8 über 6 er Triolen ... Beethoven Op 2 No 1

hyp408

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Hallo,

fresse mich gerade durch die F-Moll Sonate. Erster Satz klappt schon ganz gut, beim zweiten Satz gehts voran bis zu der Stelle an der in der linken Hand jeweils 6 Noten (notiert in jeweils 2 Triolen) gegen 8 32-tel in der rechten Hand notiert sind. Wie sich das anhören soll, weiss ich (hab die Aufnahme von Barenboim).

Gibt es Tips, wie man eine solche Stelle übetechnisch angeht? Oder einfach beide Hände bis zur Perfektion üben und dann zusammen spielen? Ich hab das Gefühl, dass es da im Gehirn noch nicht den Schalter umgelegt hat (nämlich beide Stimmen völlig unabhängig voneinander zu "begreifen").

Gibts für solche Stellen einen Fachausdruck? Oder heisst das einfach nur 8 über 6? Ist das wirklich so schwierig oder kommt es mir als Anfänger nur so vor?

Es geht um die Takte 37 und 38 (erstmal)


Gruss und Dank (für jeden Tip)

Hyp
 
dilettant

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Na, dann freu Dich schon mal auf den vierten Satz (sieht harmlos aus, ist es aber in "Prestissimo" nicht mehr):
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Zum Üben: Bei 2 zu 3 wird ja tlw. das Auszählen empfohlen (sozusagen kgV bilden und dann wie verrückt zählen). Oder "Leberwurstbrot" als Rhythmus aufsagen. Ich bin kein großer Freund davon, und bei 8 zu 6 ist es auch nicht mehr praktikabel. Ich nutze folgende Übetechniken:
  • Klar, erstmal jede Hand für sich üben. Es sollte im Schlaf sitzen.
  • Zusammen: Ich würde es vertikal zerlegen und immer nur eine Viertel oder sogar nur eine Achtel-Zählzeit üben (also vier oder acht Noten in der r. H. und die zugehörigen drei oder sechs Noten links): Ersten Ton anschlagen (c+g). Dann beidhändig vier/drei Noten spielen, dabei versuchen, gleichzeitig auf c+e anzukommen und dort ausruhen. Dann das nächste Achtel.
  • Falls das so gar nicht klappt, abwechselnd rechts vier und links drei Noten spielen, aber dabei exakt die Achtel durchzählen (evtl. Metronom), so dass Du sowohl das Triolentempo wie auch die 16tel verinnerlichst. Dann wieder zusammen versuchen wie oben beschrieben.
  • Evtl. bewusst machen, in welcher Reihenfolge links/rechts die Töne kommen.
Meine Idee ist, eben nicht über den "'Binnenrhythmus" nachzudenken, sondern in Achteln (besser: Vierteln) zu denken, zu fühlen, zu "grooven" und zu versuchen, rechts vier bzw. acht und links drei bzw. sechs Noten unterzubringen.

Viel Spaß. Ich hab mit dem vierten Satz angefangen, dann den ersten gemacht, und momentan fehlt mir etwas die Motivation für 2+3 ... Aber es ist eine wunderbare Sonate.
 
raffaello

raffaello

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Such mal bei Youtube nach dem Schlagwort "polyrythms", da gibt es jede Menge Videos zu der Thematik.
 
Stilblüte

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Hallo!
6 gegen 8 ist ja nichts anderes als 3 gegen 4, und dazu gibt es sicher Infos en masse hier im Forum und im Internet. So auf die Schnelle würde ich eine Mischung aus verschiedenen Herangehensweisen empfehlen - sowohl der langsamen, ausgezählten, analytischen, als auch der pragmatischen - beide Hände einzeln sehr gut üben, und dann "Augen zu und durch". Dabei so gut wie möglich "mental" locker lassen, und Schritt für Schritt an kleinen Eckpunkten arbeiten.
Diese Methode allein führt allerdings nicht zum Ziel, das Gehirn muss schon wissen, was es eigentlich zu tun hat.
Was ebenfalls helfen kann und zwischen analytisch und pragmatisch liegt: Spiele eine Hand in Gruppierungen (z.B. links wie notiert, rechts pro Dreiergruppe je einen Cluster mit richtigem Fingersatz statt der vier Töne - oder nur die Töne, die mit links zusammenfallen, und umgekehrt).
Spiele sehr langsam und sehr schnell, eine Hand sehr laut und eine sehr leise.

Und: Kannst du dir das, was rauskommen soll im Kopf vorstellen? Vermutlich nicht. Ist nämlich sehr schwierig. Daran kannst du auch arbeiten. Denn wenn du es innerlich hörst, kannst du es auch spielen.
 
 

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