Lautstärke Klavier vs E-Piano

Eva

Eva

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Hallo,

Hier haben doch sehr viele eine akustisches Klavier UND ein E-Piano und mich würde jetzt mal sehr interessieren, wie es mit der Lautstärke so ist.

Ist ein voll aufgedrehtes Digi lauter als jedes Klavier bzw. jeder Flügel oder gibt es auch so extrem laute akustische Instrumente?

Und wieso sind überhaupt solche irrsinnigen Lautstärken bei E-Pianos nötig? Hat das irgendwelche Gründe, dass die so gebaut werden?

Und noch zwei letzte Fragen: Wie viel Dezibel hätte denn ein solch voll aufgedrehtes E-Piano in etwa, wenn man dann auch noch ein sehr schönes fortissimo reinhaut?
Und wie viel Dezibel kriegt man mit dem lautesten akustischen Klavier oder Flügel hin?

Ich will jetzt nicht irgendwelche Nachbarn schocken oder so. Beim Chatten kam nur irgendwie das Thema auf und da merkten wir, dass wir wieder mal nix wissen.

Wie treffend dieser Satz vom guten Sokrates doch immer wieder ist ;)
 
Peter

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Bechsteinfan
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Naja, erst mal kommt es ja auf das Klavier und auf das Digi an. Ein Digi mit 2x60W-Verstärker macht sicher enormen Krach. Aber das ist voll aufgedreht dann nur noch laut und hat kein piano mehr.
Bei einem "normalen" Digi denke ich, dass in einem kleinen Zimmer die Lautstärke Klavier zu Digi = 80 zu 100 ist, wenn man es messen würde (mein subjektiver Eindruck). Andererseits sind die Klänge und die Dynamik so verschieden, dass man das nach meinem Empfinden nicht vergleichen kann. Ein richtiges Klavier klingt viel voller und ich kann mir vorstellen, dass man es weiter hört. In einem großen Saal z.B. ist ein Flügel bestimmt "lauter" als ein Digipiano.
Beim Digi kommt der Klang aus Lautsprechern und ist doch sehr kompakt und gebündelt. So hatte ich in der Lautstärke eigentlich keinen Unterschied festgestellt, als ich nach jahrelangem richtigen Klavier platzbedingt auf ein Digi umsteigen musste (Zimmer ca. 30 m²). Villeicht auch, weil ein Digi in der Dynamik doch recht beschränkt ist.
 
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killmymatrix

killmymatrix

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Joah, ich sehe das ähnlich wie Peter. Das aufgedrehte Digi bei uns zu Hause wirkt zunächst ziemlich laut. Auf der anderen Seite ist der Klang des Klaviers wesentlich voller und geräumiger und daher kann ich nicht genau sagen, was lauter ist.

Das schönere fortissimo kommt auf jeden Fall vom Klavier... :rolleyes:
 
jomo

jomo

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Hallo,

ich hatte schon mal Bedenken, daß beim stundenlangen Üben mein Gehör evtl. leiden könnte. Tatsächlich schafft ein normales Klavier kaum 90dB. Da muß man aber schon alles hergeben. Flügel sind auch kaum lauter (technisch).
Die Lautstärke in dB dürfte bei einem mittelmäßigen Digi genauso hoch sein. Hier hat man aber schon sehr früh Verzerrungen, die beim Original nicht auftreten.
1 Watt reicht übrigens, um gut 90dB zu erzeugen. Lautstärke ist also nicht alles.

Grüße
jomo
 
Guendola

Guendola

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Ich würde mir zu diesem Thema nicht zu viele Gedanken machen. Wer es laut will, ist vermutlich mit 2x60 Watt noch nicht zufrieden und spielt eher in einer Band, wo ein akkustisches Instrument sowieso nicht mithalten kann (ausgenommen Schlagzeug, aber deswegen haben Bands ja auch eine Mindestlautstärke). Der Rest der Leute spielt aus Rücksicht auf die Nachbarn eher mit Zimmerlautstärke, was deutlich leiser ist, als ein normales Klavier.

Daß E-Pianos (ich nehme das mal als Sammelbezeichnung für alle elektronischen Tasteninstrumente mit Klaviersimulation) alle lauter sind, als akkustische Instrumente, stimmt aber nicht: Meins hat z.B. 2x40 Watt und kommt mit den eingebauten Lautsprechern nicht gegen ein akkustisches Klavier an. Im übrigen hat man glaube ich als Pianist am meisten von der Lautstärke bei eingebauten Lautsprechern, während sich der Klang der akkustischen Instrumente großflächig abgegeben wird und daher aus der Nähe nicht so laut wirkt. Meistens haben die eingebauten Quäken auch Schwächen im Bass, wodurch der Klang auch lauter wirkt.

Was bei "lauten" elektrischen Instrumenten auch noch wichtig ist: Mit entsprechend dimensionierten Lautsprechern klingen die auch bei moderater Lautstärke besser als Instrumente mit schwächeren Verstärkern. Das ist aber eher 2x60 Watt als 2x100 Watt, die Mindestlautstärke verschiebt sich natürlich auch.

Die Lautstärke beim Stimmen von Klavieren und Flügeln (wiederholtes lautes Anschlagen ist manchmal nötig) ist übrigens gesundheitsschädlich, man braucht keine Verstärker, um Ohren zu beschädigen und viele Klavierstimmer haben Gehörschäden. Und manches klassische Konzert ist auch jenseits der heutigen medizinischen Empfehlungen (Wagner wurde mal genannt). Gesundheitliche Bedenken lassen sich also nicht aus der Art der Tonerzeugung herleiten.

Das größte Problem sehe ich in Kopfhörern, weil einem da die Nebengeräusche fehlen. Deswegen hat man kein gutes Maß und kann die leicht zu laut einstellen. Leichte offene Kopfhörer sind vermutlich am besten, Knöpfe in den Ohren am gefährlichsten.

PS: Bei diesem Thema muß man auch sehr vorsichtig sein, daß man nicht über elektronische Vorurteile stolpert
 
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B

bounty

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Also der Sinn beim E-Piano (soweit ich bescheid weiß) liegt darin, dass Du darauf eben auch nachts spielen kannst. Ansonsten muss ich aber sagen, dass sich ein E-Piano bei voll aufgedrehter Lautstärke sch..... anhört. Nichts im vergleich zu einem Flügel oder einem Klavier.
 
Guendola

Guendola

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Also der Sinn beim E-Piano (soweit ich bescheid weiß) liegt darin, dass Du darauf eben auch nachts spielen kannst. Ansonsten muss ich aber sagen, dass sich ein E-Piano bei voll aufgedrehter Lautstärke sch..... anhört. Nichts im vergleich zu einem Flügel oder einem Klavier.

Ein Nebensinn dieser Instrumente ist, daß man sie für einen Bruchteil des Preises bekommt, für den man ein vernünftiges Klavier oder Flügel bekommt.

Der Hauptsinn von Stage Pianos ist der Bühneneinsatz mit Band und da braucht man Lautstärke, die auch eingebaute Verstärker nicht leisten können.

Der Hauptsinn von Digitalpianos dagegen ist der private Gebrauch, wenn aus irgendwelchen Gründen kein Klavier oder Flügel in frage kommt und wenn die schlecht klingen, ist das ziemlich blöde.
 
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