Konzertprogramm zusammenstellen

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Mrc707062

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Hallo Leute,
Ich bin jetzt mit meinen Stücken fertig geworden und würde zumindest ein Teil meines JuMu-Programms so ausbauen, dass man auch mal selber ein Konzert machen kann und nicht immer nur Klassenvorspiele hat. Mein Lehrer findet die Idee auch gut und ich hab auch schon erste Ideen. Man könnte z.B. zu Au bord d'une source das gesamte erste Jahr dazunehmen, dann hätte man ca. 50 Minuten, wenn man dann noch die Sonette aus dem 2. Dazu nimmt auf ca. 1 Stunde und 10 Minuten, als Abschluss den Pesther Karneval (Oder eine andere die etwas länger dauert) wären nochmal ca. 11-12 Minuten drauf wären ca. 1h20m. Ist das vielleicht ein wenig Liszt-haltig oder kann man damit auch ein Publikum begeistern, welches höchstwahrscheinlich aus nicht-Musikern bestehen wird. Wenn man was thematisches machen möchte könnte man zwischendurch immer wieder was zu den Reisen von Franz Liszt erzählen, also zu den Wanderjahren und den Konzertreisen (Ungarische Rhapsodie).
Wie schwer die Stücke sind sei erstmal außen vor, es geht nur um Programmgestaltung.
Ein weiteres Stück zu dem mir keine Einfälle gekommen sind wären die 6 Variationen op. 34 von Beethoven, da könnt ihr mir vielleicht auch noch helfen.
Danke schonmal für alle Vorschläge und Kritiken.

Ps.: Da mein Klavierlehrer gerne weiter mit mir Stücke von Liszt machen möchte wäre eins von den Stücken in der Richtung von Orage und ungarische Rhapsodien ganz gut
 
hasenbein

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Wenn man was thematisches machen möchte könnte man zwischendurch immer wieder was zu den Reisen von Franz Liszt erzählen, also zu den Wanderjahren und den Konzertreisen (Ungarische Rhapsodie).
Wichtig dabei aber: 1) Laut genug sprechen (damit diejenigen unter den paar Senioren, die Dein Publikum bilden werden, die ein Hörgerät haben, was verstehen), 2) zwischendurch mal laute Geräusche machen, damit die Einnickenden wieder wach werden.
 
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Mrc707062

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Wichtig dabei aber: 1) Laut genug sprechen (damit diejenigen unter den paar Senioren, die Dein Publikum bilden werden, die ein Hörgerät haben, was verstehen), 2) zwischendurch mal laute Geräusche machen, damit die Einnickenden wieder wach werden.
Ist das nur ein Hinweis zur Moderation oder heißt das, du würdest in ein Konzert gehen bei dem die Stücke auf dem Programm stehen?
 
hasenbein

hasenbein

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Sind nur Tipps für Dich.

Aber tröste Dich - bei Jazzkonzerten ist es zunehmend auch so, dass fast nur alte Leute kommen.
 
Dorforganistin

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Mrc707062

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Vor ein paar Monaten hast Du ja geschrieben


Du musst meiner Meinung nach nicht krampfhaft versuchen, ein anderthalbstündiges Programm hinzukriegen. Klein anfangen ist erlaubt.
Auf der Orgel ein 1,5 stündiges Konzert wäre für mich wahrscheinlich ein größeres Problem, die Annees zumindest Jahr eins und die Sonette sind für mich jetzt kein großes Problem, aber wenn das so ist würde ich es vielleicht auch mal mit nur dem ersten Jahr probieren, das sind ja dann auch fast eine Stunde und an Orage kann man auch mal länger sitzen
 
Walter

Walter

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"Beginne ein Konzert laut und schnell, dann folgen Dir die Hörer, wohin Du auch gehst" - oder so ähnlich (Franz Liszt).

Nimm zu Beginn ein motorisch durchlaufendes Stück das Du vielleicht schon lange kannst, für Dich zum Einspielen vor dem Publikum und dem Publikum zu beweisen: „Der kann was“.

Mein Rat: setze lieber auf Kontraste, spiele nicht das ganze Heft Schweiz. Zuviel Liszt ermüdet den nicht-unbedingt-Liszt-Fan sehr. Kontraste meint: ein eher motorisch durchlaufendes Stück (Au bord du source), ein Krawallstück (Orage), danach ein Nocturne oder eine ruhige Barcarole (das Landschaftsbild Au Lac de Walenstadt), den Top-Brecher des Abends zum Schluss – wenn Deine Kondition (Konzentration, allgemeine Spannkraft usw.) dazu ausreicht. Wenn du schon virtuoslastig bist, warum keine Chopin-Sachen?

