Literatur: Grundsätze des Fingersatzes

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    fingersatz literatur
Heli

Heli

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Guten Abend zusammen,

eigentlich binich Blechbläser ( Posaune und Euphonium ). Nun hab eich mir noch ein Digitalpiano gekauft;
als Klaviereinsteiger besteht mein grösstes Problem darin, einen vernünftigen Fingersatz zu finden. Gibt es anschauliche und verständliche Literatur zu diesem Thema???

Vielen Dank für Eure Antwort(en )
 
Stuemperle

Stuemperle

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Hm, die Rezensionen von W123's Empfehlung lesen sich wirklich gut. Ich schreib nur, weil es Dir vielleicht zu umfangreich ist und andere wüßten vielleicht besseres:
Ich hab' als erstes beim Wiedereinsteigen den "Heumann: Klavierspielen - mein schönstes Hobby" in den Fingern gehabt und erinnere mich, dabei den "stummen Fingerwechsel" gelernt zu haben. Mehr erinnere ich mich nicht (hab's Heft nach Verlassen von Stufe 0 gerne verschenkt - zweifelhaftes Kompliment...), aber vermutlich ist das Thema Bestandteil jeder Klavierschule mit technischem Aspekt, vielleicht bist Du in der glücklichen Lage, in einer großstädtischen Fachbücherei mal einige daraufhin durchzublättern?

Ansonsten empfehle ich Dir, wenn Du Noten kaufst drauf zu achten, dass an kniffligen Stellen ein Fingersatz notiert ist (eigentlich Standard bei Anfängerliteratur).

Vermutlich steht hier in manchen Forenbeiträgen auch hilfreiches. Und ansonsten kannst bei kniffligen Stellen auch gerne fragen, die Profis hier (bin keiner) helfen meist gerne. Denn, natürlich ist jede Hand anders und wenn man sie vielfältig ausprobiert hat spürt man sicher, welcher Fingersatz ihr am besten liegt, aber gerade dem Anfänger mag am Anfang manches unkommod erscheinen welches sich für die geübte Hand als hilfreich erweist. Deswegen wollte ich gerne auch immer von der KL wissen, welchen Bewegungsablauf sie bevorzugen würde.

LG und hau rein!
 
K

koelnklavier

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Das Buch: "Die Kunst des Fingersatzes" von Ramires Bar-Niv ist für fortgeschrittene Klavierspieler sicherlich hilfreich und anregend, scheint mir aber für den Anfänger jedoch nicht geeignet, da sehr viele Überlegungen und Notenbeispiele dessen pianistischen Horizont überschreiten.

Sinnvoller ist da eher:
Molsen, Uli: Fingersatz-Kurs. Erfahrungen und Anregungen in Modellen und Literaturbeispielen.
Verlag: Sikorski

PS: Ich bin am Verlag Sikorski NICHT finanziell beteiligt und erhalte auch keine Provision von Herrn Molsen.
 
hasenbein

hasenbein

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Zum Fingersatz gibt es natürlich vieles zu sagen; in den letzten Jahren ist mir jedoch eines immer mehr klar geworden und zur diesbezüglichen Leitlinie im Unterricht geworden:

- Ist man unerfahren im Klavierspielen oder hat man falsche technische Vorstellungen (z.B. "Finger machen die Hauptarbeit, Arm hat sekundäre Rolle und soll vor allem locker folgen"), meint man, Fingersätze seien gut, bei denen man möglichst lange "in einer Lage bleiben" kann. Leitlinie ist dort quasi die Angst vorm Danebentreffen (welche ja ein Hauptauslöser für Unbeweglichkeit und Verkrampfung in Oberkörper, Armen, Handgelenk ist).

- Hat man die Rolle des Arms und die Art der Zusammenwirkung mit den Fingern hingegen besser verstanden, so wird man, gerade als Pädagoge, Fingersätze bevorzugen, die eine aktive Beweglichkeit des Arms fördern, ja geradezu "erzwingen".

In einem anderen Thread ging es um Albertibässe mit dem Muster "c-g-e-g-c-g-e-g...".
Stilblüte brachte den Fingersatz 5-1-2-1 ein und meinte, der sei irgendwie mal ganz förderlich.
Ja, genau.
Er bewirkt nämlich, dass (sofern man nicht verkrampft zugange ist) der Arm in Links-Rechts-Richtung nicht stationär bleibt, sondern der Oberarm stets ein wenig von links nach rechts "pendelt". Freie Beweglichkeit und damit auch bessere "Steuerbarkeit" der Töne wird dadurch klar begünstigt.

Ein guter Klavierspieler wird selbstverständlich auch ohne Derartiges auskommen und mit 5-3-1 oder 4-2-1 locker und musikalisch angemessen spielen können; in der Pädagogik (und z.B. auch beim "Retraining" technisch verkorkster Schüler) sind solche Fingersatztricks jedoch ausgesprochen wertvoll.

Meiner Meinung nach übrigens auch deutlich besser als das allseits bekannte rhythmische Variieren von Spielfiguren ("Punktiertspielen" etc.), das in meiner Erfahrung eher überflüssig ist und manchmal sogar irreführend sein kann.

LG,
Hasenbein
 
 

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