Luftfeuchtigkeit.

Wer in Berlin oder Umgebung kann mir denn eine erste Idee geben, was das Instrument noch wert ist und ob bei einem evtl. Verkauf ein Händler oder privat der bessere Ansatz ist? Und: Sollte ich das Instrument lassen wie es ist oder zuvor überholen lassen?

Gibt es Händler, die hier empfehlenswert sind oder eher ein Stimmer/Klavierbauer?

Und gibt es schon erste Meinungen aus dem Forum?

Danke!

-greebo-


image.jpg

image.jpgimage.jpg
 
Steinsgate
Steinsgate
Dabei seit
24. Juli 2021
Beiträge
211
Reaktionen
126
...oh Mann. Wie ich Dich doch beneide um dieses Stück. Allerdings habe ich keine Ahnung was den Wert betrifft. Wollte das einfach nur loswerden...
 
K
klaros
Dabei seit
18. Jan. 2019
Beiträge
3.547
Reaktionen
3.567
Hallo @grebo, der optische Eindruck ist sehr gut und der Name "Förster" ist auch ein Plus. Hier könnte es aber mit stimmen nicht getan sein, da sollte ein erfahrener Klavierbauer zu Rate gezogen werden.
Zur Ermittlung eines auch nur ungefähren Wertes ist eine gründlichere Untersuchung nötig.
Viel Glück
 
Tastenscherge
Tastenscherge
Dabei seit
10. Dez. 2007
Beiträge
3.454
Reaktionen
2.533
J
joerch
Dabei seit
8. Juli 2020
Beiträge
57
Reaktionen
72
Bevor der Flügel zum Verkauf angeboten wird, sollte er gestimmt werden!

Man hört und liest zwar immer das Argument, daß er nach Transport sowieso gestimmt werden muß, was auch richtig ist, aber kein Privatkäufer in der Liga kauft einen schlecht klingenden verstimmten Flügel, es sei denn er ist Schnäppchenjäger und zahlt nicht viel.
 
Steinsgate
Steinsgate
Dabei seit
24. Juli 2021
Beiträge
211
Reaktionen
126
Ich muss jetzt mal fragen. DDR ist ja eine Sache, aber mal Hand aufs Herz. Vor dem Krieg waren viele der renommiertesten Firmen in der ehemaligen DDR ansässig. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mit dem Bau der Mauer auf einmal alle Fachleute und Speziallisten entweder über die Mauer oder tot umgefallen sind. Das nicht die allerfeinsten Werkstoffe zur Verwendung kamen lass ich mir gern gefallen. Ich frage mich nur wirklich, ob man den Menschen ihr Wissen und handwerkliches Können absprechen darf. Wurden denn handwerklich wirklich so viel bessere Flügel in z.B. Westdeutschland gebaut? Das würde mich wirklich interessieren.
 
K
klaros
Dabei seit
18. Jan. 2019
Beiträge
3.547
Reaktionen
3.567
Auch ich habe einen Vorbehalt in dieser Hinsicht. Ob eine Herstellertradition noch von der Eigentümer- oder gar Gründerfamilie weitergeführt wird, oder ob ein selenloser Staatsapparat alles managt, kann m.E. nicht unbedeutend sein.
Der Einwand in Bezug auf August Förster, hat mich an die Enttäuschung erinnert, die ich beim Spiel auf einem Blüthner noch aus DDR- Produktion kurz vor der Wende erlebte.
Gut, ich habe ihn mit einem 1913 gebauten Aliquot verglichen, aber es war noch nicht einmal der Klang, womit er so sehr negativ auffiel, sondern die Grobheit der Mechanik. Man könnte überspitzt sagen: "Ton kommt laut oder gar nicht." Fein abgestufte Dynamik - Fehlanzeige.
@greebo, sorry, dass das jetzt von deinem Anliegen etwas wegführt, aber ich hatte bei meinem ersten Beitrag den Namen "Förster" etwas zu undifferenziert herausgestrichen.
 
