Schumann: Knecht Ruprecht

Emdaymario

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Hallo, hier ist Emdaymario. Heute möchte ich gern einmal meine Interpretation von Knecht Ruprecht von Schumann, einem festlichen Stück aus seinem Album für die Jugend vorstellen. Es ist ein Stück, das die Magie von Weihnachten einfängt, und ich hoffe, dass es euch gefällt und euch glücklich macht. Diesmal nutze ich lediglich mein Roland LX 706 für die Aufnahme. Ich bin gespannt auf euer Feedback und eure Unterstützung. 😊
 
Lieber @Emdaymario , Den Zug in Deiner Musik mag ich gerne! Das ist ein explosiver Knecht Ruprecht, der einen richtig das Fürchten lehrt, ein ruppiger Gesell.
Wie dann aber Umgehen mit dem Durmittelteil? Für mich ist er zu sehr im Stile des Knechtes. Man könnte sich aber auch ein Kind vorstellen, das auf seine Geschenke hofft, vielleicht ein wenig Angst hat, ob es denn lieb gewesen ist.
Aber es ist viel zarter als der Knecht.
Du spielst zwar dynamisch leiser, aber der Charakter ist bei Dir ähnlich wie beim Ruprecht. Schau mal, ob es Dir Freude bereiten könnte, den Mittelteil lieblicher zu spielen, weniger auf die eins hinzugehen sondern in längeren Phrasen denken. Und weniger aktive Finger.
Und dann kommt der Knecht wieder und die Wirkung ist umso größer!
Probier´s mal :-)
 
Lieber @Emdaymario , Den Zug in Deiner Musik mag ich gerne! Das ist ein explosiver Knecht Ruprecht, der einen richtig das Fürchten lehrt, ein ruppiger Gesell.
Wie dann aber Umgehen mit dem Durmittelteil? Für mich ist er zu sehr im Stile des Knechtes. Man könnte sich aber auch ein Kind vorstellen, das auf seine Geschenke hofft, vielleicht ein wenig Angst hat, ob es denn lieb gewesen ist.
Aber es ist viel zarter als der Knecht.
Du spielst zwar dynamisch leiser, aber der Charakter ist bei Dir ähnlich wie beim Ruprecht. Schau mal, ob es Dir Freude bereiten könnte, den Mittelteil lieblicher zu spielen, weniger auf die eins hinzugehen sondern in längeren Phrasen denken. Und weniger aktive Finger.
Und dann kommt der Knecht wieder und die Wirkung ist umso größer!
Probier´s mal :-)
Genau!

"Florestan" hast Du drauf!

Bei "Eusebius" ist noch Luft nach oben.

(Lies darüber mal nach, ist eine sehr wichtige Polarität bei Schumann bzw. seiner Schizophrenie oder Bipolarität und deren Manifestation in seiner Musik)

LG

TJ
 
Lieber @Emdaymario , Den Zug in Deiner Musik mag ich gerne! Das ist ein explosiver Knecht Ruprecht, der einen richtig das Fürchten lehrt, ein ruppiger Gesell.
Wie dann aber Umgehen mit dem Durmittelteil? Für mich ist er zu sehr im Stile des Knechtes. Man könnte sich aber auch ein Kind vorstellen, das auf seine Geschenke hofft, vielleicht ein wenig Angst hat, ob es denn lieb gewesen ist.
Aber es ist viel zarter als der Knecht.
Du spielst zwar dynamisch leiser, aber der Charakter ist bei Dir ähnlich wie beim Ruprecht. Schau mal, ob es Dir Freude bereiten könnte, den Mittelteil lieblicher zu spielen, weniger auf die eins hinzugehen sondern in längeren Phrasen denken. Und weniger aktive Finger.
Und dann kommt der Knecht wieder und die Wirkung ist umso größer!
Probier´s mal :-)
Liebe Tastatula,

herzlichen Dank für dein konstruktives Feedback zu meinem Vortrag. Es freut mich sehr, dass du mein Klavierspiel gelungen findest. Du hast ein schönes Verständnis für die Musik und kannst sie in anschaulichen Bildern vermitteln. Deine Empfehlung, den Mittelteil feiner zu spielen, finde ich sehr passend und harmonisch zum Gedicht von Theodor Storm. Ich habe mich im B-Teil eher auf die nuancenreichen Abstufungen der Microdynamik eingelassen, die mir viel Vergnügen bereiten und einen deutlichen Akzent zum A-Teil setzen. Dein Ansatz ist sehr nachvollziehbar und stimmig.:trink068:

Ich danke dir nochmals für deine wertvolle Rückmeldung und wünsche dir einen schönen Abend.

