Wann ist der Schwierigkeitsgrad eines Stückes angemessen?

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Janik
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Hi,

ich frage mich seit längerem, wie man beurteilen kann, ob die Stück für einen zu schwer oder zu leicht sind.

Wenn man sie im langsamen Tempo vom Blatt spielen kann, sind sie denke ich zu einfach.

Wenn man aber pro Takt 10 min knobeln muss, demotivieren sie ganz schön.

Wo liegt das "Mittelmaß". Mit welchen Kriterien beurteilt man, ob das ausgesuchte Stück mit einem auf einem Level liegt?

Ich weiß jetzt nämlich nicht ob ich zu einfache Stücke spiele oder zu schwere.. das kann aber auch subjektiv sein..

Und wie lange braucht man im Schnitt um knappere Stücke (1-2 Seiten) auswendig und gut interpretiert spielen zu können?

Ich hoffe ihr könnt mir darauf eine Antwort geben!

LG janik!
 
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Bachopin
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Hi fleissja,
Wenn man sie im langsamen Tempo vom Blatt spielen kann, sind sie denke ich zu einfach.
Das Kriterium ist falsch. Wenn überhaupt, dann müsste es lauten: Wenn man sie im richtigen Tempo mit entsprechendem Ausdruck spielen kann.

Wenn man aber pro Takt 10 min knobeln muss, demotivieren sie ganz schön.

Wo liegt das "Mittelmaß". Mit welchen Kriterien beurteilt man, ob das ausgesuchte Stück mit einem auf einem Level liegt?

Ich weiß jetzt nämlich nicht ob ich zu einfache Stücke spiele oder zu schwere.. das kann aber auch subjektiv sein..

Das ist eine sehr allgemeine Frage. Meine Antwort:
Das Stück ist ja so schwer, dass man es nicht sofort als Ganzes kann (sonst wäre es ja zu leicht ;-) ). Also muss man es in übbare Abschnitte (LH, RH aleine, etc.) aufteilen. Die Anzahl der übbaren Abschnitte sollte überschaubar sein. Sagen wir ganz grob zumindestens unter 20 (hängt auch von der Länge ab, bei einer Beethoven Sonate sind 20 Abschnitte sehr wenig ;-) ). Einen Übe Abschnitt sollte man laut den Gehirn Forschern innerhalb von 10-20min zumindestens in einem Aspekt (Noten erkennen/merken, Fingersatz spielen, Dynamik kontrollieren, etc. ) sich erarbeiten können, sonst ist er zu lang und muss verkleinert werden. Wenn du jetzt also zu immer kleineren und zu vielen Übeabschnitte kommst, dann ist das Stück zu schwer.

Und wie lange braucht man im Schnitt um knappere Stücke (1-2 Seiten) auswendig und gut interpretiert spielen zu können?

1-4 Wochen bis zu einer ausgereiften Interpretation, bei einem Stück das dem eigenen Level entspricht.

Gruß
 
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Janik
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Danke Bachopin!
Mir wurde mal gesagt, dass es fürs Prima-Vista ganz schlecht sei, LH und RH aufzuteilen..
Das sinnvolle "In-Abschnitte-zerlegen" hab ich noch nicht so drauf.
Bei Stücken, die ich nicht autodidaktisch zu erarbeiten versuche, gibt mir meine KL immer kleine Übungen.
Vielleicht sollte ich versuchen auch solche zu entwickeln, um den Faktor "Spaß" nicht zu kurz kommen zu lassen
LG
 
Haydnspaß
Haydnspaß
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Hi,

ich frage mich seit längerem, wie man beurteilen kann, ob die Stück für einen zu schwer oder zu leicht sind.

Ich denke, die richtige Mischung machts. Die Entwicklung ist ja keine eindimensiomnale. Es gibt viele Aspekte des Klavierspiels, nur ein kleiner Teil davon hat etwas mit "Schwierigkeit" im Sinne von spieltechnischer oder notenlesetechnischer Herausforderung zu tun. Es geht auch um stilistische Sachen, um das Verstehen wie und warum ein Stück gerade so und nicht anders komponiert wurde. Aus was für einem Weltbild heraus ein Stück komponiert wurde.

Also möglichst viele und möglichst unterschiedliche Stücke spielen, damit man ein Gespür dafür entwickelt, worum es in der jeweiligen Musikrichtung geht.

Natürlich gibts auch den Wettbewerbsaspekt: welches ist das schwierigste Stück, werde ich das irgendwann spielen können, vielleicht sogar schon bald?
Man darf sich durch solch ein Denken aber nicht zu sehr vom eigentlichen Sinn des Musikmachens abbringen lassen: JEDES Stück AUF DIE IHM ANGEMESSENE Weise so klar und verständlich und überzeugend zu spielen, daß der Hörer davon gefesselt wird, ob er sich nun mit Musik auskennt oder nicht.
 
