Pedal üben

iLLumination

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Moin moin,

kennt ihr (leichte) Stücke, die in die Verwendung des Pedals einführen?
 
Alia

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Hi Illumination,

nachdem ich die Pedale zunächst Note für Note fünf-finger geübt hatte (ist das verständlich?), fand ich die Kleine Etüde von Robert Schumann (Album für die Jugend) sehr gut, um das neu Erlernte in die Tat umzusetzen. Schöne Musik und kein schwieriges Stück.

Gruß,
Alia
 
violapiano

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hi hyp408,
bestimmt sind die Pedale bei Alia auch unten bei den Füßen, gelt, Alia?:D

Es könnte sein, dass Alia meint, nachdem man das Stück gründliche ohne Pedal und fließend mit allen Fingern nach den Fingersätzen kann, kann man mit dem Schumann mit Pedal anfangen.

Allerdings gibts ja auch sogenanntes "Fingerlegato", was aber Alia nicht gemeint haben wird.

Es geht ja darum, an was für Stücken man Pedal einsetzen kann, ohne dabei zu große Herausforderung zu haben.

LG
violapiano
 
iLLumination

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hi hyp408,
Es geht ja darum, an was für Stücken man Pedal einsetzen kann, ohne dabei zu große Herausforderung zu haben.

Ja, genau das meine ich.

Ich kann inzwischen Chopin 28/4 so zu 2/3 spielen und langsam müsste ich mich mal ans Pedal begeben ;)

Die Kleine Studie von Schumann wollte ich so oder so in nächster Zeit mal in Angriff nehmen. Nur, das Problem, das ich habe ist einfach dieses "rythmische" beim Pedal. Es ist ja quasi wie eine dritte Hand. Und wenn beide Hände ständig was zu tun haben, muss ich mich darauf konzentrieren und kann nicht auch noch mit dem Fuß rumhantieren.
 
violapiano

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Hi,

das kriegst Du hin mit der Zeit.:)

Ich habe es am Anfang überhaupt nicht hinbekommen. Allerdings hat meine erste KL zunächst gesagt, ich soll es voll durchtreten, das klang schrecklich.:rolleyes:

Ich habe es dann vesucht, ganz knapp am Punkt, wo die Dämpfung abhebt, zu erspüren. Das hat geklappt.:)

Ich weiß nicht, wie man das unterrichtet, jedenfalls hat es mir gut getan, mich den Anweisungen der KL zu widersetzen.:cool: Ich meine, man muss gut zuhören, und Fußspitzengefühl entwicklen.

LG
VP
 
Stuemperle

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Nur, das Problem, das ich habe ist einfach dieses "rythmische" beim Pedal. Es ist ja quasi wie eine dritte Hand. Und wenn beide Hände ständig was zu tun haben, muss ich mich darauf konzentrieren und kann nicht auch noch mit dem Fuß rumhantieren.
Hm, wenn Du hörst/spürst, wie es zu betätigen ist, wird es plötzlich viel einfacher. Überhaupt: "das Pedal wird mit den Ohren gespielt".

Es ist ganz einfach:
Stell' Dir vor, dass Du mit dem getretenen Pedal einem (Harmonie-)Klang die Möglichkeit gibst, sich zu entfalten.
Nun gibt es aber auch Töne, die nicht zueinander passen, weil sie verschiedenen Harmonien zugehörig sind, wenn diese gemeinsam ertönen, gibt es einen Mißklang. Diese Töne gilt es, durch Pedalwechsel (lupfen und wieder treten) voneinander zu trennen.

Es wäre einfacher, wenn Du am Lagerfeuer zu Liedern geklampft hättest: jedes Mal, wenn Du den Akkord wechselst, ist es eine neue Harmonie, der durch Pedalwechsel ein neuer Raum eröffnet wird, um sich zu entfalten. Wenn Du also eine Harmonieempfindung für den Melodieablauf im gespielten Stück hast, kannst Du diese das Pedal automatisch steuern lassen, ohne bewußt darauf zu achten!

Eine Klitzekleinigkeit ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig, das ist der zeitliche Ablauf zwischen Finger und Fuß: damit keine "Löcher" im Klangfluß entstehen, geschieht der Pedalwechsel erst, wenn die erste Taste des neuen Klanges gedrückt ist, also: Taste drücken, Fuß anheben, Fuß drücken, Taste loslassen.

So, das war jetzt hochgestochen und doch nicht umfassend genug: eine bessere Anleitung (auch für die verschiedenen Arten des Pedalspiels) findest Du unter www.pian-e-forte.de.

