Stückwahl für Musik-Abiturprüfung?

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Orgeltante

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Eine Bekannte hat seit einem viertel Jahr (!) angefangen Klavier zu lernen. Sie macht allerdings schon eine Weile Musik und möchte nun doch ihre zweite Abiturprüfung in Musik machen und das auch am Klavier.
Sie hat jetzt noch 1 Jahr Zeit und muss 3 Stücke aus verschiedenen Epochen spielen. Das müssen keine Hammerstücke sein, es wird dabei mit drauf geschaut, wie lange man das Instrument schon spielt. Nun hat sie mich nach Stückvorschlägen gefragt :konfus:
Ich denke in einem Jahr kann man wenn man entsprechend fleißig ist, eins der kleinen Präludien von Bach durchaus spielen (C-Dur z.B. oder was aus dem WTK). Als zweites Stück könnte sie ja einen leichten Boogie nehmen. Da hätte ich jetzt mal bei Manfred Schmitz geschaut. Da gibt es ja doch recht viele gut klingende Anfängerstückchen. Fehlt also ein Vorschlag für das dritte Stück (Vielleicht das typische Anfängermenuett von Mozart ;-)?). Habt ihr da eine Idee? Ich denke die Stückwahl sollte recht vielseitig und nicht zuu schwer sein. Allerdings ist ein Jahr viiiel Zeit.
 
Dorforganistin

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Grund- oder Leistungskurs? Was bedeutet "zweite Abiturprüfung"?

Was sagt denn der/die Musiklehrer/in der Schule, er/sie müsste wissen, was in den Jahren zuvor von den Schülern gespielt wurde bzw auf welchem Niveau die Leistungen erwartet werden.

In den "Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Musik" steht nur, recht schwammig, "bewusst gestalteter Vortrag von Liedern, Songs oder Instrumentalstücken unterschiedlicher Stilrichtungen und Epochen in angemessenem Schwierigkeitsgrad".
Bewertungskriterien für den Grundkurs:
Korrekte Wiedergabe des Notentextes
angemessenes Spieltempo
Schwierigkeitsgrad
individuelle Ausgestaltung

Innerhalb eines Jahres instrumental so fit zu werden, dass man eine Abiturprüfung spielt, ist ganz schön ambitioniert.

Wäre ich Lehrerin, würde ich selbst im Grundkurs mehr erwarten als Anfängermenuette von Mozart. Andere spielen zum Zeitpunkt der Abiprüfung (wenn sie denn am Ende der jugendlichen Schullaufbahn stattfindet) schon seit Jahren ihr Instrument, mit denen wird sich Deine Bekannte wohl messen müssen.
 
Rheinkultur

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Eine Bekannte hat seit einem viertel Jahr (!) angefangen Klavier zu lernen. Sie macht allerdings schon eine Weile Musik und möchte nun doch ihre zweite Abiturprüfung in Musik machen und das auch am Klavier.
Sie hat jetzt noch 1 Jahr Zeit und muss 3 Stücke aus verschiedenen Epochen spielen. Das müssen keine Hammerstücke sein, es wird dabei mit drauf geschaut, wie lange man das Instrument schon spielt.
"Zweite Abiturprüfung"? Es gibt Abiturfächer, in denen schriftlich und/oder mündlich/praktisch geprüft wird - gemeint ist vermutlich letzteres.

Gegenfragen: Was spielt Deine Bekannte denn zur Zeit? In welchem Umfang bekommt sie Klavierunterricht? Hat sie zeitliche, begabungsspezifische und motivationstechnische Handlungsspielräume, um innerhalb eines Jahres einen mehrjährigen Rückstand gegenüber Gleichaltrigen aufzuarbeiten - natürlich ohne dabei die übrigen Prüfungsfächer zu vernachlässigen?

Andere Prüfungskandidaten werden in diesem Lebensalter bereits einen Leistungsstand erreicht haben, mit dem sie sich einer Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule stellen können. Dazu haben sie Podiumserfahrung und kommen mit der Prüfungssituation vielfach besser zurecht. Der eine oder andere Faden zu ähnlichen Themen existiert hier übrigens schon:
https://www.clavio.de/threads/musikabitur.12148/#post-206604

Daraus ergibt sich, dass ich eher davon abraten würde, vor dem Hintergrund einer weitgehend fehlenden Basis drei Stücke einfachen Niveaus vorspielreif zu pauken, ohne sich darüber hinaus mit Musik beschäftigt zu haben. "Gut klingende Anfängerstückchen" (Zitat) genügen wohl nicht.

LG von Rheinkultur
 
Orgeltante

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Puh dann versuch ich mal soviel wie möglich zu beantworten. Also es ist wohl die zweite mündliche Abiturprüfung. es ist ihr Grundkurs (gibt es Musik als Leistungskurs?) Ihr Musiklehrer hat sie darauf angesprochen und meinte, dass die bisherige Spieldauer mit einbezogen würde. Damit kann von ihr natürlich nicht verlangt werden schwere Stücke zu spielen. Er hat es ihr nahe gelegt die Prüfung zu machen. Gespielt wurde in den letzten Jahren querbeet von irre schwer bis noch recht einfach. Es geht auch nur zu einem gewissen Teil mit ein, da nach dem Vorspiel noch das Gespräch steht.

Zur Zeit spielt sie Stücke in etwa aus der Mitte bis hinterem Drittel der Europäischen Klavierschule. Dazu Tonleitern Dreiklänge. Sie wollen wohl bald das erste Stück dazunehmen, was das für eins wird weiß ich nicht.
Unterricht wöchentlich 1 h. Sie ist seit 8 Jahren bei mir im Spielmannszug, kennt dadurch also Übemethodik und auch die musikalischen Grundlagen sehr solide. Ich würde ihr auch eine nicht zu kleine Musikalität zusprechen, sie istin dem was sie tut recht gut. Sie kommt wohl auch mit dem Klavier bisher recht gut zurecht. Übezeit ist derzeit nur 30 Min pro Tag, lässt sich aber locker im Falle des entgültigen Entschlusses auf 2-3 h problemlos hochdrehen.
Am Ende muss sie das eh mit sich ausmachen. Ich hab ihr spontan geraten, wenn sie etwas vorspielen will, doch die Querflöte zu nehmen und da drei verschiedene Sachen zu machen oder eben z.B. nen kleinen Bach (also ein Präludium sollte in1 Jahr doch drin sein) und die anderen beiden Stücke auf der Flöte zu machen.
 
Dorforganistin

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Ja, wieso denn nicht die Flöte nutzen, wenn sie da so viel Erfahrung hat.

(Es gibt Musik auch als Leistungskurs.)
 
S

sweetchocolate

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Ich würde was "neueres" dazu nehmen: Bartok: Mikrokosmos, oder Martinu: Was aus den Marionetten, Chatschaturjan: Klänge der Kindheit, Prokofiev: Kinderstücke, Kabalewski... -sowas in dem Stil.
 
 

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