Kleiner Finger

Andre73

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Hi,

bin nun etwa 17 Monate am Klavier spielen und freue mich weiter über Fortschritte, wenn auch laaangsam.
In letzter Zeit ärgert mich zunehmend mein kleiner Finger. Problem:

Ich spiele z.B. mit rechter Hand schnell c d e f g mit 1 2 3 4 5.
Dann schnellt der kleine Finger beim Übergang von Finger 3 nach 4 automatisch nach oben - nicht wenig, schon so 3-5 cm.

Dann hat er natürlich - wenn er dran ist - einen gewissen Weg nach unten, was verlangsamend wirkt und auch den Anschlag aus meiner Sicht weniger kontrollierbar macht.


Ist das etwas, was normal ist? Denn ich hab das auch mit der linken Hand wenn ich zum kleinen Finger hin spiele (also dort abwärts). Oder ist das eine physiologische Eigenart von mir oder doch etwas falsch antrainiertes oder evtl. etwas umtrainierbares?

Ich konnte mir alles mögliche flott abtrainieren, also dass der Daumen abgespeizt nach außen steht, dass der Zeigefinger nach oben schnellt/steht, Hand locker halten etc. - aber der kleine Finger weigert sich und der Effekt scheint eher stärker zu werden mit der Zeit als weniger.

Ich schreibe viel mit der Tastatur, selbst da merke ich das inzwischen bewusst, dass der kleine Finger da abundzu aufsteigt...evtl. auch dort antrainiert wegen Enter/Shift drücken?!

Viele Grüße,
André
 
Barratt

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Bin bekanntermaßen kein Fachmensch, aber offenbar ist Deine Hand nicht wirklich entspannt, wenn im Fingerheber so ein Aktionspotenzial steckt.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Evtl. hilft folgende Übung:
Alle 5 Töne stumm niederdrücken. Dann immer nur einen Ton kontrolliert anschlagen, alle anderen Finger bleiben dabei auf den heruntergedrückten Tasten liegen. Wichtig dabei ist, immer entspannt zu bleiben.
 
S

Shari

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Evtl. hilft folgende Übung:
Alle 5 Töne stumm niederdrücken. Dann immer nur einen Ton kontrolliert anschlagen, alle anderen Finger bleiben dabei auf den heruntergedrückten Tasten liegen. Wichtig dabei ist, immer entspannt zu bleiben.

So eine ähnliche Übung, mache ich auch, einen Finger runterdrücken, unten lassen, dann die anderen im Wechsel kurz anschlagen, wenn alle durch sind, den zweiten runterdrücken, unten lassen usw. Ist vermutlich etwas einfacher, als die von dir genannte Version. Werde die aber auch mal probieren, denn ich habe damit immer große Probleme. Das merke ich richtig, dass die Kontrolle über die Finger wieder schlechter wird, sobald ich die Übung ein paar Wochen nicht mache.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Ja, ist vom Prinzip die gleiche Übung. Da gibt es noch jede Menge anderer Variationen.
 
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dooodii

Guest
ich hab das auch. passiert bei mir immer, egal ob entspannt oder nicht und kann nix dagegen machen, aber was soll's
 
Andre73

Andre73

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Hi,

also nicht sehr verbreitet das Phänomen und nicht wünschenswert :)
Danke für die Hinweise. Werd mir mal diese empfohlenen Fingerübungen anschauen.

Alle 5 Tasten gedrückt halten klappt bei meinem Digi übrigens nicht so gut, da muss man ganz schön viel Kraft reinstecken um 5 Tasten unten zu halten - da is nix mit Entspannung.
Das ist sicher etwas, wo sich Digi und Flügel echt unterscheiden, hab da mal einiges irgendwo gelesen zu dem Thema...sind halt doch Federn drin.

Viele Grüße,
André
 
Andre73

Andre73

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Sorry, aber das glaube ich Dir nicht. Das Armgewicht reicht dafür völlig, dafür braucht man null Kraft in der Hand (bzw. nur so viel, um seinen Handballen anzuheben).

Das Armgewicht reicht, ja...aber so ein Arm ist ja auch nicht leicht :) Entspannung ist anders.

