Tipps zur Improvisation!

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von |-SuracI-|, 15. Dez. 2006.

  1. |-SuracI-|
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    |-SuracI-|

    Beiträge:
    54
    Immer wieder lese ich die Frage und auch den Wunsch nach Improvisationsspiel, Barpiano und freier Interpretation:
    Daher nun also mal ein Tipp von einem NICHT Profi. Was mir immer viel gebgracht hat und ich auch jetzt noch mache, um mich aufzuwärmen:

    Ich nehme schöne, einfache Stücke, von denen man die Melodie kennt.
    Meist fange ich mit den Moorsoldaten an.
    Die Melodie spiele ich rechts, links begleite ich einfach mit Akkorden oder Läufen. (oder später dann mit Variationen). Dann, während ich das Stück noch spiele, variiere ich mit der Linken Hand. Änder die Art der Begleitung, damit es nicht eintönig wird. Die Töne bleiben die gleichen, nur die Art, sie zu spielen ändert sich.
    Dann variiere ich die rechte Hand. Und zwar so, dass ich z.B. Läufe spiele, aber zur richtigen Zeit wieder auf der Note aus der Melodie lande.
    Wenn man das hat, hat man schon den ersten Schritt zur Improvisation getan ;)
    Und wenn ich ein Stück zu Ende gespielt habe (gefühltes oder bewusst gesetztes Ende) gehe ich ohne Pause in das nächste Stück. Und dort passiert das Gleiche.
    Zunächst kann man auch nur die einfachen Melodien spielen, mit einfacher Begleitung und dann dem fließenden Übergang.
    Und dazu eignen sich folgende Stücke eigentlich sehr gut:

    Moorsoldaten
    Bella Ciao
    Alt Siset
    *** von Charlie Chaplin (ich weiß nicht mehr, wie es heißt, das singt er als Kellner (wo ihm der Text vom Ärmel fliegt))
    Dann mit sich ändernder Tonart: Zigeunerjunge
    und etwas schwieriger: Mein Heir (aus Cabaret) von Liza Minelli.
    und dann kann man weitere Melodien einbauen.
    Ich habe die ersten drei genannt, weil man sie gut in der gleichen Tonart spielen kann und somit die Übergänge nicht so schwierig sind.

    Ja und dann kann man wieder in der rechten Hand variieren. Läufe (und wieder auf den Ton der Melodie zurückkommen, wie im Jazz), etc.
    Wie gesagt, das mache ich immer gerne, um mich aufzuwärmen.

    Ich hoffe, damit konnte ich ein wenig behilflich sein.
     
  2. Rosenspieß
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    Rosenspieß Guest

    Ich finde, so an die Sache heranzugehen, ist eine gute Methode. "Phantasie" nannte man das zu klassischen Zeiten. Man sollte auch immer genau darauf hören, ob das, was einem beim Phantasieren unbeabsichtigt oder vermeintlich falsch verläuft, sich nicht sogar gut anhört und man somit ein schönes Pattern gefunden hat.
    Übrigens: bestehende Patterns zu pauken und diese dann in die eigenen Phantasien zu integrieren ist erstmal auch eine sehr gute Methode, beim Improvisieren voranzukommen.

    Viele Grüße,
    Rosenspieß.
     
  3. orgeljoe
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    orgeljoe

    Beiträge:
    7
    Ich finde die oben genannte Methode ebenfalls sehr gut, als Orgelspieler kommt mir es immer haeufig vor, dass ich zur Kommunion etwas improvisieren und/oder ein Vorspiel am letzten Moment :shock: , fuer die Lieder des Volkes (bei uns, Bozen, heist das Gotteslob) aus dem Aermel zaubern muss.

    Dabei ist einfach folgendes zu beruecksichtigen:
    a) :( Man nimmt eine eher einfache Tonart her (C- dur, A- moll, G- dur oder D- moll) falls nicht eine bereits gegeben ist.
    b) :? Dann Spielt man eine einfache Melodie (erfunden oder gegeben) und bringt Laeufe ein.
    c) :P Man muss bei der Akkordbegleitung immer im Auge behalten, dass die Grundstufen zur Kadenz I, IV, V, I sind (meinetwegen zwischendurch eine VI Stufe oder eine neapoletanische Sext). So kann man innerhalb einer Kadenz auch zwischen einer Tonart und der anderen modulieren (am feinsten ist natuerlich, wenn die Zieltonart im Quintenzirkel direkt unter der anderen liegt, so dass man mit einen Dominantseptakkord schon in die naechste Tonart landet).

    Es gibt aber auch andere Moeglichkeiten zu improvisieren. Z.B. die Benuetzung von Arpeggi oder (bei einem Klavier) von einer Walzerbegleitung in der linken Hand, auf der eine Melodie in der rechten folgt. Wir von der Orgelklasse im Konservatorium arbeiten auch mit Klaster als Begleitung (sind bei einem Klavier aber nicht empfolen).

    Am leichtesten ist es, wenn man am Anfang uebt seinen Ideen freien Lauf zu lassen, indem man in der linken Hand eine ostinato - Bordonebegleitung nimmt (in C - dur = C und G), diesen Zweiklang bei einem 4 Vierteltakt jeweils beim ersten und beim letzten Schlag anspielt und in der rechten Hand frei drauf los spielt (Ich weiss, dass es ziemlich mittelalterlich und dudelsackmaesig klingt, aber es soll auch nur eine Voruebung sein).

    Bei Jazz-Improvvisationen ist es allerdings hilfreicher einen Grundbass (in C- dur z.B. C, E, G, A, B, A, G, E, C...) zu haben und darauf mit einer Melodie und Halbtoenen zu reagieren.

    Diese hier sollten ebenfalls nicht die Tipps eines Experten sein, doch mir haben sie in manchen peinlichen Situationen recht gut weitergeholfen.
    Bedanke mich fuer die Geduld die ihr gehabt habt, meinen Beitrag zu lesen. :-D