Nicht mehr spielen, wegen "geringer Rhizarthrose"

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SaWa

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Hallo,
ich habe seit Ende März Schmerzen ausgehend vom linken Daumensattelgelenk und das Gelenk darüber knackt oft. Zuerst dachte ich, dass es eine Sehnenscheidenentzündung ist , habe Voltaren drauf geschmiert, einen Stützverband gekauft und das Gelenk gekühlt.

Es dauerte eine Weile bis ich zum Arzt kam, da das Haus in dem meine Wohnung ist verkauft wurde und der neue Besitzer mich und die anderen Mieter raus haben will - laufend Termine bei Mietervereinigung, Anwalt, immer wieder mal eine Gerichtsverhandlung...

Naja, als ich schließlich Zeit hatte zu meinem Hausarzt zu gehen, meinte er: Das läuft auf eine Operation raus.
Aber Klavierspielen könne ich, da das die Hand nicht belastet.
Zusätzlich war ich Röntgen und in dem Befund steht "geringe Rhizarthrose".

Dazu meinte mein Arzt nun: Ja, Arthrose, da kann man gar nichts machen. Bei der Hüfte kann man operieren, aber bei den Händen nicht. 15 Minuten Klavierspielen werden nicht schaden, mehr schon. Es ist meine Entscheidung (was wohl eh klar ist!!!), ob ich dennoch spiele und eine Verschlechterung in Kauf nehme.
Ich traue meinen Arzt nicht. Allerdings kann ich im Quartal nicht Arzt wechseln - das geht erst wieder Anfang Juli. Sei denn ich zahle selbst...

Ich wollte hier mal fragen, ob jemand so ein Problem hatte/hat?

Liebe Grüße
Sabine

PS:
Klavierspielen fehlt mir schon gewaltig! Dabei habe ich auch keine Schmerzen
 
Moderato

Moderato

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Hallo Sabine,

ich habe vor etwas über 5 Jahren auch Probleme mit dem rechten Daumensattelgelenk bekommen. Ich konnte keinen Schlüssel mehr umdrehen, kein Brot mehr schneiden usw. Ich habe aufgehört mit der rH Klavier zu spielen und Stücke geübt, die die linke Hand mehr als die rH beschäftigen in der Hoffnung, daß es mit dem Daumen wieder besser wird.
Bei einem Orthopäden habe ich mir dann 5x Hyaloronsäure injizieren lassen. Eigentlich verbraucht sich diese, aber seitdem habe ich keine weitere Behandlung benötigt. Ich spüre aber ständig die noch bestehende Einschränkung, kann aber alles Wichtige machen außer kräftigen Zugriff beim Dosenöffneun usw. also auch Klavierspielen. Aber ich spiele nie länger als 1 Stunde. Auch die Griffweite rechts ist kleiner geworden. Nonen gehen noch, aber mehr kaum. Links kann ich noch Dezimen greifen.
Leider macht sich nun der rechte kleine Finger ähnlich bemerkbar. Noch ignoriere ich den Schmerz oder vermeide ihn, je nachdem. Viele kräftige Oktaven rechts sollte ich vielleicht nicht mehr spielen.
Falls das Gelenk bei Dir schon entzündlich ist, hat bei mir der Orthopäde Blutegel probiert, hat nichts gebracht, weil ich keine Entzündung habe. Jedenfalls meine ich das, denn das würde man wohl nicht nur bei Belastunge spüren. Ohne Belastung bin ich schmerzfrei.

Alles Gute
Manfred
 
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SaWa

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Ja, in Österreich ist das so ; ) Ich habe über googel allerdings rausgefunden, dass es eine Ausnahme gibt - wenn man sich direkt an die Krankenkasse wendet und denen klar macht, dass das Vertrauensverhältnis zum Arzt nicht mehr gegeben ist, können sie einen Wechsel im Quartal erlauben.
Sei froh, dass du kein Österreicher bist ; )
 
Klimperline

Klimperline

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Unter meinem MRT-Befund steht sogar "erhebliche Arthrose", aber gepaart mit dem Rat, das Klavierspielen auf keinen Fall aufzugeben. Bewegung ernährt die Knorpel, nur Überlastungen sollte man vermeiden, aber das gilt auch für Gesunde.

