Wie Niedergewicht / Aufgewicht korrekt messen?

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chriki

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Hallo an alle,

nach langer Abstinenz hab ich wieder meine Liebe zum Klavier gefunden und bin auf diese Forum gestoßen :-)

Ich habe mir vor 10 Jahren ein Yamaha E-121T (mit Moderator) gekauft.
Soweit bin ich zufrieden, nur das Leisespiel gestaltet sich etwas schwierig für meinen Geschmack, da das Anschlagsgewicht zur Auslösung des Hammers recht schwer ist.

Die Frage Niedergewicht / Aufgweicht wurde hier im Forum schon oft gestellt, ich habe auch diverse Links schon durchgeforstet. Trotzdem habe ich noch eine Frage dazu, hoffentlich kann ichs richtig bescheiben:

Wenn ich ein Gewicht auf die Taste legen (natürlich mit durchgedrücktem Haltepedal, ca. 1cm vom Rand der Taste weg), wie weit muss die Taste nun nach unten gehen? Wenn ich z.B. 50 gramm auflege, geht die Taste kaum bzw. nur bis etwa zur Hälfte nach unten und belibt stehen. Wenn ich 57 Gramm nehme, dann geht die Taste nach ganz unten und der Hammer schlägt ganz leicht auf die Saiten. Ist also ein Ton hörbar. Wenn man eine Taste mit den Fingern langsam nach unten drückt, ist letzten Viertel des Tastenweges nochmals ein leichter Druckpunkt zu spüren. Der verhindert z.T. auch, dass die Taste mit 50Gramm ganz nach unten geht.

- Misst man das Niedergewicht bis die Taste sich leicht senkt oder bis sie wirklich ganz unten ist (dann gibt es einen leichtenTon, da ja der kleine spürbare Widerstand zum Schluß überwunden werden muss) ?

- Ist das normal, das teilweise das notwendige Niedergewicht innerhalb EINER Oktave oder auch direkt nebeneinander sehr unterschiedlich ist, mal 60gramm, mal 50 Gramm? (dass tiefe Tasten normalerweise mehr Gewicht benötigen als sehr hohe Tasten ist mir klar)

Vielleicht mag/kann mir einer von Euch diese Fragen erklären?!

Gruß

Chris
 
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veloce

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Soweit ich weiss soll sich die Taste bei 50 - 55 g langsam bis zu dem Punkt senken, an dem die Stosszunge auslöst, dass es dann erstmal nicht weitergeht ist normal. Das ist der Punkt, den man misst. Wenn die Taste aber trotz abgehobener Dämpfer auf der Hälfte stehen bleibt, stimmt wohl schon was nicht.

Es ist sicher auch nicht wünschenswert, dass es da von Taste zu Tasche Schwankungen gibt. Optimal ist, wenn nebenbeneinanderliegende Tasten bei dem gleichen Gewicht sich in der gleichen Weise und gleich weit senken. Der Wert selbst ist weniger wichtig, solange er im Bereich von 50 - 60 g liegt, als dass es in den Werten zwischen den Tasten keine Sprünge gibt.

Wenn das nicht der Fall ist, fallen mir als Gründe feste Achsen, ungleichmäßige Hammernussfedern oder ungleichmäßig dicke Hammernusspolster ein.

Der Druckpunkt, den du im letzte Viertel spürst, ist der Punkt, an dem die Stosszunge an der Auslösepuppe angreift. Die zusätzliche Kraft entsteht letztlich aus der Reibung der Stosszungenspitze auf dem Hammernussleder. Im dynamischen Gebrauch der Mechanik ist dieser Widerstand aber kaum noch vorhanden. Und mit 50 - 55 g sollten es die Tasten bis hierhin schaffen.
 
C

chriki

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ok, ich bin mir aber immer noch nicht ganz sicher, ob ich das richtig mache. Entweder die Taste geht gaaaanz langsam nach unten und bleibt kurz vor dem Auslösepunkt hängen oder die Taste geht in einem Rutsch runtern.
Ich hab mal bei Youtube ein Video hochgeladen, dann ist evtl. leichter zu sehen/erklären?

http://www.youtube.com/watch?v=b0zPzX-iReU
 
Sven100

Sven100

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Du misst es völlig richtig (wenn du das rechte pedal gedrückt hast, dann ist alles korrekt).
Jedoch sieht man auf dem Video eindeutig, dass die Taste "e" zu schwer geht!
Vielleicht lässt du einen Klavierbauer ran, welcher die Mechanik so einstellt, dass bei allen Tasten die gleiche Gewichtung vorhanden ist.
Ansonsten ist auch der Punkt an dem die Taste stehen bleibt in Ordung. Ob nun der "Druckpunkt" zu stark oder schwach ist kann ich nicht beurteilen, da man es selbst anspielen müsste.

PS: Lass einen Klavierbauer ran, der dir die Gewichtung einstellt.
 
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