Samsung Tablet und NeoScores

Babsbara

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Ich bin auf der Suche nach einer Möglichkeit, mein Samsung Tablet fürs Klavierspielen sinnvoll zu nutzen, auf diesen interessanten Artikel gestoßen:
http://www.androidnext.de/news/samsung-galaxy-note-10-1-orchester-tablets/

Interessanterweise befindet sich der Konzertsaal, in dem der "Testlauf" letzten November stattfand, direkt bei mir um die Ecke :o

Die Software wurde vom (ebenfalls belgischen) Anbieter "Neoscores" entwickelt.

Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit einem Tablet am Klavier? (Ich meine, es gäbe eventuell schon welche mit dem iPad?)

Bisher ging es meiner Meinung nach ja nur, Notenblätter in Form von pdf-Files abzurufen. Im Zusammenhang mit dem Samsung Tablet ist natürlich dann nochmal die Notizfunktion hervorzuheben, mit dem man sich alle wichtigen Bemerkungen, Fingersätze oder ähnliches in die "Partitur" schreiben könnte.

Im Moment habe ich nur ein 7.0er Tablet, könnte mir aber vorstellen, da nochmal nachzulegen, wenn diese Verwendungsmöglichkeit sinnvoll dazu käme. (Ich stelle es mir gerade supercool vor, wie ich mit so etwas bei meinem Klavierlehrer aufschlage und er dann mit dem Stift direkt ins Tablet pinselt. :cool:)

LG,
Babs
 
cwtoons

cwtoons

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Das ist eine hübsche Idee, aber in der Praxis tauchen - noch - zu viele Probleme auf:

1. Das Samsung-Tablet ist in etwa nur halb so groß wie ein herkömmliches Notenblatt. Also sind die Noten sehr klein in der Darstellung, zu klein, finde ich. Sie taugen allenfalls für Leedsheets im Rock und im Jazz, nicht für Klassik. Wem man dem begegnen will, kann man natürlich nur eine halbe Notenseite pro Bild einscannen und wiedergeben. Das ist zum einen viel Frickelarbeit und zum zweiten muss man dann beispielsweise so aus einem vier-Seiten-Stück ein acht-Seiten-Stück machen. Also wird auch doppelt so viel "umgeblättert". Das nervt.

2. Wie steuert man das Umblätern? Wenn man mit dem Finger über den Schirm wischen muss, stört das genauso beim Spielen wie das herkömmliche Umblättern der Notenseiten, taugt also nix. Bleibt nur der Fußschalter, per Kabel oder per Bluetooth. Funktioniert das gut? Unbedingt vorher antesten, auf die Software kommt es auch an.

In England sitzt eine Firma, die baut ausreichend große Monitore und hat ihre eigene Software:
SightRead Home Page March13V1.2
Leider ist die beste Lösung von denen auch die teuerste, ca. 1500 Piepen. Und sie haben keinen Vertrieb in Deutschland, man kann also nicht testen, außer man macht ´mal ´nen kleinen Kurzurlaub auf der Insel. Über die Qualität und Zuverlässigkeit habe ich im Internet nichts über die gefunden, außer den üblichen "testimonials".
Früher verkaufte Klemm-Musik das System. Den Grund dafür, warum sie das nicht mehr tun, wollten sie mir am Telefon nicht sagen.

Fazit: Die Tablets sind zu klein und die Lösungen von Spezialanbietern sind viel zu teuer und unsicher.

Leider. Ich wollte das schon längst einführen, habe aber aus oben genannten Gründen verzichtet.

CW
 
LMG

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Hi ;)

Das wär ja ne interessante Sache, wenn man das mit dem Umblättern preisgünstig hinkriegen würde, und einen ausreichend dünnen Flachbildschirm, der aber nicht so rechteckig, sondern eher quadratisch wäre ( hab son Teil zufällig) , dann auf den Notenhalter stellen würde.

Dann den Rechner irgendwie aus dem Weg schaffen und Kabel weg, dann nur noch Powerpoint oder so mit Slideshow Funktion oder Folienübergänge zeitlich steuern lassen... AAH das klappt alles bestimmt nicht...STücke zu lang, manchmal, fehlerhafte Berechnungszeit beim autom. Folienübergang.. hmm.., da wäre son Umschalter nicht schlecht..

