Schlechte Schüler: woran liegt das eigentlich genau?

Ich denke, auch bei hervorragender Unterrichtsqualität, inhaltlich-fachlich und didaktisch, ist es heute viel schwieriger geworden, als (privater) Musikpädagoge mehrheitlich oder gar ausschließlich gute bis sehr gute (bzw. fleißige) Schüler zu bekommen. Ausnahme ist vielleicht der Lehrer an einer öffentlichen Musikschule, der - bei vorhandener Warteliste - schlechten Schülern die Kündigung nahelegen kann oder sie an andere Kollegen delegieren kann.

Sicher war das auch schon vor hundert Jahren schwierig, viele gute Schüler zu haben, aber die Hürden dafür sind m. E. heute höher und in folgenden Ursachen zu suchen:

- die Musikschüler haben heute viel zu viele Optionen in ihrer Freizeit – manchem wird sich zwar auch mit viel Energie gewidmet (PC, Internet...), aber das sind oft Dinge, in denen gut zu werden leichter ist als am Klavier oder wo ein "Vorankommen" nicht so wichtig ist.

- Eltern lassen ihre Kinder in der Freizeit viel zu viele Angebote wahrnehmen, anstatt Grenzen zu ziehen: besser 1-2 Sachen gut machen, als 4-5 mäßig oder schlecht!

- heutige Eltern sind mit der Organisation des Familienalltags oft dermaßen gefordert, daß es unmöglich wird, sich darum zu kümmern, daß die Kinder genug üben: selbst Kinder, die an sich gern musizieren, brauchen Impulse und Unterstützung von den Eltern dazu. Die haben einfach noch nicht diese Selbständigkeit, das wäre auch zu viel verlangt. Neulich von der Mutter eines (zu wenig übenden) Schülers gehört: Klavier sein ein Hobby, da wolle sie keinen Druck machen - aber genau das ist das Problem. Musizieren und Lernen (=Arbeit) bedingen sich gegenseitig.

- Ein Instrument bzw. ein Musikstück gut zu lernen, erfordert Einsatz und Mühe, ist – bis man die Früchte in Form von „Spaß“ ernten kann – erstmal vor allem Arbeit. Dafür braucht es Konzentration, Muße, Freiräume – in vielen Haushalten ist das heute kaum noch gegeben. Da wird das Musizieren als eine „Beschäftigung“ gesehen, aber es ist doch von der Bedeutung und der Wirkung auf denjenigen, der es betreibt, so viel mehr als das! Das ist kein normales Lust-und-Laune-Hobby wie Bücherlesen, Basteln oder Computerspiele!

- die Frustrationstoleranz vieler Kinder ist heute stark gesunken: erlernt man ein neues Stück, muß man quasi immer wieder auf’s neue damit klarkommen, daß man das erstmal NICHT kann, und den Willen entwickeln, es lernen zu wollen. Selbst bei bester Anleitung durch den Lehrer: das sich-Aneignen muß der Schüler machen. Diesen Willen aufzubringen und durchzuhalten, fällt heute viel mehr Schülern schwer als früher. Wenn der grundsätzliche Biß fehlt, wird auch der gute Lehrer zwar eher etwas, aber auch nicht 100 % erreichen können. Bei fehlender Unterstützung der Eltern - die den Klavierunterricht häufig nur als einen "Freizeittermin" der Kinder betrachten - sind die Aussichten noch sehr viel schlechter. Einzelnen Eltern die Augen zu öffnen, gelingt zwar, aber die meisten sind entweder beratungsresistent, zu stolz oder viel zu sehr mit der Alltagsbewältigung beschäftigt, daß sie so etwas gar nicht erreicht.

Meine Meinung ist, wenn wir in der Amateur-Klaviermusik wieder auf ein Niveau wie vor 100 Jahren, dem goldenen Klavierzeitalter, zurückwollen, dann brauchen wir: nein, eben keinen pianistischen Drill, sondern viel mehr Musikunterricht an den Schulen viel mehr bildungspolitisches Engagement für die Musik und ein Umdenken bei den Eltern. Musik ist kein „schöner Zusatz“, sondern essentieller Lebensinhalt – und wichtiger wie manche Nebenfächer in der Schule. Es müßte sich ein gesellschaftliches Klima verbreiten, daß kindliche und jugendliche Bildung ohne Musik eine unvollständige, defizitäre ist. Die wahre Bildung (=Persönlichkeitsbildung) findet etwa beim Lernen eines Instruments statt, und mitnichten in der Schule. Die Schule (deren Selbstverständnis, namentlich das der Gymnasien, inzwischen Dimensionen von Selbstanmaßung angenommen hat) vermittelt keine Bildung, sondern Wissen. Das ist etwas völlig anderes.
 