LG Emdaymario
 
Deine Empfehlung, den Mittelteil feiner zu spielen, finde ich sehr passend und harmonisch zum Gedicht von Theodor Storm.

Interessant.

Dummerweise hat Schumanns Knecht Ruprecht ungefähr 14 Jahre vor dem bekannten Gedicht von Storm das Licht der Welt erblickt. Eine pränatale Prägung der Komposition durch das Gedicht ist vielleicht nicht unmöglich, aber zumindest recht unwahrscheinlich. ;-)
 
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Genau!

"Florestan" hast Du drauf!

Bei "Eusebius" ist noch Luft nach oben.

(Lies darüber mal nach, ist eine sehr wichtige Polarität bei Schumann bzw. seiner Schizophrenie oder Bipolarität und deren Manifestation in seiner Musik)

LG

TJ
Hallo Tastenjunkie,

danke für deine interessante Nachricht. Ich finde es toll, wie du Schumanns Musik analysierst und mit seinen fiktiven Figuren Florestan und Eusebius verbindest. Ich habe darüber etwas nachgelesen und finde es sehr spannend, wie Schumann seine Persönlichkeit in seiner Musik ausdrückte.

Ich glaube, ich bin eine Mischung aus Florestan und Eusebius. Ich kann sehr verträumt und nachdenklich sein, aber auch sehr leidenschaftlich und begeistert. Ich mag seine Fantasiestücke sehr, die er in beiden Stimmungen komponiert hat. Ich habe sie bisher noch nicht aufgenommen, aber wenn es mir gelingt, würde ich sie gerne aufnehmen und veröffentlichen. Ich finde sie sehr herausfordernd und inspirierend.

Ich freue mich, dass du meine Musik schätzt und mir Feedback gibst. Ich hoffe, du hast Spaß an meinen Aufnahmen und vielleicht können wir uns mal über Schumann und andere Komponisten austauschen.:super:

LG Emdaymario
 
Das freut mich, wenn Du mit meinem Feedback etwas anfangen kannst.

Das ganze ist nicht meine Analyse, sondern wurde mir früher (als ich wahrscheinlich ungefähr in Deinem Alter war) von meinem Lehrer so ans Herz gelegt. Diese Sichtweise hat mir sehr geholfen, den Kontrasten in Schumanns Stücken gerecht zu werden (bin immer noch ein Schumann-Begeisterter, auch wenn ich heute ganz andere Sachen spiele...).

Außerdem ist der Gegensatz Florestan-Eusebius (charakteristisch ist eben auch, dass es gerade keine Schnittmenge der beiden gibt, es ist immer entweder das eine oder das andere) medizinisch bzw. psychiatrisch interessant und eine eindrucksvolle Illustration dessen, was wohl in manisch-depressiven (aka bipolar), schizophrenen oder Patienten mit multiplen Persönlichkeiten vor sich geht. Da will ich mich jetzt aber mangels wirklicher Kompetenz nicht weiter aus dem Fenster lehnen...

LG

TJ
 
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Interessant.

Dummerweise hat Schumanns Knecht Ruprecht ungefähr 14 Jahre vor dem bekannten Gedicht von Storm das Licht der Welt erblickt. Eine pränatale Prägung der Komposition durch das Gedicht ist vielleicht nicht unmöglich, aber zumindest recht unwahrscheinlich. ;-)
Hallo Mick,

ich bin ganz deiner Meinung! Schumann war wirklich ein musikalisches Orakel. Er hat nicht nur die Zukunft der Musik vorhergesehen, sondern auch die Vergangenheit beeinflusst. Er hat sich heimlich eine Zeitmaschine gebaut und ist damit zu Storm gereist, um ihm seine besten Kompositionen zu klauen – ein wahrer Meister der Zeitlinien! 😂

Aber mal im Ernst, ich finde es auch sehr spannend, wie zwei verschiedene Künstler das gleiche Thema auf ihre eigene Weise interpretieren. Ich denke, dass man dadurch mehr über ihre Persönlichkeiten und ihre Zeit erfahren kann. Zum Beispiel war Schumann ein romantischer Komponist, der seine Gefühle in seiner Musik ausdrückte, während Storm ein realistischer Schriftsteller war, der die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit beschrieb. 🎵📚

LG Emdaymario
 

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