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Schule der Orgelimprovisation

Dieses Thema im Forum "Orgel-Forum" wurde erstellt von Lisztomanie, 9. Aug. 2013.

  1. Lisztomanie
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    Lisztomanie

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    Hallo zusammen,

    ich möchte mich gerne auf dem Gebiet der Orgelimprovisation fortbilden und bin deshalb auf der Suche nach einer geeigneten Schule:

    Sie sollte:

    - sich an den Anfänger richten, aber nicht auf "Kleinkinder-Niveau" verharren
    - ein großes stilistisches Feld abdecken: Barock, Romantik, Moderne
    - eine möglichst große Formenvielfalt abdecken: Fuge, Choral, Intonation, Toccata, Bicinium, Triosonate, Fantasie...
    - sowohl theoretische als auch praktische Überlegungen enthalten
    - sich bewährt haben
    - einem den Weg zu "höheren Gefilden" öffnen- heißt: Sie soll die Grundlagen erklären und ausgehend von diesen dem Schüler tiefgehende Improvisationstechniken beibringen, die gerne auch das C-Kurs Niveau übersteigen und einem Kirchenmusik-Studium entsprechen
    - auf keinen Fall den Schüler mit Kleinkram langweilen, ihm aber das wichtige und wirklich erklärungsbedürftige auch so erklären, dass er es praktisch anwenden kann.
    -darf gerne "wissenschaftlich-professionell" sein - sowas mag ich deutlich lieber als dieses kindische "Gequatsche" -, wenn sie auch alles gut erklärt.
    - alles in allem eine gute Improvisationsschule sein, die mich da abhohlt, wo ich stehe - manche von Euch kenne mich ja schon ein wenig - und aus mir einen hervorragenden Improvisator machen...:D :D :D

    Könnt ihr da was empfehlen?

    Herzliche Grüße

    Euer Lisztomanie

    der Euch dann später auch gerne seine Erfahrungen schildert.

    Ich werde im nächsten Unterricht dann auch noch mal meinen Lehrer fragen - der ist nämlich ein ausgezeichneter Improvisator. :D
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Aug. 2013
  2. Pierre Schwickerath
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    Pierre Schwickerath

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    Von Marcel Dupré kenne ich den „Traité d’improvisation à l’orgue (1926)“.

    Möchtest du wirklich ein guter Improvisator werden, so musst du dich mit dem Mantel der Ausdauer bekleiden, denn um ein ausgiebiges (ebenso intensives wie langatmiges) Studium bei einem guten Meister wirst du kaum vorbei kommen meint
    PiRath
     
  3. Christoph
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    Christoph

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    Google mal nach Improvisationsschulen von Christiane Michel-Ostertun. Didaktisch und Inhaltlich das beste was mir bisher unter die Finger gekommen ist.
     
  4. Lisztomanie
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    Lisztomanie

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    Hallo zusammen,

    kennt einer von Euch den hier: Orgelimprovisation: Amazon.de: Reiner Gaar: Bücher

    Laut Inhaltsverzeichnis scheint der mit Kadenzen zu beginnen und endet mit vollwertigen Improvisationen auf Niveau einer A-Ausbildung. Das klingt doch ganz gut...:D Außerdem habe ich es lieber, wenn man micht leicht über- als unterfordert, weilch ich bei Unterforderung keinen "Sinn" in meiner arbeit sehe. In ganz problematischen Fällen kann ich ja immer noch meinen Orgellehrer oder die C-Kurs-Dozenten fragen. :D

    Desweiteren wird dieses Buch meines Wissens nach auch im Studium eingesetzt, deckt eine riesige Bandbreite ab und scheint allgemein recht bewährt bzw. renommiert zu sein.

    Was haltet ihr davon?

    Hier ist der Inhalt:

    Inhalt:
    Einführung von Hans Haselböck Vorwort zur 3. Auflage
    Vorwort
    Vorschlag für den Studienverlauf

    Kapitel 1. Ausbildung bis zur kirchenmusikalischen B-Prüfung

    Elementarstufe l

    Plagal-authentisches sowie authentisch-plagales Quintpendel
    Kadenzen in enger und weiter Lage
    Der Kantionalsatz
    Geschichte und Entwicklung der Solmisation
    Das Hexachordsystem des Guido von Arezzo
    Übersicht über die Kirchentonarten
    Die Klauselbildung
    Die Entwicklung des Tonvorrats
    Grundtonfortschreitung
    Leittonführung
    Authentische Doppelwendung
    Analyse von Choralsätzen
    Unterschiede zwischen modaler und dur-moll-tonaler Harmonik
    Choralsätze des und frühen Jahrhunderts
    Choralsätze von Johann Sebastian Bach
    Das Bizinium
    Quintfallsequenzen
    Quintfallsequenzen in enger Lage
    Quintfallsequenzen in weiter Lage
    Quintfallsequenzen zweistimmig
    Quintfallsequenzen dreistimmig
    Der tonale Verlauf im Hinblick auf Modulationen und Nebentonarten im Stilbereich des Barock
    Harmonisierung von Tonleitern
    Tonleiter zweistimmig
    Tonleiter vierstimmig
    Freie Improvisation über Texte und Bilder
    Literaturverzeichnis
    Elementarstufe II

