Neue Aufnahmen.

Dieses Thema im Forum "Workshops" wurde erstellt von tomi, 2. Juli 2006.

  1. tomi
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    tomi

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    Liebe Leute,

    Ich habe heute endlich wieder mal was aufgenommen -- vielleicht hat ja jemand mal Lust reinzuhören und seine/ihre Meinung dazu kundzutun:

    Bach Goldberg Variationen, Arie (endlich neue Aufnahme):


    Variation 2:


    Alles aufgenommen damit:
    http://www.tomleitner.com/eigene-musik/klavier.jpg

    Also nur nicht mit Kritik sparen -- ich vertrags schon :-)

    Ciao und schönes + musisches Wochenende noch an alle // Tomi
     
  2. Eva
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    Eva

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    Hört sich richtig klasse an! Da muss ich mich mit meinem Spiel ja direkt schämen :oops: . Ich freue mich schon auf weitere Aufnahmen von dir, also fleißig weiterüben :lol:
     
  3. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich find´s Klasse. Um Kritik müssen sich andere kümmern. :)
     
  4. tomi
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    tomi

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    Liebe Leute,

    Danke für die Antworten und die Blumen -- ja ich übe fleissig weiter und melde mich wenn ich wieder was fertig habe.

    Sollte jemand was kritisches dazu zu sagen haben -- bitte nicht damit hinterm Berg halten. Ich will ja wissen was ich besser machen soll!

    Ciao // Tomi
     
  5. Elio
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    Elio

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    Hi Tom,

    also, erst einmal finde ich dieses Stück göttlich.
    Ich habe es von Schiff und Gould im Ohr, höre also mit kritischen Ohren *g*
    Man hört bei der Aria jede kleinste Ungenauigkeit in Dynamik Phrasierung heraus, daher finde ich es so unglaublich schwer zu spielen.

    Und ich muss sagen, mir gefällt es wie Du spielst, obwohl ich den Eindruck habe, dass der Anfang (da sind ein paar kleinste Ungenauigkeiten) hinter dem Rest zurückbleibt, kann mich aber täuschen, werd es mir noch ein paar mal anhören.

    Orientierst du Dich an einer bestimmten Aufnahme?
     
  6. tomi
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    tomi

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    Hallo Elio,

    Danke fürs Anhören!

    Also bei Goldberg ist wohl Glenn Gould das Maß aller Dinge. Obwohl ich nicht versucht habe ihn zu imitieren, was auch nie gelingen kann! Er macht es ja extrem langsam und formt tlw. jede einzelne Note extrem aus -- man hat bei ihm das Gefühl das jede Winzigkeit absolut wichtig ist. An diesen Dingen habe ich mich schon versucht zu orientieren, wobei es sicher nur ansatzweise geklappt hat.

    Wegen der Ungenauigkeiten hast Du sicher recht. Es gibt auch einen Triller zu wenig im 2. Teil (Suchspiel: Wer kann mir sagen wo er fehlt ? :-)). Solange sie aber nicht extrem herausstechen bin ich da relativ locker -- sprich: Perfektionismus kenne ich da keinen solange das Gefühl paßt.

    Schönen + sonnigen Tag + Ciao // Tom
     
  7. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Er begründete diese Spielweise damt, dass der Hörer richtig gespannt und ungeduldig auf die nächste Note warten müsse, erst dann hört und erlebt er die Übergänge und das Stück auch richtig. Er sagte selbst, dass er das Ausformen und Hinauszögern der Noten übertreibt, aber bewußt.
     
  8. tomi
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    tomi

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    Ich habe einige Video Dokumentationen auf meiner Festplatte über Glenn Gould (konvertiere sie gerade für den Ipod um sie mir im Urlaub in Ruhe zu Gemüte zu führen). Habe auch schon kurz reingeschaut und man sieht ihm das auch richtig an dass er jede Winzigkeit ausformt und quasi übertreibt. Allerdings könnte ich so nicht spielen wie er -- er sitzt immer viel zu tief ... schaut eigenartig aus.
     
  9. Hartwig
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    Hartwig

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    Im TV habe ich einmal ihn spielen sehen/hören können:
    Er kroch förmlich ins Klavier rein.

    Trotz seines Könnens kam es mir übertrieben zur Schau stellend vor.