Ist die Arthrose noch nicht zu sehr fortgeschritten, wechseln sich aktivierte, schmerzhafte Phasen mit ruhigen ab, wobei die schmerzfreien Phasen deutlich überwiegen. Ich würde die Stücke so wählen, dass weite Griffe gar nicht oder nur vereinzelt vorkommen.

Im Übrigen kann man Daumensattelgelenke mittlerweile durchaus operieren und ich kenne auch jemanden, der diese OP gewagt hat und sehr zufrieden ist. Trotzdem hoffe auch ich, dass ich die weitere medizinischen Entwicklung auf diesem Gebiet noch eine Weile aus unbeteiligter Sicht verfolgen kann.
 
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SaWa

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Danke Manfred!

Genau da habe ich auch die Probleme - wenn ich nach einer Flasche greife und die aufschrauben will... Das Greifen geht ja noch, richtig schmerzhaft wird es, wenn ich beim Drehen vom Verschluss mehr Kraft aufwenden muss.
Hattest du beim Klavierspielen Beschwerden? Oder hast du nur vorsichtshalber aufs Spielen verzichtet?

Laut Röntgen gibt es keine Hinweise auf entzündliche Gelenksveränderungen.

Ich muss mal eruieren, ob man für einen Orthopäden Überweisung vom Hausarzt braucht... Hoffe nicht - das wäre dann eine gute Anlaufstelle. (Wenngleich ich von vielen Seiten gehört habe, dass gute Orthopäden in Wien Mangelware sind).

Freut mich jedenfalls zu hören, dass es eben doch Behandlungsmöglichkeiten gibt! Kann mir momentan gar nicht vorstellen, wie übel es wäre nicht mehr Klavierspielen zu können!

Liebe Grüße
Sabine
 
Stilblüte

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Ich würde mich nach einem guten Handspezialisten erkundigen und da nachfragen, es gibt spezielle Hand-Kliniken. In Deutschland weiß ich, wo ich fragen würde, aber in Österreich gibt es das sicher auch. In solchen Zentren wird man auch wissen, wie mit Musikern umzugehen ist, da die ja besonders sensibel sind und ihre Hände auch anders wahrnehmen. Ein Nicht-Musiker kann sich auch nicht vorstellen, welcher Belastung Hände, Arme und der ganze Körper beim spielen ausgesetzt sind (nein, es ist eben nicht so ähnlich wie Computer-Tippen...).
Trau dich ruhig, die bestmögliche Behandlung und Diagnose einzufordern.
 
Klein wild Vögelein

Klein wild Vögelein

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Danke Manfred!

Genau da habe ich auch die Probleme - wenn ich nach einer Flasche greife und die aufschrauben will... Das Greifen geht ja noch, richtig schmerzhaft wird es, wenn ich beim Drehen vom Verschluss mehr Kraft aufwenden muss.
Hattest du beim Klavierspielen Beschwerden? Oder hast du nur vorsichtshalber aufs Spielen verzichtet?

Laut Röntgen gibt es keine Hinweise auf entzündliche Gelenksveränderungen.

Ich muss mal eruieren, ob man für einen Orthopäden Überweisung vom Hausarzt braucht... Hoffe nicht - das wäre dann eine gute Anlaufstelle. (Wenngleich ich von vielen Seiten gehört habe, dass gute Orthopäden in Wien Mangelware sind).

Freut mich jedenfalls zu hören, dass es eben doch Behandlungsmöglichkeiten gibt! Kann mir momentan gar nicht vorstellen, wie übel es wäre nicht mehr Klavierspielen zu können!

Liebe Grüße
Sabine

Hallo Sawa,

die Untersuchung bei einem kompetenten Handchirurgen ( keine Sorge Chirurgie heißt nicht unbedingt Aufschneider! ) ist empfehlenswert. Dieser wird eine abhängig von der Diagnose die erforderlichen Therapiemaßnahmen einleiten. Therapie bei einem Handtherapeuten gehört dazu, gibt es bestimmt auch in Österreich!