Die Variationen von Beethoven passen irgendwie noch nicht zu Deinen Vorliebestücken. Jede Variation in einer anderen Tonart, solche Rafinesse könnte in ein Programm mit Haydn-Mozart-Beethoven-Brahms-usw. passen.

Fazit: ziele nicht auf zu viele schwere Sachen und lasse Beiwerk wie Kommentare („Liszt auf Reisen“), weg, die ziehen zu viel von Deiner Aufmerksamkeit ab! Schreibe diese Sachen evtl. in ein Programmheft.

Pflege den (schroffen) Wechsel von Stücken mit Brachialgewalt und eher gesanglichen Sachen.

Viele schwere Stücke bedeuten einen riesigen Aufwand in der Vorbereitung!

Und: frage Deine Hörer nach dem Konzert, was ihnen am besten gefallen hat, ob Dir eher die Krawall-Sachen oder die ruhigen Sachen liegen! (Sie werden bestimmt – wie bei mir – sagen: die Mischung macht es!)

Wenn Du am Anfang einer Konzerttätigkeit bist, ist weniger mehr! Auch zeitlich: spiele eher ein kürzeres Programm, Du könntest es mit Zugaben jederzeit ausweiten. (Barenboim gab in den 70ern nach einem ganzen Chopin-Abend noch 4 Zugaben – ebenfalls Chopin!)

Konzentriere Dich auf Stücke, die Dir zu 100% gefallen und von denen Du selbst überzeugt bist!

In der Planung für das erste Konzert bereits auf ein Thema oder auf ein Motto für das Konzert zu schauen finde ich übertrieben und überfordernd.

In diesem Sinne – gute Planung und gutes Gelingen bei den Vorspielen

Walter
 
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Mrc707062

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Ich habe letztens eine Konzertparaphrase über Rossinis Mose in Ägypten angefangen, vielleicht wäre das auch was (gleiches Thema wie bei Paganinis Moses fantasie)
 
Stilblüte

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Grundsätzlich solltest du das spielen, was dir am ehesten entspricht. Viele Pianisten haben Musikstile, Epochen, Komponisten etc., mit denen sie sich besonders wohlfühlen. Das können Schubert, Brahms und Liszt sein, oder auch Mozart, Beethoven und Ligeti, oder Ravel, Rachmaninov und Chopin - völlig egal. Wenn du der Musik nahe bist, spielst du sie überzeugend. Das ist es, was zählt.

Das klingt nun etwas philosophisch oder gar esoterisch, aber: Die Musik empfinde ich oft nur als eine Art mittelndes "Medium", das etwas Größeres transportiert, für das ich keinen Namen habe. Wenn Musik wirklich, wirklich gut musiziert ist, interssiert es mich kaum, was da gerade gespielt wird. So wie ich auch (beinahe) jedes Gericht gern esse, was wirklich gut gekocht ist.

Am stärksten ist für mich dieser Aspekt in der Kammermusik, v.a. Streichquartett: Ein Streichquartett auf höchstem Niveau zu erleben gehört für mich zum berührendsten, was die Welt zu bieten hat. Diese wortlose Kommunikation, Verbundensein, auf einer Welle schwingen (sic!); das sich aufeinander einlassen, der menschliche und musikalische Zusammenklang... hach...

Und genau das kann auch ein einzelnder Mensch beim Musizieren verkörpern. Allerdings nicht, wenn man sich zwingen muss, irgendetwas zu spielen, was man gar nicht mag.
Es wird immer Leute im Publikum geben, die deinen Musikgeschmack oder deine Idee der Programmgestaltung nicht so teilen.

Ansonsten bin ich persönlich auch für Abwechslung - nur Liszt oder nur Rachmaninov oder nur X ist mir zu anstrengend. Kann auch Leute geben, für die genau das Gegenteil der Fall ist.
 

Stilblüte

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Dann hast du Glück mit dir gehabt! :004:
 
Walter

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Hallo Mr. Mrc707062,

ich habe so den Eindruck, Du stocherst überall ein bisschen rum und bringst Deine Sachen nicht so recht zum Ende. Wenn Du Liszt spielst, bringt Thalbergs Mosefantasie auch nichts mehr, zumindest nicht für ein Konzertprogramm.