Steinsgate
Steinsgate
Dabei seit
24. Juli 2021
Beiträge
211
Reaktionen
126
Auch ich habe einen Vorbehalt in dieser Hinsicht. Ob eine Herstellertradition noch von der Eigentümer- oder gar Gründerfamilie weitergeführt wird, oder ob ein selenloser Staatsapparat alles managt, kann m.E. nicht unbedeutend sein.
Der Einwand in Bezug auf August Förster, hat mich an die Enttäuschung erinnert, die ich beim Spiel auf einem Blüthner noch aus DDR- Produktion kurz vor der Wende erlebte.
Gut, ich habe ihn mit einem 1913 gebauten Aliquot verglichen, aber es war noch nicht einmal der Klang, womit er so sehr negativ auffiel, sondern die Grobheit der Mechanik. Man könnte überspitzt sagen: "Ton kommt laut oder gar nicht." Fein abgestufte Dynamik - Fehlanzeige.
@greebo, sorry, dass das jetzt von deinem Anliegen etwas wegführt, aber ich hatte bei meinem ersten Beitrag den Namen "Förster" etwas zu undifferenziert herausgestrichen.
Ist ja eigentlich schade, denn in anderen Posts wird August Förster schon sehr gelobt. Aber in diesem Fall eben keine aus der DDR-Zeit. Schade, schade...
 
PianoLove
PianoLove
Dabei seit
27. Dez. 2013
Beiträge
424
Reaktionen
718
Lass einen Klavierbauer kommen, der das gute Stück einschätzt und Dir damit sagen kann was zu tun wäre und was er wert ist. Das sind dann im Gesamtergebnis gut angelegte, vielleicht, 100€.
 

Tastenscherge
Tastenscherge
Dabei seit
10. Dez. 2007
Beiträge
3.454
Reaktionen
2.533
Naja. Viel kann man mit dieser Antwort ja leider nicht anfangen, außer das Du damit deiner eigenen Meinung Nachdruck verleihst. Ich bin mir sicher, Du als Klavierbauer und Händler wirst "definitiv" wissen warum die Manufakturen in der ehemaligen DDR so viel schlechter waren.
Ich weiß auch nicht mehr als jeder andere. Die Qualität vieler Ostprodukte hing den Westprodukten nach. Über die Gründe habe ich auch nur meine Vorurteile und Allgemeinwissen, kein Spezialwissen. Ich vermute mal, es lag an Materialknappheit und Schlendrian. Am Wissen über traditionelles Handwerk lag es wohl eher nicht, denn bis zur Teilung hatten Ost- und Westhandwerker ja die gleiche Geschichte und Ausbildung.

In dem Laden, in dem ich von 1988 bis 1991 meine Ausbildung gemacht habe (im Westen), hatten wir die Vertretung von Blüthner und Zimmermann, also DDR. Die konnte ich direkt vergleichen mit all den anderen Marken, die wir da im Laden vertreten hatten (Schimmel, Seiler, May, Bechstein.....). Da lagen schon Welten dazwischen.
 
Tastenscherge
Tastenscherge
Dabei seit
10. Dez. 2007
Beiträge
3.454
Reaktionen
2.533
Lass einen Klavierbauer kommen, der das gute Stück einschätzt und Dir damit sagen kann was zu tun wäre und was er wert ist. Das sind dann im Gesamtergebnis gut angelegte, vielleicht, 100€.
Ganz genau: Stimmer kommen lassen und schon mal stimmen lassen. Vielleicht kann der im vorbeigehen ja noch den kaputten Dämpfer richten. Das Geld wäre gut angelegt, da man gestimmte Instrumente immer besser verkaufen kann.
 
