Regelmäßige Übungen für Anfänger

Auf der anderen Seite jedoch frage ich mich was anderweitig möglich wäre...

Die Frage wird möglicherweise ewig unbeantwortet bleiben...
Wenn ich mich an meinen Klavierunterricht zurückerinnere: Meine größte Unsicherheit war, das ich nie wusste, wie falsch ich spielte. Die Korrektur übernahm der KL. Was mich glauben ließ, dass es ohne KL nicht geht...
Darum meine ich: Wichtiger als die Übungen ist, sie richtig zu machen. Dazu empfehle ich, sich selbst aufzunehmen und die Aufnahmen mit Referenzen zu vergleichen.
 
Ich habe mir das Klavierspielen jedoch ausschließlich selbst beigebracht und fühle mich etwas verloren...
Ich glaube, eine ganze Menge Unsicherheit kommt vermutlich aus der Tatsache, dass man nach 8 Monaten noch immer ganz am Anfang steht. Der Satz in der Vergangenheit, "ich habe mir beigebracht" suggeriert, dass Du meinst, jetzt müsstest Du langsam mal am Ziel ankommen. Klavier lernen ist ein Prozess, der Jahre bis Jahrzehnte dauert bei vielen Stunden täglich, wer Profi werden will. Das bedeutet, dass ein langsames vorankommen zwangsweise auch viel Frust mit sich bringt. Von daher kann man Dir nur Geduld wünschen!

Viele Wege führen zum Ziel. Über Flowkey kann ich nichts sagen, kenn ich nicht, ich bin der Meinung, Noten lesen zu lernen, ein gewisses Verständnis für das geschriebene entwickeln und dann nach Noten spielen ist besser als ohne Musikverständnis farbig markierte Tasten nachzudrücken.

Ein Lehrer muss es nicht sein, um dir etwas beizubringen, aber ich vermute mal stark, dass ohne Lehrer ganz viel auf der Strecke bleibt, was Du nicht lernst und sich viele Fehler einschleichen. Die vielen kleinen Tips zwischendurch, "halt die Hand mal so", "beweg die Arme mal so..", "spiel das mal mehr so..." - unverzichtbar. Dies Feedback gibt kein online Tutorial.
 
Sich selbst Aufnehmen ist sehr effektiv. Man muß natürlich beim kritischen Abhören auch wissen, auf was man dann alles achten sollte. Mir wurde von meinem ersten KLempfohlen, zunächst auf falsche oder verschluckte Töne zu achten, dann auf das regelmäßige Metrum, den Puls, richtige Dynamik, Phrasierung, Artikulation,Tempo und eine musikalische Aussage. Bei polyphonen Stücken auf die klare Darstellung der verschiedenen Linien. Das war nach und nach abzuarbeiten. Aber im Endeffekt sehr wirksam. Mit kompetenter Anleitung geht das alles viel schneller und sicherer, denn am Anfang weiß man oft gar nicht, auf was man genau achten soll.
 
@Firas
1. Nicht gleich aufgeben
2. Neben käuflichem Notenmaterial gibt es schier unendlich viel im Netz ganz legal, der Komponist und die Ausgabe müssen nur ordentlich lange tot bzw. Alt sein( EU 70Jahre, Canada 50 (Betreiber von imspl) russisch \ukrainisch "0" ;)......)

Etüden für Anfänger hat z. B. Czerny

Auf imspl z. B. https://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/86518/vygn

Op 599
Wenn du den Link öffnest, gibst als kleine schikane 15 sec. wartezeit, wonach man nochmal download klicken muss (kleingeschrieben), dann kriegst du pdf umsonst geliefert.

Es gibt dort auch alte Klavierschulen mit fortschreitenden Stücken. Ich werde später die Ausgabenlinks posten, die sind auf meinem PC...
Aber damit hast du schon mal genug zu tun:-)
 
Hallo @Firas,
erstmal herzlich Willkommen im Forum.

Als zusätzlichen Tipp kann ich Dir empfehlen, schau in Eurer Bilbliothek nach ob sie auch Noten bzw. Klavierschulen ausleihen. So habe ich, als ich autodidaktisch angefangen habe Klavier zu spielen, begonnen. Ansonten hast Du ja schon viele gute Tipps besonders von @chiarina bekommen.

ch wünsche Dir viel Erfolg und Freude!
 