B
Bachopin
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Hi fleissja,
Mir wurde mal gesagt, dass es fürs Prima-Vista ganz schlecht sei, LH und RH aufzuteilen..

Prima-Vista Spielen ist eine ganz eigene Disziplin und muss extra mit dafür geeigneten Methoden geübt werden.

Das sinnvolle "In-Abschnitte-zerlegen" hab ich noch nicht so drauf.
Bei Stücken, die ich nicht autodidaktisch zu erarbeiten versuche, gibt mir meine KL immer kleine Übungen.
Vielleicht sollte ich versuchen auch solche zu entwickeln, um den Faktor "Spaß" nicht zu kurz kommen zu lassen
LG
Das sinnvolle "In-Abschnitte-zerlegen" ist einer der wichtigsten Aspekte des autodidaktischen (allen?!) Lernens und muss natürlich auch geübt (gelernt) werden.

Eigene Übungen aus dem konkreten Stück zu erfinden ist meiner Meinung der beste Weg Klavier Spielen zu lernen. Und auch das muss man üben/lernen. ;-)


Gruß
 
B
Bachopin
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Mein Gott Haydnspaß,

du hast ja über 4000 Posts, Glückwunsch.

..
Also möglichst viele und möglichst unterschiedliche Stücke spielen, damit man ein Gespür dafür entwickelt, worum es in der jeweiligen Musikrichtung geht.
..

Oh ja ganz wichtig. Erst nachdem ich auch ein bischen Jazz gespielt habe konnte ich erst manche Klassik Stücke besser spielen.

Gruß
 
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Kulimanauke
Kulimanauke
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Haydnspaß,
Du bringst es einfach auf den Punkt:
"JEDES Stück AUF DIE IHM ANGEMESSENE Weise so klar und verständlich und überzeugend zu spielen, daß der Hörer davon gefesselt wird, ob er sich nun mit Musik auskennt oder nicht."

Sehr oft entschärfst Du einfach den komplizierten Sachverhalt auf einen einfachen klaren verständlichen Sachpunkt. Mir gefällt das einfach.

kulimanauke
 
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Janik
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Ich finde, dass interessante am Klavierspiel ist, dass es einfach unendlich ist... die Perfektion ist (so gut wie) unerreichbar. D.h man kann immer versuchen sich zu verbessern. Und wenn das gelingt gibt es einen regelrechten "Motivations-kick" !
Zur Zeit versuche ich mich in klassischer Musik, davor hab' ich ein bisschen Pop und Rock ausprobiert.
Was könnt ihr mir für "jazz-sachen" empfehlen? Das ist doch ziemlich anspruchsvoll.. wenn ich nur an die Akkorde denke :D
Irgendwann möchte ich mich auch mal an Blues wagen...
Danke für eure Antworten!

Beste Grüße
Janik
 
violapiano
violapiano
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Ich glaube Du siehst das recht schmematisch. Es gibt auch immer Stücke, die gehen einem leichter ein als andere.

Und- neue Dinge lernen tut man an Stücken, die einen fordern. Ich meine, ein Stück, dass ich in einer Woche fertig habe, hat nicht eine wirkliche Anforderung an mich gestellt.

Ich füge hinzu: Ich finde es reizvoll, mich anstrengen zu müssen, damit ich ein Stück ins Hirn und in die Finger bekomme.
 
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Bachopin
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Hi violapiano,
...
Und- neue Dinge lernen tut man an Stücken, die einen fordern. Ich meine, ein Stück, dass ich in einer Woche fertig habe, hat nicht eine wirkliche Anforderung an mich gestellt.
...

klar, am meisten lernt man, wenn man gefordert wird. Aber ein Stück für das man eine Woche benötigt, ist ja kein Stück mit null Anforderung. Sonst hätte man es ja sofort spielen können. ;-)

Ausserdem bin ich davon überzeugt dass es sehr effektiv ist, wenn man gleichzeitig Stücke mit verschiedenen Schwierigkeitsgrade übt. Z. B. Schwer, Mittel, Leicht bezogen auf den eigenen Level.

Gruß
 
violapiano
violapiano
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ja, das ist richtig, ich übe auch immer mehrere Stücke nebeneinander, mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Da ist dann alles dabei, Herausforderung, Spaß, Genuss, Befriedigung, Erfolg.
Sowohl Leckerchen als auch schwer Verdauliches. Und ich finde außerdem, dass es sehr übt, öfter neue Stücke zu lernen. Es schafft Routine und Erfahrung, man erfasst schneller und hat sich rasch einen Überblick verschafft über das neue Stück.
 
 

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