Werke von Komponistinnen / Women composers

Neuerscheinung: Martina Frezzotti, Amy Beach. Piano Music

 
und zur Abwechslung hier mal was irgendwie kurioses: Carmen Silva (Pseudonym)
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_zu_Wied (1843-1916)
Potztausend, eine Prinzessin, gar Königin! In diesen Kreisen und dieser Zeit lebte man gänzlich frei von materiellen Sorgen in Villen, Palästen, Schlössern, umhegt von einer rührigen Domestiken- & Lakaienschar. Diese Elisabeth entwickelte in ihrer reichlichen Freizeit literarische Ambitionen: Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke, Übersetzungen usw. Warum sie hier erwähnt wird? ---:
Neben ihren eigenen Werken, wie Gedichten, Erzählungen, Märchen und Romanen, übersetzte sie auch aus dem Französischen ins Deutsche (z. B. Pierre Loti). Am 28. April 1910 nahm sie an einem Wohltätigkeitskonzert in Wiesbaden teil, bei dem fünf von ihr komponierte Lieder zur Aufführung kamen, darunter zwei auf eigene Gedichte und je eines von Goethe und von Eichendorff.
(aus dem Wikipedia Artikel)
Also hatte sie mindestens diese fünf Lieder komponiert. Das kuriose daran ist die Textwahl: Ihre Durchlaucht stellt sich damit dreist auf eine Stufe mit Goethe und Eichendorff :-D das ist wahrlich sehr ambitioniert. Ich weiß leider nicht, ob und wo man diese Lieder finden kann... sehr schade.
 
Ich weiß leider nicht, ob und wo man diese Lieder finden kann...
In irgendeiner Bibliothek oder in irgendeinem Archiv oder Keller oder Dachboden werden sie wohl schlummern...

Ich hab mal kurz in den Katalog vom Archiv in Frankfurt geguckt, da gibt es aber nur eine Postkarte der Damenkapelle "Carmen Silva", die um 1900 aktiv war. Keine Werke von Elisabeth zu Wied.

Nicht verschollen ist die "Canzonette fürs Klavier mit Veränderungen" von einer "Liebhaberin der Musik", vermutlich Herzogin Charlotte Amalia von Sachsen-Gotha-Altenburg, die gibt's bei IMSLP: https://imslp.org/wiki/Canzonette_f...n_(Sachsen-Gotha-Altenburg,_Charlotte_Amalie)
Auch Carl Philipp Emanuel Bach hat das Thema bearbeitet: https://imslp.org/wiki/6_Variations_on_a_Canzonette,_H.275_(Bach,_Carl_Philipp_Emanuel)

Und wenn wir's schon von Edelfrauen haben, ein paar Sachen von Anna Amalia von Preußen und der Weimarer Anna Amalia gibt's auch bei IMSLP. Wobei ich mich bei den Märschen der preußischen Anna, die jemand für Klavier arrangiert hat, frage, ob das wirklich sein musste ;-)
Links: https://imslp.org/wiki/Category:Preußen,_Anna_Amalie_von
 
Die Schwester vom alten Preußen-Fritz, Wilhelmine von Bayreuth, hat auch komponiert. U.a. eine Oper "Argenore", deren Text sie auch selbst verfasst hat. Also ein echtes Gesamtkunstwerk im Wagnerschen Sinne. Leider gar nicht mal so gut...
 
Das sei ihr verziehen, denn immerhin hat sie uns ein wunderbares Opernhaus hinterlassen.
 
(aus dem Wikipedia Artikel)
Also hatte sie mindestens diese fünf Lieder komponiert. Das kuriose daran ist die Textwahl: Ihre Durchlaucht stellt sich damit dreist auf eine Stufe mit Goethe und Eichendorff :-D das ist wahrlich sehr ambitioniert. Ich weiß leider nicht, ob und wo man diese Lieder finden kann... sehr schade.
Diese Logik verstehe ich nicht. Wenn also z.B. Gulda in seinen Konzerten auch eigene Werke gespielt hat, stellte er sich dann dreist auf eine Stufe mit Bach, Beethoven, Mozart, Schubert oder sonstigen Komponisten, deren Werke im Konzert ebenfalls erklangen;-)?
 
findet man da auch die fünf erwähnten Lieder?

Die habe ich nicht entdeckt aber immer wieder erscheint Ion Ivanovici im Zusammenhang mit ihrem Namen (auch bei Google).

Sie hat anscheinend weitaus öfter mit Buchstaben „komponiert“, z.B. die Sapphos Gesänge op. 6 und weitere, wie IMSLP offenbart:


Dieses Video über ihr Leben und Werk enthält leider auch keine musikalischen Inhalte (das in rumänischer Sprache auch nicht).