Gibt es denn gängige Übungen die ihr vllt Empfehlen könntet? Ich vertraue den ganzen Youtubevideos nicht wirklich und jeder sagt etwas anderes

Da wäre es zunächst nützlich, Deine Präferenzen zu kennen! Was wäre am Ende das angestrebte Ziel. Die YouTube Videos sind m. E. erst ab Meisterkurs Niveau wirklich interessant. Dass verschiedene Leute verschiedene Dinge sagen ist der Komplexität der Materie geschuldet. Immerhin haben über Jahrhunderte kluge Leute Klaviermusik geschrieben und/oder sie interpretiert, da kommt schon was zusammen!
Elementar sind als Übungen die ersten Seiten aus dem ersten Band der Czerny Etüden in der Ausgabe von H. Germer.
Die sind kurz und knackig und so primitiv, dass man damit alles Erdenkliche anstellen kann!
 
Nun frage ich mich jedoch ob ich so überhaupt wirklich das Klavierspielen lerne oder doch mehr oder minder meine Zeit vergeude. Auf der einen Seite mache ich jeden Handgroff genau nach und habe so schon einiges gelernt und auch mein Spielgefühl hat sich unheimlich verbessert. Auf der anderen Seite jedoch frage ich mich was anderweitig möglich wäre...

Was sagt ihr ?
Zum Dasein als Autodidakt gehört zunächst vorrangig die Funktion als Lehrer - das drückt nämlich das Wort "Didakt" aus.

Du lernst nicht einfach Klavierspielen von jemandem, sondern du lernst irgendwie (Hobby-)Klavierlehrer, um dir in dieser Rolle dann das Klavierspielen beizubringen. Du stehst also ganz anderen Herausforderungen gegenüber als ein Klavierschüler eines (idealerweise bereits fertig ausgebildeten) Klavierlehrers. Dazu gehört auch, sich im Rahmen der Recherche selbständig nützliche Informationen besorgen, filtern und durcharbeiten zu können, ohne alles vorgekaut zu bekommen. Was hilft mir weiter? Was brauche ich nicht?

Fazit: Für die Rolle des Autodidakten ist man entweder geboren oder es wird ein sehr harter steiniger Weg voller Irrtümer und Irrwege.
 
Von anderen vorkauen lassen ist dann nicht mehr autodidaktisch.

Natürlich kann man sich auch lange ins Studierstübchen zurück ziehen, sehr viel und lange nachdenken und experimentieren und dann mit der glorreichen Erfindung des Rades wieder an die Öffentlichkeit treten!

Am Ende ist aber wahrscheinlich sinnvoller von einiger Jahrhunderten klaviermethodischer Erkenntnisse zu profitieren!
 
Während man spielt hört man nichts?

Also für mich ist das unsinnig. Man sollte sich selbst beim Üben bewusst wahrnehmen, dann hört man seine Fehler adhoc und braucht nicht über Aufnahme und co sich nochmal falsches aus der Konserve anhören.

Sinnvoll ist, sich das aktuelle Stück perfekt ausgeführt auf z. B. Youtube oft anzuhören, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Dann beim Üben sein Tun daran messen und ausrichten.
 

Wilhelm Busch soll einmal gesagt haben: wer zusieht, sieht mehr als wer mitspielt.

So ist es auch beim eigenen Spiel. Eine Aufnahme kann den Blick oder vielmehr das Ohr auf Dinge richten, die während des Tuns nicht bewusst waren. Temposchwankungen zum Beispiel.
Ich nehme mein Spiel nicht auf, um im Nachhinein falsche Töne zu finden. Die höre ich beim Spielen selbst. Aber Musik besteht ja aus mehr als nur den richtigen Tönen.
 
Sinnvoll ist, sich das aktuelle Stück perfekt ausgeführt auf z. B. Youtube oft anzuhören, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Dann beim Üben sein Tun daran messen und ausrichten.

Ich bin kein großer Freund der vor allem in asiatischen Ländern verbreiteten Imitationsmethode.
Das gibt dann so nette Resultate wie 11-jährige, die bis ins Detail Horowitz Aufnahmen mit allen Manierismen kopieren! Sich selbst aufnehmen und dann mit dem Notentext vergleichen ist die bei weitem bessere Taktik!
 
Das geht aber aktiv per Recherche oder passiv mit der Bitte einem das Silbertablett zu füllen.

