"Marlene" fremdelt

Moderato

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Wer etwas über die fremdelnde "Marlene";) erfahren möchte, dann ist das vielleicht eine Buchempfehlung.

Gruß
Manfred
 
fisherman

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Wenn schon kein "jus primae noctis", so beanspruche ich zumindest das "jus primae notiz" ;-)
 
fisherman

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Der war ZUUUU schön!

Villeicht noch eine kl. Randnotiz. Stellenweise wird das Buch in der zweiten Hälfte etwas langatmig, aber als Bettlektüre sind dann solche Kapitel grade gut.
 
Moderato

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Zum Buchtitel passt ja auch "Die verlorene Partitur"
Ein Roman von einem Schriftsteller, der eine ganze Menge vom Klavierspiel versteht und ein Klavierstudim absolviert hat. Es geht hauptsächlich um die 4. Ballade f-moll von Chopin und der Beschaffung einer angeblichen verschollenen alternativen Coda. Etwas Krimi und Liebesroman ist es auch. Die Hauptfigur ist etwas ABM nachempfunden.
 
Marlene

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Hallo,

Stellenweise wird das Buch in der zweiten Hälfte etwas langatmig, aber als Bettlektüre sind dann solche Kapitel grade gut.
Bis zur zweiten Hälfte bin ich noch nicht vorgedrungen, weil ich das Buch erst gestern geschenkt bekommen habe. Aber was ich bisher gelesen habe, finde ich überhaupt nicht langweilig.

Die Autorin führt den Leser im „Präludium“ in einen Wald und man erfährt etwas über die dort stehenden Fichten, deren Auswahl und das Abholzen. Das Vorwort endet mit einem sehr schönen Satz und:

Der Riese fällt, sachte beinahe, auf seine Äste, in den Schnee, zuerst mit einem Flüstern, dann mit einem verspäteten, nachtönenden Schrei, einem Kanonenschuss, der von den Bergen widerhallt.
Ein Baum stirbt. Ein Klavier ist geboren.
Wer an einer Werksführung eines Flügelherstellers teilgenommen hat kann die letzten Zeilen besonders gut nachvollziehen – mir gefallen sie.

Bereits eine Seite später fällt das emotionale Fallbeil auf mich herab:

Ich erkannte die innere Stimme, sie war die des Kindes, das ich gewesen war, acht Jahre alt; es bat um Klavierstunden, die es nicht geben sollte.
Mir erging es ebenso.

Vor 2 ½ Jahren wusste ich noch nicht wie schön Klaviermusik sein kann. Meine Eltern haben meinen Wunsch (etwa im Alter von zehn Jahren vorgetragen) Klavier spielen zu lernen nicht nur geblockt, sie haben mir sogar eingeimpft, Klaviermusik sei die Ausgeburt der Hölle und ein Klavier gerade gut genug, um mit der Axt reinzuschlagen und Brandholz daraus zu machen. Und die schwarzen Monster auf der Bühne seien völlig überflüssig und stünden nur im Wege herum. Klaviermusik wurde – verbunden mit hasserfüllten Kommentaren - gnadenlos abgewürgt, sei es im Radio oder TV. Meine Eltern haben mich so perfekt auf „Klaviermusik hassen!“ programmiert, dass ich vor 2 ½ Jahren wie vom Donner gerührt war, als im TV Klaviermusik lief in die ich zufällig hineingezappt habe. Das mich bei diesem Erlebnis überflutende Gefühl werde ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen: Zuerst Gänsehaut am ganzen Körper, dann Zweifel, ob es sich bei dieser wundervollen Musik tatsächlich um Klaviermusik handet, und dann die Erkenntnis, dass diese Musik nicht wie die Hölle klingt, sondern wie der Himmel. Und dann: Verzweiflung und unbändige Wut. Verzweiflung wegen der verlorenen Zeit am Klavier und Wut auf meine Eltern weil sie mich so lange belogen haben (und das nicht nur in diesem Fall). Diese Wut und Enttäuschung haben einen Hörsturz ausgelöst dem ein Tinnitus gefolgt ist, der nach wie vor recht heftig tobt.

Aber: Ich wollte endlich Klavier spielen lernen!

Dieser gleiche unbändige Wunsch hat die Autorin heimgesucht. Sie schien mit den gleichen Gedanken und Zweifeln behaftet zu sein wie ich (und wie andere, die als Späteinsteiger zum Klavier gefunden haben). Und die Leidenschaft Klavier hat sie ebenso gepackt wie mich.

Was ich bisher gelesen habe erscheint mir wie ein Leitfaden für hadernden und verunsicherten „späten“ Klavierschüler. Jene, die mit ihrem Anspruchsdenken und Frust über Fehler kämpfen und sich fragen, ob sie jemals in der Lage sein werden ihre Wunschstücke spielen zu können. Die völlig gestresst und vor Lampenfieber zitternd einem Vorspiel entgegenfiebern. Die ihre Fehler – wie ich seit Wochen wieder - nicht geduldig hinnehmen können.

Wegen dieser Probleme hatte ich eigentlich vor ein Thema zu erstellen. Aber ich werde erst einmal das Buch weiterlesen, denn ich vermute, darin die Antworten auf meine Fragen und Gedanken zu finden. Ein weiser Mensch schien das gewusst zu haben als dieser sich entschloss mir das Buch zu schenken.