Viele richtige und gute Punkte - aber glaubst Du im Ernst, vor 100 Jahren sei in deutschen Wohnzimmern so toll musiziert worden?

Klar, man blieb von TEY und Ähnlichem verschont, aber es gab sehr viel mechanistischen Kack-Unterricht, und Du kannst mal davon ausgehen, dass vieles, was die Amateure klimperten, gar grauslich klang.
 
@Karlheinz Klopweisser
Vollkommen einverstanden mit dem, was du geschrieben hast.

Aber der letzte Teil kann nur von jemandem kommen, der von Schule in heutiger Zeit keine Ahnung hat:
Die wahre Bildung (=Persönlichkeitsbildung) findet etwa beim Lernen eines Instruments statt, und mitnichten in der Schule. Die Schule (deren Selbstverständnis, namentlich das der Gymnasien, inzwischen Dimensionen von Selbstanmaßung angenommen hat) vermittelt keine Bildung, sondern Wissen. Das ist etwas völlig anderes.
Es gibt seit einigen Jahren einen Paradigmenwechsel - weg vom Wissen (z.B. dem Literaturkanon) hin zu Kompetenzen (Fähigkeiten und Fertigkeiten, d.h. der lebendige Umgang mit angeeignetem Wissen).

Ein Beispiel ist der Anforderungsbereich 3: Heutzutage wird den Schülern schon frühzeitig abverlangt, sich eine Meinung zu bilden und diese fundiert zu begründen. Das habe ich in meiner eigenen Schulzeit (80er/90er-Jahre) bei weitem nicht in diesem Ausmaß erlebt. Die (Persönlichkeits-)Bildung der Schüler dürfte also stark zugenommen haben.

Übrigens: Was meinst du bezogen auf Gymnasien mit "Dimensionen von Selbstanmaßung"?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das funktioniert bekanntlich am besten, je weniger Ahnung man von der Materie hat. Deswegen wird auf die Vermittlung von Fakten so wenig Wert gelegt.

Das klingt für mich nach einer einfach so in den Raum gestellten Behauptung.
Hast du eine Quelle um deine Behauptung zu untermauern?

Bis auf die Sache mit Rechtschreibung habe ich in Deutschland noch nie etwas davon mitbekommen, dass man etwas falsches lernt.
 
Das funktioniert bekanntlich am besten, je weniger Ahnung man von der Materie hat. Deswegen wird auf die Vermittlung von Fakten so wenig Wert gelegt.
Das ist Unsinn. Es sind immer erst die Fakten, die gelernt werden. Dann erfolgt auf deren Basis die Begründung der eigenen Meinung, eben fundiert (!), wie ich geschrieben habe. Also ganz anders als die Form deiner Meinungsäußerung.
 
Zuletzt bearbeitet:
- die Frustrationstoleranz vieler Kinder ist heute stark gesunken: erlernt man ein neues Stück, muß man quasi immer wieder auf’s neue damit klarkommen, daß man das erstmal NICHT kann, und den Willen entwickeln, es lernen zu wollen.

Ein Phänomen, das ich besonders bei intelligenten und vielseitig talentierten Kindern beobachte: Bislang ist ihnen alles zugefallen, Schule ist easy, Lesen konnten sie schon mit 4, Eltern, Verwandtschaft und Freunde sind freudig überrascht, aber jetzt kommt das Klavier daher und ist... störrisch. Die stehen ohne jede Anstrengung auf einem Leistungsgipfel, den andere Kinder sich mühsam erarbeiten müssen und haben darüber nicht gelernt, was das eben heißt: Sich anstrengen, eine Zeit brauchen, bis das Ziel erreicht ist.
Tolle Kinder, aber ein mühsames, immer wieder von Rückschlägen bedrohtes Arbeiten, weil man nicht zuletzt gegen (eigentlich völlig irrationale) Versagensängste ankämpfen muß.
 
Ein Phänomen, das ich besonders bei intelligenten und vielseitig talentierten Kindern beobachte: Bislang ist ihnen alles zugefallen, Schule ist easy, Lesen konnten sie schon mit 4, Eltern, Verwandtschaft und Freunde sind freudig überrascht, aber jetzt kommt das Klavier daher und ist... störrisch. Die stehen ohne jede Anstrengung auf einem Leistungsgipfel, den andere Kinder sich mühsam erarbeiten müssen und haben darüber nicht gelernt, was das eben heißt: Sich anstrengen, eine Zeit brauchen, bis das Ziel erreicht ist.
Tolle Kinder, aber ein mühsames, immer wieder von Rückschlägen bedrohtes Arbeiten, weil man nicht zuletzt gegen (eigentlich völlig irrationale) Versagensängste ankämpfen muß.