 

Bei IMSLP sind allerdings keine Kompositionen von ihr, sondern "nur" Werke anderer Komponistinnen und Komponisten, zu denen sie den Text beigesteuert hat.
Die von ihr komponierten Lieder, von denen @rolf sprach, sind vielleicht irgendwo, aber im Moment jedenfalls nicht bei IMSLP.
 
Dieses Bild war mir nicht eingängig.

"Mit Buchstaben komponieren" assoziiere ich eher mit Stücken z.b. mit dem b-a-c-h Motiv oder mit Carlotta Ferraris "cabbage"-Fuge...
 
Eine nicht ganz ernst zu nehmende Komponistin ist die Amerikanerin Martha Mier. ( geb.1936)
Hauptsächlich ist/war sie Klavierlehrerin, und hat, -sehr kommerziell vermarktet- eine Reihe leichter bis mittelschwerer Klavierstücke veröffentlicht. Am bekanntesten ist ihre Reihe " Jazz, Rags & Blues, ( 5 Hefte zweihändig , und 5 Hefte viershändig )desweiteren Romantic Impressions ( die ich nicht für so ganz großartig halte) und Christmas Delights, ectr. Die Stücke sind alle ziemlich kurz, kaum über 2 Minuten. Aber kompositorisch sehr gelungen, mit großer Perfektion ausgearbeitet, vor allem die 4-händigen Stücke. Natürlich sind das in erster Linie Vortragsstücke für Kinder, Anfänger und Hobbyspieler. Deshalb sind sie hier weniger für Pianisten interessant, aber umso mehr für Klavierlehrer, die auch Unterhaltungsmusik unterrichten. Hier gibt es schon Stücke für Anfänger, die viel Spass machen und nicht allzu schwer sind, - also einen schnellen Erfolg garantieren, z.B. Lazy Afternoon In Dallas oder Country Ragtime. In den folgenden Heften steigert sich dann der Schwierigkeitsgrad. Auf youtube findet man hunderte von Beispielen,- ihr könnt sie selber leicht finden. Ja,- viele Stücke sind sehr schön und gut gelungen, obwohl Frau Mier ( nur) verschiedene Stile adaptiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im April erscheint das neue (siebte) Buch von Susan Tomes, es geht um Pianistinnen, die teilweise auch Komponistinnen waren. Sie ist Pianistin und Autorin und spielt dazu auch Konzerte, u.a. in der Wigmore Hall:

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„Women are an essential part of the history of the piano—but how many women pianists can you name?

Throughout most of the piano’s history, women pianists lacked access to formal training and were excluded from male-dominated performance spaces. Even the modern piano’s keys were designed without consideration of women’s typically smaller hands. Yet despite their music being largely confined to the domestic sphere, women continued to play, perform, and compose on their own terms.

Celebrated pianist and author Susan Tomes traces fifty such women across the piano’s history. Including now-famous names such as Clara Schumann and Fanny Mendelssohn, Tomes also highlights overlooked women: from Hélène de Montgeroult, whose playing saved her life during the French Revolution, to Leopoldine Wittgenstein, influential Viennese salonnière, and Hazel Scott, the first Black performer in the United States to have a nationally syndicated TV show.

From Maria Szymanowska to Nina Simone, and including interviews with women performing today, this is a much-needed corrective to our understanding of the piano—and a timely testament to women’s musical lives.“ (Quelle: Amazon)
 
Bei Hal Leonard sind zwei neue Sammelbände mit Werken von Komponistinnen erschienen, hrsg. v. Immanuela Gruenberg, „Piano Music by Women Composers“:



Mit Werken von:
  • Amy Beach
  • Mélanie Bonis
  • Cécile Chaminade
  • Fredrikke Egeberg
  • Louise Farrenc
  • Emma Hartmann
  • Cécile Hartog
  • Marie Jaëll
  • Natalia Jonatha
  • Josephine Lang
  • Kate Loder
  • Marianna Martines
  • Emilie Mayer
  • Fanny Mendelssohn
  • Adele aus der Ohe
  • Fanny Scholfield Petrie
  • Delphine von Schauroth
  • Clara Schumann
  • Anna Stubenberg
  • Marie Szymanowska
  • Stephanie Vrabely
 
Zuletzt bearbeitet:
Ihre Klaviersonate Nr. 4 g-Moll kam heute Morgen im Radio - Anne Louise Brillon de Jouy (1744-1824, F):

 
Ist es eigentlich statthaft, sich in diesem Faden auch über die musikalische Qualität der hier vorgestellten Werke zu äußern?
 

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