Klavierpflege: Klavierpedale reinigen, polieren

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klaviermacher

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Hallo liebe Klavierfreunde,

Diese neue Serie der Klavierpflege und wie man sie durchführt eröffne ich mit den Pedalen. Dazu habe ich ein Video gemacht, um zu zeigen, wie man die Klavierpedale reinigt bzw. poliert. ;)

http://www.youtube.com/watch?v=IlfaDxq7gPw

Benötigte Materialien:
Wenol metall-polish oder ein ähnliches Produkt
Zwei Baumwolltücher
Eventuell Handschuhe

Die Pedale sind fast immer aus Messing und dunkeln mit der Zeit nach. Oft glänzt das rechte Pedal mehr, weil es öfter benutzt wird.

Bei manchen jüngeren oder auch renovierten Klavieren ist ein Schutzlack über dem Messing. Wenn der Lack zur Hälfte abblättert, sieht das nicht schön aus. Solcher Art behandeltes Messing lässt sich nicht so einheitlich glänzend polieren ohne den Lack komplett zu entfernen, aber es wird durch diese Behandlung trotzdem etwas schöner.


LG
Michael
 
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Kulimanauke

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Klaviermacher,

Du wirst eines Tages noch berühmt werden :D.
Es stimmt ja wieder mal alles: Die Musik macht Lust aufs Zuschauen, deine flinken Hände passen ungemein dazu. Das Ergebnis ist hervorragend.

Beste Grüße
kulimanauke

Aber irgendetwas würde ich beim Wienern unter die Pedalen legen wollen wegen dem Boden.
 
klaviermacher

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Hallo Kulimanauke,

Meine Hände sind im Film nur deshalb so flink, damit es nicht langweilig wird.:p

Beim wienern ist wichtig, dass man den Filz hinten nicht total versaut. Ok, leicht berührt habe ich ihn auch an zwei Stellen, aber das kommt im Video schlimmer als es in Wirklichkeit war. ;) Mit dem Tuch zum Schluss nehme ich die zwei Pünktchen wieder auf. Wer will, kann sich natürlich helfen, indem er eine kleine Abdeckung bastelt und dann vielleicht noch unter den Pedalen ein weiteres Tuch hin legt. Vor allem bei Teppichboden ist das sehr ratsam.

LG
Michael
 
Klimperer

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Hallo,

Bei Politur jeglicher Art gilt für mich der spießbürgerliche Ansatz: weniger ist mehr. Gerade z.B. beim Auto - je mehr man verwendet, desto mehr Polierstaub und Matsche hat man hinterher im Tuch, in der Kleidung, auf dem Boden, am polierten Gegenstand usw..

Nichts gegen Michael und seine tollen Videos - im Gegenteil - jedoch hätte ich hier die Menge, die er pro Pedal nimmt, auf alle drei verteilt.

(Dann schmiert auch weniger daneben... ;) )

Ciao,
Mark
(dessen Vorfahren nicht aus Schwaben kommen)
 
D

Dave1004

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Klavierpedale Glanz erhalten?

Hallo,

polieren geht ganz gut, habe ich auch schon gemacht.
Bloß, wie erhält man den Glanz möglichst lange?
Gibt es da irgendein empfohlenes Mittel zum "Beschichten" oder gar lackieren???
Ich habe es manchmal mit Zapon-Lack versucht, aber ganz zufrieden war ich da nicht. Die polierte Fläche wurde dadurch etwas matter und bei "rauhen" Socken sah der Lack danach noch matter aus.

Weiß da jmd. etwas?
 
Moderato

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Aber Michael, die Pedale sehen ja jetzt ganz schwarz aus;)

Ich habe das vor einigen Wochen nun auch das erste Mal gemacht.
So muß das aussehen:D

Gruss
Manfred
 
klavierrestaurator

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Hallo,

polieren geht ganz gut, habe ich auch schon gemacht.
Bloß, wie erhält man den Glanz möglichst lange?
Gibt es da irgendein empfohlenes Mittel zum "Beschichten" oder gar lackieren???
Ich habe es manchmal mit Zapon-Lack versucht, aber ganz zufrieden war ich da nicht. Die polierte Fläche wurde dadurch etwas matter und bei "rauhen" Socken sah der Lack danach noch matter aus.

Weiß da jmd. etwas?
Ja man kann Zapon (geht mit Schellach auch) nehmen es ist nur das Problem (wie schon Michi gesagt hat), dass er nach einer Zeit wegblättert bzw. abgerieben wird. Die Stelle wo der Lack noch hält, bleibt glänzend, die wo keinen Lack mehr gibt, oxydiert. Und so was sieht echt sch.... aus. Ist schon besser, sich 2-3 im Jahr Zeit nehmen und Messingteile auspolieren...

