Verzierungen /Triller bei Bach

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K

kontrapunkt

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In der Literatur / Verzierungstabellen Notenausgaben sind Triller /Verzierungen nach meiner Kenntnis bei Bach vorrangig mit der oberen Nebennote zu beginnen.
Mein KL sagt nun das Gegenteil, u.a aus klanglichen /harmonischen Gründen.
Daher bin ich nun sehr verunsichert ob meine bisherigen Annahmen zu den Verzierungen alle falsch sind.
Wie handhabt Ihr das?
 
mick

mick

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Sieht nicht gut aus für deinen Klavierlehrer. :lol:

LG, Mick
 
Digedag

Digedag

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Ich habe nur davon gehört, dass es manchmal harmonietechnisch (Parallelen) schwierig werden kann.
 
K

koelnklavier

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Sieht nicht gut aus für deinen Klavierlehrer.
Sehe ich nicht so. Es gab kürzlich einen Thread, in dem es genau um das Thema ging. Ich hatte dort versucht, die Quellenlage ein wenig zu beleuchten, die so eindeutig nicht ist, wie es gerne dargestellt wird. Lohnt sich vielleicht, diesen Thread noch einmal hervorzuholen ...
 
cwtoons

cwtoons

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Das Thema ist ein mehrfacher Wiederholungstäter und man kann voraussehen, dass es nicht zu einem allgemein gültigen Abschluss kommt.

Am besten macht man es so wie es einem gefällt und wie man es kann.

CW
 
Axel

Axel

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Bis zum 18. Jh: Nebennote
Ab dem 18 Jh: Hauptnote

Nee, so kann man das nicht sagen. Im Gegenteil.
Frühe norddeutsche Quellen 16./17. Jh. sagen Hauptnote. Für Italien und süddt. Raum ebenfalls. Der Triller mit der oberen Nebennote ist französisch. Die entscheidende Frage ist: Wann wurde französisch in Europa modern? Ungefähr um 1700. Ein Problemfall ist Buxtehude. Traditionell von der Hauptnote oder eher schon modern? Immerhin schrieb er Variationen über ein Thema von Lully. Bei Bach ist die Lage anhand der Tabelle im Klavierbuch für WF klar, CPhE nimmt ebenfalls die obere Nebennote. Das kann man bis ca. 1800 annehmen. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Faustregel: ein Triller, der mit der dissonanten Note anfängt klaingt meistens reizvoller.

Grüße
Axel
 
Mindenblues

Mindenblues

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Also eher ab dem 19.Jh: Hauptnote.

Ausnahme: Chopin! Wenigstens 2 voneinander unabhängige Zeitzeugen haben niedergeschrieben, dass Chopin in barocker Manier getrillert hat, von der oberen Nebennote (zumindest als "default"-Spielweise) - im Unterschied zu den anderen Romantikern. Siehe dazu "Chopin - as seen by his pupils"
 
J

jk82

Guest
@Barbie, äh, @Grunz, sorry – jetz hab ichs - @Rastaman! – hast Du mal wieder Sehnsucht nach Deinem geliebten Bildungsbürgertum?

Du kannst Dich ruhig noch 100 mal neu anmelden – Deine selbstgerechte Trollerei entlarvt Dich nach spätestens 3 Beiträgen.

Ohne Grüße, Jörg
 
mick

mick

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Wenn er sich mal die Mühe machte, Quantz' Flötenschule zu lesen, wüsste um die schier grenzenlosen Möglichkeiten dieser Zeit, zu trillern.

Dieser Beitrag ist der sichere Beweis, dass du die Flötenschule noch nie aus der Nähe gesehen hast. Bei Quantz gibt es überhaupt keine Verzierungstabellen. Es gibt zwar ein Kapitel über Triller, aber darin schreibt er nur allgemein über die Geschwindigkeit des Trillers und die technischen Voraussetzungen, die ein Flötist zum Trillern braucht. Im Kapitel davor schreibt er über Vorschläge und die "kleinen wesentlichen Manieren", allerdings bezieht sich das ganz eindeutig auf den empfindsamen Stil und ist für J.S. Bach kaum relevant.

Wichtig wären allerdings die Verzierungstabellen im "Clavier-Büchlein vor Wilhelm Friedemann Bach" (Cöthen 1720), in Johann Christoph Friedrich Bachs "Musicalische Nebenstunden" (Rinteln, 1787) und in Carl Philipp Emanuel Bachs "Versuch über die wahre Art ds Clavier zu spielen" (Berlin, 1753).

In all diesen Quellen steht, dass der Triller gewöhnlich von oben zu nehmen ist, und all diese Quellen haben auch ausgeschriebene Notenbeispiele. Insofern war meine Anmerkung über den Klavierlehrer so falsch nicht. Und überheblich auch nicht, denn ich habe die Formulierung mit einem Smiley garniert.

Wie du siehst, habe ich - ganz im Gegensatz zu dir - meine Hausaufgaben mit Fleiß erledigt. Da es dir aber offensichtlich gar nicht um die Sache geht, sondern nur um plumpe Stänkerei, war das nun auch mein letzter Beitrag zum Thema.

Mick
 
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cwtoons

cwtoons

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Wenn man den Rastalarifari hier noch 'n Weilchen weiter brutzeln lässt, haben wir alle noch 'n bisschen Spaß an ihm.

Zumachen kann man ihn dann immer noch, wenn er ausgelutscht ist.

CW
 

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