Pfeiffer-Flügel

  • Ersteller des Themas agraffentoni
  • Erstellungsdatum
agraffentoni

agraffentoni

Dabei seit
Jan. 2011
Beiträge
8.843
Reaktionen
4.950
Hallo,

falls jemand was Kurioses sehen möchte:

Hier gibt es einen "Pfeiffer-Flügel" (mit Wiener-Mechanik!!!???)

Pfeiffer Flügel | eBay

Vermutlich haben die Bietenden dieses gar nicht beachtet:D:D

Grüße

Toni
 
Ambros_Langleb

Ambros_Langleb

Dabei seit
Okt. 2009
Beiträge
9.254
Reaktionen
11.897
agraffentoni

agraffentoni

Dabei seit
Jan. 2011
Beiträge
8.843
Reaktionen
4.950
Hallo Toni,

bitte um vergebung für eine dumme Frage: woran sieht man hier, daß der Flügel eine Wiener Mechanik hat?

Grüße,

Friedrich
Lieber Friedrich,

das ist doch keine dumme Frage:

Die Wiener-Flügel haben die Lagerung und Befestigung der Dämpfung oberhalb der Saiten.
Man sieht das an dem meist schwarzen Rahmen der über den Saiten montiert ist.

Wenn man die Lyra sieht, kann man erkennen, daß keine Stößer für die Pedalmechanik vorhanden sind, sondern Metall-Drähte, die vor dem Lagerpunkt der Pedale eingehängt sind und die Pedalmechanik ziehend betätigen.
(Wie bei klaviermachers Bösi, da ist die Lyra noch nach Wiener-Art aber doch mit 'Englischer Mechanik'):D:D
Grüße

Toni
 
klaviermacher

klaviermacher

Dabei seit
Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.295
Lieber Friedrich,

das ist doch keine dumme Frage:

Die Wiener-Flügel haben die Lagerung und Befestigung der Dämpfung oberhalb der Saiten.
Man sieht das an dem meist schwarzen Rahmen der über den Saiten montiert ist.

Wenn man die Lyra sieht, kann man erkennen, daß keine Stößer für die Pedalmechanik vorhanden sind, sondern Metall-Drähte, die vor dem Lagerpunkt der Pedale eingehängt sind und die Pedalmechanik ziehend betätigen.
(Wie bei klaviermachers Bösi, da ist die Lyra noch nach Wiener-Art aber doch mit 'Englischer Mechanik'):D:D
Grüße

Toni
Hallo Toni,

Ich erinnere mich jetzt an einen Flügel, der einen Wiener Dämpfungsrahmen hatte und trotzdem war die Mechanik eine einfache Stoßzungenmechanik. Die Marke fällt mir nicht mehr ein, aber es war ein ziemlich kurzer Flügel (geschätzte 140cm) und ich glaube mich erinnern zu können, dass er zwei Bäuche hatte und die Deckelscharniere schräg montiert waren, allerdings auf der rechten Seite.

LG
Michael
 
S

Scaramouche

Dabei seit
Mai 2012
Beiträge
911
Reaktionen
275
Seht ihr Wiener Mechanik immer als etwas schlechteres an?

In Österreich wurde diese meines Wissens auch nach Einführung der Englischen Mechanik dennoch lange so weiter gebaut. Und mein Bruder hat einen alten Blüthner-Flügel mit Wiener Mechanik seit Jahren, der sich ausgezeichnet spielen lässt und sehr gut klingt.
 
S

Scaramouche

Dabei seit
Mai 2012
Beiträge
911
Reaktionen
275
Zweite Frage, weil der TE es so eröffnet hat.
Kann es nicht sein, dass dieser Flügel für 500.- Euro geradezu ein Schnäppchen war? Pfeiffer ist ja eine sehr gute Manufaktur gewesen.
 
klaviermacher

klaviermacher

Dabei seit
Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.295
Seht ihr Wiener Mechanik immer als etwas schlechteres an?

In Österreich wurde diese meines Wissens auch nach Einführung der Englischen Mechanik dennoch lange so weiter gebaut. Und mein Bruder hat einen alten Blüthner-Flügel mit Wiener Mechanik seit Jahren, der sich ausgezeichnet spielen lässt und sehr gut klingt.
Hallo Scaramouche,

Blüthner Flügel hab ich noch keinen gesehen mit Wiener Mechanik. Die sehr alten Blüthner haben alle die typische Blüthner Mechanik. Eine patentierte, spezielle Stoßzungenmechanik, die sehr fein zu spielen geht.

Keine Frage - auch Wiener Flügel, also Prellmechaniken kann man spielen und haben ihren gewissen Reiz. Die letzten Jahrzehnte der Erzeugung, wo versucht wurde die Lautstärke an ähnliche Flügel mit Stoßzungenmechanik anzupassen (Gussrahmen, stärkere Saiten, schwerere Hammerköpfe) haben die Bauart aussterben lassen, da ihnen das nicht so bekommen war und die Spielart verschlechterte. Bedeutend und daher als wertvoll auch in unrestauriertem Zustand einzuschätzen sind Instrumente ohne Gussrahmen vor 1850, wenn sie denn noch halbwegs original und nicht grottenschlecht gestanden haben.