Vermutlich ist da auch das "Halbpedal" von Violapiano erwähnt. Dies ist auch eine Möglichkeit, "Klangbrei" zu verhindern. Denn so schön es ist, Klangwolken zu erleben, so viel Pedal passt nicht zu allem.

Ausprobieren und Lauschen und dran Freuen!
Hanfred
 
Faulenzer

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Hallo iLLumination

präzise abgestimmte "Stücke" bzgl. der Pedaleinführung sind mir so nicht geläufig.

Welches Stück sich gut dafür eignen würde (inwieweit bist Du schon fortgeschritten?), wäre das Wohltemperierte Klavier von J. S. Bach oder Beethovens Mondscheinsonate

Bei manchen Werken steht zwar Pedal, aber phasenweise nutzen tu ich es nicht und lass lieber den oder die entspr. Finger liegen.

Ist reine Interpretationssache

Es gibt Komponisten die ganz klare Anweisung des Pedalgebrauchs niederschreiben und bei manchen steht da halt nichts. Wie aus vorangegangenen Feedbacks .... geh nach Deinen Gefühl und höre, wie es für Dich klingt.
 
fisherman

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Hallo Illumination; ich spiel schon länger Pedal "mit den Ohren", aber habe gerade ein Stück, das ganz präzise (und relativ regelmäßigen) Pedaleinsatz verlangt. Da muss man weitestgehend alle 2 Viertel in der Linken rhythmisch Pedal geben - insofern sehr strukturiert: Die Aria aus der Orchestersuite in D von JS Bach. Ist eigentlich ein Streicherstück, aber das ist nun genau die Schwierigkeit, es am Klavier "rüberzubringen". Und weil die Originalnoten für Streicher sind, darf man es auch in einer Heumann-Bearbeitung spielen, ohne exkommunziert zu werden. :D
 
rolf

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Moin moin,

kennt ihr (leichte) Stücke, die in die Verwendung des Pedals einführen?

hallo,

es gibt viele Stücke, an denen man allmählich in den Gebrauch des Tonhaltepedals (rechtes Pedal / Dämpfung) eingeführt werden kann. Dabei ist aber meiner Ansicht nach immer guter Unterricht begleitend nötig.

Die erste und vorab "einfachste" Art und Weise ist das "nachgetretene Pedal", dieses braucht man, um Akkordklänge lückenlos, aber klar (unverwaschen) verbinden zu können. Z.B. in:
Schumann kleiner Choral aus dem "Album für die Jugend"

Der Choral ist in halben Noten notiert - jetzt kann man diese langen Noten für die Wechselwirkung von Fingern und Pedal unterteilen:
jede halbe Note besteht aus vier Achteln - du könntest Dir ein paar Akorde in Halben aufschreiben, aber möglichst breit gezogen (viel Platz), damit Du unter jede Halbe vier Achtelpausen oder vier Achtel malen kannst:
erste Halbe:
1. Achtel: Akkord mit den Fingern anschlagen und halten
2. Achtel: Pedal runter (Finger halten noch)
3. Achtel: Finger lassen los und berühren den nächsten Akkord, Pedal ist immer noch unten
4. Achtel: hören!!! der Klang ist da, weil das Pedal unten ist, die Finger sind schon woanders
zweite Halbe:
1. Achtel: neuen Akkord anschlagen - hierbei ist wichtig, dass dass Pedal genau mit dem Anschlag aufgehoben wird (als Orientierung: so, als seien die Tasten mit dem Pedalhebel verbunden - geht die Taste runter, geht das Pedal hoch) - - also auf dem ersten Achtel erklingt der zweite Akkord, und zwar ohne Pedal (das Pedal macht eine Achtelpause, eine Lücke), die Finger halten ihn
2. Achtel: (s.o.)
3. Achtel: (s.o.)
4. Achtel: (s.o.)
dritte Halbe
1. Achtel: wie beim zweiten Akkord!!!
2. Achtel: (s.o.)
usw

Wichtig ist: das Betätigen, also runterdrücken und aufheben/loslassen, des Pedalhebels muss wirklich schnell geschehen. Langsames Aufheben des Pedals führt zu verwaschenen Mischklängen.

Beim Flügel ist das meist rcht angenehm, weil das Pedal einen starken Widerstand bietet - bei Klavieren gehen die Pedale oft sehr leicht, weich usw.

Ansonsten ist noch wichtig, dass Pedallücken nie zu klein (zu kurz) sein sollten.

