Reperatur eines Klavieres?

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Chrissy2502

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Ich habe aus einer Haushaltsaufloesung ein Klavier ergattert welches an einigen Stellen einer Reperatur bedarf.Bin da auch nur Laie und wuerde mich freuen, wenn mir jemand in etwa sagen koennte, ob zum einen eine Reparatur moeglich ist, zum anderen wie dass ganze dann preislich aussieht.
Es handelt sich um ein Klavier von dem Klavierbauer C.Jurkat,Berlin.Alter kann ich schlecht schaetzen...vielleicht 50-60 Jahre?!?Soweit ich das erkennen konnte hat es 2 Risse im Resonanzboden(etwa 15cm lang) und wenn man einige Tasten anschlaegt, hoert es sich an,als spiele man einen Akkord.Ebenso hakt bei einer Taste der Kloeppel,dieser laesst sich zwar in die Ausgangsposition zurueck stellen hakt aber bei erneutem Spielen wieder.
Das sind so die Dinge die mir aufgefallen sind.Wie gesagt ich bin so ein richtiger Laie und freue mich daher ueber jede Hilfe,Anregung etc. :).

Chrissy
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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Den Hersteller gab es zwischen 1919 und 1930, also mindestens 80 Jahre alt. Wenn man fast schon einen Akkord hört wenn man nur eine Taste anschlägt, deutet das auf gerissenen Stimmstock hin. Wenn du also nicht etliche tausend Euro für eine Generalüberholung ausgeben willst, hast du nun vermutlich ein Entsorgungsproblem. Kann zwar auch alles ganz anders sein, aber das wäre meine Vermutung, ohne es gesehen zu haben.
 
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gubu

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Chrissy, mach doch mal ein paar Fotos , dann können dir die Fachleute sicher mehr sagen....
 
C

Chrissy2502

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:-( Das hoert sich ja gar nicht so gut an, aber danke schon mal!
Werde Fotos machen und schnellst moeglichst hier veroeffentlichen!
 
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GS Klaviere

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Der akkord kann auch zustande kommen, wenn das instrument sehr lange nich gestimmt wurde und in verschiedener luftfeuchte gestanden hat (deswegen auch die risse im resoboden).
Du müsstest mal testen oder testenlassen, ob die stimmhaltung noch gegeben ist.
wenn nicht, muss man die gussplatte abschrauben, den alten stimmstock abhobeln und einen neuen aufleimen.
dann die gussplatte wieder drauf und neue saiten und neue wirbel... und allein die saiten und die wirbel sind nicht billig.
Wenn dir das zu teuer ist, aber das klavier vom aussehen und die gusseisenplatte noch voll okay ist, dann kannst du es an einen Klavierbauer verkaufen ;)
Aber dafür wirst du auch nich viel kriegen... ich gehe mal stark davon aus, das es eine oberdämpfung hat.
 
C

Chrissy2502

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Ah...ok...mal ne Frage:Was ist eine Oberdaempfung?
 
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GS Klaviere

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eine dämpfung kennste bestimmt... das sind filzpüschel, die auf die saiten gedrückt werden, damit die saiten, die nich angespielt wurden auch nich mitklingen.
diese dämpfung war damals über den hammerköpfen ( filzhämmer, die die saiten anschlagen) und erst seit 1950 oda dadrunter.
wenn sie dadrüber sind, heist es oberdämpfung.
die hat den nachteil, dass sie sehr schlecht funktioniert und sehr schlecht einzustellen ist. fürgewöhnlich werden klaviere mit oberdämpfung nichtmehr restauriert.
 
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Moehre

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Hast du etwas dafür bezahlt?
 
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Chrissy2502

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Nein,aber ich wuerd halt schon gerne Klavier spielen lernen;-)
 
S

SucheJurkatklavier

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Hallo,
ich habe mit Freude gelesen das du ein Klavier von C.Jurkat besitzt.

Ich suche nun seit vielen Jahren eines für meine Mutter die diesen Lebenstraum seit ihrer Jugend hat, denn der Klavierbauer ist ihr Großvater.
Ich würde mich freuen wenn wir uns darüber mal unterhalten könnten. Würdest du mir ein Foto von dem Klavier erstellen ?

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
 
PianoCandle

PianoCandle

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...oberdämpfung. die hat den nachteil, dass sie sehr schlecht funktioniert und sehr schlecht einzustellen ist...

(Nur als Klammerbemerkung: Das Zitierte ist ein Ammenmärchen, das sich seit Jahrzehnten hält und wohl noch etliche weitere Jahrzehnte durchhalten wird, ohne dadurch wesentlich wahrer zu werden.