Cool wär sowas schon, wenn alles perfekt klappen würde... ;)

Finde das höchst interessant...

LG, Olli !
 
Babsbara

Babsbara

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Also, wenn ein ganzes Orchester das in Betracht zieht, kann die "Frickelei" nicht so schlimm sein, wie von dir beschrieben, cwtoons. Und sie haben schon 2 Stücke so gespielt! Beim Umblättern reicht jedenfalls das Antippen des Bildschirms, du musst nicht wischen. Und meiner Meinung nach ginge das immer noch schneller als das Umblättern von Papier.

Ich hab mir gerade mal einen Account bei neoscores angelegt. Muss aber noch etwas in die Software bzw. die Umwandlung der Dateien einsteigen. Man kann seinen Account u.a. mit Dropbox verbinden. Und in Zukunft soll es auch direkt zu imslp gehen...

Noch habe ich aber sowieso nicht das "richtige" Tablet, denn wirklich interessant wird es erst mit der Notizfunktion und natürlich mindestens mit den 10".
 
cwtoons

cwtoons

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Ja, irgendwelche Bastler kriegen da garantiert einen schönen Aufbau mit Lüsterklemmen, Isolierband, Kabelsalat und Rechner im Schuhkarton hin.

Das ist aber leider das Gegenteil von einer eleganten und praktikablen Lösung.

Das Brüsseler Orchester würde ich mir gerne ´mal bei der Probe ansehen. Hat da jeder Musiker einen Fußschalter vor sich? Oder sind die Tablets alle irgendwie zusammengeschaltet und das Orchester beschäftigt einen Pageturner?
Orchestermusiker spielen fast alle aus Ein-System-Noten. Das Größenproblem ist also nicht so virulent wie bei einem Pianisten.
Und was macht der Dirigent? Hat der einen Monitor von Schultafelgröße?

Was sagen denn die Musiker dazu? Oder werden die nicht gefragt...

CW
 
Babsbara

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cwtoons,

am 3. Mai spielt das Brussels Philharmonic Orchestra wieder im Konzertsaal Flagey (also bei mir um die Ecke). Vielleicht hab ich Zeit und kann mal gucken gehen (wobei sie es im Moment, glaub ich, noch nicht im "täglichen" Gebrauch haben.

mäni,
danke für den interessanten Link! Leider ist die App noch nicht für Android zu haben (worauf es mir ankäme). Aber man kann sich vielleicht schon mal auf dem Laptop damit beschäftigen. Sicher wird es nicht mehr zu lange dauern, dass es sie auch fürs Tablet gibt.

Gruß,
Babs
 
cwtoons

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Babsbara,

ja, wäre gut, wenn Du den Jungs - und Mädels - bei der Arbeit zusehen könntest.

Ich habe mich mit dem Thema schon vor zwei, drei Jahren beschäftigt und habe den starken Eindruck, dass man zwar Noten auf dem Tablet abbilden kann, aber auch, dass es noch kein vernünftiges und bezahlbares System für Amateurmusiker zu kaufen gibt, leider, ich hätte es auch gern.

Dann bleibt noch die Überlegung, ob das Ganze nicht nur ein Marketinggag von Samsung ist. Auf so ´nem kleinen Tablet eine gebrauchsfähige Notendarstellung zu machen, das geht noch nicht.

CW
 
Peter

Peter

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Ich überlege mir auch schon einige Zeit, ein Tablet zuzulegen. Genau die Anwendung als Notenständer wäre aber die Einzige wirklich nützliche für mich. Dafür müsste es in der Tat ein Note sein, um auch mal Notizen zu machen.
Alleine dafür ist das Ding aber viel zu teuer, und die Nachteile wurden ja oben schon beschrieben.
Dann schon lieber so was hier. Damit hätte man wesentlich mehr Anwendungsmöglichkeiten und die Größe wäre DIN-A4-tauglich (so waas gibt´s noch als 22- oder 24-Zoll). Oder aber das Ultrabook von Lenova mit dreh- und klappbarem Bildschirm (dreht man um und klappt es zusammen, so wird´s ein Tablet).

