Aufnahmeprüfung in Schulmusik


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StefanN
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Bin grad leider irgendwie im Motivationstief und mein Schlafrhythmus ist sowieso kaputt 😕 Morgen wirds hoffentlich besser
Motivationstiefen gibts noch genügend, also übe Dich daran, das jetzige Tief zu überwinden. Jetzt ist es ja noch fast ungefährlich.


Und kaputte Schlafrhythmen wird es auch reichlich geben. Allein die Musikerpartys! Deshalb einen robusten Tagesablauf einlernen. Auch wenn Du um vier Uhr früh in Deine Bude zurückkommst: um Punkt 10 Uhr wird die Klaviertastatur angefasst.
 
phil.lx
phil.lx
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Sooo, ich reaktiviere das ganze hier mal wieder.
Ich treffe mich nun bereits am Montag mit einem Hochschuldozenten.
Was wären denn wirklich wichtige Fragen, die ich bei sowas auf keinen Fall vergessen darf?
 
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StefanN
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Was hier im Forum ja schon erarbeitet wurde. Mir fällt ein: Phrasierung. Große Linie. Sauberes Spiel. - da gab's ja noch mehr.

Der Hochschuldozent wird Dir aber sowieso alles sagen (wenn er jetzt Klavierdozent ist).

Ich würde jetzt wegen Montag noch mehr schreiben... aber schreib' uns dann lieber, wie es Dir "ergangen" ist. :super:
 
Stilblüte
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Du solltest ihm erzählen, was deine aktuellen Pläne sind - betreffend Studium und Berufswunsch, und ihm möglichst viele verschiedene Stücke vorspielen. Das muss nicht zwangsläufig ein komplettes Werk sein - die ersten Seiten genügen auch schon - aber am besten verschiedene Stile (wenn möglich Klassik dabeihaben). Im Idealfall hast du dann eine Weile Unterricht, so dass der Lehrer erfährt, wie du reagierst (in welcher Weise; in wieweit du seine Ideen verstehst; wie schnell du etwas umsetzen kannst; wie du dich pianistisch auf den Tasten bewegst und wie flexibel du bist; wie du kreative Ideen entwickelst usw.).
Anschließend kannst du um eine ehrliche Einschätzung deines aktuellen Spielstandes bitten und fragen, wie der Lehrer deine Berufs- und Studienwünsche einschätzt. Du kannst auch von deinem aktuellen Unterricht erzählen und fragen, ob das aus Studienvorbereitung ausreichen ist. Ggf. kannst du nach einer Lehrerempfehlung fragen. Du kannst auch um konkrete Übehinweise bitten bzw. sonstige Anregungen, wie du dich jetzt verhalten und vorbereiten kannst.

Ganz großes Aber und Vorsicht noch dazu:
Man weiß nie, an wen man bei so einer Studienberatung gerät. Ich teile mal grob in drei Kategorien ein:

a) Kompetenter Lehrer (fachlich und menschlich), der dir offen und freundlich begegnet, sich Zeit nimmt, auf dich eingeht, und dir eine behutsame, aber ehrliche und begründete Rückmeldung gibt.

b) Über die Kompetenz treffe ich keine Aussage - aber hier wirst du wenig Nützliches erfahren. Du gehst verwirrt aus dem Unterricht und weißt nicht, was du jetzt machen sollst. Das kann verschiedene Gründe haben (z.B. dass Lehrer + Schüler nicht zusammenpassen, kommt manchmal vor).

c) Katastrophenfall: Der Lehrer gibt dir unmissverständlich zu spüren, dass du für ihn nur Zeitverschwendung (oder gar - billiges Geld) bist, du kein Talent hast und nichts kannst. Hier wirst du völlig zerschlagen und entmutigt aus dem Unterricht kommen.

Falls du an b) oder c) geraten solltest: Unbedingt eine Zweit- oder Drittmeinung einholen und keinesfalls deine Zukunftsplanung darauf aufbauen. Leider gibt es in jedem Business Leute, die inkompetent oder lustlos sind oder sich gar durch das Herabsetzen anderer pushen wollen. Das hat weder mit Fairness noch mit Ehrlichkeit zu tun, sondern ist nur noch unprofessionell.
Selbst wenn dir ein Lehrer der Kategorie a) vom Studium abrät, freundlich und begründet, ist das noch kein K.O.-Kriterium. In diesem Fall gilt es, die Gründe sehr genau anzuhören und zu genau überlegen, ob du bereit bist, so viel Zeit, Geld, Mühe und Arbeit zu investieren, dass ein Studium evtl. doch noch möglich sein wird. Wenn du dann dennoch studieren möchtest, würde ich auch hier eine Zweitmeinung einholen.

Ansonsten: Viel Spaß! Vermutlich wird es sehr schön und hilreich werden. Ich wünsche dir sehr guten Unterricht. Wenn du den bekommst, wirst du danach die Musikwelt mit anderen Augen sehen (und vor allem mit anderen Ohren hören!).

PS: Karlsruhe ist hundert Mal schöner als Stuttgart, zumal für Studenten (und die Zuganbindung an Stuttgart ist eine Grausamkeit am reisenden Menschen). Allerdings weiß ich nicht, wie die Schulmusikabteilungen jeweils aufgestellt sind. Wenn's nur um die Stadt ginge, würde ich keine Sekunde überlegen :005:
 
phil.lx
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Was hier im Forum ja schon erarbeitet wurde. Mir fällt ein: Phrasierung. Große Linie. Sauberes Spiel. - da gab's ja noch mehr.