Es ist zu früh für eine Rezension aber so kurz vor Weihnachten wollte ich kurz mitteilen, dass ich das Buch für ein schönes Geschenk für Späteinsteiger halte. Denn um eine solche handelt es sich bei der Autorin.

Liebe Grüße und schönes Wochenende,
Marlene
 
Marlene

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Es geht um Klaviersuche und Kauf, die Händler, die Techniker, Intoneure und Stimmer, um das amerikanische PianoWorld Forum und nicht zuletzt um Grotrian, fast mutet es an wie eine Werbeveröffentlichung. ;)
... Wenn auch immer wieder viel Esotherik mit hineinspielt...
Etwas Esoterik scheint wohl dazu zu gehören. Beim Lesen über die umfangreiche Suche musste ich mehrmals schmunzeln. Denn meine „Majestät“ ist mir im Traum erschienen obwohl ich einen solchen Flügel nicht haben wollte. Somit vermute ich fast (ja, das klingt auch esoterisch), dass mein alter Bechstein mich gesucht hat. Seine Anwesenheit habe ich jedenfalls noch keine Sekunde bereut (wenn er mich auch immer wieder wieder mit seinem Pedal herausfordert).

Die Seiten über das Klavierforum habe ich nur flüchtig gelesen, denn dort geht es vermutlich so zu wie bei Clavio. Und so ein Hasenbeinscher Klavierstimmer scheint sich dort herumzutreiben :D.
 
Mawima

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Ich habe das Buch im englischen gelesen und nicht als Frauenbuch empfunden. Es ist etwas für jemanden, der sich technisch sehr für das Klavier interessiert und für die, die nach DEM Klang suchen und die Autorin sehr gut verstehen können.

Mir gefallen die Beschreibungen der verschiedenen Klavierverrückten... Klavierstimmer, Klavierverkäufer usw. Was auch toll ist, dass man diese Personen im Internet wieder trifft z.B. auf Pianoworld. In Erinnerung geblieben ist mir die Aussage, von Beethoven Piano, dass sie Ihr Fabrikgebäude auch vermieten könnten. Sie würden damit mehr verdienen als bei der jetzigen Benutzung als Werkstadt und Verkäufsraum. Aber sie haben sich für Klaviere entschieden. Interessant ist auch der amerikanische Fernsehbeitrag "Mott Music", der von Beethoven Piano und Marc Wienert handelt.
 
fisherman

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Bis zur zweiten Hälfte bin ich noch nicht vorgedrungen, weil ich das Buch erst gestern geschenkt bekommen habe. Aber was ich bisher gelesen habe, finde ich überhaupt nicht langweilig.
Also, ums klarzustellen: Ich hab das Buch ja auch empfohlen. Die Leser seien nur vorgewarnt. Irgendwann nervts ein wenig. Was nicht zuletzt an der Esoterik im amerikanischen Stimmergewerbe liegt. Es ist einfach für uns Deutsche einfach etwas eigenartig, dass man z.B. für Grotrian-Steinweg Hämmer Spezialisten braucht, die über tausende von Meilen eingeflogen (und bezahlt!) werden müssen. Ebenso wie abstruse Geheimtinkturen, mit denen die Hämmer "veredelt" werden. Manch einem Profi hier wirds die Zehennägel hochrollen.

Seis drum. Wers gelesen hat, wird sich über deutschen Zustände und die Fachleute bei Clavio doppelt freuen. Davon abgesehen: Leseempfehlung!!!
 

Marlene

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Ebenso wie abstruse Geheimtinkturen, mit denen die Hämmer "veredelt" werden.
Da werden die Meldungen in Bezug auf abstruse Globuli sicherlich nicht lange auf sich warten lassen... :D:D

Ich jedenfalls bin neugierig darauf wie es weitergeht und werde nachher weiterlesen. Was Martin schreibt finde ich auch interessant. Denn ich lerne immer gerne etwas hinzu, natürlich auch über die "Anatomie" der Flügel.
 
fisherman

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Das Problem ist meine Empathie. Ich leide mit der Verfasserin. Mawima geb ich im übrigen völlig recht. Nix Frauenbuch - ich habs ja auf EN und DE gelesen. Und an mir ist noch alles dran ;-)
 
Marlene

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Mit Bösendorfer fremdelt die Autorin aber anscheinend so sehr, dass sie den Imperial von wahrhaftigen 290 cm im Roman um 20 cm gekürzt hat. :shock:
 
Moderato

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.... In Erinnerung geblieben ist mir die Aussage, von Beethoven Piano, dass sie Ihr Fabrikgebäude auch vermieten könnten. Sie würden damit mehr verdienen als bei der jetzigen Benutzung als Werkstadt und Verkäufsraum. Aber sie haben sich für Klaviere entschieden. Interessant ist auch der amerikanische Fernsehbeitrag "Mott Music", der von Beethoven Piano und Marc Wienert handelt.
Hier ein Video, leider nur sehr kurz, da ein Trailer.
 
Moderato

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Beim Lesen des Buches interessierte mich dann etwas mehr über Grotrian zu erfahren. Dabei habe ich ein gut verständliches Video-Interview über den Flügelbau dortgefunden.
 
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