Schmerzen im Handgelenk - was tun?


Marlene
Marlene
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Hallo,

wegen der intensiven Schmerzen im linken Handgelenk (Kleinfingerseite etwas unterhalb des Knöchels) habe ich schon die Comptine aus dem Film "Amelie" beiseite gelegt und übe jetzt Bachs 1. Präludium. Auch hier habe ich Probleme mit dem Handgelenk, aber deutlich weniger. Ich denke die Ursache liegt daran, dass ich Probleme habe das Handgelenk abzuwinkeln. Das bemängelt auch mein KL, wenn ich zum Beispiel die Tonleiter spiele.

Arme und Hände halte ich - so glaube ich es jedenfalls - locker. Dehnübungen und andere Bewegungen mache ich um die Hände und Gelenke vor dem Spielen aufzuwärmen - aber ohne Erfolg. Was kann ich tun um die Schmerzen zu verhindern?

LG,
Marlene
 
C
chiarina
Guest
Ich denke die Ursache liegt daran, dass ich Probleme habe das Handgelenk abzuwinkeln. Das bemängelt auch mein KL, wenn ich zum Beispiel die Tonleiter spiele.

Liebe Marlene,

diese Sätze verstehe ich nicht so ganz. Was meinst du mit "abwinkeln" (nach rechts, links, oben, unten....), wo soll das erforderlich sein?

Oft entstehen Probleme, wenn das Handgelenk z.B. dauernd seitlich nach links abgewinkelt ist. Und das wiederum passiert oft, wenn der Sitz nicht stimmt. Wie sitzt du am Klavier? Sitzt du auch weit genug weg, stimmt die Sitzhöhe? Haben die Füße beim Klavier spielen Kontakt mit dem Boden? Kontrollier das doch bitte unbedingt mit deinem KL und achte darauf (falls du nicht zu Hause Unterricht hast), dass zu Hause der Sitz genauso ist.

Liebe Grüße

chiarina
 
violapiano
violapiano
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Hallo Marlene,

mir gings beim Lesen ähnlich wie chiarina, ich dachte auch, wo winkelt sie denn wie das Handgelenk ab?

Wie nahe sitzt du am Klavier? Vllt zu nahe dran?:)

Vllt könntest Du mal aufnehmen, wie das aussieht nd wie du am Klavier sitzt? Dann könnte Dir vllt jemand helfen.

LG
VP:)
 
P
PianoPuppy
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Hallo Marlene,

Ich kann dir nur sagen, wie ich vorgehen würde:

Klavierüben (zumindest mit der linken Hand) aussetzen, bis du wieder beschwerdefrei bist. In der Zwischenzeit kannst du dich ja ein bißchen mit Theorie auseinandersetzen und "Tastengeländespiele" machen, z.B. wo liegen die Quinten, wo die Quarten, wie setzt sich ein Dur-, wie ein Molldreiklang zusammen, wie funktionieren Umkehrungen - wie klingen Tonika, Dominante und Subdominante, weiters Tastenbild einprägen und versuchen, dir die Akkorde mental vorzustellen etc.

Wenn die linke wieder beschwerdefrei ist, kannst du mit kleinen Stücken im Fünftonraum das Klavierspiel wieder aufnehmen - dabei sehr genau darauf achten, daß keine Verspannungen auftreten. Für die Fünftonstücke kann ich dir Bartóks Mikrokosmos Bd. 1 empfehlen. Den solltest du eigentlich relativ schnell durch haben - es lohnt sich aber bei den Stücken länger zu verweilen, um die Besonderheiten dieser kleinen Juwelen zu entdecken und auszukosten. Danach kannst du mit MK, Bd. 2 weitermachen (wenn dir Bartók gefällt) und auch schon erste leichte Menuette aus dem Clavierbüchlein für Anna Magdalena Bach spielen, die leichten Stücke aus Schumanns Jugendalbum wie Melodie, Stückchen etc., nach und nach andere Sachen dazunehmen, z. B. Puppenzyklus von Tschaikowski, Andantino von Chatschaturjan, dann schon etwas schwierigere Sachen aus dem AMB.

Wichtig ist es, Literatur zu spielen, die einen zwar fordert, aber nicht überfordert - besonders in technischer Hinsicht!!!

Mit Dehnübungen wäre ich vorsichtig, da kann allzu schnell was passieren, wenn man übertreibt. Bei mir hat sich bewährt, vor dem Üben heiß zu Duschen - wenn dies nicht möglich ist, die Hände einige Minuten unter warmes Wasser halten (so heiß wie es gerade noch angenehm ist) auch das entspannt wunderbar.

Wenn dich Literatur zu Klaviertechnik interessiert, kann ich dir das Buch von Kratzert empfehlen - Kratzert verwendet für die Basisübungen übrigens Stücke aus dem Mikrokosmos.

