Schubert Kinderszenen - zwei Interpretationen

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Guendola
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Schumann (!!!) Kinderszenen - zwei Interpretationen

Das ist mal interessant:

Horowitz ist ja hinreichend bekannt, deswegen sollte man sich erstmal jeweils die Version von Valentina Lisitsa anhören, dann wechseln.

Lisitsa:
http://www.youtube.com/watch?v=Aq8LDUCw6sg&feature=related

Horowitz
http://www.youtube.com/watch?v=EvMfZsq2hls

Das soll kein Wettbewerb sein, keine Demonstration, daß früher alles besser war bzw. ein Gegenbeweis dafür, ich finde es einfach mal interessant, an so vielen kleinen Stücken zu vergleichen, wie zwei Profis spielen und es verstehen. Einen reifen Vladimir Horowitz mit einer doch recht jungen Valentina Lisitsa zu vergleichen ist ja anonsten eigentlich ziemlich unfair.
 
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koelnklavier
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Ich habe mir mal die Zeit genommen, die Aufnahmen wechselweise durchzuzuhören - ohne Noten (und würde mich jetzt am liebsten selbst ans Klavier setzen - aber die lieben Nachbarn ...).

Horowitz nimmt sich viele agogische Freiheiten und gibt den Stücken dadurch immer wieder überraschende Wendungen. Aber es gehört neben der interpretatorischen Größe auch eine gewisse Chuzpe dazu (die sich Horowitz aufgrund seines Namens und Alters ja auch leisten konnte). Valentina Lisitsa interpretiert die Stücke geradliniger, weniger verspielt und vom metrischen Puls her deutlicher auf ein Ziel hin gerichtet (während Horowitz bisweilen Gefahr läuft, sich in seinen "Manierismen" zu verlieren). Interessant wäre (bei gleicher Aufnahmequalität) ein Blindvergleich gewesen: Ob Horowitz dann immer noch so gute Karten hätte oder ob man nicht sagen würde "exaltiertes Jungmädchen-Gebaren"?

Den "Schubert" buche ich mal als "Träumerei" vor dem PC (anstatt "am Kamin").
 
Guendola
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Den "Schubert" buche ich mal als "Träumerei" vor dem PC (anstatt "am Kamin").

Hmmm, ich spiele sehr viel Schubert, da kann sowas mal vorkommen :D
Vielleicht kann ich den Titel noch ändern...
Nein, geht nicht. Aber vielleicht fallen ja ein paar Schubert-Liebhaber drauf rein und freuen sich trotzdem :D

An Blindvergleich hatte ich auch gedacht. Aber leider ist schon recht deutlich, wer welchen Flügel spielt. Immerhin folgt etwas Blindtext (mit der Maus links neben "1" die linke Taste drücken, festhalten und runter ziehen, dann wird er sichtbar), damit folgende Leser nicht voreingenommen ans Zuhören gehen müssen.

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Ich finde Horowitz macht sich die Musik untertan und fabriziert seine eigene Kunst. Lisitsa ist da wesentlich vorsichtiger. Trotzdem gefällt mir machmal seine und manchmal ihre Interpretation besser. Feuer haben sie beide, die sanften Töne bekommt er besser hin. In den kuriosen Geschichten mag ich Horowitz lieber, dafür bevorzuge ich den Hascheman von Lisitsa. Beim bittenden Kind liegt Horowitz mit Originalität vorne, Lisitsa mit Schönheit. In der wichtigen Begebenheit sind allerdings Horowitz' Oktaven unschlagbar. Die Träumerei bringen beide fantastisch, leider leidet Horowitz etwas unter der Aufnahmequalität, weil er die außerordentlich leise spielt.
 
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