Was für Lieder spielen eure Schüler gerne?

Du hilfst halt bei der Zerstörung des Marktes für Musikunterricht kräftig mit.
Unsinn. Der Discounter zerstört doch auch nicht den Markt für Edeka. Und Billig-Weine zerstören auch nicht das Geschäft von Qualitäts-Winzern. Jeder Kunde entscheidet selbst, welchen Preis er für welche Qualität zu zahlen bereit ist.

Eine größere Gefahr sind z.B. osteuropäische hochqualifizierte Pianisten, die Unterricht für 10€ pro Stunde geben.
 
Die Fachsprache liegt mir noch nicht (woher auch?)

Das hat nichts mit "Fachsprache" zu tun, die man lediglich von einem studierten Musiker erwarten könnte.

Die Unterscheidung zwischen "Lied" und "Stück" ist eine Selbstverständlichkeit, die man zumindest von Leuten erwarten kann, die sich ein wenig näher mit der Materie (Instrumental-)musik beschäftigt haben. Auch im fortgeschrittenen Amateurbereich. Da du selbst sagst, dass du ein Musikstudium anstrebst, würde ich das eigentlich von dir annehmen.

Da ich selber kein Musiker oder Musikpädagoge bin, besteht für mich kein Anlass für Revierverteidigungsgebell. Aber:

Vielleicht solltest du überdenken, ob du bereits in der Lage bist, ausreichend qualifizierten Klavierunterricht zu bieten. Gerade in der allerersten Zeit des Anfängerunterrichts kann man vieles verkehrt machen, das einem jungen Menschen im schlimmsten Fall etwaige spätere Entwicklungsmöglichkeiten abschneidet.

Dieser Verantwortung sollte man sich als Lehrer bewusst sein. Vielleicht verschiebst du das Unterricht-geben auf später, sobald du dich dahingehend weiter qualifiziert hast. Das Argument mit den Eltern ist übrigens keines. Die Eltern haben oft keine Ahnung, wie wichtig guter Unterricht ist und sind stattdessen froh, wenn es möglichst unkompliziert und günstig abläuft. Das Kind selber weiß darüber natürlich noch viel weniger, es ist ein minderjähriges Kind.

Bitte sei mir nicht böse und fühle dich grundlos angegriffen. Aber das musste ich leider loswerden.
 
@Demian, bin zwar zum Glück kein KL und habe es auch nicht vor einer zu werden, aber ein Blick über den Tellerrand veranlasst mich zu folgendem Urteil. Es ist doch allerseits zu sehen, dass die Billigmentalität nicht nur den Preis, sondern auch über den Preis die Qualität drückt. Und warum sollte sich jemand zum Klavierlehrer ausbilden lassen, der auch Hochschulvorspielvorbereitung stemmen kann, wenn absehbar ist, dass alle seine ahnungslosen potenziellen Kunden zu Billig-KLs laufen und man am Ende mit einem Einkommen dasteht, das mit Ach und Krach dem eines/-r Regalbestückers/-in entspricht?

Andererseits ist jeder frei, seinen Preis anzusetzen, muss sich dann halt auch nicht wundern, wenn die Klientel aus ein paar lustlosen "geparkten" Gören besteht.
 
Die Unterscheidung zwischen "Lied" und "Stück" ist eine Selbstverständlichkeit, die man zumindest von Leuten erwarten kann, die sich ein wenig näher mit der Materie (Instrumental-)musik beschäftigt haben. Auch im fortgeschrittenen Amateurbereich
@Inaki ...eigentlich sollte es so sein, aber ein Blick bei Google:
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führt zu konsterniertem Kopfschütteln... ;-) :konfus::denken::cry2:
 
Einen inkorrekten Wortgebrauch anzusprechen ist immer OK.

Alledings erwarte ich gerade von Menschen, die den korrekten Gebrauch drauf haben, und von anderen erwarten (ganz offensichtlich), auch, dass sie es beim Hinweis belassen, und sich nicht am falschen Begriff festbeissen und daraus wohlmöglich noch Rückschlüsse auf Qualitäten (oder deren Fehlen) ziehen.

