Lernmethode von Wei Tsin Fu

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Chiarina, die einzelnen möglicherweise guten Sachen, die einzelne Kirchenmitglieder vielleicht tun, wiegen auf keine Weise die massiven Verbrechen der Kirche auf. Hierzu kann ich empfehlen:

Liebe Nica,

in dieser Sache und auch in dem, was hasenbein dazu geschrieben hat, bin ich ganz mit euch einer Meinung! Ich kenne auch Dawkins' Buch. Ich habe mich mit meinem post nur gegen folgende Beurteilung (von mir fett hervorgehoben) gewandt:

Diese Verteidigungshaltung der "Gläubigen" liegt daran, daß man a) nicht das unangenehme Gefühl erleben muß, daß man Jahre und Jahrzehnte einem Irrglauben anhing ..........

Deswegen verteidigt man seinen Glauben bzw. Wunderglauben bis zum Letzten trotz übermächtiger gegenteiliger Evidenz.

"Irrglaube" und "Wunderglaube" kann man glauben, aber nicht wissen. :p

Liebe Grüße

chiarina
 
Solange es Menschen gibt, denen der Glaube an was auch immer die Kraft gibt ihr eigenes Schicksal zu akzeptieren und ihr Leben oder Sterben zu meistern finde ich es destruktiv und anmaßend darüber aus einer angeblich erhabenen Position zu urteilen.

Destruktiv und anmaßend verhalten sich in erster Linie die Religionen!!

Jeder kann glauben, was er will, ja; aber der "missionarische Auftrag" geht ja nicht von den Agnostikern oder Atheisten aus, sondern von den Religionen!

Das Problem ist doch nicht, daß irgendeiner für sich irgendwas glaubt und dazu die Hilfe eines Priesters in Anspruch nimmt! Das kann er doch ruhig machen, so wie einer an Homöopathie glaubt und dazu zu einem Homöopathen geht und sich nach Einnahme der Kügelchen besser fühlt! Solange nicht jemand anders dadurch genervt wird oder zu Schaden kommt, bittesehr!

Das Problem ist doch, daß die Religionen viel zu große Macht haben, diese permanent mißbrauchen und sich überall mit ihrem abergläubischen Quatsch einmischen und den Menschen Dinge vorschreiben!!!

Dein Argument wird oft vorgebracht, geht aber am Problem völlig vorbei und wird gerne von Religiösen als perfides Ablenkungsmanöver benutzt.

@Chiarina: "Glaube" im Sinne von "etwas, für das man nicht die geringste Evidenz hat, dennoch für unverrückbar wahr halten" IST Irrglaube.

LG,
Hasenbein
 
Außerdem, Cathain, müßtest Du Dein Argument dann konsequenterweise auch dann bringen, wenn jemand zu Sekten (Scientology, Bhagwan, Uriella...) geht, denn:

Wir wissen, daß Menschen, denen es psychisch nicht gut geht, nach Strohhalmen suchen und dabei besonders leicht in Sekten hineingezogen werden.
Wirkt der Mensch, wenn er in der Sekte drin ist, auf einmal viel glücklicher und selbsbewußter etc., dann mußt Du in so einem Fall auch konzedieren: "OK, es tut ihm gut!", ergo die Existenz dieser Sekten, unabhängig vom Wahrheitsgehalt ihrer Lehren, gegen Kritiker verteidigen!

LG,
Hasenbein
 
Sind wir dann nicht bei Watzlawick und der Frage: wie wirklich ist die Wirklichkeit? ?
 
Glauben, Glaube - egal!

Außerdem noch was: Es ist nicht so, daß "jeder glaubt, was er will".

Die allermeisten glauben das, was ihnen von Eltern und Kirche von klein auf in einem Brainwashing eingetrichtert worden ist. Das ist Tatsache. Deswegen ist ja u.a. Norddeutschland "protestantisch", der Süden "katholisch", der Iran "moslemisch", Israel "jüdisch" etc.
Von irgendeiner eigenen Glaubensentscheidung kann in den aller-allermeisten Fällen nicht die Rede sein.

Hier wird also ein Freiheit verteidigt, die nicht da ist (im Prinzip also so, als würde man einem Gefängnisinsassen sagen: Möchtest Du heute nachmittag lieber eine Ausflug nach Augsburg machen oder in den Alpen kraxeln gehen?)