Der Hochschuldozent wird Dir aber sowieso alles sagen (wenn er jetzt Klavierdozent ist).

Ich würde jetzt wegen Montag noch mehr schreiben... aber schreib' uns dann lieber, wie es Dir "ergangen" ist. :super:
Wird gemacht :D
Du solltest ihm erzählen, was deine aktuellen Pläne sind - betreffend Studium und Berufswunsch, und ihm möglichst viele verschiedene Stücke vorspielen. Das muss nicht zwangsläufig ein komplettes Werk sein - die ersten Seiten genügen auch schon - aber am besten verschiedene Stile (wenn möglich Klassik dabeihaben). Im Idealfall hast du dann eine Weile Unterricht, so dass der Lehrer erfährt, wie du reagierst (in welcher Weise; in wieweit du seine Ideen verstehst; wie schnell du etwas umsetzen kannst; wie du dich pianistisch auf den Tasten bewegst und wie flexibel du bist; wie du kreative Ideen entwickelst usw.).
Anschließend kannst du um eine ehrliche Einschätzung deines aktuellen Spielstandes bitten und fragen, wie der Lehrer deine Berufs- und Studienwünsche einschätzt. Du kannst auch von deinem aktuellen Unterricht erzählen und fragen, ob das aus Studienvorbereitung ausreichen ist. Ggf. kannst du nach einer Lehrerempfehlung fragen. Du kannst auch um konkrete Übehinweise bitten bzw. sonstige Anregungen, wie du dich jetzt verhalten und vorbereiten kannst.
Danke, auch das werde ich machen :D Muss dazu aber sagen, dass mein Repertoire leider immer noch ziemlich klein ist, vor allem außerhalb von Chopin. 😅 Naja, wird schon.
Ganz großes Aber und Vorsicht noch dazu:
Man weiß nie, an wen man bei so einer Studienberatung gerät. Ich teile mal grob in drei Kategorien ein:
[...]
So wie ich ihn bis jetzt einschätze gehört er zumindest mal nicht zu Kategorie C, er wurde mir von einer anderen Professorin empfohlen, die sich nicht mit mir treffen kann. Von dem was ich jetzt über ihn gelesen habe, hat er sowas auch schon häufiger gemacht.
Ansonsten danke für die Umgangstipps mit den verschiedenen Arten, früher oder später werd ich das bestimmt gebrauchen können.

Und jap, Karlsruhe ist definitiv um einiges schöner als Stuttgart und aktuell auch mein Favorit
 
phil.lx
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So, Montag ist rum und damit auch das Treffen :D
Wirklich Unterricht haben wir zwar eher nicht gemacht, dennoch hab ich aus dem Treffen schon viel mitgenommen (Er ist definitiv Typ A aus Stilblütes Einteilung :P). Zunächst haben wir das ganze "drumherum" der Aufnahmeprüfung durchgesprochen, er hat ein wenig mein Gehör getestet, meine musikgeschichtlichen Kenntnisse und mein *ächz* Blattspiel, mir weitere Materialien empfohlen sowie eine umfangreiche Sammlung an den verschiedenen Musiktheorie-Bereichen, die ich ich für die Aufnahmeprüfung können muss, mitgegeben. An meinem Spiel hatte er ähnliche Kritikpunkte wie auch schon hier besprochen, traut mir aber was meine pianistischen Fähigkeiten angeht auch bereits in einem halben Jahr eine Aufnahmeprüfung für Schulmusik zu. Das Stück aus der Moderne wird wohl ausgetauscht, da hat er mir auch noch eine ausführliche Liste mitgegeben, die ich grade durchgehe. Das "Problem" von zu oft gespielten Stücken ist aus seiner Sicht bei Bachs Präludium und Fuge in c-moll nicht so dramatisch weshalb ich das auch nicht austauschen sollte. Bezüglich meiner Unterrichtssituation werde ich schauen, wie es in den nächsten Wochen läuft, er wäre allerdings auch bereit, wenn es zeitlich funktioniert, mich als Schüler aufzunehmen.
 
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Demian
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Ich weiß nicht, wie es an anderen Musikhochschulen aussieht, aber an der hiesigen bestand beim letzten Aufnahmeprüfungsdurchlauf für Schulmusik ein solch eklatanter Mangel an Bewerbern, dass es sogar frei gebliebene Studienplätze gab. Es wurden Schulen angeschrieben, damit dort bei den Abiturienten Werbung für das Studium der Schulmusik gemacht werden sollte. Auch von einer Berufsfachschule für Popularmusik habe ich von Bewerbermangel erfahren.

Meine Vermutung: Es ist ja schon lange so, dass viele deshalb Schulmusik studieren, um später gerade nicht in der Schule zu arbeiten, sondern um als Musiker freiberuflich aktiv zu sein. Genau diese Bewerber scheinen sich angesichts der Corona-Krise, die ja vor allem eine Kulturkrise ist, nun anders zu orientieren und nicht das Risiko der Laufbahn eines freischaffenden Musikers zu wählen.

@phil.lx Du könntest den Professor ja mal fragen, wie er die Lage einschätzt. Es könnte ja eventuell sein, dass du nicht zittern musst, einen Studienplatz zu bekommen, weil das Spielniveau für die Aufnahmeprüfung aufgrund von Bewerbermangel nicht ganz so hoch sein muss wie bisher. Was natürlich nicht bedeutet, dass du dich hängen lassen sollst. Das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen sollte immer im Vordergrund stehen. Und das könnte mit weniger Druck ja vielleicht noch besser gelingen.
 
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