Eine geringe Rhizarthrose ist auf keinen Fall ein Grund, nicht mehr oder nur wenig Klavier zu spielen, sondern im Gegenteil ist das Klavier ein wichtiger Teil der Therapie! Wie immer gilt es die richtige Dosierung zu finden, stundenlang ist sicher kontaproduktiv, oder beim Auftreten von Schmerzen weiterzuspielen, aber da helfen Spezialist und Handtherapeuten die richtige Dosierung zu finden.



Liebe Grüße

Marion
 
opi

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Hi Sabine, googel mal alles über Borax. Und zieh Deine Schlüsse daraus.
LG, Opi
 
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SaWa

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Danke Klimperline! Das klingt ja viel positiver. Ich habe mir schon gedacht, dass mein Arzt Unfug textet.
Bin aber auch selber schuld, dass ich nicht schon längst gewechselt habe.
Zuletzt habe ich sehr intensiv die Vorschläge in der linken Hand bei Alla Turca geübt - das werde ich auf jeden Fall bleiben lassen!

Handchirurg ist auch eine gute Idee! Muss ich mich schlau machen, sollte es in Wien aber geben ; )
Ich hätte schon gerne abgeklärt, was es mit dem Klacken im obersten Daumengelenk auf sich hat.

Letzte Woche habe ich einige Male etwas gespielt - nicht lange, geschätzt 15 bis 20 Minuten - weil ich testen wollte, ob es dadurch schlechter wird. Bemerkt habe ich nichts. Ist sowieso mal etwas besser, mal schlechter, aber tendenziell geht's in Richtung Besserung.

Hauptsache ich kann in Zukunft wieder vernünftig spielen. Wenn keine Übe Marathons mehr drin sind, tja, damit kann ich leben ; )

Danke @ alle!

Liebe Grüße
Sabine
 

thinman

thinman

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Hallo Sabine @SaWa ,
nur ganz kurz:
Geh bitte zu einem kompetenten Arzt. Man kann selbstverständlich sowohl konservativ als auch operativ behandeln.

zum Thema Borax: Es gibt einfach viel zu wenig Studien, die eine eindeutige Wirkung nachweisen könnten. Die Studien, die es gibt, weisen z.T. grundsätzliche Fehler auf, z.B. was das Studien-Design angeht.
Bezeichnend ist die Tatsache, dass in Deutschland Borax an Privatpersonen nicht abgegeben werden darf und als "giftig" bezeichnet werden muss.
 
Bassplayer

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Hast du mal Physiotherapie ausprobiert. Wenn die Arthrose nur leicht ist, können die Schmerzen auch im Bereich Muskeln sehnen liegen und eine konservative Behandlung könnte erfolgreich sein.
Gute Besserung
LG
 
saugferkel

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Hallo @SaWa ,

es tut mir wirklich leid und ich wünsche Dir dabei viel Glück, dass Du dieses Problem mit möglichst wenig Einschränkung überstehst.

Ich wurde auch an meinem rechten Handgelenk zwar wegen anderer Krankheit (Morbus Kienböck) 2 Mal operiert, kann Dir aber nur raten, nach einem richtigen Spezialisten (Handchirurg/Mikrochirurg) zu suchen. Mir sagte der erste Arzt (ein Orthopäde) der mich untersuchte und bei mir die erste OP durchführte, dass ich keinerlei Chancen habe, die Bewegung am Handgelenk zu behalten.

Nach langer Suche fanden wir den Spezialisten, der mich mit zu der Zeit (2001) noch relativ neuwertiger Methode operierte. Seitdem habe ich die Bewegung am Handgelenk, zwar mit etwas Einschränkung, aber doch. Kann auch Klavier spielen, konnte nicht mal einen Kugelschreiber halten.

Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem viel Geduld.
 