Ist nicht neu. Nicht zu vergessen, die Eltern, die auch hier sofortige Höchstleistung erwarten. Die Investition Klavier/ -unterricht muß sich sofort auszahlen im Sinn von vorzeigen lassen.
 
Vor 100 Jahren gab es aber schon Grammophone. Übrigens bin ich mir gar nicht so sicher, ob in den 1920er-Jahren noch so viel Musik im Freizeitbereich gespielt werden konnte. Reparationszahlungen, die Inflation und später die Weltwirtschaftskrise bedeuteten Armut und Elend, da wurden die Prioritäten sicherlich woanders gesetzt.
 

Das sehe ich auch so! Wenn ich die heutigen Schüler mit den Schülern vor 40 Jahren vergleiche, hat sich wenig geändert. Die Menschen bleiben im Grunde immer gleich. :001:

Unterschiede zu früher gibt es in der Nutzung der digitalen Medien. Sie sind sehr verführerisch, belohnen schnell, sind dadurch echte Zeiträuber und führen leicht zu Reizüberflutung.

Dann hat sich auch die Pädagogik sehr gewandelt. Früher wurden Fehler/Verspieler unbarmherzig bestraft, aber Arbeit am Klang und der musikalischen Aussage war ein Fremdwort (natürlich gab es Ausnahmen). Heute ändert sich das zunehmend und es gibt ganz andere Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung!

Auch der Umgang mit dem Schüler hat sich sehr geändert. Aus einem oft autoritären, Gehorsam einfordernden Umgang mit dem Schüler, der Bestrafungen wie Schläge, an den Ohren Ziehen, Nachsitzen, Bemerkungen an die Eltern u.a. nach sich zog, wurde ein Miteinander, ein gemeinsames Arbeiten an der Sache.

Das bedeutet aber auch, dass der Schüler vom Lehrer gefordert wird, Eigeninitiative und Verantwortlichkeit zu entwickeln, ohne die der Unterricht nicht gelingen kann. Es gibt keine Strafen mehr, die den Schüler, wenn er mal keine Lust hat zu üben, doch ans Klavier zwingen, sondern er wird ggf. mit den Folgen, die ein regelmäßiges Nicht-Üben für sein Klavierspiel und den Unterricht hat, konfrontiert.

Das ist für Lehrer und Schüler bei all den positiven und erfüllenden Seiten, die das veränderte Lehrer-Schüler-Verhältnis hat, auf der anderen Seite auch anstrengender. Statt zu strafen muss der Lehrer sich plötzlich mit Bedürfnissen auseinandersetzen. Persönliche Ziele im Klavierunterricht werden auf einmal wichtig, plötzlich wird nicht ein Unterricht auf alle übergestülpt, sondern der Unterricht richtet sich individuell auf Fähigkeiten, Wünsche, Stärken und Schwächen der Schüler aus. Die Methodik erfährt eine wunderbare Vielfalt.

Wohl dem Lehrer, der methodisch viele Wege kennt, eine Leidenschaft für Musik hat und diese weitergeben kann. Wohl dem Lehrer, der sich sehr für seine Schüler einsetzt, aber auch Engagement vom Schüler einfordert. Wohl dem Lehrer, der Konflikte nicht scheut und für das einsteht, was er will und für wichtig hält.

Dabei hilft ein Setting des Unterrichts, bei dem der Schüler zum Lehrer kommt und nicht umgekehrt. Es spielt auch eine Rolle, wie viel Geld der Unterricht kostet. Der Wert ist höher, wenn der Unterricht teurer ist und an einem guten Instrument stattfindet. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Privatunterricht oft mehr geschätzt wird als billiger Unterricht an einer Musikschule.

Ich habe trotzdem leicht reden. Ich höre von Kollegen, dass es durchaus von der Region abhängt, in der man unterrichtet, wie viel Wertschätzung der Unterricht, der Lehrer erfährt und wie viel Wert dann auch aufs Üben etc. gelegt wird. Ich persönlich meine, dass Unterricht nicht so billig sein darf. Es müsste auch besser kommuniziert werden, dass subventionierter Unterricht an Musikschulen, - der sehr wichtig ist, damit nicht nur reiche Familien sich Musikunterricht leisten können -, keine Selbstverständlichkeit ist und dass, wenn jemand diesen bekommt, damit eine Verantwortlichkeit einhergeht, dass dieser Unterricht auf fruchtbaren Boden fällt. Dann würde auch das Niveau und die Qualität wieder steigen und das wäre für alle wunderbar!

Liebe Grüße

chiarina
 

Musik ist kein „schöner Zusatz“, sondern essentieller Lebensinhalt
Das ist deine Meinung. Es gibt aber auch andere Ansichten.