Man weist darauf hin, dass es falsch war und wie es richtig ist, und ansonsten befasst man sich BITTE mit dem Inhalt der Aussage.
Ich erwarte, dass man nach dem Hinweis auf diese Aussage so reagiert, wie man bei einem korrekten Gebrauch der Begriffe darauf reagiert hätte.
Kann man nur auf den inkorrekten Gebrauch der Begriffe hinweisen, dann belässt man es bei diesem Hinweis.

Das musste ich auch leider mal loswerden und wer sich davon angegriffen fühlt, der wird es schon irgendwie verdient haben.
 
Die Unterscheidung zwischen "Lied" und "Stück" ist eine Selbstverständlichkeit, die man zumindest von Leuten erwarten kann, die sich ein wenig näher mit der Materie (Instrumental-)musik beschäftigt haben. Auch im fortgeschrittenen Amateurbereich
Ich hab's irgendwie noch nicht verstanden. Ich spiele gerne meine Version von Depeche Mode "Somebody". Ich singe aber nicht dazu. Im Original wird natürlich gesungen. Damit wäre es ein "Stück" und wenn ich doch Mal dazu singe ein " Lied" obwohl ich das Gleiche spiele? Warum ist das wichtig?
 
Ich hab's irgendwie noch nicht verstanden. Ich spiele gerne meine Version von Depeche Mode "Somebody". Ich singe aber nicht dazu. Im Original wird natürlich gesungen. Damit wäre es ein "Stück" und wenn ich doch Mal dazu singe ein " Lied" obwohl ich das Gleiche spiele? Warum ist das wichtig?
Das, was du spielst ist das Klavierarrangement eines Songs. „Stück“ ist der Oberbegriff für alle musikalischen, abgeschlossenen Einheiten. Jedes Lied, jeder Song ist ein Stück, aber nicht alle Stücke sind Songs oder Lieder, sondern nur diejenigen, bei denen in der Ursprungsfassung gesungen wird. Allerdings muss man davon wiederum Opern- und Oratoriengattungen abgrenzen. Diese sind nämlich keine Lieder, sondern z.B. Arien.
 
Obwohl "Song" natürlich übersetzt "Lied" heißt, ist dennoch der korrekte und übliche Sprachgebrauch, dass man "Lied" nur für a) deutschsprachiges Liedgut (Volkslieder etc.) und b) Kunstlieder aus der "Klassik" (Sprache egal) gebraucht; "Song" für Stücke mit Gesang aus dem Popularmusikbereich (Sprache egal); "Stück" als Oberbegriff für jedwede Art von Musikstück.
 
Obwohl "Song" natürlich übersetzt "Lied" heißt, ist dennoch der korrekte und übliche Sprachgebrauch, dass man "Lied" nur für a) deutschsprachiges Liedgut (Volkslieder etc.) und b) Kunstlieder aus der "Klassik" (Sprache egal) gebraucht; "Song" für Stücke mit Gesang aus dem Popularmusikbereich (Sprache egal); "Stück" als Oberbegriff für jedwede Art von Musikstück.
Zusammengefasst werden diese Begriffe unter „Mucke“.
 
Danke für diese Kategorisierung @hasenbein.
Ich denke auch bei einigen Songs aus den Charts immer wieder, dass das ja eigentlich kein "Lied" ist ... denn ich denke dabei vor allem an die "Liedform" aus der Klassik. Die hat eben auch nicht jeder Song.

Aber wenn jemand ein "Ave Maria" oder ein "Cyrie" als "Lied" bezeichnet, kann ich auch nur müde schmunzeln, weise allerdings lediglich drauf hin, dass das streng genommen nicht automatisch Lieder sind, weil da gesungen wird.