Moderato

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....
Hattest du beim Klavierspielen Beschwerden? Oder hast du nur vorsichtshalber aufs Spielen verzichtet?
...
Ich habe nicht nur vorsichtshalber auf die Benutzung der rechten Hand verzichtet, sondern auch im sonstigen Alltag möglichst die linke Hand benutzt, vor allem wenn Kraft erforderlich war. Ich habe also längere Zeit nicht gegen den Schmerz gehandelt. Erst nach Monaten und spürbarer Verbesserung habe ich vorsichtig auch die rH beim Klavierspielen benutzt, Okataven also größere Spannweiten waren immer etwas problematisch.
Aber ich vermute auch Klimperline liegt richtig. Ich habe jetzt nicht den Eindruck, daß Klavierspielen die Probleme vergrößert, wenn man es nicht mit Gewalt gegen den Schmerz versucht. Von jemand anderen habe ich hier im Forum gelesen, daß Klavierspielen auch eine Therapie sein kann. Schwierig ist wohl das erträglich Maß zu finden.
 
Boogieoma

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Hallo Sawa,

Ein guter Arzt, der sich auf Handerkrankungen spezialisiert hat, kann Dir sicher am besten helfen.

Mir hat damals ein Rheumatologe, bei dem ich wegen meiner Finger- und Daumengrundgelenksarthrose zur Untersuchung war, den Tipp gegeben, es mit Klavierspielen zu probieren. Ich habe mit kleinen Übungseinheiten angefangen ca 10 bis 15 Minuten mehrmals täglich. Inzwischen sind meine Hände sehr viel beweglicher und weniger schmerzhaft geworden. Meistens kann ich bis zu ½ Stunde spielen, allerdings kann ich rechts keine Oktave greifen, deshalb spiele ich vor allem Boogies, weil ich mit der linken Hand weiter greifen und schneller spielen kann, da rechts die Arthrose weiter fortgeschritten ist. Auch muss ich natürlich häufig die Fingersätze ändern. Ich habe sehr viel Spaß beim Klavier spielen und kann mir ein Leben ohne Klavier gar nicht mehr vorstellen.

Ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, dass Du bald einen sompetenten Arzt triffst.
 
Barratt

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Wenngleich ich von vielen Seiten gehört habe, dass gute Orthopäden in Wien Mangelware sind

Und ich habe von vielen Seiten gehört, dass gute Orthopäden überall Mangelware sind. :schweigen: Komisch - habe leider schon mehr als genug mit Fachärzten vieler Fachgebiete zu tun gehabt und hatte vielleicht immer Glück und nur mit den Orthopäden Pech ... vielleicht. Vielleicht haben niedergelassene Orthopäden ihren Ruf aber auch nicht ganz zu Unrecht?

An Deiner Stelle würde ich einen Handspezialisten aufsuchen. Und weil Du dort gewiss nicht von heute auf morgen einen Termin bekommen wirst, würde ich versuchen, die Zwischenzeit mit Physiotherapie/Osteopathie (Myofaszialtherapie), ggf. auch Akupunktur zu überbrücken. Auf Physio läuft es sowieso hinaus, wenn konservativ therapiert werden soll.
 
Barratt

Barratt

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P.S. Experimentell kannst Du auch mit Gewürzen arbeiten. Ingwer, Cucuma, Kreuzkümmel, Koriander (Menge eigentlich egal, empfohlen wird eine Löffelspitze) und ein Hauch Muskatnuss täglich irgendwo ins Essen rein. Und Capsaicin, falls Du damit klarkommst. Das sind Empfehlungen der "Naturheilkunde". Teufelskralle gegen Arthrose kenne ich aus dem Veterinärbereich. Diese Gewürze haben den Vorteil, dass sie "sowieso" benutzt werden - bis auf Teufelskralle (bäh) nehme ich sie wie beschrieben und bilde mir ein, damit die Knieprobleme in Schach halten zu können... Empfohlen werden auch Traumeel- und Osteoheel-Tablettchen. Mit dem Zeug (inkl. Ingwer und Teufelskralle) wird auch im Veterinärbereich gearbeitet - fällt im Gegensatz zu Kampfer nicht unter Doping.
 
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