Es ist immer wieder das Gleiche, wenn die Zielvorstellungen des Schülers/Eltern nicht mit denen des Lehrers übereinstimmen.
In einer Musikschule geht man klangheimlich von den Zielen der Schule aus. Nach so und soviel Jahren sollte der Schüler das und das können. Das ist das Unterrichtsziel und ein gemeinsames Ziel. Ob dies entsprechend kommuniziert wurde und allen bewußt ist , steht auf einem anderen Blatt.
Im privaten Unterricht ist das aber nicht so. Dort muss der Lehrer auch akzeptieren , dass ein Schüler zu ihm kommt und sagt ich spiele nur aus Zeitvertreib, oder ich will nur Minimal Music spielen. Dann kann der Lehrer sagen, ja das interessiert mich nicht, oder super ich nehme dich. Es gebührt nicht dem Lehrer das Ziel/die Motivation zu kritisieren, sondern aus den Zielvorgaben das Beste zu machen. Deshalb ist es so wichtig zu wissen warum jemand überhaupt Klavier spielt, was er erreichen will und auch wieviel Zeit er dafür entbehren kann.
 
schon ein ungünstiger Begriff ist. Solange man die Zeit am Instrument nicht als Gewinn betrachtet, sollte man sich eine andere Tätigkeit suchen.
Eben nicht.
Es gibt eben zahlreiche Personen, die von vornherein gar nicht ein professioneller Klavierspieler werden wollen. Da darfst du eben nicht deinen Wunsch darüber stülpen (siehe mein Beitrag #172), jeder müsse ein guter Spieler werden und sein Leben der Musik Opfern.
Das ist Nonsens und der der wenig Zeit hat, darf weiter spielen, so einfach ist das.
 
@Bavaria blu
Der Begriff "entbehren" passt zu Pflichttätigkeiten. Bei allem, was man in seiner Freizeit betreibt, sollte doch ein Nutzen, ein Gewinn als Resultat der aufgebrachten Zeit stehen. Vermutlich keiner würde doch in seiner Freizeit etwas machen, was ihn Zeit und Mühe kostet ohne Resultat. Ganz einfache Logik.
 
Vor 100 Jahren gab es aber schon Grammophone. Übrigens bin ich mir gar nicht so sicher, ob in den 1920er-Jahren noch so viel Musik im Freizeitbereich gespielt werden konnte. Reparationszahlungen, die Inflation und später die Weltwirtschaftskrise bedeuteten Armut und Elend, da wurden die Prioritäten sicherlich woanders gesetzt.
Vielleicht kennst Du das Kapitel "Fülle des Wohllauts" aus dem Zauberberg von Thomas Mann. Der Roman ist von 1924 und spielt kurz vor dem 1. Weltkrieg. Dort ist "Grammophon" etwas Neues für die Protagonisten und zumindest 1924 konnte man den Leuten noch vermitteln, daß das Hören von Grammophon-Musik etwas ganz Besonderes war. Den ersten Tonfilm gab es 1927. Also mit dem Zeitpunkt _flächendeckender_ Verbreitung von Tonkonserven ist man miti 100 Jahren ganz gut aufgehoben. Vergiß auch nicht die Selbstspieler von Phonola usw. Die sind ja nur dann attraktiv, wenn es keine wirkliche Alternative (Grammophon) gibt.... und die waren dann auch schnell Geschichte, als es billige Vinyl-Schallplatten gab, statt der teuren Schellack-Scheiben. Das muß auch so Ende der 1920er Jahre gewesen sein. Bis dahin war die bezahlbare Alternative wohl tatsächlich "Selbermachen":
 
Was das Niveau des häuslichen Klavierspiels in früheren Zeiten anbelangt, kann ich nur die Lektüre von Eduard Hanslick (einem Wiener Musikkritiker des 19. Jh.) empfehlen: „Über die Clavierseuche.“
 
Was das Niveau des häuslichen Klavierspiels in früheren Zeiten anbelangt, kann ich nur die Lektüre von Eduard Hanslick (einem Wiener Musikkritiker des 19. Jh.) empfehlen: „Über die Clavierseuche.“
Das ist hauptsächlich ein Einblick in den wilden Westen - in eine Ära ohne einheitliche gesetzliche Ruhezeiten. Das gibt es heute so nur noch in ausgewählten Stadtteilen mit günstigen Mieten. ;-)
 
meinst du die?
https://de.m.wikisource.org/wiki/Ein_Brief_über_die_„Clavierseuche“

...müssen wir wider Willen dem entsetzlichen Clavierspiel neben uns zuhören; mit einer Art gespannter Todesangst warten wir auf den uns wohlbekannten Accord, den das liebe Fraulein jedesmal falsch greift, wir zittern vor dem Laufe, bei welchem der kleine Junge unfehlbar stocken und nun von vorn anfangen wird....
:lol::lol::lol:

anscheinend gab es zudem früher keine gesetzlich geregelten Übezeiten...:lol:
 

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