    Gruß Hartwig
     
  10. Elio
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    Elio

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    Bei Genies in der Kunst akzeptiere ich solch ein Getue, das gehört dann einfach dazu wahrscheinlich. Dafür gibt es ja viele Beispiele in der kulturellen Geschichte.
    Aber wenn Amateure mit so etwas versuchen sich zur Schau zu stellen, dann find ich das nicht gut.
    ;)
     
  11. Hartwig
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    Hartwig

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    Fand ich trotzdem etwas übertriebe, wie auch manches an Horowitz, was ich nicht abkann.

    Gruß Hartwig
     
  12. Windir
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    Windir

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    was genau meint ihr denn mit "zur schau stellen" !?
     
  13. siska
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    siska

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    Hi!

    Na sitzt ihr denn alle ganz Steif am Klavier und euer Gesicht zeigt keine Regung? Okay Glen Gould kaspert ganz schon rum. Aber ich denke er macht es um in seine Welt abzutauchen und nicht um sich zur Schau zu stellen. Ich glaube er wußte daß er nicht der Schlechteste war :lol:

    Und warum dürfen oder sollten nur Talente das dürfen? Bewegt sich euer Körper nicht manchmal nach vorne wenn ihr z.B. Pianopassagen spielt?
    Ich finde eins der besten Mittel gegen Nervosität sich fallen zu lassen und "mitzufühlen".

    Allen einen schönen heißen sonnigen Tag

    Gruß
    Siska
     
  14. tomi
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    tomi

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    Also es wird wohl keiner steif am Klavier sitzen beim Spiel, weil man ja ganz natürlich mit der Musik mitgeht die man spielt -- manche mehr, manche weniger.

    Es gibt zwei Aspekte:

    a.) Mimik etc. kommt von innen heraus. Alfred Brendel ist ja ein auch so ein Spezialist. Bei ihm kommt es aber offenbar von innen heraus. Er hat einmal gemeint das er sich sehr gewundert hat über sich selbst wie er sich das erste Mal selber im Fernsehen gesehen hat. Das hat ihm überhaupt nicht gefallen und ab da hat er versucht die Mimik etwas zu kontrollieren damit es nicht gar so wild aussieht.

    b.) Für Berufsmusiker ist offenbar aber das Klavierspielen eine Mischung aus Musik und Theater das dabei gemacht wird. Letzeres wird sicher von den Plattenfirmen, Agenten und wie sie alle heissen für notwendig erachtet, weil es verkaufsfördernd ist.

    Was also zum Schluss herauskommt ist eine Mischung aus a.) und b.).

    Mir selbst ist es aber immer etwas peinlich wenn ich das Bedürfnis habe durch Körpersprache die gespielte Musik auch noch zu betonen. Auch finde ich es peinlich wenn das Theater beim Spiel allzu übertrieben wird und es ganz offensichtlich Theater ist, ohne das es von innen heraus kommt.

    Was mir gefällt aber nur ganz selten passiert: Gänsehaut beim Zuhören wenn jemand spielt -- habe es aber auch schon gekriegt wenn ich selber gespielt habe.

    Tomi

    P.S: Letzens sah ich bei der Styriarte hier das Tschaikovsky Klavierkonzert Nr. 1. Gespielt von einer jungen (28J) russischen Pianistin. Also wenn man ihr zugesehen hat, hat man fast das Gefühlt gehabt das sie jeden Augenblick einen Orgasmus kriegt -- wirklich wild aber gar nicht
    übertrieben.
     
  15. Windir
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    Windir

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    Also von mir aus kann der pianist so viel mimiken etc. machen wie er will solang die musik nich drunter leidet.
     
  16. siska
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    siska

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    Hallo!

    Na ja ist doch schön wenn Musik auch den sexuellen Bereich abdeckt :lol: :oops: :roll: .

    Danke für die Antwort Tomi. Ich habe die ersten Antwortwen wohl falsch interpretiert. Dachte schon ich muß steif wie ein Brett dasitzen :roll: .
    Aber ich kann mir es wirklich schwer vorstellen daß das mangement so etwas verlangt, was nicht bedeutet daß ich dir nicht glaube oder daß es sowas nicht gibt.

    Gehört habe ich noch nie davon. Aber wenn ich erhlich bin befasse ich mich erst seid 2 Jahren mit dem Theam Pianisten.

    Nix für ungut

    und schönen Feierabend ich gehe jetzt heim und werde Haydn üben und schön Grimassen schneiden :lol: :-D

    Gruß
    Siska