Geht übrigens mit ein bisschen Essig auf dem Lappen schneller und man verschmiert nichts. :cool:

lg
emmanuel
 
klaviermacher

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Hallo zusammen,

Was Emmanuel anspricht (Essig) geht gut zum nachbehandeln. Wenn die Oxidation sehr dunkel bzw. rötlich ist, ist es mit Essig nicht einfacher. Der Vorteil der industriell hergestellten Paste ist, dass kleine Schleifpartikelchen drinnen sind, die die Arbeit beschleunigen und es dürfte auch ein Schutz gegen zukünftige Oxidation drinnen sein, denn beim Auspolieren merkt man eine Art Fettschicht. Wahrscheinlich ist auch Kreide drinnen und Emmanuel stellt die Paste selbst her... :D

Mark, ich verwendete vielleicht etwas mehr Wenol als nötig, aber dadurch trocknet die "Schmiere" nicht beim einwirken und löst den Schmutz besser.

Manfred, der Spiegeltrick ist gut! ;)
(wieso bin ich nicht auf die Idee gekommen?:rolleyes:)

LG
Michael
 
klavierrestaurator

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hahahahaha nee nee ich tue keine Kreide rein. :D
naja wann man die Teile abmontieren kann und für 1 Stunde im Essig lassen kann, geht dann mit einer Zahn- oder Nagelbürste alles ur schnell weg.
Ich persönlich mag z.B. die Scharniere nicht mit der Polierpasta putzen, weil sie kann man aus den Löchern und Ecken nicht rauskriegen und dann bleiben weiße Flecken...
Das mit der schutzschicht stimmt aber wohl.

lg
 
Klimperer

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Mark, ich verwendete vielleicht etwas mehr Wenol als nötig, aber dadurch trocknet die "Schmiere" nicht beim einwirken und löst den Schmutz besser.
Verstehe. :) Bei so kleinen Gegenständen wie den Pedalen ergibt das Sinn, denn wenn das Zeug erst einmal eingetrocknet ist, muss man viel kräftiger nachreiben.

Ich als (u.a.) Tubaspieler :tuba: muss da natürlich etwas spariger vorgehen. :rolleyes:

Ciao,
Mark
 

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hmmm...
Ich glaube es ist eher etwas auf Sylikonbasis... für ein Wachs finde ich es ein bisschen zu "flüsig".
Ich habe mich damit, ehrlich zu sagen, nie besonders beschäftigt...

lg
emmanuel
 
fisherman

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Klasse, Micha, die AHAMAY-Klaviere sind doch die allerbesten! :D
Wo gibts das sagenhafte Wendol?
 
Moderato

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Der AHA-Effekt bei den MAY Klavieren:D Und ich dachte immer, der Schriftzug ist unter dem Lack. Gleich bei meinem S&S erfolgreich probiert, mir war gar nicht aufgefallen, daß der Glanz etwas matter geworden war.
Ich kann nicht spüren, daß das Messing erhaben ist, es muß ja extrem dünn sein.

Gruss
Manfred
 
klaviermacher

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Hallo,

@fisherman, AHAMAY ;) - Wenol findet man nurmehr im Internet. Früher verkaufte man das um die Ecke beim Tante Emma Laden als es noch Chrom-Stoßstangen gab. :cool:

@Moderato, In der Tat ist so ein Messinglogo relativ dünn. Es hat im Normalfall die Stärke des Lackes. Im Polyester-Spritzverfahren kommt zuerst das Logo an das Holz geklebt, dann wird der schwarze Lack etwa 2 mm dick gespritzt und anschließend geschliffen und poliert, somit ist hinterher Lack und Logo eine Fläche.

LG
Michael
 
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pennacken

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Hallo miteinander,

Wie würde gegebenenfalls Schellack auf Weol o.ä. reagieren? Bei meinem Flügel sind noch richtig dicke Messingbuchstaben auf bzw. in dem Deckel, die etwas aufpoliert werden müßten.

LG

Pennacken
 
klavierrestaurator

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Hallo miteinander,

Wie würde gegebenenfalls Schellack auf Weol o.ä. reagieren? Bei meinem Flügel sind noch richtig dicke Messingbuchstaben auf bzw. in dem Deckel, die etwas aufpoliert werden müßten.

LG

Pennacken
hmmmm...
als mein Flügen noch schwazr war ist so was passiert (siehe foto)...
ich glaube, eine Politur ist zu empfindlich...
aber vielleicht könnte man mit Wattestäbchen jede Buchstabe gaaanz vorsichtig polieren...

lg
emmanuel
 

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kama

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hmmmm...
als mein Flügen noch schwazr war ist so was passiert (siehe foto)...
ich glaube, eine Politur ist zu empfindlich...
aber vielleicht könnte man mit Wattestäbchen jede Buchstabe gaaanz vorsichtig polieren...

lg
emmanuel
Ich würde auch jeden Buchstaben einzeln mit dem Wattestäbchen putzen. Als ich die Videos gesehen habe, ist mir fast das Herz stehen geblieben. :shock:

Aber vielleicht bin ich auch zu empfindlich und pingelig.
 
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