Evtl. auch Stuss den ich gelesen hatte - mal kurz gegoogelt, hier wars:
http://www.pianoworld.com/forum/ubbthreads.php/topics/2360219/Re:_Digital_(particularly_Kawa.html
würde mit CN 34 auf mein Digi zutreffen... Das hat halt keine Let Off Simulation etc. - evtl. falsch interpretiert.
CN-Serie ist auch deutlich schwergängiger als CA-Serie.

5 Noten unten halten mit Armgewicht - ja, aber viel fehlt gefühlt nicht.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Das Armgewicht reicht, ja...aber so ein Arm ist ja auch nicht leicht :) Entspannung ist anders.
Dann überlege doch mal, was einfacher und entspannter ist: Den Arm oben zu halten (und die Tasten nur mit den Fingern zu drücken) oder den Arm einfach ganz locker abzulegen. ;-)
Und selbst wenn das Armgewicht nicht reichen würde (was es aber tut!, selbst für 10 Töne): Wo hast Du mehr Kraft. Im Arm oder in den Fingern?

Evtl. liegt hier schon eine Ursache Deines Problems (Läufe zu sehr oder nur aus den Fingern spielen-->Hand und Finger verkrampfen-->kleiner Finger macht was er will). Einen Klavierlehrer hast Du nicht?

Das hat halt keine Let Off Simulation etc. - evtl. falsch interpretiert.
Ja, definitiv. :-)
"Letoff" bedeutet eine Klangsimulation in Abhängigkeit vom Loslassen der Taste (schnell oder langsam). So etwas gibt´s beim Klavier nicht (Mechanikgeräusche mal ausgenommen).
 
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ahc

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Das Armgewicht reicht, ja...aber so ein Arm ist ja auch nicht leicht :) Entspannung ist anders.

Evtl. auch Stuss den ich gelesen hatte - mal kurz gegoogelt, hier wars:
http://www.pianoworld.com/forum/ubbthreads.php/topics/2360219/Re:_Digital_(particularly_Kawa.html
würde mit CN 34 auf mein Digi zutreffen... Das hat halt keine Let Off Simulation etc. - evtl. falsch interpretiert.
CN-Serie ist auch deutlich schwergängiger als CA-Serie.

5 Noten unten halten mit Armgewicht - ja, aber viel fehlt gefühlt nicht.

Krass, danke für den Link. Ich habe das gerade bei meinem Digitalpiano gemessen. Damit die Taste nicht zu weit hochkommt (aber immer noch ein bißchen), musste ich 85 g drauflegen!! Damit die Taste fast ganz unten bleibt, also nur noch 1-2 mm hochkommt, musste ich 90 g drauflegen.

Jetzt weiß ich also, warum ich immer so frustriert war, hier im Forum zu lesen, es bräuchte doch fast nix, eine Taste unten zu halten. Bei mir kommt bei der leichtesten Entspannung der Muskeln sofort die Taste hoch und der Ton ist weg.

@Peter: Natürlich erzeuge ich dieses Unten-Halte-Gewicht durch das Armgewicht. Aber die Finger und die Muskeln, die die Finger und die Hand in ihrer halbrunden Position halten, müssen dieses Gewicht stützen und sind entsprechend angespannt. Das kann ich bei "auf den Tasten ruhender" Position mit der anderen Hand im Unterarm fühlen. Wenn ich diese Muskeln entspanne, verlässt der Finger seine Position, Taste kommt hoch.

Kann man gegen dieses hohe Gewicht beim Digi was machen?
 
Andre73

Andre73

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Dann überlege doch mal, was einfacher und entspannter ist: Den Arm oben zu halten (und die Tasten nur mit den Fingern zu drücken) oder den Arm einfach ganz locker abzulegen. ;-)
Und selbst wenn das Armgewicht nicht reichen würde (was es aber tut!, selbst für 10 Töne): Wo hast Du mehr Kraft. Im Arm oder in den Fingern?

Evtl. liegt hier schon eine Ursache Deines Problems (Läufe zu sehr oder nur aus den Fingern spielen-->Hand und Finger verkrampfen-->kleiner Finger macht was er will). Einen Klavierlehrer hast Du nicht?

Ja, definitiv. :-)
"Letoff" bedeutet eine Klangsimulation in Abhängigkeit vom Loslassen der Taste (schnell oder langsam). So etwas gibt´s beim Klavier nicht (Mechanikgeräusche mal ausgenommen).