K
klaros
Dabei seit
18. Jan. 2019
Beiträge
3.547
Reaktionen
3.567
Ganz genau: Stimmer kommen lassen und schon mal stimmen lassen. Vielleicht kann der im vorbeigehen ja noch den kaputten Dämpfer richten. Das Geld wäre gut angelegt, da man gestimmte Instrumente immer besser verkaufen kann.
Das mag sein, aber wenn ich mich als Käufer für ein gebrauchtes Instrument, (Flügel oder Klavier) interessiere, dann möchte ich es lieber ungestimmt vorfinden. Die Art der Verstimmung sagt etwas aus darüber, ob es sich gut stimmen lässt und nicht einzelne Töne schnell wieder absacken. Wenn es sehr stark verstimmt ist, lasse ich die Finger sowieso davon, es sei denn, eine Überholung würde sich wegen besonderer Herkunft und entsprechendem Preis lohnen.
 
Henry
Henry
ehemals Alb/Styx
Dabei seit
19. Jan. 2016
Beiträge
10.889
Reaktionen
7.042
Ist zwar n Ostflügel, aber die alten Löbauer Förster hatten eine recht gute Qualität.

Vor dem Verkauf sollte er allerdings erst ein mal gestimmt und mechanische Unpässlichkeiten beseitigt werden.
 
DonMias
DonMias
Dabei seit
10. Aug. 2015
Beiträge
2.831
Reaktionen
3.465
Das mag sein, aber wenn ich mich als Käufer für ein gebrauchtes Instrument, (Flügel oder Klavier) interessiere, dann möchte ich es lieber ungestimmt vorfinden.

Wenn es sehr stark verstimmt ist, lasse ich die Finger sowieso davon,
Du verwirrst mich. Diese beiden Aussagen passen für mich nicht zusammen. Wo liegt meine Denkblockade?
 
K
klaros
Dabei seit
18. Jan. 2019
Beiträge
3.547
Reaktionen
3.567
Du verwirrst mich. Diese beiden Aussagen passen für mich nicht zusammen. Wo liegt meine Denkblockade?
Ich meine, dass ich lieber ein nicht frisch gestimmtes Instrument, Klavier/Flügel anspiele um zu hören, wie es die Stimmung hält oder nicht.
Im Falle aber, dass es hoffnungslos verstimmt ist, so als wären Wirbel lose, dann sehe ich ganz von einem Kauf ab, weil dann auch eine Stimmung alleine nichts bringen würde.
 
OE1FEU
OE1FEU
Dabei seit
17. Okt. 2017
Beiträge
1.509
Reaktionen
1.412
Das mag sein, aber wenn ich mich als Käufer für ein gebrauchtes Instrument, (Flügel oder Klavier) interessiere, dann möchte ich es lieber ungestimmt vorfinden. Die Art der Verstimmung sagt etwas aus darüber, ob es sich gut stimmen lässt und nicht einzelne Töne schnell wieder absacken. Wenn es sehr stark verstimmt ist, lasse ich die Finger sowieso davon, es sei denn, eine Überholung würde sich wegen besonderer Herkunft und entsprechendem Preis lohnen.

Ich halte das für an den Haaren herbeigezogenen Unsinn. Wenn man als Käufer schon so "sophisticated" ist wie beschrieben, dann hat man eh einen Stimmschlüssel dabei und kann binnen kürzester Zeit feststellen, in welchem Zustand der Stimmstock, die Wirbel und die Saiten sind.

Für alle anderen ist es vor allem der Klang, der als Kaufentscheidung dient - und da will man einen gestimmten Flügel vorfinden.
 
G
greebo
Dabei seit
20. Aug. 2021
Beiträge
2
Reaktionen
0
Danke für all die Antworten.

Gibt es denn einen Klavierstimmer/Klavierbauer in Berlin, den Ihr für eine Stimmung und Einschätzung empfehlt?

Vielleicht auch einen Händler, der ankauft?

Danke, greebo
 
Henry
Henry
ehemals Alb/Styx
Dabei seit
19. Jan. 2016
Beiträge
10.889
Reaktionen
7.042
Mei, in Berlin wimmelt es doch nur so von Klavierstimmern - Lutz Schmalenberg, Silvia Klessen- Mankiwitz, Thomas Stieler, Katrin Urban, Michael Masur ....
 
 

Top Bottom