Gruß
Martin
PianoCandle)


... Klang hat Schwerkraft
 

E

eff06

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SucheJurkatklavier: C.Jurkat ist also dein Urgroßvater? Jetzt wirds hier mal richtig historisch.
 
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BerndB

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Ich habe aus einer Haushaltsaufloesung ein Klavier ergattert welches an einigen Stellen einer Reperatur bedarf.Bin da auch nur Laie und wuerde mich freuen, wenn mir jemand in etwa sagen koennte, ob zum einen eine Reparatur moeglich ist, zum anderen wie dass ganze dann preislich aussieht.
Es handelt sich um ein Klavier von dem Klavierbauer C.Jurkat,Berlin.Alter kann ich schlecht schaetzen...vielleicht 50-60 Jahre?!?Soweit ich das erkennen konnte hat es 2 Risse im Resonanzboden(etwa 15cm lang) und wenn man einige Tasten anschlaegt, hoert es sich an,als spiele man einen Akkord.Ebenso hakt bei einer Taste der Kloeppel,dieser laesst sich zwar in die Ausgangsposition zurueck stellen hakt aber bei erneutem Spielen wieder.

Das sind so die Dinge die mir aufgefallen sind.Wie gesagt ich bin so ein richtiger Laie und freue mich daher ueber jede Hilfe,Anregung etc. .

Chrissy


Hallo Chrissy,

ein „Akkord“ beim Anschlagen einer Taste kommt daher, dass von der einen Taste der eine Hammer meist mehrere Saiten anschlägt. Das nennt man einen „Chor“. Oberhalb des Basses hat man meist einen dreisaitigen Chor. Alle drei Saiten müssen auf einen Ton gestimmt sein. Wenn nicht, hörst du die unterschiedlich gespannten Saiten eben mit verschiedenen Tönen, das, was du einen Akkord nennst ;)

Der erste Schritt bei sowas ist also ein Versuch, das Klavier zu stimmen. Das kostet ca. 80-100 Euro.

Lässt es sich stimmen, d.h. hält jeder Wirbel auch unter Spannung fest im Stimmstock (die meist unsichtbare Holzplatte für die Stimmnägel unterm bzw. hinterm Rahmen), dann ist der schlimmste Schadensfall an einem alten Klavier, ein defekter Stimmstock, schon nicht mehr sehr wahrscheinlich. Erst wenn sich einzelne Wirbel nicht mehr auf dem vorgesehenen Ton festsetzen lassen, sondern sich sofort wieder lösen (oder unter starker Hammeranschlagbelastung), dann ist was mit dem Stimmstock zu befürchten: dass der nicht mehr in Ordnung sei.

Sollte der Stimmstock defekt sein, ist das meistens das wirtschaftliche Todesurteil eines alten Klaveries, wenn es sich nicht um eine der ganz edlen Marken handelt... Das Klavier kann dann noch zu Dekorationszwecken dienen, oder aber einen Bastler erfreuen, der seine Arbeitszeit nicht bewertet. Eine Reparatur, Auswechseln des Stimmstockes, kostet in aller Regel soviel, dass man diesen Reparaturauftrag nicht erteilen mag.

Ist der Stimmstock OK, so sind als nächstes die „Stege“ zu prüfen. Das sind die Leisten, über die die Saiten so leicht zickzackförmig entlang von „Nägeln“ geführt werden. Die Stege übertragen die Schwingungen der Saiten auf den Resonanzboden. Erst dessen große Fläche versetzt die Luft in Schwingungen, die man hört. Auch die Stege können Risse aufweisen, auch das macht eine Stimmung etwas instabil und heikel. Oft kann man dann (oder sollte) nicht mehr den "Kammerton" A erreichen, der normal auf 440 Hertz eingestellt wird. Dann wird das ganze Klavier etwas tiefer gestimmt, dann klingt es etwas weniger hell und nicht so strahlend.

Risse im Resonanzboden sind für sich allein erstmal noch kein Drama. Sie machen ein Klavier um ein Winziges leiser. Erst wenn die Risse im Resoboden aneinander „scheppern“; wird’s ärgerlich, dann sollte was zur Behebung getan werden.

Alle anderen Dinge, die Mechanik, kann man im Regelfall beheben (lassen). Wenn nur ein Dämpfer defekt ist oder eine einzelne Taste hängt etc., ist das in aller Regel nicht sehr aufwendig zu reparieren.