Jein! Der Vorteil des 'Silbertabletts' liegt - einen guten KL vorausgesetzt!! - darin, dass die Infos individuell auf die Person des Schülers ausgerichtet sind!
Gute KL schaffen es - Interesse des Lernenden vorausgesetzt - auch noch die allgemeinen Prinzipien, an denen sich ihr Tun ausrichtet zu kommunizieren.
Es gibt gute Gründe für professionelle KL, die eine vernünftige Fachdidaktik besucht haben und über weitreichende Kenntnisse auf allen Gebieten der Musik verfügen.
 
Sich selbst aufnehmen und dann mit dem Notentext vergleichen ist die bei weitem bessere Taktik!
Das ist aber nichts für Anfänger, die nicht wissen, wie es klingen soll (wir gehen von einem Autodidakt aus). Außerdem lernt man die Anfänge immer durch Immitation, jedes Kind macht das so. Das selbstkritische, kreative und individuelle Erarbeiten setzt bereits Können voraus.

Das asiatische Beispiel ist anders gelagert, da hat der Lehrer das Kind so dressiert. Sobald das Kind "aufwacht" und sein Können zur eigenen Interpretation nutzt, wird es individuell.

Im Übrigen verweisen junge Künstler immer auf die sie prägenden Lehrer, was nichts anderes als ebenfalls "Immitation" ist, ein Liszt-Schüler z. B.. (Inwiefern das der eigenen Reputation als eigenständiger Künstler schadet, will ich mal dahingestellt lassen:teufel:)
 
WO EIN WILLE IST, IST AUCH EIN WEG!
Wenn du ohne Klavierlehrer arbeiten möchtest, dann solltest du in eine Bibliothek gehen und Studie betreiben. Du wirst merken welche Literatur zu dir passt. Auch kannst du hier den ein oder anderen Tipp erhaschen, Du solltest dir einen Plan machen um den von dir ausgelegten "roten Faden" nicht zu verlieren.

Wenn du mit Klavierlehrer arbeiten möchtest, dann kannst du dir einiges an "Selbststudiumszeit" einsparen. Ein guter Klavierlehrer baut dir ein ordentliches Fundament auf, behält deine Entwicklung im Blick und korrigiert dich sofort. Hier wirst du deine eingesparte Zeit in einen weiteren Nebenjob investieren müssen.

Es liegt an dir, welchen Weg du wählst und welchen Frosch du schlucken möchtest.
 
Am Ende ist aber wahrscheinlich sinnvoller von einiger Jahrhunderten klaviermethodischer Erkenntnisse zu profitieren!

Wir wissen so gut wie nichts, wie die alte Meister das Klavierspielen gelernt haben. Und nach welcher Jahrhunderten-Methode wird unterrichtet? … zuerst Hände getrennt üben, Hanon oder doch Czerny, Busoni etc. durchpauken. Fragen über Fragen die in diesem Forum sehr oft diskutiert wurden.

Gute Interpretation ist ein Kunstwerk, sonst ist es einfach nur ein Handwerk. Wie weit ein KL gute Interpretationen (kleine Kunstwerke) vermitteln kann, ist dahingestellt. Die meisten KL beschränken sich auf das Handwerkliche, sonst würde der Unterricht zeitlich und finanziell ins unendliche gehen.
 
Jein! Der Vorteil des 'Silbertabletts' liegt - einen guten KL vorausgesetzt!! - darin, dass die Infos individuell auf die Person des Schülers ausgerichtet sind!

Mit Silbertablett meinte ich nicht den KL.
Mit KL wird ja wohl niemand den Anspruch haben Autodidakt zu sein.

Aber den Anspruch haben Autodidakt zu sein, und dann sich von einem Forum das Silbertablett in einem Thread füllen zu lassen, statt aktiv zu suchen, passt nicht zusammen.

In diese Wunde wollte ich den Finger legen.
 
Wir wissen so gut wie nichts, wie die alte Meister das Klavierspielen gelernt haben. Und nach welcher Jahrhunderten-Methode wird unterrichtet? … zuerst Hände getrennt üben, Hanon oder doch Czerny, Busoni etc. durchpauken. Fragen über Fragen die in diesem Forum sehr oft diskutiert wurden.

Bitte erst Couperin, CPE Bach, Türck, Czerny op. 500, .... ad infinitum lesen, bevor so was behauptet wird.
 

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