LG,
Hasenbein
 
Sind wir dann nicht bei Watzlawick und der Frage: wie wirklich ist die Wirklichkeit? ?

Bla... mir geht es zunächst mal nur um die konkreten Auswirkungen der Ausnutzung von Aberglauben zu Machtzwecken auf das menschliche Zusammenleben, nicht um philosophisches Gerede.

Das sind angesichts der immer stärker werdenden religösen Konflikte in der Welt ganz praktische, dringlich zu behandelnde Fragen.

LG,
Hasenbein
 
...unter diesen Voraussetzungen sollte eigentlich ein realistischer Blick möglich sein, und zwar:
1. auf das schlampige, teilweise geradezu unprofessionelle Spiel von Herrn Wei (bei mir fliegt einer raus, der sowas nicht hinter sich lässt)
2. auf die angeblich so grandiose innovative "Unterrichts-Methode", die allerdings an keiner Musikhochschule ernst genommen wird... (würde sie ernst genommen, fände man dort was - aber wo ich auch hinschaue: niente!)

...endlich mal was sachliches, bitte!!! mal ganz einfach: was macht denn der Herr Wei, wenn er richtig schnelle Oktaven (die er selber freilich nicht kann, aber egal) unterrichtet?

Das kann man so einfach nicht stehen lassen.

Es wurde ja hier schon viel gewettert über die pianistisch angeblich unzureichenden Fähigkeiten von Wei Tsin Fu.

Ich bin der Meinung, dass man sich zu den pianistischen Fähigkeiten von Wei Tsin Fu zurückhalten sollte, wenn man ihn nicht wenigstens einmal in einem Konzert (und nicht nur beim Unterricht oder im schlimmsten Fall gar nicht) selber erlebt hatte.

Nun, ich habe Wei Tsin Fu bei einem Konzert in Minden im Herbst letzten Jahres erlebt. Er spielte Beethovens G-Dur-Klavierkonzert, und vom Anfang abgesehen (rel. hart eingesetzt), hat er das gefühlvoll und sehr gut gemacht.

Aber, um auf seine angeblichen Defizite beim Spiel "richtig schneller Oktaven" zurückzukommen: 1 Tag vor dem Konzert haben wir erfahren, dass der andere Pianist, der die Beethoven-Chorfantasie spielen sollte, kurzfristig erkrankte. Wei Tsin Fu übernahm kurzerhand auch noch die Chorfantasie - ein Werk mit einem, wie ich finde, durchaus anspruchsvollen Klavierpart (es ist eher ein kurzes Klavierkonzert mit etwas Chor am Ende als ein Chorwerk).

Nicht nur, dass Wei Fu die Chorfantasie vom Blatt in der Generalprobe spielte (ich erfuhr, dass es zu seinem Standardrepertoire gehörte, was er allerdings verschwieg...), er spielte es bei der Aufführung wirklich ziemlich verdammt gut, und unser Kantor legte ein sehr sportliches Tempo vor - die Oktavpassagen am Schluß mußten wirklich rasant rüberkommen, und da gab es keinerlei technischen oder musikalischen Hürden bei Wei Tsin Fu zu bemerken! Und, wohlgemerkt, er sprang bei diesem Stück ein für einen anderen Pianisten. Und er hat zwischen der Generalprobe und der Aufführung am nächsten Tag nicht mal dafür nochmal geübt, dass weiß ich aus erster Quelle!

Also, egal was man über Wei Tsin Fu sagt - oder schlimmer noch, ihm nachsagt, ohne ihn im Konzert selber erlebt zu haben - was für ein miserabler Pianist er sei: was ich in der Generalprobe und im Konzert von ihm gehört habe, reicht mir, um dem jedenfalls zu widersprechen - egal was er sonst für schlimme Dinge getan hat.

Schlampiges, teilweises unprofessionelles Spiel, das Absprechen der Fähigkeit schneller Oktavläufe - das habe ich jedenfalls anders im Konzert erlebt.
 
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Immer wieder faszinierend, wie die Emotionen beim Thema Religion hochkochen !

Gruß
Rubato
 
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gelöscht...
 
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So ein Blödsinn. Nur weil jemand irgendwann mal ein Buch von Dawkins gelesen hat, ist er/sie deswegen weder ein "Anhänger" noch ein "Jünger" von Dawkins. Wir können auch selber denken, ohne dass uns ein Buch oder ein Priester Inhalte vorgibt!

