Umfrage: Lesbarkeit von Notationsvarianten

Stilblüte
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Hallo an alle,

Ich möchte euch nochmals um eure Meinung bitten zu einer Notationsfrage. Es geht um einen Klavierpart aus durchlaufenden Sechzehnteln, die auf beide Hände aufgeteilt werden. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:

1. "Traditionelle" Notation - Aufteilung der Hände angezeigt durch Haken
2. "Traditionelle" Notation - Aufteilung der Hände angezeigt durch Fingersatz (FS darunter = linke Hand, FS darüber = rechte Hand)
3. Die viertelweise Balkung bleibt der Übersichtlichkeit erhalten, aber die Notenköpfe werden so auf die Zeilen verschoben dass: Obere Zeile = rechte Hand, untere Zeile = linke Hand.

Mich interessieren hier Rückmeldungen sowohl von Profis als auch von Amateuren! Die konkrete Frage ist, was ihr besser lesbar und schneller zu erfassen findet. Bei Interesse kann ich auch die gesamte Partitur einstellen, aber nun beschränke ich mich zunächst auf zwei Beispiele - das erste noch recht trivial, das zweite nicht mehr ganz so (hier wird eine, wie auch immer geartete Anzeige zur Aufteilung wohl helfen oder zumindest Zeit ersparen).

Zur groben Einordnung: Es handelt sich um ein kurzes Stück für Sopran (als Vokalise) und Klavier, dazu wird Text gesprochen. (Hier zum nachhören auf Youtube)

Lasst euch bei eurer Einschätzung nicht von anderen Schreibern beeinflussen... :001:
Ich danke euch für eure Rückmeldung!

Takt 1:

Haken
1 Haken.JPG

Fingersatz
1 Fingersatz.JPG

Zeilenaufteilung
1 Zeilenaufteilung.JPG

Takt 7:

Haken
7 Haken.JPG

Fingersatz
7 Fingersatz.JPG

Zeilenaufteilung
7 Zeilenaufteilung.JPG
 
Peter
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Bechsteinfan
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Für den Handwechsel, wenn er explizit gewünscht ist, finde ich "Zeilenaufteilung" am schnellsten zu erfassen. Sowohl "Haken" als auch "Fingersatz" würde ich auf den ersten Blick komplett ignorieren und die Hände so aufteilen wie es mir gerade passt.
 
Demian
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Für mich am besten lesbar sind sowohl in Takt 1 als auch in Takt 7 die Varianten mit Zeilenaufteilung, wobei hier zusätzliche Fingersätze unterstützend wirken. Außerdem könnte ich mir sogar noch die Angabe „l.H.“ bzw. „r.H.“ vorstellen, falls das Notenbild dadurch nicht überladen wirkt.
 
Stilblüte
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Ergänzung: Egal was ich nehme, es wird im Vorwort erklärt.

Ergänzung zwei: Der Nachteil an der "Zeilenaufteilung" ist, dass ich den Spieler damit auf eine Aufteilungsversion festlege, obwohl natürlich viele möglich sind und mir das prinzipiell egal ist. Ich denke eher daran, weniger erfahrenen Spielern das Einüben zu erleichtern.
 
Peter
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Bechsteinfan
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Ergänzung zwei: Der Nachteil an der "Zeilenaufteilung" ist, dass ich den Spieler damit auf eine Aufteilungsversion festlege, obwohl natürlich viele möglich sind und mir das prinzipiell egal ist.
Aha! Dachte, das wäre so gewünscht. Wenn die Aufteilung egal ist, finde ich "Haken" oder "FS" am besten erfassbar, wobei ich genau diese Angaben dann eben ignorieren würde.
 
Demian
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Eine Möglichkeit wäre auch gar nichts hinzuschreiben und Beispiele für Spielmöglichkeiten in die Anmerkungen zu schreiben, wenn es letztlich sowieso die Spieler selbst entscheiden sollen.

Aber mal nebenbei bemerkt: Ich kann mir kaum vorstellen, dass dir die Handaufteilung und die Fingersätze wirklich egal sind. Jede Entscheidung transportiert doch einen ganz bestimmten Charakter (wenn auch nur in Feinheiten).
 
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Jeweils die mittlere Darstellung (mit Fingersatz) finde ich am übersichtlichsten. Dass man danach nochmal über den Fingersatz und die Aufteilung neu nachdenkt, ist damit ja nicht ausgeschlossen. Zum ersten Erfassen finde ich es so aber am Besten. … sagt ein einfacher Hobbyspieler :-)
 
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Pedall
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"Zeilenaufteilung" finde ich doof. Im zweiten Beispiel besonders doof.
 
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Ich als absolute Anfängerin finde die Zeilenaufteilung am einfachsten zu erfassen. Alternativ Haken ev. mit dem Fingersatz kombiniert. Beim Fingersatz alleine müsste ich in Beispiel 2 eine Weile überlegen, was wie gespielt werden soll.
 
Felix
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Ich finde die Fingersatzvariante am übersichtlichsten. In Takt 1 ist dir die erste Daumen-1 da aber nach oben verrutscht, oder ist das so beabsichtigt?
 
Rheinkultur
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Der Nachteil an der "Zeilenaufteilung" ist, dass ich den Spieler damit auf eine Aufteilungsversion festlege, obwohl natürlich viele möglich sind und mir das prinzipiell egal ist. Ich denke eher daran, weniger erfahrenen Spielern das Einüben zu erleichtern.
Grundsatz: Nimm immer die simpelste und eindeutigste aller Möglichkeiten. Kein Spieler möchte einen Notentext erst mal enträtseln müssen. Gibt es eine idiotensichere Variante: nehmen!

