Wie das WTK angehen?

  • Ersteller des Themas Ijon Tichy
  • Erstellungsdatum

Hallo,

ich danke Euch sehr für Eure Ausführungen. Ihr seid mir eine große Hilfe dabei, meinen Einstieg in die Sphäre dieser komplexen Werke zu finden. :)


Es ist das Gegenteil von hilfreich, sich einzelne Fugenteile herauszupicken
und separat zu üben. Das ist Mord. In einer guten Fuge ist jede der einzelnen Stimmen
eine Individualität für sich, etwas Lebendiges. Von etwas Lebendigem erfährt nichts mehr,
nachdem man es in Streifen zerschnitten hat. Es ist also eher sinnvoll,
zunächst jede einzelne Stimme einmal oder mehrfach komplett durchzuspielen.
Genau dieses Umstandes wurde ich mir beim heutigen Üben gewahr; ich spielte die E-Dur-Fuge aus dem WTK II, eine der - nach meinem Ermessen - überschaubareren, und es wäre mir gänzlich unmöglich gewesen, die Stimmen zu zerreißen, denn dadurch hätte das Stück gewissermaßen seinen gesamten Kontext eingebüßt, was weder im Sinne des Lehrers, also Bachs, noch im Sinne des Schülers, meiner Wenigkeit, wäre. Wenn ich die einzelnen Abschnitte der Fuge voneinander isoliere, fällt es mir später umso schwerer, sie in einem Gesamtzusammenhang zu begreifen, und genau darum geht es doch letztendlich!


spiel einfach, es ist kinderleicht, mit der linken Hand allein das Praeludium der ersten Cellosuite [...] das kannst Du nun für abwegig und exotisch halten - es ist Deine Entscheidung, ob Du das ausprobierst oder nicht.
Finde das ganz und gar nicht abwegig. Ich danke Dir für diesen Ratschlag. Werde ihn gleich morgen in die Tat umsetzen. :)

Von nun an gilt:

Lesen - Analysieren - Spielen - Hören

in beliebiger Reihenfolge - regelmäßig und dauerhaft



Ich bin Euch sehr dankbar für Eure gute Hilfe. Liebe Grüße!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Finde das ganz und gar nicht abwegig. Ich danke Dir für diesen Ratschlag. Werde ihn gleich morgen in die Tat umsetzen. :)

Das Beste, was Du machen kannst:

Die Cello-Suiten mit links (is eh klar:D) - die Violin-Sonaten- und Partiten (BWV 1001–1006) mit rechts.

Selbstverständlich nicht alle gleichzeitig (da hat der Rolf schon recht) - dafür aber blind; glaube mir ~~~~~~~~o-

Die Schlange Ka
 
Beim Spielen verfalle bitte nicht dem weit verbreiteten Fehler, das Fugenthema
bei jedem Auftauchen zwanghaft herauszuheben.

Richtig: Die Gefahr könnte bestehen, dass man durch zu viel Analyse und In-Schemen-Pressen etwas den Sinn für das verliert, was außerdem dazwischen vor sich geht. Die Story dürfte bekannt sein, dass man Computerprogramme entwickelt hat, die eine barocke Fuge komponieren können: das Ergebnis kommt nie auch nur annähernd an eine von Bachs Kompositionen heran.

Die E-Dur-Fuge aus dem WKII hält neben ihrem wunderbar erhabenen Thema viele Überraschungen bereit, die ich erst nach und nach und vor allem beim spielen entdecken durfte (über Jahre!).

Euer Morn
 
Hallo,
ich habe jetzt auch meine erstes Werk aus dem WTK begonnen, Präludium und Fuge 866 in B ... J.S.Bach - Prelude and Fugue No. 21 in B flat major, BWV 866 - YouTube
ich habe zuerst mir die einzelnen Stimmen angeschaut und fange immer mit dem Übethempo 40 an und immer abschnittsweiße... und steigere langsam das Thempo...
ach ja und ich habe jetzt mit der Fuge angefangen und mache anschließend erst das Präludium!
 

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