    Harmonisierung von Tonleitern
    Tonleiter im Baß
    Tonleiter im Tenor
    Der verminderte Septimakkord mit authentischer Auflösung
    Quartsext-Bildungen
    Das Choralbizinium mit bewegter Gegenstimme
    Der Echo-Choral
    Reaktionsübung mit unterbrochener Harmonisierung
    Das Fugato über einzelne Choralzeilen (dreistimmig)
    Möglichkeiten zur Kolorierung von Choralmelodien
    Literaturverzeichnis
    Grundstufe l

    Harmonisierung von Tonleitern (dreistimmig)
    Der verminderte Septimakkord mit plagaler Auflösung
    Die unterschiedliche Auflösung der Doppelleittonklänge
    Reale Sequenzen zur Vorbereitung des Stilbereichs "Romantik"
    Mixtur-Übung
    Choralvorspiele mit "Vorimitation"
    Süddeutscher Typ
    Norddeutscher Typ
    Orgelchoräle mit Motiven aus Johann Sebastian Bachs Orgelbüchlein
    Choralharmonisierung mit Stilmitteln des 19. Jahrhunderts
    Übungen mit Ganztonmaterial (Modus von Olivier Messiaen)
    Literaturverzeichnis
    Grundstufe II

    Mixturen
    Akkorderweiterungen am Ende des 19. Jahrhunderts
    Erweiterte reale Sequenzen
    Begleitung "Neuer Lieder"
    Kadenzen
    Ostinati
    Sequenzen
    Die Bluestonleiter
    Literaturauswahl zur jazzorientierten Improvisation
    Die Pastorale
    Der Arnstädter Orgelchoral
    Kleinere Partitenformen
    Literaturverzeichnis
    Kapitel 2. Ausbildung bis zur kirchenmusikalischen A-Prüfung

    Aufbaustufe l

    Die Ausweitung des Klangvorrats bis zum frühen Jahrhundert
    Die Wiederentdeckung der plagalen Akkordverbindung
    Die alternierende Achtstufigkeit
    Sonderformen der alternierenden Achtstufigkeit
    Die akustische Tonalität
    Der "Resonanz-Akkord" von Olivier Messiaen
    Der Modus von Olivier Messiaen
    Der Modus von Olivier Messiaen
    Die Passacaglia, die Ciacona
    Themen für die Passacaglia, Ciacona
    Die Concerto-Form im Barock-Stil
    Das Präludium, die Toccata im Barock-Stil
    Tonaler Verlauf der Ouvertüren in den vier Orchestersuiten Bachs
    Kanon-Übungen
    Improvisation über biblische Texte und Themen
    Literaturverzeichnis
    Aufbaustufe II

    Einsatzfolgen in Johann Sebastian Bachs Instrumentalfugen
    Entwicklung eines Fugenthemas aus Choralzeilen
    Fugenthemen
    Das umgekehrte Pendel in der Satztechnik des Jahrhunderts
    Die weiteren Modi von Olivier Messiaen
    Elemente in der Harmonik Olivier Messiaens
    Thematische Anregungen zur freien Improvisation unter Verwendung von Stilmitteln Olivier Messiaens
    Improvisation mit Stilmitteln der Avantgarde
    Literaturverzeichnis
    Kapitel 3. Konzertante Improvisation

    Fortbildungsklasse - Elementarstufe

    Erläuterungen zur mitteltönigen Stimmung
    Notenbeispiele zur Gotik
    Kolorierung über Bordunbässen
    Plagale Ketten im Renaissance-Stil
    Sequenzen und Tonleiterübungen
    Magnificat-Versetten
    Themen für Magnificat-Versetten
    Transposition von Themen mit Hilfe der "alten Schlüssel"
    Modelle für reale Sequenzen
    Harmonisierung von viertaktigen Themen mit Ergänzung (Kommentar)
    Literaturverzeichnis
    Fortbildungsklasse - Grundstufe

    Themen für die moderne freie Fantasie
    Hinweise zum doppelten und dreifachen Kontrapunkt
    Kontrapunktübungen
    Der Stilbereich "Wiener Klassik"
    Exposition eines Andante-Satzes
    Literaturverzeichnis
    Fortbildungsklasse - Aufbaustufe

    Erweiterte Kontrapunktübungen
    Fugenthemen
    Formschema für den Sonatensatz mit einem Thema in Anlehnung an Dupre (Andante-Form)
    Dupre-Themen für den Andante-Satz
    Literaturverzeichnis
    Konzertreifeausbildung

    Theoretische Grundlagen
    Themen für Doppel- und Tripelfugen
    Andante-Themen
    Themen für Siciliano, Tranquillo, Cantabile
    Formschema für den Sonatensatz mit zwei Themen (auch als Finale)
    Literaturverzeichnis
    Meisterklasse

    Daten zur Orgelimprovisation
    Orgel-Improvisationsschulen (kleine Übersicht)
    Klassische französische Formen
    Themen für die Fantasie
    Formschema für das Scherzo (mit zwei Themen)
    Themen für das Scherzo
    Themen für die Sonatenform
    Fugen-Themen
    Literaturverzeichnis
    Die Lehrpläne im Überblick
    Abkürzungen
    Literaturverzeichnis
    Stichwortverzeichnis

    Vielleicht sollte man sich zur Ergänzung noch ein stärker didaktisch orientiertes Buch anschaffen, da dieses ja - laut Titel - eher aus "Orgelimprovisation - Lehrplan und Arbeitshilfen" besteht. Was meint ihr dazu? Und/oder meint ihr, ich komme da (mit Hilfe des Lehrers, der ja schließlich auch Improvisation studiert hat) ohne größere Probleme durch?