Ja kann sein das Letoff der falsche Fachbegriff ist, aber im Faden sprechen sie mehrfach vom ungewöhnlich hohen Kraftaufwand, der beim Digi notwendig ist, die Taste ganz unten zu halten. Wie dem auch sei, ich habs gestern und heute weiter mit Deiner Übung probiert und denke, das ist ein guter Weg für mich.
Ich werd mir des Armgewichts so viel bewusster und denke, ich schwebe sonst zu viel mit dem Arm rum und lass die Finger zu viel machen, was besonders der schwache Finger 4 und 5 nicht gut finden.
Nach 30 Minuten gestern und heute sehen Tonleitern aufwärts schon ganz anders aus, wenn auch nur ein paar Minuten - dann muss ich die Übung wieder machen ;) Aber ich merke da tut sich grad was.

Klavierlehrer...ja ja ich verhandel weiter mit meiner Frau *g*
Rush Hour des Lebens und Haus abbezahlen vertragen sich doppelt schlecht mit Klavierstunden.
 
B

Bachopin

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Hi,

hier auf dieser bekannten Seite:
http://www.pian-e-forte.de/texte/spielwerk06.htm
ist das mit den Spiel-Gewichten sehr gut erklärt.

90g statt zB 30g Aufgewicht wären tatsächlich sehr viel.

Aber man muss auch bedenken, daß das nur statische (in Ruhe) Werte sind. Die wirklich auftretende Spielart wird noch durch dynamisch auftretende Kräfte (Beschleunigungs- und Reibungs-Kräfte) bestimmt, die schwierig zu messen sind, aber das Spielgefühl maßgeblich prägen.

Kann man gegen dieses hohe Gewicht beim Digi was machen?
MMn nein. Man müsste ja in die mechanische Konstruktion eingreifen und das ist nicht vorgesehen.

Aber ich denke bei heutigen Marken-Digipianos lohnt es sich nicht über die Tastatur nachzudenken. Die sind im Rahmen dessen was möglich ist relativ ausgereift. Das Problem ist zwischen den Ohren. ;-)

Die notwendige Relaxation aller beteiligten Muskeln nach einer Spiel-Bewegung ist essentiell wichtig für das Spielen eines Musikinstruments (siehe dazu vorgesehene Übungen, zB auch Quick-Release von Feuchtwanger).

Fesselungs-Übungen können mMn auch immer so ausgeführt werden, daß die ruhenden Finger nicht die Tasten nach unten drücken, sondern nur auf den Tasten aufliegen. Beim Herunterdrücken besteht die Gefahr, daß man im Tastenbett unnötigt stark drückt und damit eben nicht entspannt.

Gruß
 
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Peter

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Bechsteinfan
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Zitat von ahc:
Aber die Finger und die Muskeln, die die Finger und die Hand in ihrer halbrunden Position halten, müssen dieses Gewicht stützen und sind entsprechend angespannt. Das kann ich bei "auf den Tasten ruhender" Position mit der anderen Hand im Unterarm fühlen. Wenn ich diese Muskeln entspanne, verlässt der Finger seine Position, Taste kommt hoch.
Genau! Und man wird doch wohl mit der Kraft seines Unterarmes die Tasten unten halten können, ohne zu verspannen. Ein halbwegs fitter Mensch stützt sein Körpergewicht nur auf den Fingerspitzen.
90 Gramm ist natürlich enorm (was habt Ihr nur für Digis, muss ich mal bei mir testen), aber dennoch bin ich der Meinung, dass man nicht wirklich Kraft braucht (schon gar nicht in den Fingern).
 
B

Bachopin

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Hi,

da vielleicht einige den Begriff Fesselungs-Übungen nicht kennen. Er steht für Übungen bei denen ein oder mehrere Finger während der Übung ihre Taste im Tastenbett halten.

Kommt bei den Übungen von Liszt, Cortot, Dohnanyi, Hirzel-Langenhahn und bestimmt vielen anderen vor.

Musikalisch sind solche Übungen natürlich nicht, aber sie trainieren die motorische Unabhängigkeit der Finger. Hier zB den kleinen Finger.

Gruß
 
 

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