LG, PP
 
Klavierandi
Klavierandi
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Hallo Marlene,

da ich ja auch noch ein "blutiger" Anfänger bin und ähnliche Erfahrungen gemacht habe und mache, allerdings nur bei sehr
ungewöhnlichen Akkorden und Griffmustern, kann ich Dir nur raten das Handgelenk nicht zu überstrapazieren. D.h. sobald der
Schmerz anfängt die Übung unterbrechen und vielleicht eine einfacherer Übung angehen.
So habe ich es die letzten Monate gehalten und gemerkt, sobald die Hand ein wenig Übung hat und die Bänder und Sehnen sich an die Haltung gewöhnt haben, tritt das Problem nicht mehr auf.
Mein KL hat auch von Anfang an gesagt, dass sobald eine Übung beginnt zu schmerzen, diese sofort unterbrechen!!!
Übst du mehr als zwei Stunden am Stück? Vielleicht solltest Du lieber kürzere Einheiten angehen bis sich alles ein wenig eingespielt und "aufgedehnt" hat.

Liebe Grüße
Klavier@ndi
 
Marlene
Marlene
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Danke erstmal für die schnellen Antworten!

Meinen KL kann ich nicht fragen – es sind Ferien.

Ich sitze so vor dem Klavier, dass das mittlere Pedal genau vor meiner Körperachse liegt und wohl eher zu weit entfernt als zu nah und höher als „normal“, wie ich vermute. Meine Ellenbogen sind höher als die Handgelenke, der Unterarm also ansteigend zum Ellenbogen. Unterarm und Oberarm bilden keinen rechten Winkel sondern einen größeren. Mir ist das so angenehmer als die klassische Sitzhaltung mit waagerechtem Unterarm, denn diese macht noch mehr Probleme. Die Füße sind beim Spielen fest am Boden. Bei der Elise hatte ich diese Probleme nicht weil es da ja öfters mit der rechten Hand nach rechts hoch geht.

Ich habe die Probleme rechts, denn wenn ich mit der Hand vor dem Bauch spiele was ja meist der Fall ist bei dem Präludium, dann ist das rechte Handgelenk nach rechts abgewinkelt. Wenn ich das nicht machen würde, dann würden die Finger doch nicht richtig auf den Tasten landen. Denn bei geradem Handgelenk würde die Hand doch schräg über den Tasten liegen.

Aussetzen muss ich nicht, denn die Bescherden sind schnell wieder weg, wenn ich das Handgelenk massiere und ausschüttele. Ich pausiere sofort kurz wenn die Schmerzen kommen, schüttele das Handgelenk aus und mache weiter. Es ist zum Glück kein Dauerschmerz (und dass es keiner wird, darauf werde ich achten).

Ich übe meist nur eine Stunde „am Stück“.
 
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PianoPuppy
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Denn bei geradem Handgelenk würde die Hand doch schräg über den Tasten liegen.

Besser die Hand schief als das Handgelenk eingeknickt, Hauptsache es fühlt sich bequem und gut an, wenn du spielst. Leichter lernt man das halt, wenn man zunächst an kleineren Stücken übt und erst allmählich Sachen dazunimmt, die größere Handspannen erfordern.

Das mit den Schmerzen, würde ich ernster nehmen - du berichtest nun schon seit Tagen, daß du Probleme mit dem Handgelenk hast.
 
Marlene
Marlene
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Habe jetzt mal gespielt und mein Handgelenk im Auge behalten. Ergebnis: Ich kann nicht anders spielen als mit abgeknicktem Handgelenk ich lande ansonsten irgendwo anders aber nicht auf den Tasten die ich drücken will. Und es ist mit geradem Handgelenk verkrampft. Aber ich habe eine Entdeckung gemacht: Um mein Handgelenk zu beobachten habe ich vorhin eine halbe Stunde gespielt und dabei auch die Tasten im Blick gehabt – keine Schmerzen. Daraufhin habe ich mal mein „Klaviertagebuch“ angeschaut. Das Ziepen im Handgelenk hat an dem Tag begonnen, an dem ich das Präludium mit geschlossenen Augen gespielt habe. Also habe ich beim blind spielen vor lauter Konzentration die Hand verkrampft. Denn nachdem ich jetzt eine halbe Stunde die Tasten beim Spielen angeschaut habe gab es keine Schmerzen.

Fazit: Hand unwissentlich verkrampft.
 
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Neronick
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Während des Übens eine elastische Binde tragen, bis die Schmerzen 14 Tage nicht mehr in Erscheinung getreten sind; nach dem Üben kühlen oder wärmen, ausprobieren, was gut tut.

Leichte Schmerzen, die eine längere Zeit wiederkehren, egal warum, explodieren bei passender Gelegenheit, wenn man die schlummernde Entzündung nicht ausheilt durch Schonung.
 
rolf
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Ich habe die Probleme rechts, denn wenn ich mit der Hand vor dem Bauch spiele was ja meist der Fall ist bei dem Präludium, dann ist das rechte Handgelenk nach rechts abgewinkelt. Wenn ich das nicht machen würde, dann würden die Finger doch nicht richtig auf den Tasten landen.
meine Empfehlung: gewöhn dir das gründlich ab!

bei niemandem müssen die Finger parallel zu den Tasten liegen!!