Weltweit gesehen sind Wiener Flügel sehr rar, was aber nicht gleichzeitig einen hohen Wert bedeutet, noch nicht! Es gibt nur wenige Spezialisten, die so eine Mechanik wirklich gut einstellen können und nur wenige Pianisten, die Flügel mit Wiener Mechanik wenigstens für historische Aufführungen / Einspielungen verwenden.

LG
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
C

Caligulaminix

Guest
..
Wenn man die Lyra sieht, kann man erkennen, daß keine Stößer für die Pedalmechanik vorhanden sind, sondern Metall-Drähte, die vor dem Lagerpunkt der Pedale eingehängt sind und die Pedalmechanik ziehend betätigen.
..
Die Dämpfung erkannte ich auch, jedoch sah ich auf keinem der Bilder irgendeine Lyra oder Pedale.
Ich spiele gerne auf einem Flügel mit Wiener-Mechanik. Sie ist so schön leichtgängig.

Durch den Beitrag von Klaviermacher bin ich jetzt ein wenig verunsichert was den Begriff Wiener-Mechanik angeht. Der Flügel den ich meine, der hat eine Prellzungenmechanik und nicht eine Prellmechanik. Ich dachte, die Prellmechanik wäre noch viel älter.

Grüße CM
 
C

Caligulaminix

Guest
Seht ihr Wiener Mechanik immer als etwas schlechteres an?
..
Zitat von Johann Nepomuk Hummel:
Der Wiener [Mechanismus] lässt von den zartesten Händen sich leicht behandeln. Er erlaubt dem Spieler, seinem Vortrage alle möglichen Nuancen zu geben, spricht deutlich und prompt an, hat einen runden, flötenartigen Ton, der sich besonders in grossen Lokalen von dem accompagnierenden Orchester gut unterscheidet und erschwert die Geläufigkeit nicht durch eine zu große Anstrengung.
(Zitat nach PAUL, Oscar: Die Geschichte des Claviers vom Ursprunge bis zu den modernsten Formen des Instruments nebst einer Übersicht über die musikalische Weltausstellung im Jahre 1887)
 
klaviermacher

klaviermacher

Dabei seit
Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.295
Hallo Caligulaminix

Kann man so oder so nennen. Prellzungenmechanik oder Prellmechanik. Es hieß auch mal Deutsche oder Wiener Mechanik. Ich finde Prellmechanik weniger verwirrend. Bei diesem Mechaniktyp sind die Hämmer jedenfalls immer Tastengebunden und beledert. Die Tasten haben am Tastenende eine Gabel aus Messing in der der Hammerstiel gelagert ist. Sie sind nicht auf einer Hammerbank montiert wie bei allen Stoßzungen- oder Repetitionsmechaniken, seien sie einfache oder Doppelrepetitionsmechaniken!
Die Stangerl bei der Lyra sagen noch gar nichts, obwohl die Wiener Mechaniken immer eine Zugmechanik hatten und daher das Gestänge vorne und nicht hinten. Es gibt aber immer wieder so spezielle Versuchs- oder Kleinserien, wo man alles mögliche versuchte. Daran kann man noch nicht fest machen ob es ein Wiener oder Englischer Flügel ist. Zu 99% sind es aber die ersten Indizien für das Eine oder das Andere, solange man die Mechanik nicht gesehen hat.

LG
Michael
 
agraffentoni

agraffentoni

Dabei seit
Jan. 2011
Beiträge
8.843
Reaktionen
4.950
Zweite Frage, weil der TE es so eröffnet hat.
Kann es nicht sein, dass dieser Flügel für 500.- Euro geradezu ein Schnäppchen war? Pfeiffer ist ja eine sehr gute Manufaktur gewesen.
Pfeiffer baut auch heute noch sehr gute Instrumente.

Einen alten kenne ich von J. A. Pfeiffer, aber mit doppelrep. Mechanik, später heißt die Firma dann Carl. A. Pfeiffer.

4860-b6cbd7af59977e5a267736d7d58363ec.jpg

Frage an die östereichischen Klaviermacher:

Ist es möglich, daß es in Wien oder Umgebung einen Klaviermacher Pfeiffer gegeben hat?

Grüße

Toni
 

S

Scaramouche

Dabei seit
Mai 2012
Beiträge
911
Reaktionen
275
Hallo Scaramouche,

Blüthner Flügel hab ich noch keinen gesehen mit Wiener Mechanik. Die sehr alten Blüthner haben alle die typische Blüthner Mechanik. Eine patentierte, spezielle Stoßzungenmechanik, die sehr fein zu spielen geht.

LG
Michael

Heißt das, es gibt keine Blüthner mit Wiener Mechanik?
Ich dachte immer, man erkennt es daran, dass man bei letzterer, wenn man die Taste drückt und halb loslässt, kein Ton kommt, im Gegensatz zur Englischen Mechanik.

Aber stimmt schon, der Blüthner lässt sich sehr schön spielen!
 
 

Top Bottom