Wie ernst ist es Dir überhaupt mit dem Einüben eines Programms? – Wenn Deine diesbezüglichen Ideen nur so vorübergehende Faxen sind, brauchst Du niemanden damit zu langweilen!

Sollte dem nicht so sein, dann lege Dich auf einen Programmablauf fest und übe diese Sachen ein, egal was sonst noch so am Wegrand rumliegt.

Nimm mal selber Deine Kunst ernst!

Wohlmeinende Grüße

Walter
 
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Mrc707062

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Mit einem eigenen Konzert ist es mir sehr ernst, da ich gerne mal (wie man bereits aus anderen Themen entnehmen kann) was größeres machen würde (Orgelkonzert, bei dem mit der Handverteilung war es die Überlegung die Franz. Suiten als konzertprogramm zu nehmen). Natürlich mache ich immer wieder Sachen die ich nicht zu Ende mache und es ist mit auch schon selber aufgefallen (z.B. Chr. Fantasie und Fuge), teilweise auch weil mir da so etwas wie das Ziel eines eigenen Konzertes als Motivation fehlt. Zudem würde ich das Konzertprogramm mit meinem Lehrer machen, wodurch es dann auch durchgezogen wird.
Bitte jetzt nicht Fragen warum ich die Frage nicht meinem Lehrer gestellt habe, es hat schon einen Grund, aber er ist von der Idee begeistert.
 
kitium

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Ich kenne ja keine wirklich festen Regeln, aber vielleicht interessieren Euch einige Ansätze, um die ich mich persönlich gerne bemühe.

Ein Konzertprogramm besteht aus zwei Hälften, jeweils 35-40 Minuten reine Musik. (Dies entspricht nach meiner Erfahrung eine Veranstaltungslänge von ca. 1 Std 45'.) Am besten enthält mindestens eine der Hälften ein Stück, das 20 Minuten oder mehr dauert.
Ein kurzes erstes Stück mag vorteilhaft sein, so dass den Spätkommenden danach Einlass gewährt werden kann. (Das ist situations- und ortsbedingt.) Bezüglich des Charakters dieses ersten Stückes stimme ich Walter zu.* Auch den Grundsatz eines wesentlichen Kontrasts zwischen dem 1. und dem 2. Stück halte ich für gut.
Der Schluss des letzten Stücks vor der Pause soll eindrucksvoll sein. (Ich halte das persönlich für noch wichtiger als die Wirkung des allerletzten Schlusses, da der letzte Eindruck des Konzerts ja durch die Zugaben gemacht wird.) Das Publikum überzeugt in die Pause zu schicken ist ... die *halbe* Miete?
Das erste Stück nach der Pause solle zugänglich, gar volkstümlich sein – diese "Regel" ist mir oft genug ans Herz gelegt worden; ich kann sie anhand meiner eigenen Erfahrungen nicht zwingend nachvollziehen, leiste ihr aber Folge, wenn nichts dagegen spricht.
Das gewichtigste Stück kann als Hauptteil der 2. Hälfte angeboten werden. Das macht einem Programm zu einem "ernsten". Für ein "leichtes" Programm hat die 2. Hälfte aus einer bunteren Reihe kleinerer, süßlicherer Stücke zu bestehen.
Auf chronologische Reihenfolge (zB mit Barock anzufangen) lege ich persönlich keinen Wert.
Bei den Details ist dann vieles von der Grundeinstellung abhängig, ob man jedes Stück als Neuanfang betrachten lassen will, oder Querverbindungen zwischen Stücken zulässt. Hier werden die Einstellung der Spielers und die der Zuhörer nie ganz übereinstimmen. Die Handhabung von Tonarten ist eine solche Überlegung, auch die Frage, ob man zwischendurch die Bühne verlässt...

* "Au bord d'une source" wäre für mich als Anfangsstück etwas heikel. Das hat damit zu tun, dass ich den Anfang am liebsten mit durchgehend liegendem Halbpedal spielen würde, und die leisen Passagen absolut regelmäßig klingen sollen, was auf einem zunächst unbekannten Instrument unangenehm sein kann.
Ein traditionelles Bravourstück ist sicherlich das leichteste (für den Spieler).
 
Stilblüte

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@kitium Wo in einem Programm plazierst du op. 111?
 