Da das alles erst in den letzten 1-2 Jahren raus gekommen ist, kann man schon mal sehen, wohin die Reise geht und einfach noch ein paar Jahre abwarten. Ich denke, hier wird das Spektrum noch größer und für Musiker noch wesentlich interessantere Geräte kommen. Der virtuelle Notenständer ist sicher nur noch eine Frage der Zeit.
 
Moderato

Moderato

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Bei einem 10" Bildschirm Querformat müßte die Software die Noten so aufteilen, daß nach 3 kompletten Zeilen weiter "geblättert" werden muß. Geht das überhaupt mit einem PDF? Die Notendarstellung würde dann wegen der Breite nur geringfügig kleiner. Bei einem Stück über 2 normale Papierseiten müßte man dann 3 mal "blättern". Hierfür würde man ein Tablet-PC also gar nicht benutzen, bei einem Stück über 5 Seiten schon. Im Hochformat müßten die Notenzeilen selbst umgebrochen werden, sonst werden die Noten deutlich kleiner.
Kann das die Software? Ich habe noch keine Abbildung eines Notenblattes auf einen Tablet-PC gesehen. Hat jemand einen Link?

Gruß
Manfred
 
Babsbara

Babsbara

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Es gibt einige Fotos dazu, hab mal versucht ein paar anzuhängen.

Ich bleib mal dabei, dass ich es nicht so schlecht finde. Natürlich fängt man vielleicht zu Hause nicht unbedingt bei 3 oder 4 Blättern damit an, die man im Notfall noch zusammenkleben und aufs Pult stellen kann. (Meine Stücke sind eh noch nicht so lang, ich kann also noch etwas warten :)) Aber für unterwegs, die Klavierstunde (für die Anmerkungen) und eventuell längere Stücke später mal, halte ich es für interessant. Ich denke da auch wie Peter: es wird nicht mehr lange dauern, bis es etwas gibt, was unseren Ansprüchen gerecht wird.

LG,
Babs

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J

jazzjens

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Mich interessiert das Thema auch sehr, ich könnte zB. sooo viel Material mal anspielen ohne es vorher ausdrucken zu müssen ect.

Eine weitere "Lösung":
AirTurn Hands Free Page Turners - AirTurn, Inc.

Sorry, kann im Detail und vergleichend nix dazu sagen, muss selbst noch die verschiedenen Lösungsversuche studieren.

Liebe Grüsse, Jens
 
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Peter

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Da bitte, das Airturn geht ja schon in die richtige Richtung.
 
A

annettschn

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Ich spiele manchmal Sachen von imslp vom Tablet (Samsung Note 10.1.) ab. Wenn der Scan nicht ganz grauslig schlecht ist, geht das im Querformat super. Gut, das "umblättern" habe ich noch aber etwas nach oben streichen geht für mich besser als Seite greifen und blättern. Ich benutze es sowohl zum Klavier spielen als auch zum singen, wenn wir im Chor zu wenig Notenausgaben haben ist das als Notlösung ganz gut. Konzerte o.a. würde ich damit aber nicht spielen wollen.
 
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B

buschinski

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Ich frage mich, ob das sein muss.

Gehört es nicht zum Geist eines Orchesters, das mit Naturinstrumenten ohne Strom und ohne Bits und Bytes musiziert, auch Papier zu verwenden?

Für mich ist das ein Stilbruch. Und wenn ich mir das kalte Licht des Displays anschaue, wird dieser Stilbruch für jeden sichtbar.
 
Peter

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Ach, Stilbruch wird doch der Fortschritt genannt, seit dem es ihn gibt.
Elektrisch beleuchtete Notenpulte gibt´s ja nun auch schon seit Jahrzehnten, ohne das es den Orchestergeist vergrault hätte. Die Entscheidung, ob er bleibt oder geht, trifft der Geist sicher mehr mit den Ohren als mit dem Blick auf mehr oder weniger unwichtige Hilfsmittel.
 
B

buschinski

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Also ich für meinen Teil gehe in einen Konzertsaal nicht nur, um zu hören. Ich möchte auch ein schönes und natürliches Ambiente erleben. Wenn Notenpulte mit Glühlampen beleuchtet werden, ist das ja in Ordnung.

Aber wenn jeder Musiker vom Backlight eines iPad o.ä. illuminiert wird, denke ich eher an eine Fabrikhalle. Das passt für mich nicht. Da würde ich nicht hingehen.
 
 

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