Beide Beispiele (Takt 1 und 7) kombinieren Dreiergruppen aus Skalenelementen miteinander, die auf beide Hände aufgeteilt werden können. Was wäre mir am liebsten? Klar: linke Hand = unteres System, rechte Hand = oberes System, auch bei Takt 7 mit Dreiergruppen im Wechsel der Hände, dann muss man noch nicht einmal unterschiedliche Gruppengrößen erfassen und umsetzen. Kann man subjektiv auch anders sehen, schon klar. Sollten diese Skalen noch schneller (wie ein Glissando) gespielt werden, würde ich sogar Sechsergruppen bilden, um nur noch zwei statt vier Handwechsel pro Takt zu benötigen.

LG von Rheinkultur
 

Andre73
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Ich nehme Haken + Fingersatz ;)
Zellenaufteilung finde ich erst mal für mich - erklärungsbedürftig.

Vermutlich auch eine Frage der Zielgruppe.
Ein Fortgeschrittener will vermutlich weder Haken noch Fingersatz - aber als Anfänger / Amateur find ichs immer gut.
 
Stilblüte
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Diese Idee ist auch an mich herangetragen worden, und ich finde sie sehr gut! Und zwar mit durchgehender Balkung! Ich verzichte jetzt mal auf einen Screenshot, um hier niemanden zusätzlich zu verwirren, denn das sind zwei verschiedene Fragetellungen.
Aus anderen Gründen (Zusammenspiel und Lesefreundlichkeit mit Sopranstimme) wären Sechstolen tatsächlich lesbarer, und ich denke auch in Sechstolen (die für mich in diesem Fall auf 3x2 und nicht 2x3 bestehen).
Herrje... Kompnoiert ist es schnell, danach geht die Arbeit los :008:
 
Rheinkultur
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obwohl natürlich viele möglich sind und mir das prinzipiell egal ist.
Was Dir vermutlich nicht prinzipiell egal ist, dürfte das angestrebte klangliche Resultat sein: wie auf einer Harfe perlende (glissandierend gleitende) Tonfolgen, die instrumententypisch sind. Denn die Harfe ermöglicht Glissandi in beliebig schneller Ausführung durch exotischste Skalenmodelle, die auf dem Klavier viel weniger günstig liegen. Vor diesem Hintergrund wirst Du Dir eine Ausführung wünschen, die auch bei weniger versierten Spielern möglichst wenig holpert und unrund herüberkommt, behaupte ich mal.

LG von Rheinkultur
 
Stilblüte
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Richtig. Der Hintergrund, dass ich Spielhilfen anbieten möchte ist natürlich, dass es leichter und folglich auch besser gespielt wird.
 
Rheinkultur
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Aus anderen Gründen (Zusammenspiel und Lesefreundlichkeit mit Sopranstimme) wären Sechstolen tatsächlich lesbarer, und ich denke auch in Sechstolen (die für mich in diesem Fall auf 3x2 und nicht 2x3 bestehen).
Dann schreibe doch einfach zeilenübergreifende Sechzehntel-Sextolen, die mit einer Vokalise in größeren Notenwerten (Viertel, Halbe) übersichtlicher kombinierbar sind.

LG von Rheinkultur
 
Rheinkultur
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Richtig. Der Hintergrund, dass ich Spielhilfen anbieten möchte ist natürlich, dass es leichter und folglich auch besser gespielt wird.
Genau. Die Ausführenden werden im Gegensatz zu Dir oftmals keine versierten Solisten mit ständiger Spielpraxis virtuoser Sololiteratur sein, sondern auch schon mal Musikschüler mit limitierter manueller Leistungsfähigkeit oder nebenamtliche Kirchenmusiker oder Schulmusiker mit wenig Übezeit sein. Ideal wäre eine Variante, die praktisch jeder mit möglichst wenig Aufwand hinbekommt.

LG von Rheinkultur
 
Muck
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Liebe Stilblüte

Ich habe jetzt bewusst alle vorherigen Antworten überlesen und sage ganz direkt: die zweite Variante (FS) finde ich am einfachsten zu begreifen und gleichzeitig engt sie mich nicht ein.

Viel Erfolg weiterhin!
 
Revenge
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Hi,

ich würde die Fingersatz-Version bevorzugen.

Die Gründe sind bei mir ( will nix heißen, weißte ja ) dergestalt, dass ich, da ich gerne vom Blatt spiele, maximal schnell erfassen möchte. Störende oder zu viele Zeichen / Symbole oder auch zum Beispiel Schlüsselwechsel ( Zeilen-Variante ) stören den Anblick und das Erfassen, mein Auge möchte kontinuierliche LINIEN ( Nachtrag: und weitere angenehme, in sich "geschlossene" Formen, z.B. auch "Wellen" oder weitere schlüssige) auch über weite "Entfernungen" (Seiten) sehen, ( wenn möglich. Und hier ist es möglich, denke ich. ) :-)

Allenfalls noch die "Haken"-Version. Aber die kleinen Fingersatz-Ziffern sind noch weniger störend für mich, daher wähle ich die FS-Version als "am angenehmsten". :-)

LG vom Olli.
 
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