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Mrc707062

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Was haltet ihr als ersten Ansatz von Petrarca und Chopin Polonaise 5? Also die Sonette als Eröffnung und die Polonaise eher im zweiten Teil, als Zugabe vielleicht ungarische Rhapsodie Nr. 11, die ist kurz und hat nen ordentlichen Abschluss, oder ist es nicht gut 2 Ungarische Rhapsodien zu spielen? Also z.B. pester Karneval als hauptstück und die 11. Als Zugabe. Oder was haltet ihr von Brahmssonate in c-dur Statt der ungarischen Rhapsodie? Oder ist die viel zu schwer? Kann das nicht so gut einschätzen...
 
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kitium

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@kitium Wo in einem Programm plazierst du op. 111?
Ich glaube nicht, dass ich das jemals in ein Konzertprogramm platziert habe. (Beethoven, nehme ich an? Schumann ist auch schön, habe ich oft gespielt.) Wenn ich es aber jetzt machen würde, dann wahrscheinlich am Ende des Programms. Oder vielleicht, etwas gewagter, als einziges Stück einer kurzen "Hälfte", mit einem Pendant als andere Hälfte – Liszt 3. Pilgerjahr? etwas großformattiges von Bach (Goldberg ohne Wiederholungen, 6. Partita)? ein Ausflug in die Moderne? Einige würden sich da die Diabelli-Variationen vorstellen, aber auf so etwas hätte ich keine Lust.

Du?

Was haltet ihr als ersten Ansatz von Petrarca und Chopin Polonaise 5? Also die Sonette als Eröffnung und die Polonaise eher im zweiten Teil, als Zugabe vielleicht ungarische Rhapsodie Nr. 11, die ist kurz und hat nen ordentlichen Abschluss, oder ist es nicht gut 2 Ungarische Rhapsodien zu spielen? Also z.B. pester Karneval als hauptstück und die 11. Als Zugabe. Oder was haltet ihr von Brahmssonate in c-dur Statt der ungarischen Rhapsodie? Oder ist die viel zu schwer? Kann das nicht so gut einschätzen...
Ich sehe kein Problem darin, eine weitere ungarische Rhapsodie als Zugabe anzubieten.
Die Sonette als Einstieg erscheinen mir etwas zu gewichtig. Ich finde, denen tut es gut, wenn alle bequem sitzen und die Konzentration am Höhepunkt ist.
Die Frage "Brahmssonate statt ungarischer Rhapsodie" verstehe ich nicht – die Werke sind in der Dauer total unterschiedlich.
 
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@kitium Ich finde die Frage wirklich nicht trivial. Ich habe ausprobiert: 1. Hälfte Mozartsonate + op. 111 (ja, Beethoven), 2. Hälfte Rachmaninov op. 23. Fand ich sehr anstrengend und ist auch wirklich lang, kam aber gut an.
Alternativ habe ich versucht 1. Hälfte Mozart + ein Teil aus op. 23, 2. Hälfte op. 111. Geht auch...

Demnächst probiere ich: 1. Hälfte ein Gemisch aus Chopin, Dutilleux und Ravel, 2. Hälfte op. 111.

Das "Problem" an der Sache ist für mich: Nach op. 111 kann eigentlich nichts anderes mehr kommen. Aber wenn man es in die zweite Hälfte legt, ist man u.U. nicht mehr ganz so wach und Leistungsfähig wie in der 1. Hälfte (habe mal Perahia erlebt mit einem Klavierabend - die 1. Hälfte war außergewöhnlich gut, mit das Beste, was ich je gehört habe; 2. Hälfte mit op. 111 auch gut, aber durchsetzt von kleinen Gedächtnislücken und Stress und ganz woanders als die 1. Hälfte, das hat mir wirklich leid getan).
Am Ende der 1. Hälfte ist natürlich möglich, dann entlässt man das Publikum sehr aufgewühlt in die Pause. Je nach Publikum ist das vielleicht auch besser, als wenn man sie in diesem Zustand nach Hause entlässt?!

Bei op. 111 in der zweiten Hälfte wird die Singularität des Werkes besser deutlich. Hier wäre aber auch noch die Frage, wie man mit einer Zugabe umgeht. Ich mag sowieso nicht besonders gern Zugaben, und hiernach eine zu spielen finde ich wirklich komisch... Aber wenn etwas verlangt wird, bieten sich finde ich sehr zarte, kleine Stücke an, ich habe mal "à la manière de Borodine" von Ravel genommen. Bach ginge sicher auch oder etwas frei- /a- / "fremd"tonales.
 
 

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