Denn bei geradem Handgelenk würde die Hand doch schräg über den Tasten liegen.
ja und? das macht nichts!


als Ansatz zu einer Begründung:
"winkle" oder knicke mal dein Handgelenk so weit wie möglich nach rechts ab und versuch dann, mit der Hand "winke-winke" zu machen -- dann dasselbe mit nicht abgewinkeltem Handgelenk.
 

Marlene
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Manha
Guest
Marlene, du hast geschrieben, das du mit deinem KL zufrieden bist, das ist prima.

Trotzdem drängt sich mir der Gedanke auf, du solltest einfach mal hingehen und dir mal drei oder vier andere suchen, bei denen du zusätzlich eine Probestunde absolvierst, einfach, um mal rumzuschnuppern, wie andere unterrichten.

Ein KL, der mit dir als blutige Anfängerin monatelang ein Stück macht (auch wenn es dein Wunsch war), dir aber in all der Zeit wichtige Basics, wie eben z.B. eine richtige Handhaltung bei einfachen Arpeggios, nicht beigebracht hat und dir statt eben dieser wichtigen Basicübungen als Ausgleich zu deinem Stück ausgerechnet die Amelie gibt, ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Ein paar Schnupperstunden schaden nicht.
 
Marlene
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Trotzdem drängt sich mir der Gedanke auf, du solltest einfach mal hingehen und dir mal drei oder vier andere suchen, bei denen du zusätzlich eine Probestunde absolvierst, einfach, um mal rumzuschnuppern, wie andere unterrichten.

Diesen Gedanken hatte ich schon vor Wochen, denn manchmal scheint er nicht richtig bei der Sache zu sein. Lässt mich z.B. wochenlang die 5 x E (e) mit dem anschließenden dis und e der Elise spielen und sieht nicht, dass der Fingersatz falsch ist. Oder schreibt hin und wieder einen falschen Fingersatz ins Notenblatt hinein.

Ein KL, der mit dir als blutige Anfängerin monatelang ein Stück macht (auch wenn es dein Wunsch war), dir aber in all der Zeit wichtige Basics, wie eben z.B. eine richtige Handhaltung bei einfachen Arpeggios, nicht beigebracht hat und dir statt eben dieser wichtigen Basicübungen als Ausgleich zu deinem Stück ausgerechnet die Amelie gibt, ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Er hat gesagt, dass z.B. meine Vorgängerin, die seit einem Jahr spielt, drei Stücke gleichzeitig übt. Wegen meines Ehrgeizes hatte er Sorge, ich würde bei mehr als einem Stück überhaupt nicht mehr die Finger von den Tasten lassen.

Als ich ihn auf meine Handhaltung (anfangs hatte ich die Hände im Gelenk nach oben abgeknickt anstelle sie gerade zu halten) angesprochen habe hat er gesagt, er würde mir schon mitteilen, wenn ich etwas falsch mache. Als ich die Comptine bei ihm angefangen habe weil er sehen wollte wie ich damit zurecht komme hatte er keine Einwände wegen meiner Handhaltung. Aber es gab hier sehr unangenehme Beschwerden am linken Handgelenk.

Allerdings verstehe ich es selber nicht, warum er mir kein klassisches Stück gegeben hat sondern ein Stück, dass „jeder unbedingt spielen will“. Ich kannte es überhaupt nicht und finde es in der Tat recht eintönig und wenig anspruchsvoll (außer für mein linkes Handgelenk).


Mit dem Gedanken habe ich vor Wochen schon gespielt. Als Anfängerin kann ich seine Fähigkeiten schlecht beurteilen. Er motiviert mich auf eine subtile Art und das funktioniert sehr gut. Aber ich entscheide viel aus dem Bauch heraus und mein Bauchgefühl lässt mich manchmal daran zweifeln, ob da beim Unterricht alles mit rechten Dingen zugeht. Denn etwas gefällt mir ganz und garnicht. Als er mir die Comptine auf Notenpult gestellt hat kam ein kurze Warnung, dass mein linker kleiner Finger wohl anfangs schmerzen würde, aber das würde vergehen. Wenn ich ihn auf ein Ziepen hier und da angesprochen habe (meist sind es die Handgelenke die seit Jahrzehnten mehr oder weniger meine Sorgenkinder sind,) hat er es jedes Mal bagatellisiert was mich stutzig gemacht hat. Er hat gesagt, das sein normal und würde vergehen. Denn Überlastung ist wovor ich die größte Furcht habe. Es wäre für mich eine Katastrophe nicht mehr spielen zu können oder pausieren zu müssen.

Noch eine Anmerkung zu meinen Beschwerden im Handgelenk. Sie sind an einer meiner Meinung nach seltsamen Stelle, und zwar am „Os pisiforme“. Aber auch da gibt es eine Sehne und arthrotische Veränderung sind auch dort möglich. Schaut mal hier (der Knochen rechts in der Mitte):

http://www.netcult.ch/elmue/Lunatummalazie/Anatomie_Hand_Skelett.gif

An meinen Handgelenke gibt es eine Verschmälerung des Gelenkspaltes. Da ich nicht weiß an welcher Stelle werde ich mal meinen Orthopäden fragen, ob es an dieser Stelle ist.

@Barpianodilettant:
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