Komisch, dass du dich betroffen fühlst. Ich habe ja nicht behauptet, dass du Dawkins Anhänger bist.
 
gelöscht...
 
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Dawkins wäre sicherlich über jemanden, der sein "Anhänger" oder "Jünger" ist, amüsiert, und würde ihm vielleicht an den Kopf klopfen: "Hallo, Marty McFly, jemand zu Hause?"

Er schreibt ja nicht, um Anhänger zu bekommen, sondern um bestimmte Dinge zu verbreiten, die die Leute zum Selber-Denken und Selber-Wahrnehmen (statt blindem Glauben) motivieren sollen. Halt zu einer im besten Sinne wissenschaftlichen Herangehensweise.

Wenn jemand Einsteins Relativitätstheorie durchliest und nachvollzieht und zu dem Ergebnis kommt, daß das doch alles sehr stichhaltig zu sein scheint und überdies eine ziemlich geniale Leistung, dann ist er ja auch nicht "Einstein-Anhänger", sondern anerkennt lediglich angemessen ein wichtiges Werk.

Und Brian kann ja auch nichts dafür, daß die Idioten hinter ihm herrennen und die heilige Sandale verehren!

LG,
Hasenbein
 
Dann ist es aber auch müßig, zu wiederholen er habe vom Blatt gespielt.

Stimmt, gebe dir recht - ich habe mich mißverständlich ausgedrückt. Falls das Stück tatsächlich zu seinem Standardrepertoire gehört (was mir zugetragen wurde, kann ich selber nicht verifizieren!), war die Chorfantasie natürlich kein prima vista Spiel. Da aber Wei Tsin Fu bei der Anreise noch nicht wissen konnte, dass der Chorfantasie-Pianist ausgefallen war, konnte er sich zumindest nicht nochmal gezielt drauf vorbereiten und hat eben locker vom Hocker das Stück bei der Generalprobe nach Noten gespielt, - das wollte ich damit ausdrücken.
 
Außerdem noch was: Es ist nicht so, daß "jeder glaubt, was er will".

Die allermeisten glauben das, was ihnen von Eltern und Kirche von klein auf in einem Brainwashing eingetrichtert worden ist. Das ist Tatsache. Deswegen ist ja u.a. Norddeutschland "protestantisch", der Süden "katholisch", der Iran "moslemisch", Israel "jüdisch" etc.
Von irgendeiner eigenen Glaubensentscheidung kann in den aller-allermeisten Fällen nicht die Rede sein.

Ich würde es zwar nicht als "Brainwashing" bezeichnen, aber es ist natürlich so, dass Kindheitserfahrungen und der Einfluss der Eltern eine sehr große Rolle spielen. Nicht nur, was den Glauben und Religion angeht. Aber auch in die entgegengesetzte Richtung kann der Einfluss ausschlagen und das sollte man nicht verschweigen. Religiöse Erfahrungen können auch dazu führen, dass man sehr kritisch, manchmal sogar allergisch auf alles reagiert, was mit Religion zu tun hat.

Liebe Grüße

chiarina
 
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Ich würde es zwar nicht als "Brainwashing" bezeichnen

Es IST Brainwashing.

Du schreckst nur davor zurück, es so zu nennen, weil die Vorstellung, daß die meisten Menschen um Dich herum gebrainwasht sind (und zwar von ihrerseits gebrainwashten Leuten, es handelt sich ja um eine jahrhundertealte Tradition), Dir zu krass erscheint, und Du daher sagst: "Neeein, das kann ja nicht sein, das sind ja so viele nette, vernünftige Menschen - Brainwashing ist also nur was, was bei "Sekten" und so passiert!"

LG,
Hasenbein
 
Schlampiges, teilweises unprofessionelles Spiel, das Absprechen der Fähigkeit schneller Oktavläufe - das habe ich jedenfalls anders im Konzert erlebt.
deine Erlebnisse sind nicht meine - und ich saß mit dem Herrn an zwei Flügeln (was ihm gar nicht behagte), habe ihn mehrmals spielen und (horribile dictu) auch noch singen hören... ...wie oft muss ich das eigentlich noch wiederholen?
...unter wirklich schnellen Oktaven verstehe ich was anderes als die Chorfantasie ;) ...
 

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