Im Alltagsgebrauch ist "Lied" wohl einfach ein Synonym für "Mucke mit Gesang" und das ist für den Alltagsgebrauch mMn auch vollkommen ausreichend.

In einem Fachforum sollte man sich allerdings (zumindest im Laufe der Zeit) den korrekten Gebrauch aneignen. Die Wissenden sollten den (noch) Nichtwisenden dabei helfen.
 

Wäre dann noch die Frage, wie Instrumentalmusik aus der EDM-Ecke unter Nutzung von Vokal-Samples dann benannt wird. Aber man kann auch sagen, das interessiert mich kein Stück. :-)

Grüße
Häretiker
 
Im Alltagsgebrauch ist "Lied" wohl einfach ein Synonym für "Mucke mit Gesang" und das ist für den Alltagsgebrauch mMn auch vollkommen ausreichend.

Nicht nur im Alltagsgebrauch.

Das ist nur deine Privatdefinition:
Ich denke auch bei einigen Songs aus den Charts immer wieder, dass das ja eigentlich kein "Lied" ist ... denn ich denke dabei vor allem an die "Liedform" aus der Klassik.

Es gibt nämlich auch, oh Wunder, Stücke die keine Lieder sind, aber in einer der bekannten Liedformen stehen.

@hasenbein erklärt vielmehr den Alltagsgebrauch des Wortes "Lied" in unterschiedlichen Sprachen, die für Popmusik von der verbreiteten Regel abweicht, ein Lied in der Sprache als Lied zu bezeichnen, in welcher dessen Text steht.

Aber wenn jemand ein "Ave Maria" oder ein "Cyrie" als "Lied" bezeichnet, kann ich auch nur müde schmunzeln

Warum? Weil das einer deiner Privatdefinitionen widerspricht?

Immer noch besser, als den Türkischen Marsch (den es überhaupt nicht gibt) als Lied zu bezeichnen.
 
Wäre dann noch die Frage, wie Instrumentalmusik aus der EDM-Ecke unter Nutzung von Vokal-Samples dann benannt wird.

Einiges davon sind durchaus Lieder.
Und selbst ohne gesungenen Text findet man oft sehr kantable Linien vor..

Auch erstaunlich, wieviel gutes musikalisches Handwerk (harmonische Struktur, Form) sich dort oft (leider nicht immer) finden lässt. Ist mir besonders bei Drum & Bass aufgefallen, wo man sich manches Mal in einem Jazz-Keller wähnt.
 
Ist das so ähnlich, wie Schopeng?

@Sven
Ich denke bei "Ave Maria", "Cyrie" oder auch dem melismatischen Jubilus auf "Amen" eher an den Begriff "Choral". Und ja, das sollte man mMn von einem "Lied" unterscheiden ... zumindest als Musiklehrer.
Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, dass ich bei Ave Maria NICHT an die Arie denke, sondern an einen Bestandteil der gregorianischen Liturgie. Ich hatte gehofft, dass das klar wird, wenn ich auch das "Cyrie" noch dazu schreibe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, dass ich bei Ave Maria NICHT an die Arie denke, sondern an einen Bestandteil der gregorianischen Liturgie. Ich hatte gehofft, dass das klar wird, wenn ich auch das "Cyrie" noch dazu schreibe.
Natürlich ist das klar.

Deshalb hätte ich erwartet, dass du anführst, dass die Bestandteile der Messe Gebete sind. Dem hätte ich jedoch entgegnet, dass es gesungene Gebete sind, und es für ein Lied m.E. egal ist, ob die Grundlage ein Libretto, die Dr. Sommer Seite der Bravo (Hörtipp!) oder der Hornbach Katalog ist.

Ich denke bei "Ave Maria", "Cyrie" oder auch dem melismatischen Jubilus auf "Amen" eher an den Begriff "Choral". Und ja, das sollte man mMn von einem "Lied" unterscheiden ... zumindest als Musiklehrer.

Lass' dir von deinem Musiklehrer mal erklären, warum ein Gemeindelied kein Lied sein soll.
 

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