Man muss aber ein wenig aufpassen bei den Technikern, und nicht auf das erstbeste Urteil gleich Entscheidungen fällen: mitunter - wenn sie auch Händler sind - könnten sie daran interessiert sein, einem das Klavier "schlecht zu reden", um es dann selbst zu entsorgen - bzw. dann günstig aufzuarbeiten und wieder anzubieten. Mitunter sind da "Interessen" im Spiel; im günstigsten Einkauf liegt der Segen, wie bei jedem Handel.. Oder aber es werden einem zB teure "Generalsanierungen" zu verkaufen versucht. Das hatte ich hier regelmäßig; das war ein Spiel des Angestellten, der musste das tun seitens seiner Chefs: eine Sanierung anbieten... Aber nachdem jeweils klar war, dass sowas bei mir nicht läuft, hat er immer brav (und augenzwinkernd) gestimmt.

Fair ist, dass man einen Klavierstimmer bestellt und das Stimmen bezahlt, und ihn um ein fachliches Urteil bittet.

Stichwort "Oberdämpfer"/ Unterdämpfer: das ist schlicht die Frage, ob der dämpfende Filzpüschel über dem Hämmerchen sitzt (alt, bis ca. 1900 so gebaut) oder ob er darunter sitzt. Unterdämpfer ist Standard, ein Oberdämpfer-Klavier ist in aller Regel einiges schwieger gut einzustellen, und die Dämpferposition recht weit oben ist nachteilig für die Dämpfungswirkung. Dait hallt der Klang etwas nach. Solche Klaviere können aber für bestimmte Musikstile sehr schön sein, z.b. wenn man Fan von Ragtime ist ;)

Das beste ist, diese Partien mal zu fotografieren und die Fotos hier im Thread oder abends mal im Clavio-Chat zu zeigen: da sind in der Regel welche anwesend, die schon mal ein Klavier von innen zu begucken lernten. ;)

Es gibt hier recht viele Fans von guten alten Hochklavieren; man sollte sich nicht vorschnell ins Bockshorn jagen lassen und ein altes Klavier zu schnell entsorgen. (Allerdings muss auch manch altem Klavier der Abgesang erteilt werden, wenn es echt nicht mehr lohnte..)

Sind es wirklich nur diese Kleinigkeiten, mal angenommen ein hängendes Hämmerchen, einmal richtig durchstimmen (=zweimal, erst "hochziehen", dann feinjustiere) , die Risse im Resoboden seien ignorierbar, dann kannst du uU schon für 300-500 Euro ein feines altes Klavier nutzen.

Wie gesagt, Fotos machen, hier reinstellen, oder im Chat. Da wird dir wohl geholfen werden.
 
Pirata

Pirata

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Der Ersteller des Threads hat sich übrigens im März das letzte Mal hier eingeloggt und auch erst 5 Beiträge. Von daher fürchte ich, dass er evtl. nicht wieder hier lesen wird.
 
B

BerndB

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Der Ersteller des Threads hat sich übrigens im März das letzte Mal hier eingeloggt und auch erst 5 Beiträge. Von daher fürchte ich, dass er evtl. nicht wieder hier lesen wird.

:idea: tja, as times go bye... Fürchte ich auch.. Play it again, Sam.. Der Hinweis ist richtig, Zeitschiene nicht erkannt. Sachdienliche Hinweise hingegen dürften auf weitere tausende Funde, Geschenke, Erbschaften, Haushaltsauflösungen etc. zutreffen, anzunehmen. Die Nutzung der Suchfunktion wird dann uU so manchen Unerkannten, niemals hier Postenden entweder beglücken oder von ungeeigneten Weiterungen abhalten oder beides..

'nem geschenkten Gaul .. Barsch guckt man nicht .. hinter die Kiemen..

= = = =

'nem geschenkten Klavier
guckt - mit Visier -
man unters Kleid.
Sonst tut's einem leid..
 
Pirata

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:idea: tja, as times go bye... Fürchte ich auch.. Play it again, Sam.. Der Hinweis ist richtig, Zeitschiene nicht erkannt. Sachdienliche Hinweise hingegen dürften auf weitere tausende Funde, Geschenke, Erbschaften, Haushaltsauflösungen etc. zutreffen, anzunehmen. Die Nutzung der Suchfunktion wird dann uU so manchen Unerkannten, niemals hier Postenden entweder beglücken oder von ungeeigneten Weiterungen abhalten oder beides..

'nem geschenkten Gaul .. Barsch guckt man nicht .. hinter die Kiemen..

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Da hast du Recht, deine guten Tipps können sicherlich auch anderen Suchenden weiterhelfen!

Mein Hinweis war auch eher für Denjenigen gedacht, der schon hoffte endlich das ersehnte Klavier für seine Mutter gefunden zu haben.
 
 

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