Meine Empfehlung: fürs Pedal lernen erst mal langsame, eher choralartige Sachen spielen und genau hinhören (es muss nicht Schumanns Choral sein, eine akkordische Kadenz oder ähnliches tut´s auch)

Gruß, Rolf
 
C

chiarina

Guest
hierbei ist wichtig, dass dass Pedal genau mit dem Anschlag aufgehoben wird (als Orientierung: so, als seien die Tasten mit dem Pedalhebel verbunden - geht die Taste runter, geht das Pedal hoch)



Hallo,

So sehr ich unterstütze und toll finde, Rolf, was du geschrieben hast, ist doch zu überlegen, den Choral erst als zweiten Schritt einzuführen. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass das Absetzen der Finger zwischen den Akkorden eine zusätzliche Belastung für Schüler bei der Hand-Fußkoordination darstellt.

Deshalb würde ich das Pedal zunächst an legato-Stellen einführen. Meistens mache ich eine simple 5-Finger-Übung (c,d,e,f,g) einzeln, bei der auf jedem neuen Ton ein neues Pedal getreten wird, damit die Töne nicht ineinander verschwimmen. Dabei kann nicht deutlich genug auf das geachtet werden, was Rolf (s. Zitat oben) schon gesagt hat: Finger und Fuß bewegen sich gleichzeitig in Gegenbewegung, d.h. geht der Finger/die Hand runter, geht der Fuß im selben Moment hoch! Die Kontrolle erfolgt über das Ohr - es hört, ob nichts verschwimmt!

Als erstes könnte man "die kranke Puppe" aus Tschaikowskys Jugendalbum anschließen, später vielleicht auch den "Leierkastenmann" oder den "Trauermarsch", von Schumann Rolfs Choral und die von Alia genannte "Kleine Studie", evtl auch "Stückchen", beliebt sind auch aus der Sammlung "toll in moll" "Schäfers Klage" (von wem weiß ich gerade nicht mehr, vielleicht Reinecke), "Langsamer Walzer" von Kabalewski aus op. 39, aus dem Tastenkrokodil "Thema mit Variation" von Gurlitt.

Aber ob du überhaupt Zugang zu solchen Noten hast und dir diese Vorschläge helfen? Es gibt auch den "Pedalkurs" von Uli Molsen. Auch sehr zu empfehlen. Hast du denn Klavierunterricht? Dann könnte dir dein/e Lehrer/in sicher auch weiterhelfen.

Ansonsten sind doch schon viele tolle Vorschläge gemacht worden!

Viele Grüße und viel Erfolg

chiarina
 
rolf

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hallo Chiarina,

die Hintergedanken dabei, das Pedal für Akkordverbindungen zu verwenden und es dabei zu lernen, sind:
a) bei Akkorden neigt anfangs niemand dazu, ungelenke Finger-Legato-Verbindungen zu probieren
b) Choräle etc. sind so langsam, dass der Kreislauf "Verstehen-Klingen-Hören" (vgl. Marek) so zu sagen angeleiert/geschult werden kann (((ein Akkord hört sich halt anders an, als ein Einzelton)))

natürlich führen verschiedene Wege nach Rom; es hängt auch davon ab, was ein Schüler schon spielen kann usw.

Gruß, Rolf
 
iLLumination

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So, danke erstmal für die vielen Antworten. Unterricht kann ich als Student leider nicht finanzieren. Wenn ich ab April Bafög bekommen sollte, werde ich mir mal den Pedalkurs von Molsen bestellen. Ich habe mir gerade mal Schumanns kleinen Choral angehört. Ein sympathisches Stückchen. In diesem Vieo sieht man auch das Absetzen des Fußes, beim auslösen des nächsten Tons.

http://www.youtube.com/watch?v=lr0226hTzqU
 
Guendola

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Meiner Meinung nach sind einfache Walzer oder auch andere Tänze gut für Pedalübungen geeignet. Schubert hat z.B. Unmengen davon geschrieben und es gibt echte Perlen darunter. Das ist aber nicht so wichtig, die Begleitungen sind häufig recht übersichtlich gestaltet man kann daran wunderbar Pedalbindung üben, und auch mit Absätzen (also nicht binden) experimentieren. Von der teilweise sehr hohen Anzahl von Kreuzen und Bs sollte man sich nicht abschrecken lassen, viele Tonarten wiederholen sich und die entsprechenden Schemata prägen sich schnell ein.

Die Walzer sind mir übrigens eingefallen, als ich den Beitrag von Stuemperle gelesen hatte ("am Lagerfeuer zu Liedern geklampft hättest") - womit ich Schuberts Walzer nicht abwerten möchte. Es ist aber auch Unterhaltungsmusik und ich kann mir gut vorstellen, daß Schuber solche Stücke nächtelang in Wiener Kneipen zum besten gegeben hat (was mit Pedalspiel nicht soviel zu tun hat).
 
 

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