    Es ist nämlich bis jetzt das Buch, das mich am meisten anspricht.

    Bezüglich des Michel-Ostertun: Habe ich auch schon gesehen, orientiert sich aber am EG und ich mache einen kath. C-Kurs. Deshalb wäre es mir lieber, mit Liedern aus dem GL zu arbeiten. Natürlich aus dem alten, zum neuen wird es sicher noch keine Schulen geben, aber das ist ja kein Problem. Mein Lehrer mag das neue sowieso nicht so, da dort viele Lieder tiefer transponiert sind...:D

    Was meint ihr?

    Herzliche Grüße

    Euer Lisztomanie

    P.S.: Bezüglich des Dupre: Gibt es den denn auch auf Deutsch? Ich habe nämlich kein Französisch. Und wie sieht es da mit dem Stilpluralismus aus: Lernt man nur, so zu improvisieren, wie Dupre, oder geht der auch z. B. auf Bach und Buxtehude ein. Und habt ihr damit schon Erfahrungen gesammelt - ich Frage mich nämlich, in wie weit ein Buch von 1923 noch "aktuell" ist..:D
     
  5. Lisztomanie
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    Lisztomanie

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  6. Lisztomanie
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  7. Lisztomanie
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    Lisztomanie

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    Und hier noch eine ausführliche Rezension:

    Das klingt doch vielversprechend...:D

    Herzliche Grüße

    Euer Lisztomanie
     
  8. klafierspieler
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    klafierspieler

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    Ich habe mir vor einiger Zeit das Buch "cantus-firmus-Improvisation auf der Orgel" von G. A. Krieg besorgt. Deine Kriterien bezüglich stilistischer Vielfalt und Niveau erfüllt es mit Sicherheit. Allerdings wird wenig Harmonielehre erklärt sondern eher vorausgesetzt. Daher habe ich es für mich noch zurückgestellt, erwarte aber dass es mir irgendwann eine Fülle von Anregungen bieten wird, wenn ich hoffentlich bald dafür reif bin .. Im Text wird auf EG-Nummern verwiesen, es gibt aber einen Anhang , in dem auch GL-Nummern aufgeführt sind, sofern vorhanden.
     
  9. Lisztomanie
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    Lisztomanie

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    Was ist denn mit den ganzen improvisationserfahrenen Kirchenmusik-Veteranen hier? Habt ihr keine Meinung zu oder Erfahrungen mit Dupre, Michel-Ostertun, Gaar et. al.? :D

    Herzliche Grüße

    Euer sich über Eure sicher sehr hilfreichen, interessanten und lesenswerten Antworten sehr freuen werdende

    Lisztomanie
     
  10. dussek
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    dussek

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    Michel-Ostertun hatte ich mal, ist zum Lernen von Improvisieren im Stil verschiedener Komponisten sicher recht gut, aber seeehr anspruchsvoll. Den besten Lehrgang für Einsteiger finde ich

    Peter Wagner: Orgelimprovisation mit Pfiff (Strube-Verlag)

    Ist auch ne CD dabei, wo Hörbeispiele für die Modelle eingespielt sind. Finde ich sehr hilfreich und macht vor allem Lust, die Sachen dann gleich selbst auszuprobieren.
     
  11. Axel
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    Axel

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    Ich finde das schwierig...so ein richtig gutes Buch kenne ich kaum. Vieles bleibt fragmentarisch.

    Dupré ist wahnsinnsig akademisch. Wenn man unbedingt seine Zeit damit verbringen möchte, Fugen zu improvisieren, ist das ideal.

    Von Michel-Ostertun gibt es einmal ein Lehrwerk zu stilistisch unterschiedlichen Choralsätzen. Ein Wälzer und es geht nur darum! Mehr eine Tonsatzlehre als wirklich Impro. Neuer sind die Arbeitsblätter zur Orgelimprovisation. Ich finde es mäßig. Viele Literaturbeispiele und man soll das dann "so ähnlich" nachmachen. Wenig hilfreich, da es bekannte Stücke sind und damit das ganze mehr ein Literaturkompendium wird.

    Gaar hat ganz gute Anregungen, ist aber zum systematischen Studium oder gar Selbststudium zu bruchstückhaft. Gleiches bei Hakim.

    Für Einsteiger macht tatsächlich der Wagner viel Spaß.

    Es gibt auch noch einen neuen Band von Peter Ewers "Einfach spielen". Den habe ich nicht. Vielleicht kann jemand etwas berichten.

    Grüße
    Axel